Mittwoch, 28. Februar 2018

Rückgabe des christlichen Altersheimes in Aleppo

Vertreter der drei armenischen Kirchen vor dem
zerstörten Altersheim (2.v.l. H. Selimian)
Die Kämpfe im Norden Syriens um die Region von  Afrin haben Auswirkungen auf die Situation in der rund 60 Kilometer entfernten Stadt Aleppo. Vor Kurzem sind dort erneut Raketen in das christliche Armenierviertel abgeschossen worden. Ungewiss ist, ob die Lage in Aleppo einigermaßen sicher bleibt. "Wir hoffen und beten, dass die Kämpfe in Aleppo nicht wieder aufflammen", sagt Pfarrer Haroutune Selimian.

Aus der Afrin-Region kommen Flüchtlinge an, die in der Stadt versorgt werden müssen. Daran beteiligt sich u.a. die armenisch-evangelische Bethelgemeinde um Pfarrer Haroutune Selimian. Auf der anderen Seite verlassen kurdische Kämpfer Aleppo und ziehen Richtung Norden, um ihre kurdischen Landsleute bei den Kämpfen gegen das türkische Militär zu unterstützen.

Das Innere des zerstörten Altersheimes
Dass kurdischen Kämpfer Aleppo verlassen haben, hat direkte Auswirkungen auch auf die armenisch-evangelische Gemeinde. Vor wenigen Tagen wurde der armenisch-orthodoxen, der amernisch-katholischen und der armenisch-evangelischen Gemeinde ihr Altersheim zurückgegeben. Es war in den 1930er Jahren errichtet worden und die Kirchen hatten es bis zum Ausbruch des Krieges gemeinsam betrieben. Fünf lange Jahre war das Haus besetzt gewesen. Die alten, hilfsbedürftigen Menschen hatten das Haus verlassen müssen. Die letzten zwei Jahre war es in der Hand kurdischer Kämpfer. 

In völlig zerstörtem Zustand wurde das Altersheim nun den drei christlichen Denominationen zurückgegeben. Noch ist unklar, ob un wann es saniert werden kann. Denn dafür sind erhebliche finanzielle Mittel nötig. "Wir sind aber dankbar, dass wir jetzt wieder in Besitz des Hauses sind", sagt Haroutune Selimian. "Wir werden in den kommenden Monaten überlegen, wie wir mit dem Gebäude weiter umgehen, und ob eine komplette Sanierung umsetzbar ist. Das Gebäude befindet sich in einer Gegend Aleppos, die von Zerstörung sehr stark betroffen ist."


Montag, 26. Februar 2018

Ein neuer Schultransporter für das Strassenkinderheim Valencia in Venezuela

Der neue Schultransporter - mit
Kirchenpräsdent Gerardo Hands
"Endlich haben wir es geschafft, einen Kleinbus für unser Strassenkinderheim Casa Hogar anschaffen können," schreibt Kirchenpräsident Gerardo Hands von der lutherischen Kirche in Venezuela (IELV). Das GAW hat gemeinsam mit "Kirchen helfen Kirchen" den Kauf finanziert. 12500,oo $ mussten dafür aufgebracht werden, damit der Schultransport für die Kinder des Strasseninderheims gesichert ist. Der alte Transporter war kaputt und eine Neuanschaffung dringend geboten.

Venezuela steckt in einer der schwersten wirtschaftlichen und sozialen Krisen. Preissteigerungen und Versorgungsengpässe bei Grundbedarfsgütern sind die sichtbarsten Symptome einer Krise, die sich insbesondere mit dem Verfall der Erdölpreise ab Mitte 2014 verschärft hat. Mittlerweile versinkt Venezuela in Chaos und Gewalt. Die Situation ist eine humanitäre Krise. Es mangelt an allem: Strom, Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Dinge des täglichen Bedarfs. Grundnahrungsmittel werden fast ausschließlich zu horrenden Preisen auf dem Schwarzmarkt gehandelt und in den Krankenhäusern sterben viele Menschen, da Medikamente fehlen. Hinzu kommt die zunehmende Gewalt, vor denen ein korrupter Polizeiapparat keinen Schutz bietet. Diese Situation beeinflusst schon die vormals normal lebende Mittelschicht dramatisch, so dass schutzlose Kinder um ein vielfaches mehr Opfer dieser Krise werden.

Die Evangelisch- Lutherische Kirche Venezuelas führt ein Kinderheim, das Casa de Hogar de Fundacion, Amor, Fe y Esperanza in Valencia, Hauptstadt des Staates Carabobo in Venezuela. Es existiert bereits seit 25 Jahren und bietet Straßenkindern, Waisenkindern und vernachlässigten Kindern ein Zuhause und begleitet sie auf ihren Lebenswegen hin zu integrierten Mitgliedern der Gesellschaft. 

