Montag, 31. August 2015

Bloße Worte genügen nicht, wenn der Magen leer ist...

Wiederaufbau der arabisch reformierten Kirche in Aleppo;
im Kirchhof hat das GAW den Brunnenbau finanziert
"Die Kriege im Nahen Osten und besonders der letzte in Syrien seit 2011 haben die Kirche nicht nur vor schwierige Aufgaben gestellt, sondern auch ihr Aufgabengebiet verändert. Konkret bedeutet das: Arme zu speisen Zufluchtsorte und Waisenhäuser zu schaffen, Kraftstoff vorzuhalten, und das neben der ganz alltäglichen Grundversorgung. Bloße Worte genügen nicht, wenn der Magen leer ist. 
Menschen die zuvor die Kirche auf vielfältige Weise unterstützt haben, wurden plötzlich selbst zu Hilfsempfängern. Einer unser Pastoren macht deutlich, wie sich sein Tätigkeitsbereich seit Kriegsbeginn verändert hat: 'Lag die Konzentration zuvor auf der Predigtvorbereitung, stehen nun Besuche bei denen im Vordergrund, die ihr Zuhause und ihre Lieben verloren haben.' Und er kommt zu dem Schluss, dass diese Art vor Arbeit der bessere Weg zur Vorbereitung einer guten Predigt ist", schreibt Najla Kassab, Direktorin des Christian Education Department der Nationalen Evangelischen Synode von Syrien und dem Libanon.
Diese eindrücklichen Worte schrieb sie in dem gerade erschienen Heft zum kommenden Themenjahr 2016 "Reformation und Eine Welt".
Und sie schreibt am Ende: "Wir halten daran fest, dass wir auch als eine Minderheit Salz der Erde und Licht der Welt sein können. Minderheiten sind dann stark, wenn sie sich auf ihre Rolle, die sie haben, konzentrieren und wenn die diese Rolle gern übernehmen. Dies hat eine große Wirkung in Staat und Gesellschaft!"
Dabei unterstützen wir diese mutigen evangelischen Christen! Gerade haben wir geholfen, dass die arabisch evangelisch- reformierte Gemeinde in Aleppo in ihrem Kirchhof einen Brunnen zur Wasserversorgung der Menschen in der Umgebung gebaut werden konnte.
Die Nothilfe für Syrien wird das GAW weiter unterstützen! Helfen Sie mit: Hier...

Donnerstag, 27. August 2015

Diaspora und wanderndes Gottesvolk

Als Kirche sind wir bleibend wanderndes Gottesvolk. Unterwegs! (Hebräerbrief) - Vielleicht erinnern uns die Flüchtlingsströme aus den vielen Krisenregionen der Welt wieder daran, dass Kirche immer unterwegs ist. Wir sind mit ihnen unterwegs! Sonst sind wir nicht Kirche! Kirche kann sich nicht einrichten und etwas festhalten wollen. Der Geist, der in Kirche lebendig sein soll, will uns bewegen hin zu denen, die uns brauchen - vorbehaltlos!
Als Kirche unterwegs, als wanderndes Gottesvolk sind wir Diaspora. Das ist unsere Situation. Aber eine Diaspora mit einer Mission: Da, um die Werke der Barmherzigkeit aus dem Geist des Evangeliums mit leben zu füllen.

