Montag, 29. Februar 2016

Talarspenden für evangelische Pfarrer in Polen

Generalsekretär Pfarrer Enno Haaks überreicht Bischof Samiec Talare

Fünf junge evangelische Pfarrer werden demnächst von Bischof Samiec und seinen Mitarbeiterinnen in der Kirchenleitung einen Talar bekommen.
Diese Talar hat das GAW als Spende von emeritierten PfarrerInnen in Deutschland bekommen zur Weitergabe in die weltweite evangelische Diaspora. 
Herzlichen Dank den Talarspendern! Das GAW nimmt weiterhin Spenden an und reicht sie weiter. Viele junge TheologInnen sind dankbar für diese Unterstützung. Die geringen Pfarrgehälter erlauben es ihnen kaum einen neuen Talar anzuschaffen.

Freitag, 26. Februar 2016

Wann gibt es endlich eine eigene Kirche in Jekaterinburg?

Hier sollte die neue Kirche gebaut werden...
Nun kann doch keine neue lutherische Kirche in Jekaterinburg im Ural gebaut werden... - Das war ein langer schmerzvoller Prozess für alle Beteiligten, insbesondere für die Kirchengemeinde, die sich seit 2002 in angemieteten Räumen trifft, die teuer und auf dauer ungeeignet sind, denn die Gemeinde wächst und die Räume sind zu klein. Baupläen für eine neue Kirche waren schon fertig.
Die evangelisch-lutherische Gemeinde entstand mit der Gründung der Stadt 1723 und war bis zur Oktoberrevolution die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft dort. Das Kirchengebäude im Zentrum der Stadt wurde Ende der 1950er Jahre gesprengt. Seit 2002 erinnert eine Gedenktafel daran. Die Stadt hatte nun den Bau einer neuen lutherischen Kirche in einem Park genehmigt, wo sich bis 1955 der lutherische Friedhof befunden hatte. Dieser war "geschliffen" worden. Ein "verwildeter" Park entstand - umrahmt von Hochhäusern. Das künftige Kirchgebäude sollte schon äußerlich eindeutig als Kirche erkennbar sein. Bald hatte sich Widerstand aus der Nachbarschaft gegen den Kirchbau gebildet. Es gab Demonstrationen mit teilweise heftigen Anschuldigungen. Trotzdem sollte gebaut werden. Dann - als der Bauzaun aufgestellt worden war - entdeckte man plötzlich eine alte Grabplatte. Das hatte zur Folge, dass mit ministeriellem Schreiben der Park zu einem archäologischen Erbe erklärt wurde. Ein Bau an dieser Stelle wurde unmöglich.
Ein kräftezehrender Prozess ist damit erst einmal beendet. Nicht beendet ist der Wunsch und die Hoffnung auf ein eigenes Gebäude. Die Stadt hat Mithilfe bei der Suche versprochen. Derzeit plant man keinen Kirchenneubau, sondern den Kauf eines möglichst freistehenden Gebäudes, das dann entsprechend weiterentwickelt werden kann.
Das GAW beteiligt sich mit 10.000 Euro an diesem Projekt und hofft und betet, dass die Gemeinde endlich eine eigene Heimat bekommt.

Dienstag, 23. Februar 2016

Erschütterung und Terror in Homs

Am vergangenen Sonntag haben Terroristen in Damaskus und Homs mindestens fünf schwere Anschläge verübt. Ziel waren Stadtteile mit religiösen Minderheiten. Mindestens 120 Menschen wurden getötet und viele weitere sind verletzt worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Anschlag in Homs. Hier gab es mindestens 55 Todesopfer.

"Es war eine fürchterliche Explosion", schreibt Pfarrer Mofid Karajili von der arabisch-reformierten Gemeinde in Homs. "Das hat unsere Hoffnung auf Frieden erheblich erschüttert. Es ist, als wenn sich alle Türen der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft geschlossen haben. Ich bin so wütend. Als Pfarrer spüre ich zum ersten Mal Hass gegenüber diesen Mördern und auch gegenüber den Regierungen in unserer Region, die sie unterstützen - auch gegen die westlichen Regierungen ... Warum ist es so schwer, mit klaren Aussagen die Täter zu entlarven und jene, die den Terror unterstützen? - Trotz allem danke ich Euch, dass ihr im GAW an uns denkt. Und bitte vergib mir meine Wut!"
Aufbau einer Bibliothek für Homs

Pfarrer Mofid setzt sich sehr dafür ein, dass seine Gemeindemitglieder (ca. 300) bleiben und sich für ein versöhntes Miteinander engagieren. Dem dient z.B. die evangelische Schule mit 1.500 Schülern. Zu ihr gehört eine Bibliothek, die am 18. Dezember 2015 wieder eröffnet werden konnte. In der Zeit der Kämpfe in Homs hatten radikale Islamisten hier ein Rekrutierungsbüro eingerichtet. Wie das Kirchgebäude war es unter Kontrolle der Islamisten. Vor dem Krieg hatte man mit dem Aufbau der Bibliothek begonnen. Der Krieg hat das unterbrochen. Zahlreiche Bücher wurden zerstört oder verbrannt. Nachdem der Zugang wieder möglich ist, hat die Gemeinde entschieden, sie wieder zu öffnen. Für die Gemeinde spielt die Bibliothek eine wichtige Rolle, denn sie gibt Raum zum Lernen, zur Ruhe, zum Lesen. Denn – so Pfarrer Mofid: „Lesen ist wie atmen und stärkt die Würde der Menschen und gibt Perspektive. Hoffentlich ist das stärker als jeder Terror!"

