Freitag, 14. April 2017

Wir haben als Gemeinde DIE Aufgabe, uns um die Flüchtlinge zu kümmern! (Pastor Fridetzky)

Pastor Fridetzky (re.) im Gespräch
mit dem GS des GAW, Pfr. Haaks
"Vor Kurzem haben wir ein 14-jähriges Mädchen aus Syrien in einem Gottesdienst verabschiedet. Durch die Flucht aus Syrien war sie allein in Griechenland gestrandet. Die Familie war auseinander gerissen worden. Die Eltern und Geschwister hatten es schon nach Deutschland geschafft. Ein Jahr hatten wir sie bei uns beherbergt", erzählt Pastor Michael Fridetzky, der seit zwei Monaten die deutschsprachige Gemeinde in Athen betreut. Er hat täglich mit den 12 Flüchtlingen zu tun, die von der deutschsprachigen Gemeinde betreut werden. Sie sind unterhalb der Kirche untergebracht. Früher gab es dort eine Altenwohngemeinschaft. "Das Mädchen ist endlich bei ihrer Familie. Der Abschied von ihr, die uns als Mensch sehr ans Herz gewachsen ist, hat uns sehr berührt."
Deutschsprachige Kirche in
Athen
"Unter der Kirche sind die Flüchtlinge untergebracht. Sie müssen so nicht mehr in den Flüchtlingscamps abwarten, wie es mit ihnen weitergeht", sagt Fridetzky. Mit Hilfe der Gemeindesekretärin Frau Hülsenbeck und anderen Freiwilligen der Gemeinde werden die Flüchtlinge begleitet. Zudem sind zwei Jugendliche, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Gemeinde verbringen, in die Arbeit eingebunden. "Sie begleiten die Flüchtlinge bei Arztbesuchen, besorgen Medikamente und helfen bei den täglichen Herausforderungen.." Und Fridetzky fährt fort: "Es ist für uns Christen Aufgabe, sich um die Not dieser Menschen zu kümmern. Sie sind da und sind auf Hilfe angewiesen. Wir versuchen mit den Mitteln, die wir haben, sie nicht alleine zu lassen." Und weiter sieht er eine Chance in der Begegnung zwischen den Gemeindemitgliedern und den Flüchtlingen. "Als Gemeinde hilft diese Arbeit uns, dass wir uns öffnen, von den Lebensgeschichten der Menschen hören und selbst erfahren, dass wir etwas tun können, um Not zu lindern." Dabei muss die Gemeinde sehr schauen, wie sie diese Aufgaben bewältigt und finanziert. Vor kurzem hat das GAW mit 5.000 Euro die Flüchtlingsarbeit unterstützt. Auch der Freiwilligendienst in der Athener Gemeinde wird durch das GAW derzeit gefördert.

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