Im Casa de Hogar wohnen zurzeit 16 Kinder verschiedener Altersstufen. Die Arbeit mit den Kindern wird ebenfalls durch die herrschende Krise im Land stark beeinflusst. Von daher ist Unterstützung in allen Bereichen nötig. Ein Defizit der Arbeit ist die mangelnde Mobilität. Die Schulen bzw. Ausbildungsplätze der Kinder sind meistens entfernt vom Casa de Hogar. Öffentlicher Transport funktioniert in Venezuela nicht mehr, so dass sie auf den privaten Transport mit einem Kleinbus angewiesen sind. Diese Anschaffung steht dringend an und somit bittet die Evangelisch-Lutherische Kirche um einen Beitrag für diese Anschaffung.

Allen Spendern sei herzlich gedankt! - Wir werden weiterhin als GAW der kleinen lutherischen Kirche helfen, dass sie ihre Arbeit aufrechterhalten können.



Mittwoch, 21. Februar 2018

Nachricht aus Aleppo zum Sonntag Reminiszere

Pfarrer Haroutune Selimian in der Bethelkirche Aleppo
am vergangenen Sonntag
Vor Kurzem hat Pfarrer Haroutune Selimian von der armenisch-evangelischen Bethelgemeinde an einer Tagung des GAW Württemberg teilgenommen und eindrücklich von seiner Situation in Aleppo und seinen Gemeinden in Syrien berichtet. Per Facebooksprachnachricht hat er mir berichtet, wie die Situation und das Leben wieder komplizierter werden:
"Ich bin inzwischen zurück in Aleppo. Ich habe am Sonntag Gottesdienst gehalten. Es war schwer. Am 2. Februar sind zwei Raketen direkt in der Umgebung der Bethelkirche eingeschlagen. Ich wurde darüber informiert als ich in Stuttgart war. Auch während unseres Gottesdienstes am Sonntag war Raketenlärm aus der Ferne zu hören. Mehr als 1.300 kurdische Flüchtlinge aus Afrin sind hier in der Nähe untergebracht, die wir mit versorgen. Das ist auch ein Grund, warum auf einmal wieder auf uns geschossen wird. 
Raketeneinschlag in einer Wohnung im Armenierviertel im
Umkreis der Bethelkirche am 2. Februar
Trotz allem beten wir in jedem Gottesdienst, an jedem Tag um Frieden in unserem Land. Wir haben Sorgen, dass der Krieg wieder stärker wird. Wir spüren direkt in unserem Leben die negativen Auswirkungen, die das Eingreifen der türkischen Armee im Norden hat.
Inmitten all dessen arbeiten wir als Christen ökumenisch zusammen und versuchen alles zu tun, um zu helfen. Wir verteilen Medikamente, Lebensmittel, versuchen auch beim Wohnraum zu helfen. Das ist schwer. Aber die Kirchen kümmern sich um die Menschen in Not, egal welcher Religion oder Konfession sie angehören.

Ihr sollt wissen: Wir wollen hier bleiben! Und wir wollen Aleppo wieder aufbauen. Wir wollen als Christen Zeugnis geben in unserem Land, das unsere Stimme braucht!


Wir wissen, dass wir das allein nicht schaffen werden. Wir brauchen Menschen, die uns unterstützen und uns ermutigen. Wir glauben daran, dass wir nicht allein sind und dass wir uns und der Welt beweisen können, dass am Ende das Gute über das Böse triumphiert."

Das GAW will weiter in Syrien helfen und unsere Glaubensgeschwister unterstützen. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe!



GAW-Spendenkonto: IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD (KD-Bank)

Stichwort: Nothilfe Syrien



Donnerstag, 15. Februar 2018

Das "Aleppo College for Boys" konnte saniert werden!

Schüler des Aleppo College for Boys
"Dank der großartigen Unterstützung durch Spendengelder, die das GAW vermittelte, konnten wir das "Aleppo College for Boys", das im Krieg sehr gelitten hat, sanieren. Wir haben den Pausen- und Sporthof, die Aufenthaltsräume, das erste und zweite Stockwerk, Küche, Bibliothek und Aula sanieren können", schreibt Jospeh Kassab, Generalsekretär der NESSL (National Evangelical Synod for Syria and Lebanon).
Eingang zur Schule
"Die Eltern der Schüler sind dankbar für all die Verbesserungen. Die Schule ist für die meisten wie eine zweite Heimat. Außerdem wirkt die erneuerte Schule schützend und positiv auf das Verhalten der Schüler. Dies ist wichtig angesichts der anhaltenden Herausforderungen, die Syrien weiterhin lähmen. Während wir uns bemühen, die Schüler dazu zu bringen, ihre Chancen zu nutzen, hat das auch Wirkung auf die Eltern. Letztlich heißt Bildung stärken den Frieden stärken. DANKE an das GAW für alle Hilfe!"

50.000 Euro hat das GAW in der Schule investiert in einer Stadt, die vergleichbar ist mit den Zerstörungen nach dem 2. Weltkrieg in Dresden, Berlin, Köln oder Hamburg. 

Sanierter Schulhof und Sportplatz
Das Aleppo College for Boys wurde 1876 in Gaziantep in der Türkei gegründet. Die meisten seiner Schüler waren Armenier. Als die Armenier zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus der Türkei vertrieben wurden und viele von ihnen in Aleppo ein neues Zuhause fanden, ging auch die Schule mit. In den 1950er Jahren wurde an der Schule eine Abteilung gegründet, an der Mädchen auch lernen konnten, das heutige Aleppo College for Girls.

Heute ist die NESSL, die Evangelische Kirche in Syrien und im Libanon, Träger des Aleppo
Arbeiten an der Schule
College for Boys. Unterrichtet werden derzeit rund 400 Jungen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren in zwölf Klassenverbänden. „Wir hoffen, dass bald wieder 700 bis 800 Schüler an unserer Schule lernen – so viele wie vor dem Krieg“, sagt Joseph Kassab, der Generalsekretär der NESSL. In den Jahren 2012 und 2013 war die Schule von islamistischen Rebellen besetzt. „Es gab in dieser Zeit keinen Unterricht, und als die Rebellen abzogen, fanden wir die Schule verwüstet vor“, erinnert sich Joseph Kassab, „wir haben danach trotzdem versucht, weiterzumachen.“ Das Schuljahr 2013/2014 startete mit 60 Schülern, das darauffolgende mit 160. Die Schülerzahl wächst langsam aber beständig. Joseph Kassab: „Die Menschen kehren nach Aleppo zurück, seit die schweren Kämpfe um die Stadt weitgehend beendet sind.“
Nun ist die verwüstete Schule mit GAW-Mitteln aufgebaut worden.

Die Schule braucht weiterhin Hilfe, um Stipendien, Lehrmaterial, Computer etc. zu finanzieren,

Donnerstag, 8. Februar 2018

GAW begrüßt Schaffung eines Bundesbeauftragten für weltweite Religionsfreiheit

Der ausgehandelte Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD äußert sich unter der Überschrift "Menschenrechte, Krisenprävention und humanitäre Hilfe" auch zum Thema Religionsfreiheit als Menschenrecht. Es ist sehr zu begrüßen, dass das Amt eines Beauftragten geschaffen werden soll, der das Thema "weltweite Religionsfreiheit" im Blick hat und in die Arbeit einer neuen Bundesregierung einfließen lässt - und dabei hoffentlich Gehör findet.
Gerade für religiöse Minderheiten ist es wichtig, dass ihnen ihre Rechte nicht vorenthalten werden, dass sie sich als Bürger und Bürgerinnen mit gleichen Rechten in ihre Gesellschaft einbringen können. Immer wieder ist das eine große Herausforderung - auch in Europa. In Spanien z.B. durften
evangelische Pfarrer während der Franco-Diktatur jahrzehntelang keine Sozialbeiträge leisten. Ein Unrecht, das nachwirkt, weil sie dadurch heute keine staatlichen Renten erhalten können! Der spanische Staat erkennt dieses Unrecht bis heute  nicht an, obwohl er vom Europäischen Menschenrechtsgerichtshof dazu aufgefordert wurde.
Aus den Partnerkirchen des GAW erfahren wir immer wieder, dass die Rechte evangelischer Minderheiten eingeschränkt werden, weil der Staat die Mehrheitskirche quasi als Staatskirche ansieht und Minderheitenkirchen kaum wahrnimmt oder nicht anerkennt. In vielfältiger Weise berichtet das GAW regelmäßig darüber - auch aus Ländern, wo die Religionsfreiheit quasi nicht existiert. Für muslimische Menschen gleicht es sozialem Selbstmord, zum christliche Glauben zu konvertieren - so in Marokko, Tunesien, Ägypten, Syrien und Irak. Dieses Thema greift dezidiert der "Ökumenische Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit 2017" auf, an dem das GAW mitgearbeitet hat.