Montag, 22. Februar 2016

Bald Frauenordination in Polen?

Bischof Samiec
"Drei Viertel der Kirchen der Reformation in aller Welt ordinieren heute Frauen in das Pfarramt und respektieren sie im Amt der Bischöfin. ... Das ist nicht Anpassung an den Zeitgeist, sondern Umsetzung lutherischer Tauftheologie. Martin Luther hat erklärt, dass jeder Mensch, der „aus der Taufe gekrochen ist“ Priester, Bischof und Papst sei. Es hat dann ein paar Jahrhunderte gedauert..., dass unsere reformatorischen Kirchen entdeckten: Frauen sind ja auch getauft. Also können sie all das sein.... Für mich ist die Frauenordination eine nota ecclesiae der reformatorischen Kirche heute - und auch in Polen wird sie bald Realität sein, davon bin ich überzeugt," so schreibt Margot Käßmann im Vorwort der Broschüre "Gemeinsam in Christus - Gemeinsam in der Kirche" zur 4. Deutsch-polnischen Theologinnentagung, die im April 2015 in Stettin stattfand. Ziel war es auch, Theologinnen in Polen und die Evangelische Kirche A.B. in Polen auf ihrem Weg zu unterstützen, Frauen den Weg ins ordinierte Amt zu ermöglichen. Laut Verfassung der Kirche ist das nicht möglich. "Seit über 50 Jahren diskutieren wir darüber und ringen darum, diesen Passus aus der Verfassung zu streichen", sagt Anna Wrzesińska, zuständig im Bischofsbüro für diese wichtige Thematik. Auf der Synode der Kirche soll am 2. April erneut darüber abgestimmt werden. Dafür ist eine 2/3 Mehrheit nötig. "Ich bleibe Optimist, dass uns das gelingen wird," sagt Bischof Samiec, der die gleichberechtigte Frauenordination befürwortet. "Im Grunde gibt es sie schon, denn es gibt Frauen, die als ordinierte Diakoninen lutherische Gemeinden leiten." Er betont, dass es theologisch keine Gründe gegen die Frauenordination gibt. Zugleich erwähnt er, dass die Kirche in naher Zukunft den Dienst der Frauen braucht. In spätestens 15 Jahren wird eine größere Anzahl von Pfarrern pensioniert. "Wer soll dann die Gemeinden geistlich versorgen?" fragt er zurecht. Er ist sich bewusst: "Wir brauchen den gleichberechtigten Dienst von Frauen und Männern in der Kirche!" Zugleich ist er sich bewusst, dass es nicht einfach wird, die notwendige Mehrheit für die Verfassungsänderung der Kirche zu bekommen. Egal wie die Abstimmung ausgehen wird: Auch nach der Entscheidung gilt es, die Kirche zusammen zu halten, die je nach Ausgang der Wahl Enttäuschten im Blick zu behalten und darüber hinaus Zeugnis als evangelische Kirche für ein gerechteres Miteinander in der polnischen Gesellschaft zu geben.
Um den Diskussionsprozeß zu gestalten hat die Kirche eine gesonderte Homepage zu diesem Thema zusammengestellt: http://ordynacjakobiet.pl/ 
Als GAW beten und hoffen wir, dass es diesmal gelingen möge, Frauen den Dienst in das Pfarramt zu ermöglichen.

