Sonntag, 29. März 2015

Fürbittgebet für die weltweite evangelische Diaspora

Die Passionszeit - insbesondere die Karwoche - lädt zur Fürbitte für die Schwestern und Brüder in der weltweiten evangelischen Diaspora ein. Mit ihnen sind wir im Glauben verbunden. Insbesondere denken wir an die, die in Kriegsregionen versuchen, ihren Glauben zu leben - wie in Syrien oder in der Ukraine:

Guter Gott, du hilfst unserer Schwachheit auf, du lässt uns immer wieder deine Nähe, deine Wahrheit und deine liebevolle Stärke spüren. Im Vertrauen auf deine Liebe wenden wir uns an dich. 

Wir bitten dich für alle Christen, die als Minderheit unter anderen Religionen leben, und für die verfolgten Christen. Gib ihnen die Glaubensstärke, die sie in ihrer Situation brauchen. Bewahre ihnen einen liebevollen und vertrauensvollen Umgang miteinander. Und schaffe ihnen ein gerechtes und sicheres Umfeld. 

Wir bitten dich für alle Christen, die zwar in einem christlichen Land leben, aber als Minderheit unter anderen Konfessionen. Hilf ihnen, ihr Zeugnis lebendig zu halten. Stärke ihre Gemeinschaft und ihre Identität. Und leite alle zu einem geschwisterlichen Umgang unter den Konfessionen. 

Wir bitten dich für alle Gemeinden, Kirchenkreise und Organisationen, die Partnerschaften zu anderen Christen pflegen. Lass Gemeinschaft wachsen, auch über geographische, kulturelle und spirituelle Entfernungen hinweg. Lass in dieser Gemeinschaft Großes wachsen: geschwisterliche Liebe, gegenseitiges Verständnis, Freundschaften und ein gemeinsames Zeugnis deiner großen Gnade. 

Wir bitten dich für diakonische Projekte und Einrichtungen in den Kirchen der Diaspora. Lass deine Liebe hindurchscheinen durch ihren Einsatz für die Nächsten. Hilf, dass die Arbeit mit Engagement und Kontinuität geleistet werden kann. Lass uns Christen in Deutschland hinschauen, wo wir helfen können. 

Guter Gott, dein Sohn Jesus Christus hat versprochen: „Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.“ Lass uns und alle Christen nah und fern in diesem Glauben bleiben. Überwinde alles, was uns trennt von dir. Gib uns Menschen, Worte und Erlebnisse, die uns im Glauben stärken. Öffne unsere Augen dafür, wo wir zu Botschaftern deiner Liebe werden können. Amen

(Pastor Daniel Meyer Do Santos)

Freitag, 27. März 2015

"Die (neue) Evangelische Diaspora" ist erschienen!!!

Das neue Jahrbuch des GAW „Die Evangelische Diaspora“ ist erschienen! Sie nimmt die Partnerkirchen in Russland, Ukraine, Weißrussland, Kasachstan, Kirgistan Georgien, Aserbeidschan und Armenien in den Blick.

Ausgwiesene Kenner bringen in diesem Jahrbuch die Kirchen in den Blick, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ihren Weg in neu entstandenen Staaten unter völlig veränderten Bedingungen finden mussten. 

Das Buch bietet hervorragend Einblick in eine Region der Welt, die weiterhin im Wandel sich befindet.

"Die innere Krise Russlands und die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine spiegeln sich in den Aufsätzen zu den Kirchen und Ländern wider", schreiben die Herausgeber.

Dieses Buch kann ab sofort beim GAW zum Preis von 7,50 Euro (+Versandkosten) bestellt werden unter: info@gustav-adolf-werk.de 

Mittwoch, 25. März 2015

Kirchendach in Ratiboř erfolgreich saniert

Evangelische Kirche in Ratiboř
"Die Kirchendachsanierung war für unsere Gemeinde eine große Herausforderung", schreibt Pfarrerin Jelinek aus Ratiboř/Tschechien. "Deshalb sind für für die Hilfe des GAW sehr, sehr dankbar!" Und weiter schreibt sie: "Das ist für uns eine Beweis, dass unser HERR uns nicht verlässt und uns nicht ohne Hilfe läßt."
Das Dorf Ratiboř liegt im Osten Tschechiens, im Hostýn-Gebirge (deutsch: Hosteiner Berge). Im 18. Jahrhundert kämpften die evangelischen Bewohner des Dorfes unter ihrem Anführer, Prediger Jan Maniš, hartnäckig für die Religionsfreiheit. Nach dem Erlass des Toleranzpatents 1781 meldete sich fast das ganze Dorf evangelisch. Vier Monate später wurde die Gemeinde offiziell registriert und weihte 1782 ihr erstes Gotteshaus ein. Die heutige Kirche wurde mithilfe des Gustav-Adolf-Werks 1861 fertiggestellt. Hinter dem Altar wurde ein ausgehöhlter Stein eingemauert, der den Protestanten von Ratiboř während der religiösen Verfolgung als Versteck ihrer Gebetsbücher gedient hatte. Die Gemeinde zählt über 800 Mitglieder und gestaltet das geistige und kulturelle Leben im Dorf aktiv mit. Eine Besonderheit ist das von Pfarrerin Jelinek gegründete Handglockenorchester der Gemeinde.
Im Projektkatalog 2013 hat das GAW die Dachsanierung gefördert. Das war dringend geboten, denn zahlreiche Holzbalken waren an mehreren Stellen von Holzwürmern und Pilzen befallen. Feuchtigkeit, die durch das undichte Dach in das Mauerwerk gedrungen war, fördert den weiteren Verfall.
Mit einem Dankgottesdienst konnte die gesamte Aktion feierlich abgeschlossen werden. "Unsere Kirche ist ein sichtbares Symbol der Kontinuität evangelischen Lebens in unserer Region", schreibt Jelinek.