Mittwoch, 26. August 2015

Abschiedsgottesdienst für acht Freiwillige in Santiago de Chile

Abschiedsgottesdienst in der Erlöserkirche Santiago
"Wir nehmen mit Abschiedsschmerz einen Rucksack an vielen Schätzen mit, die wir in einem Jahr in Chile sammeln durften und dürfen an viele Menschen unseren Dank richten, dass sie uns in dieser Zeit so herzlich begleitet haben. Mit wunderschönen und tränenreichen Abschieden in den Kirchen und im Colegio Belén in Santiago ging unsere Zeit zu Ende und wir gehen nun zurück nach Deutschland", das schreiben die drei Freiwilligen Selina, Rehema und Peter, die im Colegio Belén in einem Armenviertel Santiagos ein Freiwilliges Soziales Jahr geleistet haben. 
Diese Worte zeugen davon, dass die Freiwilligenarbeit Verbindungen schafft und Beziehungen zu den Diasporapartnern weltweit stärkt. Insgesamt acht Freiwillige - u.a. vom GAW-Freiwilligendienst - haben Dienst in diakonischen Einrichtungen der beiden chilenischen lutherischen Partnerkirchen IELCH und ILCH geleistet.
Ende Juli diesen Jahres fand zum ersten Mal ein gemeinsamer Abschiedsgottesdienst für alle acht Freiwilligen in der Erlöserkirche in Santiago statt. Er wurde durch Pfarrerin Nicole Oehler von der Versöhnungsgemeinde (IELCH) und Pfarrer Kurt Gysel (ILCH) geleitet. 
In einem Grußwort sprach der Kirchenpräsident der IELCH Karl Böhmer davon, dass die acht Freiwilligen in beiden Kirchen Gelegenheit zu einer erneuten Begegnung und einem gemeinsamen Gottesdienst beider lutherischen Kirche gegeben hätten. Für beide Kirchen sei es wichtig, nicht voneinander zu lassen. "Das zeigt uns erneut, dass über alle Differenzen und Trennungen wir durch Christus miteinander verbunden sind!"
Für die Freiwilligen ist ein intensives Jahr zu Ende gegangen. Für beide Kirche ist dieser Dienst eine wichtige Unterstützung in den diakonischen Zentren, die beide Kirchen unterhalten. 
Die Freiwilligenarbeit wird durch den Rat der lutherischen Kirchen in Chile (CILCH) koordiniert. Ihr Generalsekretär Alexander Wilckens hält diesbezüglich den Kontakt zu den verschiedenen Entsendeorganisationen - u.a. das GAW Württemberg.

Dienstag, 25. August 2015

Theologische Literatur für die Diaspora

500 spanischsprachige Losungen versendet das GAW inzwischen nach Spanien und Lateinamerika. „Für unser regelmäßiges Bibelstudium in der Gemeinde ist das eine wertvolle Hilfe“, sagt Vikar Miguel Núñez aus Valparaiso/Chile. Die Losungen haben ihre identitätsstifentende Kraft für den Protestantismus nicht verloren. - Der Theologischen Fakultät in Matanzas auf Kuba konnte umfangreiche theologische Literatur zur Verfügung gestellt werden. Es ist sehr schwer für sie an gute Literatur heranzukommen. Dank der Zusammenarbeit mit der Spanischen Evangelischen Kirche war das möglich. - Die Comunidad Teológica in Chile hat 10 Ausgaben des Griechischen Neuen Testamentes für ihre Studierenden erhalten. Ebenso konnte das Theologische Institut in Hermannstadt mit Literatur ausgestattet werden. 
Das sind nur einige Beispiele, wie das GAW bei der Beschaffung von theologischer Literatur hilft. Verschiedene Theologische Fakultäten in der Diaspora erhalten Unterstützungen für ihre Bibliotheken, wodurch eine qualitativ gute Ausbildung gewährleistet werden soll. 
Mit dem Schriftendienst leistet das GAW seit vielen Jahrzehnten einen unauffälligen, aber äußerst hoch geschätzten Dienst.
Für viele Kirchengemeinden, für Pfarrerinnen und Pfarrer, für Bibliotheken und Ausbildungsseminare in den Partnerkirchen des GAW ist der Schriftendienst eine wichtige Unterstützung der pastoralen Arbeit.
Helfen Sie mit, diesen wichtigen und identitätsstiftenden Dienst zu unterstützen: http://www.gustav-adolf-werk.de/weitere-spendenkonten.html

