Freitag, 31. Juli 2015

Schwierige Zukunft für die Lutheraner in Usbekistan

Lutherische Kirche in Taschkent
Es gibt noch lutherische Christen in Usbekistan. Die beiden Gemeinden in Taschkent und Fergana sind noch registriert. Daneben gibt es noch mindestens drei lutherische Gruppen, u.a. in Samarkand. "Aber nach dem Tod von Bischof Wiebe vor Kurzem sind die Gemeinden verwaist und fühlen sich verlassen", sagt Bischof Alfred Eichholz aus dem benachbarten Kirgisistan. Er versucht Verbindungen zu stärken und demnächst alle Gemeindegruppen zu besuchen. "Sie brauchen Unterstützung", sagt Eichholz, der mit dem Gemeindeleiter in Taschkent regelmäßig in Kontakt steht. Dessen Frau studiert derzeit über den Fernstudienkurs der Theologischen Fakultät in Nowosaratowka Theologie. Als Lektorin begleitet sie schon die Gemeinde in Taschkent. 
In Taschkent befindet sich das einzige historische lutherische Kirchengebäude in Zentralasien. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fiel die Region an das russische Imperium. Zur Gemeinde gehörten bald Landvermesser und andere Beamte im Dienste des Zaren sowie Kaufleute. Sie ließen sich im damals Turkestan genannten Zentralasien nieder. Die Lutherischen unter ihnen brachten auch ihren Glauben mit in die neue Heimat. Auch beim Militär gab es Lutheraner, wie z.B. General Kaufmann, der dafür sorgte, dass seine Glaubensgeschwister einen Kirchbau erhielten. 1877 entstand die Gemeinde in Taschkent, 1896 wurde die Kirche eingeweiht. 
Nach der Sowjetzeit wurde die Kirche 1993 der Gemeinde zurückgegeben, nachdem sie 1937 verstaatlicht worden war. 
Bischof Kornelius Wiebe hat sich um den Aufbau der lutherischen Kirche gesorgt. In den vergangenen Jahren wurde es aus Krankheitsgründen immer schwieriger.
Wie die Zukunft der kleinen Gemeinden aussehen wird, muss sich zeigen. Viel hängt davon ab, wie das Religionsgesetz in Usbekistan gestaltet und ausgelegt wird. Die geistliche Begleitung durch die lutherischen Bischöfe aus Kirgisistan und Kasachstan ist auf jeden Fall für das kommende Jahr gesichert. Auch erfahren die kleinen Gemeinden Unterstützung vom GAW Hessen-Nassau.

Mittwoch, 29. Juli 2015

„Evangelisch weltweit“ 3/2015 erschienen



Das Titelthema von „Evangelisch weltweit“ 3-2015 heißt „Leuchttürme“. Der Beitrag von Enno Haaks stellt diakonische Einrichtungen der Spanischen Evangelischen Kirche vor, die sich um verarmte Spanier und um Flüchtlinge kümmern. Einige dieser Einrichtungen werden durch das Jahresprojekt 2015 der GAW-Frauenarbeit unterstützt. Passend dazu schrieb die spanische Pastorin Ester Ruiz de Miquel die Meditation. (Bitte beachten: Das Spendenkonto für die GAW-Frauenarbeit auf S. 9 muss lauten: IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD) Das Titelfoto des Magazins zeigt die Lebensmittelausgabe des evangelischen Sozialwerks „Frater-Nadal“ in Rubí, Spanien.
Weitere Themen sind das Ende der Ausbildungsstätte ISEDET in Argentinien, theologische Ausbildung in Marokko und Eindrücke von einem Besuch bei Lutheranern an der Wolga. Der Interviewpartner „Im Gespräch“ ist Urmas Viilma, der neue Erzbischof der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche.
Eine besondere Zugabe in dieser Ausgabe ist die Beilage zum Reformationstag 2015. Die Predigtmeditation hat Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, geschrieben. Ihre Predigtgedanken über Matthäus 5, 1-10 tragen den Titel „Ein Glück: Glück für alle, die es nicht leicht haben, und für alle, die es sich nicht leicht machen“. Die Beilage kann auch im Internet heruntergeladen werden: http://www.gustav-adolf-werk.de/predigten-und-predigthilfen.html