Samstag, 20. Februar 2016

Erinnerung an die Taufe der Polen und die polnische Ökumene

St. Trinitatis Warschau
"In diesem Jahr wird bei uns an den Beginn der Christianisierung Polens im Jahr 966 erinnert", berichtet Darius Bruncz, Referent in der St. Trinitatiskirche in Warschau. "Die Vorbereitung dieser Feierlichkeiten zeigt etwas über die Situation der Ökumene in Polen", fährt er fort. "Es gab keine gemeinsame Kommission aus Vertretern der römisch-katholischen Kirchen mit Vertretern des Ökumenischen Rates." Dem Ökumenischen Rat Polens gehören die Orthodoxe, die Lutherische, die Reformierte, die Anglikanische, die Methodistische, die Baptistische und die Altkatholische Kirche an. "Die 1050-Jahr Feierlichkeiten der Taufe der Polen ist eine Sache des polnischen Staates und der römisch-katholischen Kirche. Ein bisschen schwingt da auch mit, dass  im Bewußtsein der Menschen ein Pole ein Katholik sein muss."
Ökumene mit Leben zu füllen ist eine Herausforderung. Ökumenische Beziehungen in Polen sind letztlich anders dadurch, dass  die römisch-katholische Kirche sehr dominierend ist. 
Es gibt aber auch andere Stimmen in der lutherischen Kirche, die selbstbewusst vertreten, dass man nach aussen zeigen muss, was evangelisch ist. "Da sind wir Evangelischen wichtig!" sagt Pfarrer Karol Dugosz, Assistent des Bischofs. "Wir sind auch selbst gefordert, im Rahmen der 1050-Jahrfeier zu zeigen, dass wir seit 500 Jahren dazugehören. Zudem ist es gut, in der polnischen Gesellschaft zu vermitteln, dass bis zur Gegenreformation die Mehrheit der Bevölkerung mal evangelisch war. Das ist Teil auch der Erinnerung an die Taufe der Polen im Jahr 966." Er ist sich sicher, dass die evangelische Kirche etwas zur Pluralität der Gesellschaft beitragen kann. 

Anmerkung: Im Jahre 966 wurde Mieszko, der Herzog des slawischen Stammes der Polanen, nach der lateinischen Ordnung getauft. Die Taufe erfolgte durch Vermittlung der Böhmen. Die böhmische Herzogin Dobrawa wurde dem Mieszko angetraut. Die Taufe ermöglichte Mieszko die Einigung aller polnischen Stämme unter seinem Zepter, das zum Symbol eines christlichen Herrschers wurde – des Gesalbten Gottes.

Diakonie in Polen - Diaspora mit einer Mission

Wanda Falk
 "Das Evangelium will konkret werden. Das wollen wir in der Diakonie in Polen leben," sagt Wanda Falk, Direktorin der Diakonie. Sie hat nach ihrem Theologiestudium die Diakonie aufgebaut. Sie lebt Diakonie. Seit dem 10.2.1999 ist die Diakonie in Polen eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Seit 2006 ist sie in Polen eine anerkannte karitative Organisation. 
Wanda Falk berichtet über die Herausforderungen der Diakonie in der polnischen Gesellschaft: Das häufigste soziale Problem in Polen ist die Arbeitslosigkeit (10 %, im ländlichen Masuren bis zu 27 %, z.B. in Pisz). Deshalb suchen viele Polen Arbeit im Ausland. 2,6 Millionen Polen sind dauerhafte Arbeitsmigranten. Es gibt z.B. rund 80.000 Pflegerinnen, die im Ausland tätig sind. Durch die langen Aufenthalte zerfallen viele Familien daheim. Viele Paare leben in instabilen Fernbeziehungen. Man schätzt, dass es im Land bis zu 300.000 sogenannte Eurowaisenkinder gibt. Sie werden meist von den Großeltern aufgezogen. Manchmal aber auch von den Nachbarn, was für die Erziehung denkbar nachteilig ist.
Die Verarmung und Marginalisierung ist besonders im ländlichen Polen sehr groß. Als arm gilt, wer mehr als Zweidrittel seines Einkommens für Lebensmittel und Unterkunft ausgeben muss. Es bleibt dann kein Geld übrig z.B. für eine gute Ausbildung der eigenen Kinder. Frustration und Flucht in den Alkohol sind die Folgen. Es gibt Gewalt in manchen Familien. Ca. 6 % der polnischen Bevölkerung erfährt Gewalt im eigenen Haus. 40 % der Kinder erleiden Gewalt als angewandtes Erziehungsmittel. 
9 Millionen Kinder unter 18 Jahren gibt es in Polen. Unter ihnen gibt es viele Eurowaisen. 
Die häufigsten Probleme von Jugendlichen: Armut, Zerfall von Familien, schlechte Vorbilder in der Freizeitgestaltung (ohne Kontakt mit Erwachsenen), systematische Brutalisierung des Verhaltens (auch bei Mädchen). Es wächst die Zahl der Straftaten, die von Jugendlichen begangen werden (oft aus „Spaß“).
2014 gab es ein gutes GAW-Projekt der Frauenarbeit: „Du bist nicht verlassen“: Es ging um Angebote von lutherischen Gemeinden für Kinder in schwierigen Regionen. Die Diakonie in Bytom-Miechowice macht z.B. Arbeit mit Straßenkindern. Viele Kinder schwänzen die Schule. Freizeitstätten bieten Therapie und Erziehungsprogramme an, basierend auf den Grundprinzipien der Spielpädagogik. Es gibt Kinderspeisungen und vieles mehr. 
Ein Beispiel aus dem Ev. Zentrum für Diakonie „Sonnenland“ in Katowice: Dort lebt eine Frau namens Beate. Sie ist die geschiedene Frau eines polnischen Arbeitsmigranten, der ihr kein Geld schickt. Sie ist an multipler Sklerose erkrankt. Sie lebt von 400 € für ihre inzwischen fünfköpfige Familie. Sie erfährt durch die Diakonie Hilfe zum Überleben und Ermutigung aus dem Glauben durch die Kirche.
"Wir sind eine kleine Diasporakirche", sagt Wanda Falk. "Aber wir können etwas tun, denn die Not ist groß. Wir sind Diaspora mit einer Mission!"

