Freitag, 27. November 2015

GAW-Newsletter und GAW-Magazin bestellen!

Der neue Newsletter des GAW mit Nachrichten aus Italien, Kasachstan, Kirgisistan, Brasilien und natürlich aus Deutschland ist erschienen. Hier kann man ihn abrufen: GAW-aktuell Dezember 2015!
Der Newsletter erscheint monatlich und kann kostenlos bestellt werden über folgenden link: GAW-aktuell bestellen!
Das ist nur eine der Möglichkeiten, sich regelmäßig über der weltweite evangelische Diaspora zu informieren.
Daneben gibt es die Möglichkeit das vierteljährlich erscheinende GAW-Magazin "Evangelisch weltweit" zum Jahresabonnementpreis  9,90 EUR zu bestellen über: verlag@gustav-adolf-werk.de

Gemeinden besuchen in Bolivien - ohne Auto geht das nicht!

Gemeinden besuchen in Bolivien - ohne Auto geht das nicht!
"Ohne die Hilfe des GAW würde wir unsere abgelegenen Gemeinden - sei es auf dem Altiplano in Bolivien oder in den Urwaldregionen des Landes - kaum erreichen können!" schreibt der Kirchenpräsident der lutherischen Kirche Boliviens (IELB) Emilio Aslla Flores. „Ich danke dem GAW von ganzem Herzen für die Hilfe!“
Diese Worte und das Foto zeigen: Ohne ausreichende Motorisierung ist man in der Diaspora verloren. Für eine verlässliche Arbeit in den Gemeinden und der Diakonie in der Diaspora braucht es Mobilität. Oft wohnen Gemeindeglieder weit entfernt von der Kirche oder ein Pfarrer hat mehrere weit auseinander liegende Gemeindegruppen oder Predigtorte zu besuchen. 
Manchmal ist das öffentliche Verkehrssystem schlecht. Oft genug sind die Verkehrswege lang und beschwerlich: durch tiefe Täler, über enorme Höhen, im Frühjahr über knietief aufgeweichte Pisten, im Sommer staubig, in der Regenzeit überflutet und im Winter vom Schnee bedeckt. 
Die Motorisierungshilfe des GAW wird für einfache und robuste Autos genutzt, damit Verbindungen aufgebaut und gehalten werden können, dass Glauben gestärkt werden kann für die Menschen, die in der Zerstreuung leben.
Das GAW ist immer wieder auf Hilfe angewiesen, damit diese lebenswichtige Unterstützung weiter geleistet werden kann. Helfen Sie mit: JETZT SPENDEN!

Mittwoch, 25. November 2015

In Zentralasien hat der Neubau der Kirchen in Astana und Bischkek begonnen

In Astana, der Hauptstadt von Kasachstan, ist die Bodenplatte für das neue Kirchenzentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kasachstan inzwischen gegossen. Auch die ersten Wände sind hochgezogen. Der Neubau ist aufgrund des großräumigen Stadtumbaus nötig geworden: An der Stelle der heutigen Kirche wird demnächst eine Stadtautobahn gebaut. Der Staat zahlt für den erforderlichen Abriss der Kirche eine Kompensation, die allerdings nicht reichen wird, um den Neubau inklusive Gemeinde- und Verwaltungsräume zu finanzieren.

Das GAW wird den Bau mit dem Projektkatalog 2016 unterstützen.


In Bischkek, der Hauptstadt von Kirgisistan hat der Neubau der im Januar 2015 durch Feuer zerstörten Kirche begonnen. Bischof Alfred Eichholz berichtet: „Aufgrund einer Teilgenehmigung im Monat August haben wir mit dem Wiederaufbau des Kirchgebäudes begonnen. Inzwischen haben wir den Rohbau vom Erdgeschoss hergerichtet. Der Weiterbau bedarf noch einer Statikberechnung, worauf wir leider noch warten – hoffentlich nicht mehr lange.

Vorangekommen sind wir auch bei den Nebengebäuden. Wir konnten sie überdachen und versuchen momentan mit dem Innenausbau zu beginnen. Leider können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht einschätzen, wie viel es uns noch an Geldmitteln fehlt, weil wir bis heute auf die Gesamtgenehmigung der Architekturpläne warten.“

Das GAW wird den Bau mit den eingegangenen Spenden sowie aus dem Nothilfefonds unterstützen.