Sobald der Bundesbeauftragte berufen ist, wird das GAW sich mit ihm in Verbindung setzen, Kontakt aufnehmen und darum bitten, bei der Frage zur Religionsfreiheit die evangelischen Minderheiten weltweit im Blick zu behalten, Delegationen der Bundesregierung für diese Frage zu sensibilisieren und dazu unsere Erfahrungen und Kompetenzen als GAW einfließen zu lassen.

Als GAW begrüßen wir das, was im Koalitionsvertrag folgendermaßen formuliert ist:

"Religionsfreiheit ist ein zentrales Menschenrecht, das weltweit zunehmend eingeschränkt oder komplett infrage gestellt wird. Das gilt für zahlreiche religiöse Minderheiten weltweit. Unsere Solidarität gilt allen benachteiligten religiösen Minderheiten. Dazu zählt der beharrliche Einsatz für viele Millionen verfolgter Christinnen und Christen.Wir werden das Amt der/des Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit schaffen. Wir werden den Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit im zweijährigen Rhythmus und systematischen Länderansatz fortschreiben. (7402-7410)"
Hier findet sich der komplette Koalitionsvertrag:

Mittwoch, 7. Februar 2018

Konfis kicken für Syrien und Venezuela


1.250 Euro haben die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelischen Kirchengemeinde Wuppertal-Ronsdorf für die Projekte der GAW-Konfigabe 2018 beim Wuppertaler Konfi-Cup Ende Januar erkickt. Die engagierten Konfis spielten sich mit 36 Toren sogar auf Platz 2 des Turniers. Pfarrerin Friederike Slupina-Beck: "Im Vorfeld des Turniers haben wir Listen durch die Gemeinde gehen lassen, in der sich jeder mit einem kleinen Betrag für jedes erzielte Tor eintragen konnte. Die so erspielten 1.250 Euro gehen je zur Hälfte nach Syrien und Venezuela."
Am 10. März soll es in der Ronsdorfer Lutherkirche noch ein Benefizkonzert für die Projekte der GAW-Konfigabe 2018 geben.
Mit der GAW-Konfigabe 2018 werden evangelische Schulen in Syrien und im Libanon und das Kinderheim "Casa Hogar" in Venezuela unterstützt.    
Wir freuen uns sehr und bedanken uns bei den Ronsdorfer Konfis und ihrer Pfarrerin für das tolle Engagement! 


 

Montag, 5. Februar 2018

Vernetzt hat Zukunft - 175 Jahre GAW-Württemberg

Festempfang in Stuttgart
Unsere GAW-Hauptgruppe Württemberg wird in diesem Jahr 175 Jahre alt. Anfang Februar startete die Hauptgruppe ihr "Festjahr" in Stuttgart mit Bibelarbeit, Vorträgen, Workshops und einem Festgottesdienst in der Stuttgarter-Stiftskirche mit Landesbischof Frank Otfried July.
Die GAW-Präsidentin und Vorsitzende der Hauptgruppe Württemberg, Prälatin Gabriele Wulz, betonte während der Feierlichkeiten, dass die Aufgabe des GAW bleibend Bedeutung behält: „Wir unterstützen bestehende Gemeinden, damit sie weiterhin tätig sein und ihren Glauben in Freiheit leben können.“ Damit ist die GAW-Arbeit letztlich eine Menschenrechtsarbeit. Wir treten ein für Religionsfreiheit weltweit, und dafür, dass evangelische Minderheitskirchen sich in ihren Gesellschaften einsetzen können. Beeindruckend tun es viele Kirchen auch in
Bischof July und Pfr. Haroutune Selimian
schwierigsten Situationen - wie in Syrien. Pfarrer Haroutune Selimian berichtete:
Pfarrer Selimian war einer von über 20 Gästen aus der evangelischen weltweiten Diaspora, die sich in das Festwochenende einbrachten und mitfeierten. 
Bischöfe der evangelischen Kirchen in Georgien, Griechenland, Österreich, der Slowakei oder Slowenien nahmen teil. Meletis Meletiads aus Griechenland berichtete etwa vom Engagement seiner Kirche für Flüchtlinge. In den 1920er Jahren wurden griechische Gemeinden nach dem griechisch-türkischen Krieg aus der Türkei vertrieben. Die Menschen flohen nach Syrien und Griechenland. „Jetzt helfen wir syrischen Flüchtlingen mit Essen und Medizin und leben zusammen. Die Kirche ist unsere Verbindung“, sagt Meletiadis. Unterstützt wird er dabei vom GAW. 
Präsidentin Gabriele Wulz (Mitte) mit Nicolas Rosenthal
(Argentinien), Bischof July, Pfr. em. Bittighofer (Stuttgart) und
Pfr Magdalena Smetana (Vorstand GAW Württemberg)
Pfarrer Simon Sever, Gemeindepfarrer aus dem slowenischen Ort Bodonci, konnte dank der Unterstützung im Jahr 2013 ein Gemeindehaus bauen. „Wir sind sehr dankbar. Gemeinsam haben wir ein Projekt aufgebaut. In Slowenien züchten wir Bienen und das GAW verkauft den Honig in Deutschland. Jetzt steht die Renovierung der Kirche an.“
„Überall wo evangelische Gemeinden ihren Glauben leben, wollen wir sie stärken und von ihrer Weise, Glauben zu leben, hören und lernen, und damit der Vielfalt des Evangeliums Ausdruck geben“, sagte der Generalsekretär des GAW, der sich unter den Gästen befand. Mit zwei GAW-Stipendiaten aus Polen und der Slowakei berichtete er über die Situation und die besonderen Herausforderungen der Theologieausbildung in evangelischen Diasporakirchen. Das ist nicht leicht. Nur - für die Zukunft der Kirchen ist eine gute Theologieausbildung entscheidend. "Wir brauchen gut ausgebildete Pfarrer, die differenziert denken und über den Glauben reden können."
Und Gabriele Wulz betonte zum Abschluss: "Unser Motto: ´Vernetzt hat Zukunft´ ist Programm für das GAW, denn in der EINEN WELT sind wir darauf angewiesen, uns gemeinsam im Glauben zu stärken und damit zu Friedensstiftern zu werden!"

Donnerstag, 1. Februar 2018

Dank für die Unterstützung einer Kirchensakristei in Estland

Kirchensakristeiim estnischen Nõo
"Wir sind Euch von Herzen dankbar für die Unterstützung bei der Sanierung der Sakristei der Kirche in Nõo!" schreibt Kadri Põder von der Estnischen Lutherischen Kirche. Im April 2017 konnten die begonnen Arbeit endlich abgeschlossen werden, für die das GAW im Projektkatalog 2015 um 7.000 Euro Unterstützung gebeten wurde.
Die Kommune Nõo (Nüggen) liegt in Südestland und umfasst 20 Dörfer und zwei größere Siedlungen. Sie ist die einzige Kommune in Estland, die eine Kirche – die Laurentiuskirche in Nõo – in ihrem Wappen führt. Das zeugt von der hohen Identifizierung der Bevölkerung mit ihrer Kirche, obwohl nur 200 von den rund 4.000 Einwohnern als Vollmitglieder zur Gemeinde gehören. Gottesdienste finden in der historischen Laurentiuskirche sowie in mehreren Dorfbibliotheken statt. Sehr aktiv ist das Musikleben. Der gemischte Chor der Gemeinde besteht ununterbrochen seit dem 19. Jahrhundert, das Männer- und das Frauenensemble sind nach der politischen Wende gegründet worden. In der Kirche finden das ganze Jahr über Konzerte und Konzert-Gottesdienste sowie gemeinsame Theaterprojekte mit der örtlichen Schauspieltruppe statt.
Die Laurentiuskirche wurde im 13. Jahrhundert gebaut und ist als eine der wenigen
Arbeiten an der Sakristei
beinahe in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten. Leider wurde das Gemeindehaus im Zweiten Weltkrieg zerstört. „Deshalb ist unsere Sakristei sowohl Büro, Hilfs- und Sitzungsraum sowie Vorbereitungsraum für den Pfarrer und Musiker“, unterstreicht Pfarrer Mart Jaanson die Bedeutung des unscheinbaren Anbaus, der aus dem 18. Jahrhundert stammt. 2010 leitete die Gemeinde die Restaurierung ihrer Kirche ein. Das GAW unterstützte bei der Erstellung des Projekts. Zugleich begann die Spendensammlung zur Restaurierung der Kirche. „Es stellte sich heraus, dass die Arbeiten an unserer unter Denkmalschutz stehenden Kirche sehr kostspielig sein werden“, berichtet der Pfarrer. „Wir müssen etappenweise vorgehen. Bis jetzt haben wir geschafft, das Blitzschutzsystem und die Brandmeldeanlage zu installieren. Jetzt konnte zum Glück die Sakristei folgen. Als nächstes steht der Kirchraum an.“ 
Dank allen GAW-Spendern, die hierbei geholfen haben!
Estland insgesamt gilt als eines der säkularisiertesten Länder Osteuropas. Zeichen des Glaubens zu stärken ist deshalb wichtig für den Erhalt der Vielfalt in der Gesellschaft.