Dienstag, 28. Juli 2015

Die Kirche in Obereidisch (Rumänien) braucht Hilfe


"Mit unserem Hilferuf wende wir uns an das GAW", schreibt Pfarrer Johann Zey aus Obereidisch/Ideciu de Sus in Rumänien. "In unserer Kirche ist im Juni diesen Jahres die Decke des Chorraumes auf Altar, Taufstein und Pfarrgestühl gestürzt. Der Altar aus dem 18. Jahrhundert ist zerstört." Erst vor Kurzem war die Renovierung des Kirchturmes abgeschlossen worden. Das GAW hatte das im Projektkatalog 2014 unterstützt. Mit Unterstützung der ehemaligen Obereidischer aus dem Ausland konnte die Kirche 1998 saniert und 2011 sogar mit einer Orgel ausgestattet werden. 
Das Dorf Ideciu de Sus (deutsch: Obereidisch) entstand um 1150 mit der Besiedlung der Gegend. Die im 15. Jahrhundert erbaute kleine gotische Saalkirche wurde 1861 umgebaut und erhielt ihr heutiges Aussehen. Seit der Flucht der Deutschen 1944 sind die Evangelischen im Dorf eine Minderheit. Die Gemeinde zählt 41 Glieder – mit steigender Tendenz. Es finden regelmäßig deutschsprachige Gottesdienste und Gemeindefeste, Konfirmandenunterricht und Bibelstunden statt. Der Pfarrer und die Diakoniebeauftragte, die alte und kranke Gemeindeglieder besucht, kommen aus der Stadtgemeinde Reghin (deutsch: Sächsisch Regen). Die Gemeinde hat ihr verstaatlichtes früheres Schulgebäude und ihren Gemeindesaal zurückerhalten und damit auch die Möglichkeit, die Gemeindearbeit besser zu finanzieren. Von der kommunalen Seite her spürt die Gemeinde allerdings deutlich, dass die östliche rumänisch-orthodoxe Gemeinde als Vertreterin der Staatskirche mehr Unterstützung erfährt. - "Wir sind auf Hilfe angewiesen, um die neuerlichen Schäden zu beheben!", schreibt Pfarrer Zey. 
Das GAW wird in der Vorstandssitzung im August über diesen Bittruf entscheiden. 3.500 Euro werden erbeten.

Montag, 27. Juli 2015

Diaspora - Sammlung und Sendung

"In einer Diaspora-Ekklesiologie findet eine Zuordnung des Elements "versammelte Gemeinde" und das Elements "in Sendung verstreute Glieder" zu einem höheren Ganzen statt, zum Säemann, der Jesus Christus selber ist, und zugleich wird die eschatologische Dimension zur Geltung gebracht. Von diesem Leitbild einer Kirche in Gestalt des Saatkorns in der Hand des Säemanns fällt ein Licht auf das Wesen unserer Kirche." (Rudolf Obermüller, EvDia 1966, 36. Jg., S. 227)

Donnerstag, 23. Juli 2015

Stromgenerator für Altenheim in Homs, Syrien



Anlieferung des Stromgenerators für das Altenheim
"Zunächst lassen Sie mich aufrichtig und im Namen der Kirche von Homs danken für Ihre Hilfe, die es uns ermöglichte, für das Altenheim einen Stromgenerator zu erwerben.
Der Generator ist einer der wichtigsten Faktoren, um das Fortbestehen des Altenheims während dieser schwierigen Tage zu gewährleisten. Die Stromversorgung ist aufgrund des jüngsten ISIS-Terroranschlags auf 14 Stunden täglich rationiert, was das Leben der älteren Menschen beeinträchtigt.
Unser Generator ermöglicht:
– sicheren Strom für das Gebäude des Altenheims (Licht, Kalt- und Warmwasser etc.)
– sichert die Arbeit des Aufzugs, der benötigt wird, damit die älteren Menschen sich zwischen ihren Zimmern und dem Essens- und Aufenthaltsbereich bewegen können
– gewährleistet die Arbeit der medizinischen Geräte
– verbessert durch das Kühlhalten die Versorgung mit Lebensmitteln
Daher ist der Generator für die Menschen im Altenheim nicht etwas zusätzliches, sondern einfach existenziell.
Wir bedanken uns für diese erneute Unterstützung unserer Mission des Lichts inmitten der schlimmen Dunkelheit, durch die unser Land gerade schreitet."