Dienstag, 24. November 2015

Studienprozess der GEKE "Theologie der Diaspora"

"Minderheitenkirchen erfahren konkrete Stärkung durch die Verbundenheit mit anderen Minderheitenkirchen und durch die Verbundenheit der evangelischen Kirchen in Europa und in der ganzen Welt." So heißt es am Ende der Schlussthesen des "Studienprozesses Theologie der Diaspora" " der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).
Die Vollversammlung der GEKE 2012 in Florenz hatte beschlossen, einen derartigen Studienprozess zu initiieren. Zur Umsetzung des Beschlusses setzte der Rat der GEKE eine Experten- und eine Arbeitsgruppe ein, zu denen u.a. auch der Präsident des GAW Dr. Hüffmeier und der Vorsitzende des Diasporawissenschaftlichen Vereins in Leipzig Prof. Dr. Klaus Fitschen gehörten. Im Bearbeitungsprozess gab es bisher zwei wichtige Arbeitsschritte. Im März 2015 fand in Neudietendorf in Deutschland eine interdisziplinäre wissenschaftliche Tagung zum Thema Diaspora statt. Ziel der Tagung war es, einen Anschluss der Theologie an die jüngere religions-, kultur- und sozialwissenschaftliche Diasporaforschung zu gewinnen. Auffällig war die große Aufgeschlossenheit unter den jungen außertheologischen Diasporaforschern an den Darstellungen der Theologie zum Thema. Im September 2015 tagte in Rom eine von der Geschäftsstelle in der Facoltà Valdese organisierte Studierendenkonferenz, die dem Thema der Selbstwahrnehmung und der Selbstdeutung von Minderheits- und Diasporakirchen gewidmet war. Studierende an neun Hochschulen aus sieben europäischen Ländern hatten an dem Thema geforscht und in Rom ihre Ergebnisse präsentiert.
Nun stellt die GEKE die Referate und Texte des Studienprozesses der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Texte sind abrufbar unter: 

Freitag, 20. November 2015

"... und erlöse uns von dem Bösen..." - Fürbittgottesdienst um Frieden für Syrien in Aleppo

Pastor Haroutune Selimian
"Am Ende des Fürbittgottesdienstes um Frieden und Sicherheit in Syrien haben wir gemeinsam das Vater unser gebetet und uns unter den Segen Gottes gestellt", berichtet Pastor Haroutune Selimian von der armenisch-evangelischen Bethelgemeinde in Aleppo. 
Am 15. November hat die Bethelgemeinde einen Fürbittgottesdienst um Frieden und Sicherheit für Syrien gefeiert. Eingeladen waren Regierungsvertreter, muslimische Vertreter, andere christliche Gemeinden und Vertreter der evangelischen Schulen. Die Kirche war voll. Die Sehnsucht nach Frieden und Sicherheit ist groß. Die Sorge um die Zukunft in Syrien ist enorm. 
Pastor Haroutune betonte, dass egal welchen religiösen Hintergrund jemand hat, alle im Gebet um Erlösung von dem Bösen verbunden sind. Lange sei es in Syrien möglich gewesen, dass jede Religion ihren Glauben leben konnte. "Das Land braucht die Religionsvielfalt, die wir mal hatten!" betont er. "Nur so sei es möglich, den Frieden wieder zu erlangen."
Die Bethelgemeinde setzt sich sehr für den Erhalt zivilgesellschaftlicher Strukturen ein. Die Gemeinde unterhält einen Kindergarten und eine Schule. Daneben wird Medizinhilfe geleistet. Flüchtlinge, die sich an die Gemeinde wenden, werden unterstützt. Im Innenhof der Gemeinde gibt es einen Brunnen, der die Nachbarschaft mit Wasser versorgt.
Es gibt Leben in Syrien. Es gibt christliches Leben in Syrien. Und gerade deshalb ist es so wichtig, um Frieden zu beten und um Erlösung vom Bösen, das gemeinschaftliche Friedensstrukturen zerstören will.
Das GAW hat in den vergangenen Jahren immer wieder evangelische Christen in Syrien unterstützt. Wir werden es weiterhin tun, denn die Sorge um die Sicherheit unserer Glaubensgeschwister ist groß. Sie brauchen eine Zukunft in Syrien. Und Syrien braucht Christen, die sich für den Frieden einsetzen. - Pfr. Enno Haaks

