Dienstag, 14. Juni 2016

10 Werte für das Gemeindeleben mit Geflüchteten und Italienern

Pastor Vivian Wiwoloku und Pastor Tim TenClay feiern Gottesdienst
Die waldensische Gemeinde in Trapani/Sizilien hat Geflüchtete, die vor allem aus dem vom Terror bedrohten Nigeria kommen, mit offenen Armen empfangen und dadurch ein inneres und äußeres Wachstum erlebt. Es kommt, wie in anderen Gemeinden auch, hin und wieder zu zwischenmenschlichen Uneinigkeiten. "Integration" meint häufig nur, dass Hinzugekommene sich vollständig an die vor Ort bestehenden Gewohnheiten anpassen sollen. Gemeinschaft lebt aber davon, dass sich alle mit dem einbringen können, was sie sind und was sie ausmacht. Die Gemeinde hat sich deshalb "zehn Werte" gegeben – ein Anklang an die 10 Gebote im Alten Testament ist sicher nicht unbeabsichtigt. Sie schreibt:


"Die Gottesdienste werden zweisprachig und interkulturell veranstaltet. Das heißt:
  1. Die Liturgie und das Gottesdienstblatt sind in Italienisch und Englisch formuliert.
  2. Jeder Teil der Liturgie, der nur in einer Sprache stattfindet, wird auch in die jeweils andere Sprache übersetzt. Die Übersetzung wird an die Wand projiziert oder im Gottesdienstblatt abgedruckt.
  3. Es können zwar Lieder gesungen werden, die nur einen englischen oder italienischen Text haben. Die Übersetzung muss allerdings immer bereitgestellt werden.
  4. Wir bemühen uns, dass in jedem Gottesdienst Lieder vorkommen, die Italienern und Nigerianern vertraut sind. Wir bemühen uns unsere je eigene Musik denjenigen vorzustellen, die mit ihr noch nicht vertraut sind.
  5. Wenn wir etwas in einer anderen Sprache singen außer Italienisch oder Englisch, wird die Übersetzung immer abgedruckt oder an die Wand projiziert.
  6. Spontane Gebete können in jeder Sprache stattfinden (weil Gott sie alle versteht).
  7. Ankündigungen werden in beiden Sprachen vorgenommen, damit alle sie verstehen und am Gemeinschaftsleben teilnehmen können.
  8. Die Lautstärke der Musik, Instrumente eingeschlossen, wird so gewählt, dass die unterschiedlichen Sensibilitäten beachtet werden. (Wir erinnern uns, dass in der Bibel das Volk Gottes manchmal laut gerufen hat und manchmal still gebetet hat.)
  9. Wir werden versuchen, wann immer es möglich ist, eine italienische und eine nigerianische Person den Gottesdienst leiten zu lassen. Damit ist für alle sichtbar, dass das Angesicht Gottes nicht an irgendein Aussehen, eine Kultur oder eine bestimmte Sprache gebunden ist.
  10. Wir werden versuchen, wann immer es möglich ist, sicher zu gehen, dass sowohl Männer als auch Frauen vor der Gemeinde im Gottesdienst stehen. Damit können alle sehen und verstehen, dass die Kirche sowohl Männer als auch Frauen in gleicher Weise wertschätzt."

Keine Kommentare: