Montag, 20. Juni 2016

Italien: Neue Flüchtlingsgruppe erreicht über "Humanitäre Korridore" sicher Europa



Foto: Andrea Sabatini/FCEI
Die katholische Laiengemeinschaft Sant'Egidio, der Evangelische Kirchenbund in Italien (FCEI) sowie die Waldenserkirche haben seit Februar mehr als 200 Flüchtlinge über „Humanitäre Korridore“ aus Syrien und dem Irak legal mit Visum nach Italien geholt. Am 16. Juni erreichte die nächste Gruppe von 81 Personen – vor allem syrischer Flüchtlinge aus dem Libanon – das Land.
Paolo Naso, Koordinator des Projektes Mediterranean Hope des FCEI betont, dass die Korridore ein sicheres Werkzeug sind, nachhaltig und effektiv das Recht auf Asyl für Menschen zu gewährleisten, die vor Krieg und Verfolgung fliehen. Das Projekt „Humanitäre Korridore“ bedeutet Sicherheit sowohl für Flüchtlinge als auch für Europäer: Den Flüchtenden bleibt die lebensgefährliche Überfahrt über das Mittelmeer erspart, gleichzeitig wird die Schleuserkriminalität vermieden. Die Identität der Flüchtlinge wird vor der Einreise mehrmals überprüft. Die Hilfe kommt außerdem denjenigen zu, die sie am meisten benötigen und die am wenigsten imstande sind, in Sicherheit zu gelangen: Familien mit kranken Kindern, Behinderte, die medizinische Hilfe benötigen, alleinstehende Mütter mit Kindern.
Marco Impagliazzo, Präsident der Gemeinschaft Sant'Egidio empfiehlt, auch in anderen Ländern ähnliche Projekte aufzubauen: „Es kostet den Staat nichts. Alles liegt in den Händen von Verbänden und dennoch verläuft die Aufnahme der Flüchtlinge nach europäischen Regelungen.“
Die Kosten tragen die beteiligten Organisationen aus Spendengeldern. Nach ihrer Ankunft werden die Familien italienweit auf verschiedene Einrichtungen verteilt, bekommen Sprachunterricht und Hilfe bei der Suche nach Schulen und Arbeit. Von den Neuankömmlingen werden 24 Personen in den sogenannten Waldensertälern in der Provinz Turin und fünf im Casa Cares in Reggello untergebracht.
Das Projekt sieht die Ankunft von tausend Menschen in zwei Jahren vor. Neben der bisherigen Luftbrücke aus dem Libanon sollen auch sichere Fluchtkorridore aus Marokko und Äthiopien eröffnet werden.

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