Donnerstag, 19. November 2015

Kirchen sind Friedensvermittler

"Vermittler des Friedens" - so sieht der kolumbianische Innenminister die Aufgabe der Kirchen für die kolumbianische Gesellschaft, die mehr als 50 Jahre unter einem Bürgerkrieg zu leiden hatte und noch hat. In diesem Jahr soll der Krieg zu Ende sein. Ein Abkommen soll schließlich im März 2016 unterzeichnet werden, verbunden mit einer Volksabstimmung. Es soll ein "definitives Adiós für den längsten Krieg Amerikas". Ob es gelingt? Über 220.000 Tote hat der Krieg gefordert. Acht von zehn Getöteten sind Zivilisten. Hinzu kommen 5,7 Millionen Vertriebene, 25.000 Verschwundene und 27.000 Entführungen.
"Die Organisationen, die ihre Grundlage im Glauben haben sind der Schlüssel dafür, dass es gelingt, dauerhaft Frieden zu sichern", sagt Minister Juan Fernando Cristo. Er sagte es Anfang November vor einer Konferenz, zu der 150 christlichen Kirchen und Organisationen von der Regierung eingeladen wurden. Grund ist es, dass der Friedensprozess, der hoffentlich bald positiv zu Ende gehen möge, durch alle wichtigen gesellschaftlichen Akteure unterstützt wird. Das ist ein Schlüssel für die Zukunft, denn  "Die Rolle, die jeder Pastor oder Priester vor Ort in seiner Gemeinde spielt, ist entscheidend, den bewaffneten Konflikt zu befrieden und die Bevölkerung beim Versöhnungsprozess zu beteiligen. Hier sind alle gesellschaftliche Schichten wichtig, damit ein nachhaltiger Frieden gelingt", so Cristo. "Es macht keinen Sinn, wenn das Ergebnis des Friedensprozesses lediglich das Schweigen der Waffen bedeutet und sich nicht ausrichtet an einem Transformationsprozess hin zu mehr Frieden für alle Kolumbianer!" Und er unterstreicht: "Aus den Herzen der Kolumbianer heraus muss der Wille und Wunsch nach Frieden kommen." Wichtig dabei ist, dass der kolumbianische Staat die religiösen Gemeinschaften rechtlich anerkennt und ihre Akteure als sozial wichtige Mitarbeiter entsprechend rechtlich absichert und der katholischen Kirche damit gleichstellt. 
Es gibt aber auch kritische Stimmen, vor allem von Menschenrechtsgruppen, die auf gescheiterte Friedensvereinbarungen in der Vergangenheit verweisen - sowie das extreme Misstrauen auf beiden Seiten und den bestehenden Gegensatz zwischen Arm und Reich. Zudem ist eine andere wichtige Rebellengruppe nicht einbezogen worden in die Verhandlungen. Insgesamt sehnt sich die kolumbianische Bevölkerung nach Frieden. Es bleibt zu hoffen, dass es gelingen möge - auch die Rebellenkämpfer zu integrieren und erlittenes Unrecht auf allen Seiten aufzuarbeiten. Und vor allen Dingen: dass es gelingen möge, die großen sozialen Misstände anzugehen. - Enno Haaks, Pfr.