Montag, 23. März 2015

Recht auf Pension spanischer protestantischer Pfarrer

Gottesdienst in einer evangelischen Kirche in Spanien
Das GAW unterstützt die Spanische Evangelische Kirche (IEE) in diesem Jahr durch das Jahresprojekt der Frauenarbeit. U.a. wird für den Pensions- und Rentenfonds der Kirche gesammelt. Unter dem spanischen Diktator Franco galt der evangelische Pfarrberuf nicht als ein „legaler“ Beruf. Die damaligen Pfarrer konnten sich deshalb nicht rentenversichern. Heute beziehen pensionierte Pfarrer und Pfarrwitwen keine Rente und sind auf Unterstützung angewiesen. Eine wichtige solidarische Hilfe des GAW für die Betroffenen und die gesamte IEE!
Die Konferenz Evangelischer Kirchen (KEK) leistet ebenfalls solidarische Unterstützung für den Bund Protestantischer Kirchen in Spanien (FEREDE). Gemeinsam versuchen evangelische Kirchen, auf politischer Ebene Einfluss zu üben, um dieses historische Unrecht auszugleichen. Die spanische Regierung legte kürzlich einen erneuerten Entwurf für ein dementsprechendes königliches Dekret vor. Augrund eines Urteils des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs ist die Regierung gezwungen, zu handeln. In einem ersten Entwurf waren jedoch insbesondere die älteren pensionierten Pfarrer von den Ausgleichszahlungen ausgeschlossen. Die KEK versucht, die FEREDE in diesem Prozess zu begleiten und zu beraten, damit eine gerechte Lösung erreicht werden kann. 
Unbefriedigend ist, dass die spanische Regierung auf Zeit zu setzen scheint. So ist im vergangenen Jahr im Alter von 88 Jahren der emeritierte Pfarrer Francisco Manzanas verstorben. Aufgrund seiner Klage in Straßburg musste die Regierung ihm monatlich eine Pension zahlen. Dieses von Manzanas erstrittene Recht konnte aber nicht auf andere Betroffene übertragen werden. 

Mehr über das Jahresprojekt der Frauenarbeit 2015 finden Sie hier!

Donnerstag, 19. März 2015

Papstbesuch bei den Waldensern

Eugenio Bernardini berichtet den Partnern seiner Kirche
"Nach 800 Jahren ist es das erste Mal in der Geschichte unserer Kirche, dass ein Papst uns besucht", berichtet Eugenio Bernardini, Moderator der evangelischen Waldenserkirche Italiens. "Das ist ein Zeichen einer ökumenischen Öffnung von Seiten des Papstes! Und es ist für uns von Bedeutung, dass er uns selbstverständlich als Schwestern und Brüder im Glauben betrachtet und nicht darüber spekuliert ob wir Kirche sind oder nicht." Im Juni diesen Jahres wird Papst Franziskus in Turin die Waldensergemeinde besuchen. Selbst hat er sich dabei wohl auch über Widerstände in der römischen Kurie hinweggesetzt. Das tut dem Miteinander auf ökumenischer Ebene gut.
Die Waldenserkirche selbst hat ihre Mitgliederzahl einigermassen stabil halten können. Im Jahr 2014 hat die Kirche 200 Mitglieder verloren. Aufgefangen wird der Mitgliederschwund durch Zuwachs von Migranten, die in Italien Zuflucht suchen. "Unser Programm "Gemeinsam Kirche sein" ist die einzige Chance, als Kirche stabil zu bleiben, zu wachsen und gleichzeitig zur Integration besonders der afrikanischen Migranten beitragen zu können", sagt Bernardini. Zudem betont er, dass die Waldenserkirche nach jahrelangen Diskussionen sich getraut hat, zu Evangelisationsveranstaltungen einzuladen, um zu zeigen, dass christliche Glaube nicht eindimensional in Italien lebbar ist. "Wir haben gemerkt, dass wir es können, öffentlich nach außen zu zeigen, was wir glauben und wofür wir stehen", sagt er.
Die Waldenserkirche Italiens hat laut Statistik des Jahres 2014 ca. 17.820 konfirmierte Mitglieder. Zählt man Kinder und Sympathisanten dazu, dann kommt man auf ca. 24.000 Waldenser. Ca. 4.000 von ihnen sind inzwischen Migranten. Dieser Anteil wächst langsam. In 130 Gemeinden versammeln sich die Gläubigen, wobei die Kirchen unterschiedlich groß sind. Die größten Gemeinden haben zwischen 800 und 1500 Mitgliedern, die mittleren Gemeinden zwischen 300 und 800 und die kleinen Gemeinden weniger als 300. 70 Pastoren und 5 Diakone dienen in der Kirche als Vollzeitmitarbeiter. 

