Mittwoch, 9. August 2017

Diakonie schafft neue Perspektiven im Kosovo


Diakonie-Ausbildungszentrum im Kosovo
Auszubildende bei ihrer Prüfung
Das Engagement der Frauenarbeit des Gustav-Adolf-Werks ruht nie: In diesem Jahr sammeln wir Spenden für das aktuelle Jahresprojekt in Kirgistan und Kasachstan: mit Vorträgen, Basaren, Lesungen, Gottesdiensten... Die Hilfe geht unter anderem an eine Beratungsstelle für volljährig gewordene Waisenkinder in Kirgistan. Die jungen Erwachsenen brauchen dringend verlässliche Begleitung beim Start in ihr eigenes Leben. 
Gleichzeitig bereiten wir bereits das nächste Jahresprojekt vor: 2018 unterstützen wir die kirchliche Frauenarbeit und diakonische Einrichtungen in Slowenien und im Kosovo. Damit rücken wir zwei eher unbekannte Länder in den Mittelpunkt. 11 Vertreterinnen der Frauenarbeit reisten dafür im Mai zu einer Projektreise nach Slowenien, von der wir hier berichteten. Dank eines herzlichen Empfangs hatten wir viele gute Begegnungen mit Pfarrerinnen und Frauen in den Gemeinden und bekamen einen interessanten Einblick in die diakonische Tätigkeit der Kirche. 
Mitarbeiter auf der Hühnerfarm
Im Juli besuchte die Mitarbeiterin der Frauenarbeit in der Zentrale die Einrichtungen der Diakonie Kosovo. Das erst 2008 unabhängig gewordene Land kann ohne zu übertreiben als das Armenhaus Europas bezeichnet werden: Die Arbeitslosigkeit liegt bei 50%, die Jugendarbeitslosigkeit noch darüber. Roma sind als diskriminierte Minderheit auf dem Arbeitsmarkt quasi chancenlos und leben meist in extremer Armut. Viele Kosovaren sind unzufrieden mit den Fortschritten im Land und wollen es gen Westen verlassen. Die Feindschaft zwischen Serben und Albanern ist auch 18 Jahre nach dem Krieg noch überall spürbar.  
Die DiakonieKosovo arbeitet in Mitrovica, einer Kleinstadt im Norden des Kosovo. Sie liegt genau auf der Konfliktlinie zwischen Serben und Albanern. Hier fördert die Diakonie die Ausbildung von jungen Menschen in handwerklichen Berufen, schafft Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung in der Landwirtschaft und bringt Jugendliche aus den verfeindeten Volksgruppen und den benachteiligten Minderheiten in Breakdancegruppen und DJ-Kursen zusammen. Sie hilft Kriegsopfern in einem traumatherapeutischen Zentrum und unterstützt abgeschobene und freiwillig zurückgekehrte Flüchtlinge bei der (Re-)Integration im Kosovo. „Wo Menschen den Auftrag Jesu ernst nehmen, sich um Schwache zu kümmern, da ist Kirche!“, sagt der Leiter der Diakonie Kosovo, Bernd Baumgarten.

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