Donnerstag, 7. Juli 2016

Brasilien - Weltmeister in Sachen Religionsfreiheit

Meist sind zum Thema Religionsfreiheit die Länder in den Schlagzeilen, die besonders negativ hervor stechen. Ihre Regierungen schränken Angehörige religiöser Minderheiten in der Ausübung ihrer Religion stark ein oder verfolgen diese sogar. In anderen Staaten ist eine gewisse gesetzliche Freiheit zwar gewährt, aber religiöse Minderheiten leiden unter Angriffen und sozialen Anfeindungen. Zu nennen sind da Länder wie China, Iran, Nordkorea, Myanmar, Ägypten, Indonesien oder Saudi-Arabien.


Die lutherische Kirche Trinidade in Colombo


Weniger häufig wird allerdings über die Länder berichtet, die herausstechen, weil sie Religionsgemeinschaften besonders wenig einschränken. Der Report des renommierten Pew Research Center über weltweite Religionsfreiheit sieht Brasilien an der Spitze - noch vor den USA. Das Land hat nicht nur die fünftgrößte Bevölkerung der Erde, sondern verfügt auch über eine beeindruckende Vielfalt an christlichen Denominationen und anderen Religionen wie Buddhisten, Juden und Muslime.

Auch lutherische Prostentanten profitieren in dem mehrheitlich katholischen geprägten Land von der großen Liberalität. Prof. Dr. Wilhelm Wachholz, Leiter der Protestantischen Hochschule Faculdades EST in Sao Leopoldo, sieht dies jedoch nicht nur positiv: "Wo es in Ostdeutschland ein Zuwenig an Religion gibt, haben wir ein Zuviel an Religion", sagte der brasilinische Theologe bei einer Podiumsdiskussion der Konferenz Reformation - Education - Transformation im Mai in Halle/Saale und erklärt: "Bei uns spielt Religion eine zu große Rolle im öffentlichen und politischen Leben."

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