Pfarrer Mofid Qarajili, Evangelisch-Presbyterianische Kirche in Homs

Montag, 20. Juli 2015

"Gemeinsam Kirche sein" in Moskau

Nach mehr als acht Jahren Dienst in  Moskau verabschiedete die französischsprachige evangelische Gemeinde ihre Pfarrerin Fara Rajarisoa aus Madagaskar. Der feierliche Gottesdienst fand in der Peter-Paul-Kathedrale zusammen mit der Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) statt. "Nun ist mein Pfarrbezirk die französische Gemeinde :) und ich werde ihre Pfarrerin sein", schreibt Elena Bondarenko, Pröpstin der Zentralen Propstei der ELKER, die neben Englisch und Deutsch auch Französisch spricht. Erzbischof Brauer hat die ausscheidende Pfarrerin gesegnet und gleichzeitig die Einführung von Elena Bondarenko vorgenommen unter Beteiligung des ersten Beraters des französischen Botschafters. Bondarenko fügt hinzu: "Die Gemeinde ist nun auch eine Gemeinde in der Zentralen Propstei, denn sie hat sich unserer Kirche angeschlossen."
Der Gottesdienst mündete schließlich in einem schönen Fest mit einem wunderbaren afrikanischen Grill.
Die Gemeinschaft mit der französischsprachigen Gemeinde in Moskau gibt es seit 15 Jahren. Diese Gemeinde, die  aus Afrikanern und einigen französischen Protestanten aus der Botschaft Frankreichs besteht, versammelt sich in der Kapelle der lutherischen Peter-Paul-Kathedrale. In diesem Jahr hat sie den Wunsch geäußert, Teil der lutherischen Kirche zu sein und gleichzeitig Teil des französischen Protestantismus zu bleiben.

Sonntag, 19. Juli 2015

Sammeln für/um Gottes Wort!

Das Sammeln von Spenden für das GAW steht im Dienst des Sammelns um Gottes Wort. All das Bauen, Renovieren und Sanieren von Kirchen, Pfarrhäusern, Gemeindehäusern, ev. Kindergärten und Schulen steht im Dienste der Erbauung durch Gottes Wort!

Freitag, 17. Juli 2015

Gebet zur Griechenland-Krise

Lebendiger Gott, Herr der Welt:

Bei dir gehören Recht und Erbarmen unlösbar zusammen. Du lässt dich bewegen in deinen Urteilen von menschlicher Not und von Gebeten. Wir bringen vor dich unsere Gedanken zur Griechenland Krise, die so viele Gemüter erhitzt und Europa auf die Probe stellt. Wir bitten dich um Weisheit für alle Entscheidungsträger und um einen Blick nicht nur für Finanzen,sondern auch für die Menschen, deren Leben an dieser Krise zerbricht. Erfüll uns alle mit einem Geist, der uns in Achtung und in Anteilnahme mit dem griechischen Volk verbindet und treib aus unserem Denken Rechthaberei und Schadenfreude. Gott, lass Europa nicht scheitern!

Wir bitten dich für die anderen Krisenherde auf unserem Planeten: Auch jenseits der Schlagzeilen geht an vielen Orten Gewalt und Verelendung immer weiter und Menschen verlieren ihre Heimat. Stärke alle, die den Opfern zur Seite stehen. Segne, die nach Frieden suchen und die von Gerechtigkeit träumen. Gott, lass die Weltgemeinschaft nicht scheitern!

Wir bitten dich für Christen und Christinnen aller Länder: Viele von ihnen müssen täglich um ihr Leben fürchten, viele leben in großer Not und warten auf Hilfe von dir und von uns. Halte unsere Herzen offen für das Zeugnis ihres Glaubens und stärke unsere Verbundenheit im Gebet und im Handeln. Gott, lass deine Kirche nicht scheitern!                          (Sylvia Bukowski, Juli 2015)

P.S.: Derzeit arbeitet das GAW gemeinsam mit der Griechischen Evangelischen Kirche daran, Hilfsprojekte der Kirche zu unterstützen für Flüchtlinge, Roma und verarmte Griechen.
Das GAW ist dabei auf Hilfe angewiesen: https://www.facebook.com/gustav.adolf.werk/app_190322544333196 - helfen Sie mit!

Donnerstag, 16. Juli 2015

Fürchte dich nicht! - Gottesdienst in Jurbarkas / Litauen (von Vera Gast-Kellert)


Lutherische Kirche in
Jurbarkas
Pfr. Kairys und Dr. Hüffmeier
"Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" so heißt es beim Propheten Jesaja in Kapitel 43. Darüber predigt der Präsisent des GAW Dr. Wilhelm Hüffmeier in der lutherischen Kirche in Jubarbkas / Litauen - im Memelland. Hüffmeier sagt: "Der Vers aus dem Propheten Jesaja fasst das ganze Evangelium zusammen. Da gibt es Menschen, die eine ´Fürchte-dich`- Atmosphäre verbreiten." In der Gemeinde nickt so mancher, wohl auch in Erinnerung an schlimme Erfahrungen auf Ämtern oder an Grenzen. "Aber Gott zeigt uns ein anderes Gesicht und ermuntert uns ´Fürchte dich nicht`. Und es ist die Aufgabe der christlichen Gemeinde, auch dieses ´Fürchte dich nicht- Gesicht` Gottes im Gottesdienst wie auch im diakonischen und im missionarischen Handeln zu zeigen", so Hüffmeier.
In "Gabrielus"