Als evangelischer Christ kann man bestimmte Parteien nicht wählen!

Reformierte Kirche in Warschau
Pfarrer Jablonsky (li.) mit dem Bischof 
"Als evangelischer Christ kann man bestimmte Parteien in unserem Land nicht wählen!" sagt überzeugt Pfarrer Michael Jablonsky von der reformierten Kirchengemeinde in Warschau. Sie liegt im Stadtzentrum. Ihr gehören ca. 430 Mitglieder an. "Wir sind wenige in der polnischen Hauptstadt. Wir haben der Gesellschaft nicht viel mehr zu bieten als das reine Evangelium ohne viel Schauspiel und Ablenkung!" fährt er fort. "Aber", so Jablonsky weiter, "das ist viel, denn evangelisch zu sein ist eine klare Haltung. Evangelisch sein heißt, dass wir begrenzt sind und frei zugleich. Evangelisch sein heißt, das Leben, die Welt und die Menschen anders anzuschauen - mit den Augen Jesu, den Augen der Barmherzigkeit." Und er stellt fest, dass wir immer wieder neu zu lernen haben, was das heißt in unserer Gesellschaft. Heute sei es in Polen wichtig, dass man aus der geschenkten Freiheit heraus die derzeit an der Regierung befindliche Partei nicht wählen könne, denn sie grenzt aus, grenzt sich ab, schließt Menschen aus. "Wir sind gerufen, uns für die Freiheit, zu der wir berufen sind, uns einzusetzen. Auch wenn wir politisch wenig Einfluß haben: Das haben wir zu verkündigen und zu leben!"

3.500 Gemeindeglieder gehören zur Reformierten Kirche Polens. Sechs Gemeinden werden von sechs Pfarrern betreut. Die Kirche muss sehr gut schauen, was sie zu leisten im Stande ist mit den begrenzten Mitteln, die sie hat. Deshalb ist u.a. die Mitarbeit im Ökumenischen Rat in Polen wichtig, um im Kontext der Mitgliedskirchen Position beziehen zu können.

Freitag, 19. Februar 2016

An der Seite der Ausgegrenzten - Diakonie in Polen

Diakonie Beschäftigungsgesellschaft Kwilcz
 Die Kirchengemeinde Augsburgischen Bekenntnisses in Posen ist in einer einer extremen Diasporasituation. Bei einer Einwohnerzahl von ca. 600.000 gehören lediglich ca. 300 Gemeindemitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Posen an. Seit 2008 ist die Kirchengemeinde Mitgesellschafter in der Gemeinde Kwilcz. 6.000 Menschen leben in dieser ländlichen Region. In kommunistischer Zeit war die Landwirtschaft der großer Arbeitgeber. Mit der Wende brach das zusammen. Viele Menschen verloren ihre Arbeit. Die Arbeitslosigkeit stieg zeitweise bis auf 20 %. Die Kirchengemeinde ließ sich motivieren, sich für die Menschen in dieser benachteiligten Region einzusetzen. Mit Hilfe eines diakonischen Werkes der Braunschweiger Kirche gelang es, eine Diakonische Beschäftigungsgesellschaft ins Leben zu rufen. 
Vor den entstehenden Wohnungen
Inzwischen werden Menschen, die keine Perspektiven mehr hatten in einer Schneiderei und einer Metallwerkstatt geschult und fit für den ersten Arbeitsmarkt gemacht. Die Beschäftigungsgesellschaft produziert Arbeitskleider und hat mit VW-Poznan einen wichtigen Auftraggeber. Das hilft, die diakonische Gesellschaft am Laufen zu halten.
Nun ist es für viele Menschen, die lange arbeitslos waren und auch ihre Wohnung verloren haben, schwierig, geeigneten Wohnraum zu finden. Mit Hilfe der politischen Kommune wird für solche Menschen bezahlbarer Wohnraum geschaffen. Acht Wohneinheiten entstehen in dieser Kleinstadt, die ca. 60 km von Poznan entfernt ist.
"Wir sind als Christen auf die Menschen in Not gewiesen," sagt die Leiterin. "All unser Engagement ist gleitet von den Werken der Barmherzigkeit, von denen Jesus spricht." Und stolz berichtet sie, dass diese Art von Beschäftigungsgesellschaft einzigartig in ganz Polen ist.
Das GAW unterstützt mit 5.000 Euro die Einrichtung der Küchen der Wohnungen.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Sonntag Reminiscere – Gedenktag für bedrängte und verfolgte Christen

Zerstörungen in Syriens Städten
Im Jahr 2008 beschloss die Synode der EKD einmal im Kirchenjahr der Lage von bedrängten und verfolgten Christen mit einer Fürbitte zu gedenken. Der 2. Sonntag der Passionszeit, Reminiszere, wurde dafür ausgewählt. 

