Freitag, 24. Februar 2017

Eine Kirche in der Prager Südvorstadt


 Im Jahre 2003 wurde der Grundstein gelegt für eine neue Kirche in der Prager Südvorstadt. Das GAW hat in den Jahren 2004 und 2005 insgesamt 50.000 Euro für dieses Gemeindezentrum gesammelt. Nur mit Hilfe vieler weiterer Spender konnte der Bau realisiert werden. Der Bau war dringend notwendig geworden. Vor mehr als sechzig Jahren entstand in Prag Spořilov eine Gemeinde der EKBB. Die Gemeindemitglieder errichteten damals unter sehr ungünstigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen ein Bethaus, das nicht mehr saniert werden konnte. Seit dieser Zeit weitete sich zudem der Einzugsbereich der Gemeinde durch den Bau der Prager Südstadt aus, wo mittlerweile die Hälfte der Gemeindemitglieder leben. In der Südstadt leben heute etwa 90 000 Menschen. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt in kleinen Wohnungen in vielgeschossigen Plattenbauten. Mit den Bau der Siedlungen löste der Staat die akute Notsituation vieler Familien, die keine Wohnungen hatten. So entstand ein ausgedehnter Stadtteil, der aber für viele kein richtiges Zuhause wurde, sondern nur eine Unterkunft für die Woche von Montag bis Freitag. Zahlreiche Familien fahren an den freien Tagen ins Grüne. Das Leben ist sehr anonym.

Der Gemeindevorstand trug sich bereits Ende der siebziger Jahre ernsthaft mit dem Gedanken, neu zu bauen. Das gelang jedoch nicht. Schließlich konnte mit Hilfe der Partner der EKBB ein Projekt entwickeln, das der Gemeinde mit einem neuen Zentrum eine neue Perspektive bietet. 2006 wurde das neue Zentrum eingeweiht. Ein freundlicher und einladender Kirchbau ist entstanden. Das braucht es in einer nicht immer freundlichen Umgebung. Auch gegenüber der Kirche und ihrem sozialen Engagement gab es in der Vergangenheit immer wieder Vorbehalte. Der Pfarrer und seine 200 Gemeindemitglieder lassen nicht locker, um Menschen auf unterschiedliche Weise und manchmal pragmatischen Angeboten zu interessieren. Anders wird es nicht gehen. 



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