Donnerstag, 20. August 2015

30 Jahre eigenständige lutherische Frauenarbeit in Kolumbien

 Bárbara Puentes ist 66 Jahre alt. Sie lebt in Bogota - Kolumbien - und gehört der Frauengruppe einer kleinen lutherischen Gemeinde in Bogota an. Sie hat einen behinderten Sohn. Vor 15 Jahren hat sie ihren Mann verloren. Er war Wachmann bei einer Firma in Bogota. Er wurde auf offener Strasse erstochen. "Zur falschen Zeit war er an der falschen Stelle", erzählt Bárbara. Die Zeit danach war sehr schwer. Bárbara hatte kein eigenes Einkommen. Irgendwann lernte sie Frauen der lutherischen Gemeinde kennen. Sie luden sie zu den regelmäßigen Treffen ein. Hier lernte sie auf kunstvolle Weise Handarbeiten herzustellen. Durch den Verkauf hat sie jetzt ein kleinen Verdienst für ihren Lebensunterhalt. Zudem erlebt sie bei den Treffen und den Gottesdiensten in der Gemeinde eine geistliche Stärkung. 
Seit 30 Jahren gibt es eine eigenständige Fauenarbeit in der lutherischen Kirche Kolumbiens, der IELCO. Die Frauenarbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Frauengruppen in den Gemeinden zu stärken, ihnen Fortbildungen anzubieten, Ausbildungen zu ermöglichen – insbesondere, damit die Frauen – wie Bárbara – zu eigenen Einnahmequellen kommen können. Die Gemeinden werden regelmäßig besucht und auch nationale Treffen der Frauen angeboten. Auch Themen, die die Frauen in ihrem Alltag begegnen, werden behandelt, wie z.B. Prävention von Gewalt, Teilhabe an den Gemeindeprozessen, Gesundheitsvorsorge etc.
 „Wir Frauen sind oft wenig das Gesicht der Kirche nach außen. Ohne die Beteiligung der Frauen würden viele Gemeinden nicht arbeitsfähig sein“, schreibt Pastorin Rocío Morales. „Nur – wenn es um Themen der Verwaltung, der Macht, der Führung etc. in der Gemeinde geht, dann sind die Männer da… Das zeigt, dass wir in der Regel nur als Dienende  gesehen werden!“ schreibt Rocio.
Mitte August diesen Jahres trafen sich 108 Frauen aus den Frauengruppen der Gemeinden der  IELCO, um das 30-jährige Bestehen zu feiern. „Wir sind stolz und dankbar, dass wir das erleben und feiern können", sagt Rocío. "Die drei Tage unsere nationalen Treffens waren wie ein Oase für uns Frauen in der Kirche. Das hat uns gestärkt."
Im kommenden Jahr unterstützt die Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit die wichtige Arbeit der Frauen in Kolumbien. Fortbildungen, gemeinsame Treffen, Präventions- und Ausbildungsangebote sollen unterstützt werden, um den Frauen in ihrem schweren Alltag zur Seite zu stehen. Viele Frauen, die die Frauengruppen besuchen, haben auf irgendeine Weise unter den Folgen des fast 50-jährigen Bürgerkrieges zu leiden.

Mittwoch, 19. August 2015

Diaspora als Auftrag

"Die Bewusstwerdung einer evangelisch-protestantischen Sendung vermöchte die evangelische Diaspora nicht nur selbst zu neuem Leben ermutigen, sondern auch heilsame Rückwirkung auf die großen Kirchenkörper ermöglichen. Diaspora als Auftrag in und für die Gesamtkirche ebenso wie in und für die Gesellschaft! Warum sollten die kirchlichen Minoritäten nicht wieder interessant werden können?" 

(Wilhelm Dantine, in: EvDia 1969/70, 40. Jg, S.144 )

Dienstag, 18. August 2015

Stellenangebot: Mitarbeiter/in in der GAW-Frauenarbeit

Zum 1. Januar 2016 soll der Frauenschreibtisch in der GAW-Zentrale wieder besetzt werden. Wir suchen eine/n engagierte Mitarbeiter/in in Teilzeit.

Stellenausschreibung:


Das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland, sucht zum 1. Januar 2016

eine Gemeindepädagogin / einen Gemeindepädagogen

in Teilzeit (19,5 Wochenstunden)

zur Mitarbeit in der Frauenarbeit.

Die Frauenarbeit des Diasporawerkes der EKD hat eine über 160-jährige Geschichte in der Organisation von Hilfen für und Kontaktpflege mit Gemeinden in der Diaspora in Lateinamerika, Mittel-, Süd- und Osteuropa.

