Mittwoch, 28. Juni 2017

Presbyterianer in Ägypten

v.li.n.re.: Generalsekrteär Pfr. Refat Fathy, Pfr. Enno Haaks (GAW),
Pfr. Dr. T. Kades (Chairman der Nislynode)
"Offiziell sind nach Aussage der ägyptischen Regierung 10 % der Bevölkerung Christen," sagt Pfarrer Refat Fathy, Generalsekretär der Presbyterianischen Kirche Ägyptens von der Nilsynode. "Die Orthodoxe Kirche spricht aber von 22 % Christen. Wir selbst schätzen die Zahl zwischen 15-20 % der ca. 100 Millionen Einwohner des Landes." Die Bevölkerung Ägyptens ist in den letzten Jahrzehnten rasant gewachsen. Leben kann man im Norden des Landes und am Nil entlang auf einer Fläche, die so groß ist wie Niedersachsen. "Und die Bevölkerung wächst weiter...", sagt Fathy. "Das bringt viele Probleme mit sich!" Er berichtet, wie die Nilsynode ein Programm für muslimische und christliche Religionslehrer entwickelt hat, das den Dialog zwischen den Religionen verstärken soll, um Gewalt vorzubeugen. "Wir wollen nach dem arabischen Frühling, nach der Gewalt den Christen gegenüber und der Zerstörung von Kirchen versöhnend in die Gesellschaft hinein wirken. Ägypten braucht den interreligiösen Dialog!"
Die Nilsynode hat nach dem Arabischen Frühling von der Regierung insgesamt 19 Grundstücke zur Verfügung gestellt bekommen, um darauf Kirchen bauen zu können. Das ist ein Teil der Wiedergutmachung den Christen gegenüber. Allerdings hat die Nilsynode die Auflage bekommen, binnen von drei Jahren darauf Kirchen zu errichten. Dafür gibt es jedoch nicht ausreichend Mittel.
Ca. 1.000.000 Mitglieder in ca. 500 Kirchen zählt die Presbyterianische Kirche. 1854 kamen presbyterianische Missionare aus Nordamerika nach Ägypten. Hier liegen die Anfänge der Kirche. 450 Pfarrer arbeiten in der Kirche. 43 Schulen und 7 Krankenhäuser werden von der Kirche unterhalten. Schulen und Krankenhäuser stehen allen Ägyptern offen. Inzwischen arbeiten auch etliche Pfarrer in den USA und in Europa.
Das GAW hat bisher bei dem Wiederaufbau der von Islamisten zerstörten Kirche in Mallawi geholfen. Dort wurde auch der Kauf eines Kleinbusses unterstützt. Das Salam-Krankenhaus in Kairo konnte ebenso zwei Mal gefördert werden. Die presbyterianische Gemeinde in Alexandria wird über das GAW vermittelt bei ihrer Flüchtlingsarbeit unterstützt.
Derzeit wird überlegt, diese Kirche regelmäßig in die Förderung des GAW aufzunehmen.

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