Mittwoch, 1. Februar 2017

Ein Neubau in Bischkek und die Situation der Evangelischen in Kirgistan

Kirchbau in Bischkek
Im Januar 2015 zerstörte ein Feuer die lutherische Kirche in Bischkek. Als Brandursache wurde ein Kabelbrand festgestellt.
Die Kirche war 1976 gleich nach der staatlichen Registrierung der Gemeinde in Leichtbauweise errichtet worden und diente der Gemeinde fast vierzig Jahre lang. Leider konnte der Neubau nicht wie geplant umgesetzt werden. Weil Bischkek in einem erdbebengefährdeten Gebiet liegt, waren besondere Maßnahmen und Genehmigungen erforderlich. Diese führten außerdem zu einer erheblichen Verteuerung der Baukosten. Bischof Alfred Eichholz bemüht sich derzeit um die Finanzierung. Mit mehreren Partnern wie die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin-Luther-Bund, GAW und anderen wird es hoffentlich gelingen, eine neue Kirche zu errichten.
Die lutherische Kirche erfährt in Kirgistan immer wieder Beschränkungen für ihre Arbeit. Schwierigkeiten bereitet ihr z.B. die Bestimmung, dass ausländische Bürger maximal drei Jahre lang religiöse Tätigkeiten ausüben dürfen. Enge Grenzen gibt es auch für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Anderseits können die 14 registrierten lutherischen Gemeinden ihre Gottesdienste ohne Probleme feiern.  Eine systematische staatliche Verfolgung gibt es nicht.
Schmerzlich ist die Situation von Kirgisen, die zum christlichen Glauben konvertieren. Das ist gesetzlich nicht verboten, jedoch nicht gern gesehen. Diese Menschen laufen Gefahr, aus ihren familiären und sozialen Strukturen herauszufallen oder herausgestoßen zu werden. Neue Kontakte in Gemeinden sind für sie besonders wichtig.
Gefährlich für alle in Kirgistan ist der stärker werdende radikale Islam. Durch verschiedene Aktionen versucht die Regierung beispielsweise zu verdeutlichen, dass die Vollverschleierung keine traditionell kirgisische Kleidung ist. Es gibt terroristische Anschläge, von denen man in Europa kaum hört, z.B. vor drei Monaten ein Anschlag auf die chinesische Botschaft mit zwei Todesopfern.
Es ist gut, dass am Sonntag Reminiszere am 12. März auf die Situation der Christen in Zentralasien, darunter auch in Kirgisistan, hingewiesen und für die Glaubensgeschwister dort gebetet wird. Als extreme Minderheit benötigen sie unsere Solidarität. Es braucht aber ein differenziertes Hinschauen und eine Unterscheidung dessen, wann es zu Verfolgung oder zu Diskriminierung kommt und wann es um eine allgemeine Beschränkung von Freiheitsrechten für alle geht. Darauf weisen uns auch unsere Partner hin. 
Wir setzen uns für diese Christen als GAW ein und stehen solidarisch an ihrer Seite.
Material für den Sonntag Reminiscere finden Sie hier:

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