Samstag, 14. November 2015

Frankreich: Hirtenworte von Kirchenpräsident Schlumberger nach dem Attentat von Paris

Anläßlich der fürchterlichen Terroranschläge vom 13. November ruft der Kirchenpräsident der Vereinigten Evangelischen Kirche von Frankreich, Pastor Laurent Schlumberger, alle Gemeinden seiner Kirche zum Gebet und zur geschwisterlichen Solidarität auf.
Scharf verurteilt er „den Horror und die Absurdität des fürchterlichen Massakers." Das sei kaum in Worte zu fassen. Das Leben so vieler Menschen sei zerstört und erschüttert worden. "In blinder Aggressivität hat eine terroristische Ideologie so viel Blut hervorgebracht,“ schreibt er.
Er schreibt, dass wohl "gezielt Orte der Entspannung und der Kultur als Ziele gewählt wurden", um die freie und demokratische Gesellschaft tief zu treffen, und um Angst und Schrecken zu verbreiten.
Und er fordert dann alle christlichen Gemeinden auf, sich im Gebet zu versammeln. „Bringt vor Gott die Namen der Opfer, dass sie nicht vergessen werden. Betet für all die, die Verantwortung in dieser schweren Zeit tragen. Und betet, dass die Gewalt ein Ende hat, und dass die Verblendeten umkehren mögen,“ schreibt Schlumberger.
Und er fährt fort: „Wir haben nur Worte und wir können zuhören. Aber das ist kostbar! Nehmt euch Zeit dafür. Steht zusammen! Wir brauchen Solidarität und Geschwisterlichkeit. Das sind kostbare Güter. Bei allem vertrauen wir auf den lebendigen Gott, der uns in Jesus Christus begegnet. Er verbindet uns untereinander in unserer Not und unserer Hoffnungen.“
In Solidarität stehen wir erschüttert mit unseren Gebeten an der Seite der Angehörigen der Opfer und an der Seite all derer die Trauern! Insbesondere beten für unsere evangelischen Geschwister, dass sie einen Beitrag der Solidarität in Frankreich leisten können.

Donnerstag, 12. November 2015

Weiterhin werden die protestantischen Pfarrer in Spanien diskriminiert

Joel Cortés, Präsident der Comisión Permanente der Iglesia Evangélica Española (IEE), berichtet, dass am 10. November das Sozialgericht in Madrid den Fall eines pensionierten Pastors der IEE verhandelt hat, der keine staatliche Pension erhält - wie nach wie vor alle pensionierten Pastoren der Kirche. Der Pastor hatte auf die ihm rechtlich zustehenden Zahlungen geklagt, um für seine geleisteten Dienstjahre endlich die ihm entsprechende staatliche Rente zu bekommen.
In der Gerichtsverhandlung verneinte der anwaltliche Vertreter des spanischen Staates erneut die Rechtmäßigkeit des Urteils des Strassburger Menschenrechtsgerichtshofes, das die Gleichbehandlung der protestantischen Pastoren mit den katholischen Priestern forderte. In Strassburg wurde der Klage des Pastors Francisco Manzanas stattgegeben. Er erhielt noch kurze Zeit daraufhin eine Pensionszahlung bevor er dann im hohen Alter verstarb. 
Bis heute verneint der Staat, den Pastoren die zur Franco-Zeit nicht in die Sozialkassen Beiträge einzahlen konnten, eine Gleichbehandlung und die ihnen rechtmäßig zustehenden Pensionen.
Die Vetreter der IEE kämpfen weiter für ihre pensionierten Pastoren auf Einhaltung und Umsetzung des Gerichtsbeschlusses aus Strassburg. "Es kann nicht sein, dass in Spanien die Menschenrechte in derlei Weise missachtet werden", schreibt Joel Cortés. "Es ist ein Schande! Wir werden weiterhin für unsere ehemaligen Pastoren kämpfen!"


Dienstag, 10. November 2015

Welche Zukunft haben Christen in Syrien?

Nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien im Jahre 2011 sollen inzwischen 250.000 Menschen ihr Leben verloren haben. Nach Angaben des UNHCR haben über vier Millionen Menschen das Land verlassen. Die meisten von ihnen befinden sich in den angrenzenden Staaten: Libanon, Jordanien, Türkei und Ägypten. 
Das Eingreifen Russlands in den Krieg und die Auseinandersetzung der Türkei mit aufständischen kurdischen Verbänden hat ebenso Auswirkungen auf den Krieg in Syrien. Die Lage scheint sich dadurch weiter dramatisiert zu haben.
Christliche Minderheiten geraten so weiter unter Druck. Nach Informationen aus dem Nordosten Syriens haben die dortigen Kurden-Milizen ein Dekret verabschiedet, wonach die Besitztümer der Assyrer und Armenier, aber auch der Muslime, die im Zuge der Binnenflucht ihren Wohnort verlassen mussten, enteignet werden. 18 assyrische und armenische Organisationen und Kirchen haben jetzt in einer Erklärung dieses Dekret als eine Menschenrechtsverletzung kritisiert, weil das Recht auf Privateigentum aufgehoben werde. Nach Angaben der Unterzeichner gehören 35 Prozent der Eigentümer im von Kurden kontrollierten Nordsyrien den Christen. Die Enteignung würde zwangsläufig zu demographischen Veränderungen in Nordsyrien führen. Zudem werfen die Kirchen und  politische Verbände den Kurden vor, dass deren Milizen und Autoritäten willkürlich Steuern von den Christen eintreiben und das Gemeindeleben beeinträchtigen. 
Die evangelischen Partner des GAW haben schon erlebt, dass ihre Schulen aufgefordert wurden, als Unterrichtssprache Kurdisch zu verwenden. Ebenso bestätigen sie, dass von den Schulen und den Kirchgemeinden überhöhte Steuern verlangt würden, die kaum noch zu zahlen sind. Diese Repressalien steigern den Druck auf die Christen. Die Kirchen befürchten, dass Christen deshalb auch aus den bisher sicheren Gebieten fliehen müssen

Montag, 9. November 2015

Martinstag - Aufruf zum Teilen!

Am 11. November ist Martinstag. Mit den Bildern der Flüchtlinge im Kopf, die sich zurzeit zu Tausenden verzweifelt durch Europa quälen, bekommt dieser Tag für mich eine besondere Bedeutung. Mehr als jemals zuvor sind wir derzeit herausgefordert zu teilen, wie einst Martin seinen Mantel teilte. In diesen Tagen wird Martin zu einem besonderen Vorbild, zu einem besonderen Symbol. Er lehrt aus christlichem Glauben heraus Barmherzigkeit und Güte. „ An seinen guten Werken soll man sich ein Beispiel nehmen.“ (Augsburger Bekenntnis, Artikel 21). Viele Menschen in Europa üben derzeit – wie einst Martin – ganz konkret Barmherzigkeit und Nächstenliebe: Sie versuchen die Not der Flüchtlinge zu lindern. Hier in Deutschland. Aber gerade auch in den Partnerkirchen des GAW durch deren Länder die sogenannte „Flüchtlingsroute“ verläuft. Diese Kirchen, ihre Gemeinden und diakonischen Einrichtungen – in Griechenland, in Serbien, in Ungarn und in Österreich – haben in den letzten Wochen und Monaten Großartiges geleistet. Sie organisieren und verteilen Lebensmittel und Kleidung. Sie geben Flüchtlingen Obdach, bevor diese weiterziehen. Unsere Partnerkirchen in Ländern wie Spanien und Italien, aber auch in Griechenland kümmern sich schon seit mehreren Jahren um übers Mittelmeer ankommende Flüchtlinge, haben schon viel früher erlebt, was es heißt, wenn Tausende verzweifelter Menschen in ihren Ländern Hilfe suchen. Mit diesem Entwurf für ein Martinsfest möchten wir Sie darum bitten, die Flüchtlingsarbeit der GAW-Partnerkirchen zu unterstützen. Ihre Spende kommt zum einen Projekten in Griechenland, Serbien, Ungarn, Österreich, Spanien und Italien zu zugute und zum anderen evangelischen Gemeinden in Syrien, die sich um Menschen in dem Bürgerkriegsland kümmern. 
Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW

Einen Entwurf für einen Gottesdienst findet man hier: http://www.gustav-adolf-werk.de/predigten-und-predigthilfen.html