Seit 2010 wird der Gedenktag mit Gottesdienstmaterialien begleitet. In diesem Jahr schreibt der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm dazu: „Die vielen Flüchtlinge, die in überfüllten Booten im Mittelmeer oder zu Fuß durch schlammiges Gelände auf dem Balkan zu uns kommen, beherrschen seit
Trotz allem: Evangelische Schulen
in Syrien sind offen
Wochen die Schlagzeilen in Deutschland und Europa. Junge Männer, Familien, allein reisende Mütter mit Kindern – sie suchen Zuflucht vor Krieg und Verfolgung. Tatsächlich ist ein Leben in Sicherheit und Würde derzeit für viele Menschen ein ferner Traum und so fliehen sie vor dem täglichen Terror, den Kämpfen und Repressionen aus Aleppo … (in Syrien) ins vermeintlich Zuflucht bietende Europa.“ 

Das GAW unterstützt diese gemeinsame Initiative der Gliedkirchen der EKD. Insbesondere setzt sich das GAW für die bedrängten evangelischen Christen in
Ev. Gemeinde in Hassakeh
Aleppo, Homs, Qamsihly, Damaskus, Mehardeh und anderen Orten ein, wo es evangelisches Leben immer noch gibt. Ihnen sollen Bleibeperspektiven gegeben werden, indem sie weiterhin ihre evangelische Schulen und Altenheime offen halten und Medizin- und Nothilfe für Gemeindeglieder und für Nachbarn leisten können.

Das GAW stellt unter dem folgenden Link eine Meditation des aremnisch-evangelischen Pfarrers Haroutune Selimian, ein Fürbittgebet und einen Kollektenaufruf zur Verfügung:

Montag, 15. Februar 2016

Dilma Rousseff bittet Kirchen um Mitarbeit bei Bekämpfung des Zika-Viruses

Kirchenpräsident Nestor Friedrich (IECLB; vierter v. links)
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat zahlreiche Kirchenvertreter empfangen, um sie zu bitten, sich bei der Bekämpfung des Zika-Viruses aktiv sich zu beteiligen. Die Kirchen sollten ihre Mitglieder durch Aufklärungskampagnen und aktive Hilfe an dieser nationalen Herausforderung zur Mitarbeit bewegen. Die Präsidentin betonte, dass die religiösen Autoritäten genügend Einfluss hätten, dass alle Brasilianer sich an der Bekämpfung der Ausbreitung des Zika-Virus beteiligen. Hier ginge es um Bildungskampagnen, wo die Regierung dringend alle gesellschaftlichen Organisationen braucht. 
Die Nationale Bischofskonferenz von Brasilien (CNBB) und der Nationalrat der christlichen Kirchen (CONIC) haben in diesem Zusammenhang ein gemeinsames Vorgehen beschlossen, um insbesondere die hygiensiche Sorgfalt in den Häusern der Brasilianer zu verbessern. Gerade auch in den Häusern der Menschen liegen viele Brutstätten für die Zika-Mücke. 
Der lutherische Kirchenpräsident Friedrich betonte: "Vor der Zika-Epidemie und auch jetzt noch haben wir große Probleme, die insbesondere mit sanitären Fragen zusammenhängen. Kinder sterben z.B. an Durchfall. Obwohl die Trinkwasserversorgung in Brasilien weit reicht, gibt es immer noch Orte, an denen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Gerade bei den Indigenas - z.B. den Deni - haben wir erlebt, dass Wasser Menschen tötet. Es ist notwendig, diese Probleme verstärkt anzugehen!"

Wenige Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Brasilien hat die Zikha-Epidemie die Regierung und ihre Behörden alarmiert. Welche Folgen für die gesamte Gesellschaft diese Epidemie hat, ist noch nicht abzusehen. 

Das GAW hat Projekte gefördert, damit mit Solarenergie sauberes Trinkwasser für die Deni-Indianer bereitet werden kann. Im Indianermissionsrat COMIN der IECLB spielen Fortbildungsprogramme gerade auch bei Sanitärfragen eine große Rolle.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Idomeni: „Wir brauchen dringend eure Hilfe!“



Das griechische Dorf Idomeni an der mazedonischen Grenze ist der Beginn der „Balkanroute“ für Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Mittel- und Nordeuropa. Die meisten der Flüchtlinge, die über Griechenland und die Balkanroute nach Deutschland gekommen sind, kennen Idomeni. Doch seit Dezember des vergangenen Jahres endet für viele Flüchtlinge genau hier der Traum von Europa. Nur Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak dürfen die Grenze noch passieren. Flüchtlinge anderer Nationalitäten stranden in Idomeni, verstecken sich in den Wäldern bei Kälte und Regen, viele suchen illegale Wege am Grenzzaun vorbei, andere begeben sich in die Hände von Schleusern.