In diesem Sinne erwarten wir:
- Hochschulabschluss als Gemeindepädagogin/Gemeindepädagoge oder ähnliche Qualifikation
- Bewusstsein für die Belange kirchlicher Frauen- und Diasporaarbeit
- Förderung des Engagements der Ehrenamtlichen in der Frauenarbeit
- Kontaktpflege zur Frauenarbeit in den Diasporapartnerkirchen des GAW
- Zusammenarbeit mit den Frauen- und Hauptgruppen des GAW
- Bereitschaft zur Mitarbeit und Vertretung in Gremien, Organisation von Arbeitstagungen, Vorbereitung und Durchführung von Studienreisen, Vorbereitung von Werbematerial
- Sicherer Umgang mit den Produkten von Microsoft-Office
- Erarbeitung des Projektwerbematerials für das Jahresprojekt der Frauenarbeit
- Fremdsprachenkenntnisse erwünscht (aus dem Bereich unserer Partnerkirchen)

Wir bieten Ihnen eine abwechslungsreiche und eigenverantwortliche Tätigkeit sowie ein Entgelt nach EG 9 nach der Dienstvertragsordnung der EKD (entspricht dem TVöD-Bund).

Die Mitgliedschaft in einer Gliedkirche der EKD wird vorausgesetzt. Dienstort ist Leipzig. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Bewerbungen richten Sie bitte bis zum 01. Oktober 2015 an das

Gustav-Adolf-Werk. e.V.,
z. Hd. Pfarrer Enno Haaks
Pistorisstraße 6, 04229 Leipzig
Tel. 0341 – 49062-23; haaks@gustav-adolf-werk.de

Umfassende Auskunft bietet die Homepage des GAW: www.gustav-adolf-werk.de


Montag, 17. August 2015

Baufortschritt in der Kirche in Rio Veado /Brasilien


 
Diakon Jianfranco Berger von der Gemeinde Rio Veado in Brasilien hat Fotos vom Fortgang der Bauarbeiten in seiner Gemeinde zugesandt!









Am 4. Oktober 2015 soll die neue Kirche geweiht werden.

Im PK 2012 hat das GAW 10.000 Euro für dieses Bauvorhaben gesammelt.







Die ganze Gemeinde - ca. 140 Gemeindemitglieder - werden in der Kirche Platz haben. "Unsere Hoffnung ist, dass mit der schönen und gut sichtbaren Kirche die Gemeinde wachsen kann!" schreibt Jianfranco.

Das GAW freut sich, immer mal wieder über den Fortschritt des Baus dieser Kirche berichten zu können! Allen die mitgeholfen haben, die Summe des GAW dafür zusammen zu bekommen sei herzlich gedankt! Da ist Segen gestiftet worden!

Diaspora der Kirche ist Voraussetzung für die Mission

Im Neuen Testament findet man die Aufgabe, dass christliche Gemeinden eine Verantwortung für die Glaubensgenossen haben (Gal 6,10; 1. Kor 10,26). Um die Verbindung untereinander wachzuhalten rief der Apostel Paulus zur Kollekte für die Jerusalemer Gemeinde auf. Er wollte mit dieser ersten Diasporagabe die Verbindung und Verantwortung untereinander sichtbar machen. Wichtig war den ersten Christen durch Besuchsdienste, Briefe und Versorgung der Geschwister in Not die Christen zu stärken, dass sie eine Einheit vor der Welt sind und damit sie in ihrer Zerstreuung Zeugendienst ausüben konnten. Sammlung der Gemeinde und Sendung - Diaspora und Mission - waren eine Einheit. und nicht zwei Aufgabenbereiche im Gegensatz. Die Trennung von Sammlung und Sendung ist dem Wesen der Gemeinde fremd. Eine Gemeinde - egal wie groß - ist immer eine in die Welt gesandte Gemeinde. Dem Wort Diaspora ist dieses Verständnis immanent: es heißt ausstreuen, aussäen. 

Freitag, 14. August 2015

Cristo duce - nihil triste

"Das GAW hat je und immer beides gesehen und getan. Es hat bewusst und zentral Christus verkündigt in Wort und Schrift, und es hat zugleich versucht, der Verkündigung leibhaftige Gestalt zu geben in der Liebe, in der Hilfe für Schwestern und Brüder, denen es am Notwendigsten fehlt... Der Zug der Liebe, jede kleine Gabe verkörpert die Botschaft des Evangeliums und macht sie leibhaft sichtbar und leibhaftig erlebnisbar für viele. "Dass nur Christus verkündigt wird auf alle Weise" - das ist die eindeutige, fest umrissene Marschorder unseres Werkes. Dazu werden wir alle ohne Unterschiede gebraucht. ... Denn wenn Christus verkündigt und geglaubt wird, ist nichts mehr traurig, wird alles hell (Cristo duce - nihil triste)." (Gerhard Kühlewein - ehemalige Vorsitzender des GAW Baden in EvDia 1973, 43. Jg., S. 122)