Die Gemeinde in Jurbarkas kennt ´Fürchte-dich` - Zeiten. Die alte Kirche hatten die Sowjets zerstört. Nach der politischen Wende erhielt die Gemeinde das alte KGB-Gefängnis zurück und feierte dort Gottesdienst. Eine eigene Kirche blieb lange ein Wunschtraum, dessen Verwirklichung 14 Jahre dauerte. Lange schien es, es wäre besser, die begonnene "Bauruine" wieder abzureißen. Selbst Architekt der neuen Kirche hatte lange starke Zweifel, ob und wie man den Kirchbau vollenden könnte. Die Gemeinde feiert nun in der schönen hellen Kirche Gottesdienst und lernt Sonntag für Sonntag Gottes ´Fürchte dich nicht - Gesicht` kennen. das lebt die Gemeinde auch in der Woche in ihrem diakonischen Handeln. Im Diakonischen Zentrum "Sandora" in Klaipeda / Memel bekommen täglich 40 bedürftige Menschen eine warme Mahlzeit und Hilfesuchende Rat und Unterstützung. Und weiter östlich im Memelland in Vyžiai / Wiezsen gibt es "Gabrielius", ein Rehabilitationszentrum für obdachlose drogen- und alkoholabhängige Männer. Im Gespräch mit den derzeitigen Bewohnern wird deutlich, dass sie hier eine neue Perspektive für ihr Leben entwickeln. "Fürchte-dich-nicht - dein Leben bekommt noch einmal eine Chance", das ist ihre reale Erfahrung. "Eigentlich brauchten wir für dieses Haus, das ganz von den Bewohnern renoviert wird, einen kleinen Traktor", betont Diakoniepfarrer Mindaugas Kairys. Ob dieser Wunsch wohl zu groß ist? Vielleicht geht es ja doch wie bei der Kirche und das scheinbar Unmögliche wird möglich. Der leitende Pfarrer Valdas Miliauskas ergänzt: "In diesem Haus sind wir diakonisch und missionarisch, aber auch in den jährlichen Sommercamps in Vanagai, an denen iinzwischen bis zu 600 Jugendliche teilnehmen".
Wie ein Gottesdienst ganz direkt missionarisch ausstrahlen kann, erleben wir auch an diesem Sonntag. Nach dem Gottesdienst spricht eine junge Frau Pfarrer Mindaugas Kairys an und stellt sich vor: "Ich bin Swetlana. Ich bin neu nach Jurbarkas gezogen, und ich bin auf der Suche nach einer Gemeinde. Ich habe diese Kirche gesehen und die Glocken gehört. Der Gottesdienst, die Predigt, dies alles hat mein Herz berührt. Eigentlich bin ich orthodox, aber ich möchte wiederkommen". 
Eine sichtbare Kirche, einladende Glocken, eine klare Predigt und vor allem engagierte ´Fürchte dich nicht - Menschen`, das verbindet sich ab diesem Sonntag mit Jurbarkas und dem Memelland. - Vera Gast-Kellert

Eine ukrainische Theologiestudentin in Halle

Helga stammt aus Kiew. Sie ist Mitglied der lutherischen Gemeinde dort, gehörte zum Kirchenvorstand, hat den Kindergottesdienst geleistet und als Übersetzerin gearbeitet. Nach einem Touristikstudium hat sie beschlossen, Theologie zu studieren. Pastorin könnte sie aber in der Ukraine nicht werden, denn Frauen sind zum pastoralen Dienst in der lutherischen Kirche in der Ukraine (DELKU) immer noch nicht  zugelassen. Zudem gibt es derzeit in der Kirche zahlreiche Spannungen, weshalb die bayrische Partnerkirche den Partnerschaftsvertrag mit der DELKU ausgesetzt hat. Helga studiert Theologie in Halle (Saale). Sie ist im 10. Semester, hat die Zwischenprüfung bestanden und ist in die Liste der Theologiestudierenden der EKM aufgenommen.
Nachdem sie ihr Studium teilweise selbst finanziert und auch schon ein zeitlich begrenztes Stipendium erhalten hatte, wird nun das GAW sie mit einem kleinen Stipendium unterstützen, sodass sie genügend Zeit hat, sich auf das erste theologische Examen vorzubereiten. Und sie wird sich mit ihrer ukrainischen Diasporaerfahrung in die Arbeit des GAW einbringen.