„Die Lage in Idomeni ist kritisch“, schreibt Pfarrer Meletis Meletiadis von der Griechisch-Evangelischen Kirche, die sich seit einem Jahr schon um Flüchtlinge in Idomeni kümmert. „Obwohl nicht mehr alle Flüchtlinge die Grenze passieren dürfen, werden nach wie vor alle mit Bussen aus Athen hierher gebracht. 20 Kilometer vor der Grenze müssen sie aussteigen.“ Dort, an einer Tankstelle, campieren sie dann im Freien - Stunden, manche inzwischen Tage - bis die Flüchtlinge mit entsprechenden Papieren von der Polizei die Erlaubnis erhalten, zur Grenze weiterzureisen. Meletiadis: „Das Camp an der Grenze war vorübergehend geschlossen worden und wir Helfer standen mit Lebensmitteln, Getränken und Kleidung entlang des Weges von der Tankstelle nach Idomeni und haben die Flüchtlinge versorgt.“ 

Aufgrund der katastrophalen Situation für die Menschen wurde das Camp inzwischen wieder geöffnet. Meletis Meletiadis: „Trotzdem campieren sehr viele Flüchtlinge noch immer im Freien. Nicht alle dürfen ins Camp. Sie schlafen dann draußen unter freiem Himmel, ohne Heizung. Viele haben keine angemessene Kleidung für das nasskalte Wetter. Manchmal reicht nicht einmal das Essen, das die Helfer bringen. Immer wieder wird die Grenze für Stunden oder sogar Tage geschlossen. Das sorgt für Unruhe und Verwirrung unter den ohnehin angespannten Flüchtlingen und bringt viele Probleme mit sich, weil die Busse aus Athen ja nach wie vor kommen.“ 

Die Helfer der Griechisch-Evangelischen Kirche sind permanent in Idomeni, um Lebensmittel und Kleidung zu verteilen und arbeiten dabei eng mit anderen Hilfsorganisationen zusammen. Ein Landwirt aus einer der Gemeinden transportiert die Hilfsgüter nach Idomeni. „Jede Woche verteilen wir 2000 Sandwiches. Wir beteiligen uns an der Zubereitung von warmen Mahlzeiten, stellen Reis, Pasta und Linsen zu Verfügung. Wir bieten Obst und Obstsäfte an, damit die Flüchtlinge mit Vitaminen versorgt sind. Wir helfen Kleidung zu sortieren und zu verteilen“, schreibt Meletis Meletiadis. 

Das GAW unterstützt das Engagement der Griechisch- Evangelischen Kirche in Idomeni finanziell. Meletis Melitiadis: „Eure Hilfe trägt entscheidend dazu bei, dass uns in Idomeni noch nicht die Puste ausgegangen ist und wir seit Monaten kontinuierlich helfen können.“


Die Griechisch-Evangelische Kirche hat um 5000 Euro Unterstützung gebeten. Die Anzahl der pro Woche verteilten Sandwiches soll aufgrund der angespannten Lage in Idomeni auf 3500 erhöht werden. Außerdem sollen weiterhin Reis, Pasta, Linsen und Obst gekauft werden, damit die Versorgung der Flüchtlinge im Zusammenspiel aller Hilfsorganisationen stabil bleibt. Außerdem muss der Witterung gemäße Kleidung gekauft werden, weil die gespendeten Wintersachen nicht mehr ausreichen. „Wir sehen hier Kinder ohne Strümpfe und Schuhe, Erwachsene nur im T-Shirt“, schreibt Meletiadis und schließt seinen Brief: „Die Not in Idomeni wird von Tag zu Tag größer. Jeden Tag kommen tausende Flüchtlinge. Wir brauchen dringend eure Hilfe!“

Wenn Sie helfen möchten, können Sie für die Arbeit der Griechisch-Evangelischen Kirche in Idomeni spenden. Jede (auch noch so kleine) Spende hilft!

Ihr Konto zum Helfen:

Gustav-Adolf-Werk e.V.
KD-Bank – LKG Sachsen
IBAN DE42 3506 0190 0000 4499 11
BIC GENO DE D1 DKD

Und hier geht es zum Onlinespenden. Bitte im Verwendungszweck (Kommentar) eintragen: Idomeni.

Dienstag, 9. Februar 2016

Ausharren in Aleppo - Evangelische wollen bleiben bei aller Not...