Dienstag, 11. August 2015

Das "Gesetz des Bruders" - Norm der Diakonie jeder Kirche

Immer wieder erleben wir, dass die Diakonie evangelischer Diasporakirchen im Verhältnis zu ihrer Größe unverhältnismäßig hoch erscheint. 

Dazu schreibt Paolo Ricca schon 1982: 

"Manche meinen, es sei ein Missverhältnis zwischen der Größe einer Diaspoarkirche und der Größe ihrer diakonischen Tätigkeit entstanden. Dazu möchte ich eines andeuten: Es ist meines Erachtens nicht richtig, die Größe der Diakonie an der Größe der Kirche zu messen. Leonhard Ragaz hat von einem 'Gesetz des Bruders' geredet. Es gibt das Gesetz Gottes, es gibt auch ein Gesetz des Bruders. Dieses 'Gesetz des Bruders' (und nicht die Größe der Kirche) ist die Norm der Diakonie." 
(EvDia 1982, S. 154)

Montag, 10. August 2015

Material zur Gestaltung eines Gottesdienstes zum Schulbeginn

In den nächsten Wochen gehen in den ersten Bundesländern die Sommerferien zu Ende. Zeit auch für Gottesdienste zur Schuleinführung oder zum Schuljahresbeginn. Das GAW bietet wie jedes Jahr einen Entwurf zur Gestaltung eines Gottesdienstes zur Schuleinführung an. Hier können Sie das Material herunterladen! Oder Sie bestellen das kostenlose Material unter: verlag@gustav-adolf-werk.de.

Freitag, 7. August 2015

Aufbruch in Kuba

„Einiges spricht für eine neue historische Etappe mit verheißungsvollen Perspektiven für die Menschen auf Kuba und Kubanerinnen und Kubanern im Exil“, erklärt Christoph Anders, Lateinamerika-Referent und Direktor im Evangelischen Missionswerk in Deutschland. Im neuen Dossier aus dem EMW analysiert Anders die Situation und wagt erste Prognosen. Denn nach über 50 Jahren diplomatischem Schweigen, dem Besuch eines deutschen Außenministers in Kuba und Wiederaufnahme von Beziehungen in Politik und Wirtschaft kann auch für die Ökumene ein neues Kapitel aufgeschlagen werden.

Das GAW unterstütz die Presbyterianische Kirche auf Kuba seit vier Jahren. Im derzeitigen Projektkatalog wird folgendes Projekt in La Habana unterstützt:
Guanabacoa ist einer der ältesten Stadtteile von La Habana (dt.: Havanna). Er wurde im 16. Jh. erstmals erwähnt. Bekannt ist Guanabacoa als Zentrum der Santeria (Afrokubanische Religion). Hier befindet sich auch das wichtigste Museum zu dieser Thematik in Kuba. Die Gemeinde wurde 1901 gegründet und war die erste protestantische Gemeinde in diesem Bezirk. Der jetzige Kirchenraum wurde 1931 erbaut, die Gemeinderäume konnten 1933 erworben werden. Die Gemeinde gehört zum Presbyterium „La Habana“. Die Gottesdienste zählen ca. 90 Besucher. Das Besondere an der Gemeinde ist, dass ihr viele Leute mit unterschiedlichen Hintergründen angehören. Sie ist bekannt für eine starke Musikförderung von Jugendlichen, die die Gottesdienste begleiten. Neben Gottesdiensten und Sonntagsschule finden Bibelstunden, Seniorenkreise, Musik- und Englischunterricht statt. Zudem werden Medikamentenspenden aus dem Ausland verteilt und ein Areal im Pfarrgarten bewirtschaftet. 
Die Gemeinde will ein Haus zu kaufen. Das ist nach vielen Gesetzesänderungen in Kuba erst seit kurzer Zeit möglich. In diesem sollen Gästezimmer eingerichtet werden für Besucher. Mit den Einnahmen sollen andere Projekte der Gemeinde finanziert werden. 
Bitte helfen Sie mit, den reformierten Glaubensgeschwistern auf Kuba zu helfen! Hier!