Freitag, 6. November 2015

6. November - Gustav-Adolf-Gedenktag

Heute ist der Gustav-Adolf-Gedenktag. Aus diesem Anlass wird der Präsident des GAW Dr. Wilhelm Hüffmeier in der Gustav-Adolf-Kirche zu Meuchen predigen. Hier wurde am 6. November 1632 nach der sog. Schlacht bei Lützen der Leichnam des verstorbenen Schwedenkönigs aufgebahrt. Am 200. Gedenktag 1832 wurde in Lützen das GAW gegründet.
Immer wieder wurde der Name des ältesten evangelischen Hilfswerkes diskutiert. Dazu sagte 
Bischof em. Wolfgang Huber  in seiner Predigt im Festgottesdienst „175 Jahre Gustav-Adolf-Werk“ in Lützen am 6. November 2007 folgendes:
„Hilfsgelder statt Heldengedenken – so lässt sich der Impuls von 1832 zusammenfassen. Hier in Lützen wird es schnell einleuchten, wenn ich darin eine frühe Form von „Schwerter zu Pflugscharen“ sehe. Keinem kann verborgen bleiben, dass der schwedische König, auf den sich diese Aktion beruft, in der Wahl seiner Mittel nicht zimperlich war; sein Handeln entsprach dem, was man von einem erfolgreichen Kriegsherrn in den Grausamkeiten des Dreißigjährigen Krieges zu erwarten hat; zu unkritischer Verherrlichung taugt das nicht. Nach damaliger Vorstellung war es seines Amtes, dem Recht mit Waffengewalt Raum und Durchsetzung zu verschaffen. Auch wenn wir uns darum bemühen, zu Verhältnissen beizutragen, in denen Frieden auf andere Weise geschaffen und gesichert wird, haben wir freilich kein Recht dazu, dem protestantischen König, der auf solche Weise tätig wurde, den Ernst des Glaubens und die Aufrichtigkeit seiner Glaubensmotive streitig zu machen. Den Kriegsherrn und den Verteidiger seines Glaubens zusammen zu sehen: das ist – die keineswegs einfache – Aufgabe, vor die uns die Erinnerung an Gustav Adolf stellt.
Die Denkschrift des Rates der EKD „Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen“ macht deutlich: Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten. Wer aus dem Frieden Gottes lebt, tritt für den Frieden in der Welt ein. Friede ist nur dann nachhaltig, wenn er mit Recht und Gerechtigkeit verbunden ist. Daraus ergibt sich eine Verpflichtung auf den Vorrang ziviler Konfliktbearbeitung und die Bindung der Anwendung von Zwangsmitteln, auch von Mitteln militärischer Gewalt, an strenge ethische und völkerrechtliche Kriterien. Auch die Herausforderung durch den modernen internationalen Terrorismus rechtfertigt keine Wiederbelebung der Lehre vom ‚gerechten Krieg‘. Vielmehr bewährt sich gerade in einer solchen Situation die Ausrichtung aller friedenspolitischen Überlegungen an der Leitidee des ‚gerechten Friedens‘.“

Montag, 2. November 2015

Wofür Diasporaverantwortung?

"Unsere kirchliche Diaspoarfürsorge (ist es) dafür zu sorgen, dass das Wort von der Versöhnung erschalle, wo es ohne unsere Hilfe, unseren Dienst und gehorsam gegen Jesu Befehl nicht erschallen würde. Und da sind es vor allem die Glaubensgenossen in der Vereinsamung, in der Armut der Verlassenheit und Zerstreuung und besonders in der Verfolgung und Bedrückung durch andersartige Umgebung, die ohne unsere Hilfe das Wort Gottes nicht hören würden - mit einem Wort: die Diaspora...
Unsere gesamte Diasporapflege hat zu stehen unter dem einen Grundgedanken..., wie Luther, die kirchliche Arbeit zusammenfassend, bezeichnet: Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, "dass das Wort Gottes lauter und rein gelehrt werde" und "die Sakramente ordnungsgemäß verwaltet werden."..
Wir tun es dort, wo die Gemeinden infolge ihres Daseins in der Diaspora nicht in der Lage sind, diese Pflichten ohne fremde Hilfe zu erfüllen. Das geschieht nicht nur durch Ausbildung, Aussendung ..., sondern ebenso durch den Bau von geeigneten Predigtstätten oder Beschaffung von Pfarrerwohnungen ." (Die Evangelische Diaspora, 18. Jg. (1936), S. 365f)