 "Als Vorsitzender der armenisch-evangelischen Kirchen in Syrien hat Gott mich nach Syrien gestellt. Pastor sein, bedeutet nicht nur, in guten Tagen für die Gemeinde dazu sein, sondern an allen Tagen“, sagt Haroutune Selimian, Pfarrer der evangelischen Bethel-Kirchengemeinde in einem Interview. Und das alles inmitten der heftigen Kämpfe um Aleppo, die viele Menschen gezwungen hat, die Region fluchtartig zu verlassen. Auch christliche Viertel wurden teilweise getroffen. Das berichtete der evangelisch-armenische Pfarrer Ibrahim Nasser. Seine Kirche wurde schon einmal zerstört und wieder neu aufgebaut. "An den Kirchengebäuden und den evangelischen Schulen in Aleppo gab es keine Schäden durch die Raketen- und Bombenangriffe", schreibt er - und das inmitten von den im Hintergrund hörbaren Kämpfen in der Stadt, berichtet Roseangela Jajour, Generalsekretärin des Fellowship of Middle east Ev. Churches (FMEEC) mit Sitz in Beirut. Von hier aus koordiniert sie Hilfen für die evangelischen Gemeinden in ganz Syrien. Auf die Bitte von Jarjour, sich doch in Sicherheit zu bringe, antwortete er wie Selimian: "Gott ist unser Schutz und unsere Zuversicht!"

Es braucht einen festen Glauben, um zu bleiben. Aber - so beide Pfarrer: "Unsere Leute brauchen uns - mehr denn je!"
Berichtet wird in den Nachrichten, dass die Stadt Aleppo eingekesselt ist. Jedoch ist die Stadt aufgeteilt. In dem von der Regierung gehaltenen Gebiet befinden sich die meisten evangelischen Gemeinden. Nun versucht die Regierung unterstützt vom russischen Militär die ganze Stadt wieder zu erobern. Das führt zur Flucht derer, die in den Gebieten Aleppos leben, die von der Opposition und radikalen Islamisten gehalten werden/wurden.
Für die Christen verbinden sich auch Hoffnungen mit der neuen militärischen Offensive - bei aller Ambivalenz. Die Mehrheit will ihren Glauben leben können ohne von radikalen Islamisten bedroht und verfolgt zu werden. Sie fragen sich, wer ihnen das gewähren kann? Sie wollen auch dabei auch für andere einsetzen. So berichtet Pfarrer Selimian z.B. von seiner Poliklinik, in der alle Menschen behandelt werden, die Hilfe brauchen. Ebenso werden Lebensmittel und sauberes Trinkwasser an alle menschen verteilt. "Wir wollen, dass allen Menschen geholfen wird. das tun wir. Und wir hoffen, dass wir das in unserer Heimat, dem Ursprungsland christlichen Glaubens, weiterhin leben können!" Es seien viele Kirchen zerstört worden. Aber bei aller Zerstörung ersuchen sie wieder aufzubauen, was kapuut gemacht wurde, um den Menschen Hoffnungszeichen zu geben, und dass es bei aller Unsicherheit einen festen Halt im Glauben durch die Kirche gibt. Selimian sagt: "Wir sind dazu da, unsere Kirchen, Schulen und diakonischen Zentren zu beschützen, damit Menschen den Schutz Gottes spüren und ihren Glauben nicht verlieren!"
Dabei unterstützt das GAW die armenisch und arabisch evangelischen Gemeinden in ganz Syrien in der Hoffnung, dass die christliche Präsenz in Syrien friedensstiftend sein möge. Wir alle beten dafür, dass der Gewalt und dem Krieg ein Ende gesetzt werden möge.
Sie können uns dabei unterstützen - durch ihr Gebet und ihre Spende: https://www.facebook.com/gustav.adolf.werk/app/190322544333196/




Freitag, 5. Februar 2016

Aufnahme von Flüchtlingen ist Christenpflicht

"Die Aufnahme von Flüchtlingen ist eine Christenpflicht. Dieses Prinzip löst zwar nicht alle praktischen Probleme der Flüchtlingspolitik, aber es beendet die Debatte darüber, ob wir uns in einem Kampf der Kulturen befinden. Verantwortlich Handeln im Licht der universalen Menschenwürde ist gerade heute aktuell.“ (Bischofs Wolfgang Huber)