Mittwoch, 5. August 2015

Sanierung der Kirche in Bački Petrovac


 Vladislav war mal GAW-Stipendiat. Inzwischen ist er Pfarrer der lutherischen Gemeinde in Bački Petrovac, einer Kleinstadt in der Nähe von Novi Sad in Serbien. Vor Kurzem war er mit seinem Posaunenchor beim Kirchentag in Stuttgart und hat das Feierabendmahl des GAW musikalisch mitgestaltet. Vlado, wie er gerufen wird, hat neben seinem Gemeindepfarramt noch eine weitere wichtige Aufgabe: Er leitet die Ökumenische Hilfsorganisation EHO mit Sitz in Novi Sad.
Vlado ist ein umtriebiger Pfarrer. Die zerstrittene Gemeinde hat er wieder zusammengeführt. Die Gottesdienste sind sehr gut besucht. „Minimum sind 160 Gottesdienstbesucher. Normal sind 250-300“, berichtete er während des Kirchentages. Evangelische Slowaken leben in Bački Petrovac seit 1745. Erst mit dem Toleranzpatent aus dem Jahr 1781 durften sie sich als Gemeinde organisieren. Diese zählt gegenwärtig 4.500 Glieder und gehört damit zu den größten lutherischen Gemeinden in Serbien. 



Vlados Kirche wurde 1822 errichtet. Sie ist das einzige Kirchgebäude der Slowakischen Evangelischen Kirche in Serbien, das als kulturhistorisches Denkmal unter staatlichem Denkmalschutz steht. Leider ist das Gebäude in keinem guten Zustand. 1963 erschütterte ein Erdbeben die mazedonische Hauptstadt Skopje. Auch die Kirche in Bački Petrovac war betroffen. Die meisten Schäden wurden wenig später beseitigt, für andere reichten die Mittel der Gemeinde nicht. Tiefe Risse im Gewölbe des Altarraums zeugen noch heute davon. Die Gemeinde hat eine Sammlung zugunsten der Kirchensanierung gestartet, schafft jedoch aus eigener Kraft nicht, alle benötigten Mittel aufzubringen. Das GAW hilft in diesem Jahr Vlado und seiner Gemeinde. Helfen Sie mit!


Montag, 3. August 2015

Zur Geschichte des GAW

Die Diasporahilfe ist so alt wie die evangelische Diaspora selbst. Schon Luther wendete sich in Briefen an evangelische Gemeinden in den Niederlanden, in Livland und Pensa. Auch Calvin hatte großes Interesse für die Zerstreuten. Von Melanchthon ist ein sog. "Trostbrief" bekannt. 
Im 17. Jahrhundert wird Hilfe von staatlicher Seite geleistet. In Genf wird eine Unterstützungskasse gestiftet - ähnlich in Zürich und in Bern. Immer ist die Not evangelischer Ausgangspunkt der konkreten Hilfe, die sowohl geistlich als auch materiell erfolgt. Organisatorischer Vorläufer des GAW sind ein niederländischer Verein zur Unterstützung niederrheinischer Gemeinden und die "deutsche Christentumsgesellschaft". Der Gedanke der Hilfe der sog. "Heimatkirche" für die zerstreuten Glieder der eigenen Kirche in der Fremde, kommt letztlich aus dem Pietismus.
Es gibt also etliche Vorläufer der vereinsmäßíg organisierten Diasporahilfe durch das GAW. Die Bedeutung des GAW liegt zunächst einfach in der großartigen geistigen und materiellen Zuwendung, die Diasporagemeinden erfahren haben. Der erste Präsident Großmann betonte 1842, dass das Grundanliegen des GAW die Vereinigung aller evangelischer Christen ohne Unterschied der Konfession sei, und dass dies seine Bedeutung für die Kirche werden solle. Damit nahm das GAW zeichenhaft vorweg, was letztlich in die Gründung der EKD 1948 mündete. Dabei verstand das GAW sich immer als der Kirche dienendes Werk. (vgl. H.-J. Röhrig, Diaspora-Kirche in der Minderheit, S. 29-33)