Donnerstag, 4. Februar 2016

Konfis aus Wuppertal kicken für evangelische Schulen in Syrien

Eine tolle Idee: Konfirmanden kicken für evangelische Schulen in Syrien. Auf den Schulhöfen der Evangelischen Bethel Schule in Aleppo, oder in der evangelischen Schule in Homs oder Qamishly spielen Jungen und Mädchen ebenso gerne Fußball wie Jugendliche in Wuppertal. Deshalb ist das eine wunderbare Idee, dass sich evangelische Jugendliche für den Erhalt der evangelischen Schulen in Syrien einsetzen. Ohne Hilfe schaffen sie es in dem nun schon fünfjährigen Krieg nicht die Schulen zu erhalten!
Pfarrerin Slupina-Beck im GAW-Einsatz
Kicken für ev. Schulen in Syrien
Pfarrerin Slupina-Beck hatte die tolle Idee. Sie schreibt: "Erschöpft und überglücklich halten sie den Pokal in Händen: gerade eben haben die Konfirmanden des Nordbezirks der Evangelischen Kirchengemeinde Ronsdorf das Fußballturnier des Kirchenkreises Wuppertal gewonnen, angefeuert von ihrer fußballbegeisterten Pfarrerin Friederike Slupina-Beck und bestens gecoacht von  einem Konfirmandenvater. Die Kids hatten sich im Verlauf des atemberaubenden Turniers, an dem insgesamt 17 Mannschaften teilnahmen, aus gutem Grund in einen wahren Torrausch (43!) hineingespielt: denn wie im vergangenen Jahr ließen sie sich jedes erzielte Tor von Gemeindegliedern für das aktuelle Konfirmandenprojekt des Gustav-Adolf-Werkes für evangelische Schulen in Syrien sponsern... Zusammen mit den ebenfalls für das GAW angetretenen Katechumenen klingelten am Ende des Fußballturniers fast 500 Euro in der GAW-Kasse! ... Alle wußten am Ende, wofür sie sich so beherzt eingesetzt hatten: Gewinner sind in jedem Fall die Kinder und Jugendlichen in dem vom Krieg so schwer betroffen Land Syrien und die evangelischen Christen!"
Danke für die Idee! Ideal zum Nachmachen!!! - Pfr. Enno Haaks

Dienstag, 2. Februar 2016

Große Herausforderungen für Lutheraner in Venezuela

Die rasante Ausbreitung des Zika-Virus in Südamerika läßt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Gesundheitsnotstand ausrufen. Der Virus wird von der Moskitoart Aedes aegypti übertragen. Erste alarmierende Berichte über Auswirkungen der Infektion bei schwangeren Frauen kamen aus Brasilien. Es kam hier und auch in Kolumbien zu Fehlbildungen bei Neugeborenen. 
Inzwischen berichtet der Kirchenpräsident der lutherischen Kirche aus Venezuela. Er selbst war betroffen ohne große Auswirkungen. "Es war wie eine kleine Grippe", berichtet er. In dem Strassenkinderheim Casa Hogar in Valencia der lutherischen Gemeinde, wo in diesem Jahr das GAW mit der Kindergabe den Bau eines Brunnens und einer verbesserten Trinkwasserversorgung unterstützen will, sind mehrere Kinder erkrankt. Der Kirchenpräsident spricht auch von mehreren Denguefieber-Erkrankungen.
Neben diesen neuerlichen Problemen kämpfen die lutherischen Gemeinden mit den täglich spürbaren Auswirkungen der Wirtschaftskrise im Land. Die Lebensmittelversorgung ist problematisch. Medikamente fehlen.  Das Wenige, was man zum alltäglichen Leben braucht, hat sich enorm verteuert. 
Auch wenn sich politisch die Mehrheitsverhältnisse in der Nationalversammlung verschoben haben und die Regierung darauf Rücksicht nehmen muss, sind spürbare wirtschaftliche Veränderungen noch nicht sichtbar. Dazu kommen die Sicherheitsprobleme im Land. Venezuela liegt führt mit Honduras die Rate der Tötungsdelikte weltweit an. "Diese Gewalt im Land betrifft uns in unserer täglichen Arbeit", schreibt Hands. Umso wichtiger ist es, dass die kleine lutherische Kirche sich darum bemüht, Zeichen der Solidarität zu setzen, wie es z.B. in dem Strassenkinderheim Casa Hogar in Valencia geschieht.

Montag, 1. Februar 2016

Trinkwasserverteilung in Aleppo

"Ohne Wasser kann man nicht leben!" schreibt Pfarrer Haroutune Selimian von der evangelischen Gemeinde in Aleppo. "Wasser ist Leben!" Er schreibt, dass in der derzeitige Situation in Aleppo die Menschen belagert und auf unmoralische Weise kollektiv bestraft werden durch die Gewalt terroristischer Gruppen, die die Wasserversorgung der Stadteile, wo Menschen noch leben, unterbinden. Seit nunmehr fünf Jahren leben die verbliebenen Menschen mit der dauernden Bedrohung, dem permanenten Leiden. Und seit nunmehr 12 Tagen in Folge sei die Wasserversorgung der ganzen Stadt komplett unterbrochen. Das sei in den vergangenen vier Jahren immer wieder vorgekommen. Trotz allem gab es jetzt erneut Hilfe durch das Diakonie-Komitee der Armenischen Evangelischen Kirche. Trinkwasser konnte an die Nachbarschaft verteilt werden.
In Aleppo hat das GAW sowohl der armenischen als auch der arabischen evangelischen Kirche geholfen, in den Kirchhöfen Brunnen zur Versorgung der Menschen zu bohren. Trotzdem bleibt auch die Notwendigkeit bestehen, Trinkwasser zu verteilen.
Die Not der Menschen in Syrien wird uns weiter begleiten. Das GAW dankt allen, die dabei helfen! Diese Solidaritätsarbeit setzt das GAW fort und ist auf Unterstützung angewiesen.