Dienstag, 17. März 2015

Gemeinsam Kirche sein in Saratow an der Wolga

Namibische Medizinstudenten an der Wolga
 Neue Marienkirche im Bau  
Es begann um das Jahr 2003, dass sich das "Gesicht" der lutherischen Gemeinde in Saratow an der Wolga veränderte. In dem Jahr hatte die Gemeinde noch kein eigenes Gebäude. Die alte lutherische Kirche im Stadtzentrum wurde von den Kommunisten 1968 gesprengt.

Eine Tages betrat ein dunkelhäutiges Mädchen den Gottesdienstraum. Alle Blicke wendeten sich ihr zu. "Sie war die erste dunkelhäutige Besucherin, die die Gemeinde erlebte. „Wir dachten zunächst, dass sie sich vielleicht in der Tür geirrt hat“, sagt der Pastor Andrej Dzhamgarov. Es war leila. Sie war aus Namibia gekommen, um in Saratow Medizin zu studieren und dann später in Namibia Ärztin zu werden.  Leila erzählte, dass sie lange auf der Suche nach einer lutherischen Gemeinde war und dass es lange gedauert hatte, die Gemeinde zu finden. Innerhalb der folgenden sechs Jahre versäumte Leila keinen einzigen Gottesdienst und nahm aktiv am Gemeindeleben teil. Nach Beendigung ihres Studiums kehrte Leila mit  Bestnoten in ihre Heimat Namibia zurück. Sie hielt dennoch Kontakt zur Gemeinde und wurde quasi „Mitarbeiterin im Außendienst“. Sie nahm in Namibia Kontakt zu namibischen Studenten auf, die in Saratow studieren wollten und gab ihnen die Adresse der evangelisch-lutherischen Kirche. Eine Aktion, die sich lohnte: Dank Leilas Bemühungen wuchs die lutherische Gemeinde um die afrikanischen Medizinstudenten. Sie kamen immer öfter zu den Gemeindeveranstaltungen. Sie helfen zudem aktiv beim Bau der Kirche. Dieses Gebäude wächst immer weiter und soll später von der Wolga her schon von Weitem erkannt werden. Die Studenten bereichern die Gottesdienst mit ihren Liedern auf Ovambo, einer namibischen Stammessprache.
So soll die Kirche einmal aussehen
Sehr aktiv in der Gemeinde ist Sakeus Josef, der uns zum ersten Mal 2009 kam. Für ihn selbst war dieser erste Besuch ein richtiger Festtag war. Die Gottesdienste in der lutherischen Kirche sind für ihn ähnlich wie in Namibia und geben ihm Heimat in der Fremde. Er sagt dann auch: „Die Saratower, die die Marienkirche besuchen unterscheiden sich von den anderen Bürgern der Stadt. Sie halten zusammen und sind einander eng verbunden. Das zeigt sich natürlich nicht nur im Gottesdienstbesuch, sondern auch dadurch, dass sie beim Bau des Kirchengebäudes helfen, ihre Freizeit miteinander verbringen, gemeinsam Tee trinken und zusammen Neujahr feiern. Besonders gefällt mir der Chor, der oft am Sonntag die Kirchgänger mit Liedern und Gesängen erfreuen. Ich bin überzeugt, dass die evangelisch-lutherische Gemeinde in Saratow eine gesegnete Kirche ist, besonders weil sie Menschen vieler Nationalitäten vereint. Es kommen nicht nur Russen, sondern auch Studenten aus Namibia und Gäste aus Deutschland. Im Gottesdienstsaal kann man viele Sprachen hören: Russisch, Deutsch, Armenisch, Oshivambo, Englisch. Das ist ein lebendiges Zeugnis dafür, dass verschiedene Völker, die durch viele Kilometer und Grenzen voneinander getrennt sind, sich vereinen können, um Gott zu preisen."

Das GAW unterstützt den Bau der lutherischen Kirche in diesem Jahr mit 8.000 Euro. Helfen Sie hier mit!

Mehr unter: http://www.gustav-adolf-werk.de/projekt-des-monats.html

Montag, 16. März 2015

Gewalt überwinden in Caracas

Workshop zu "Gewalt überwinden" in Caracas
„In Caracas gibt es kaum ein Gebäude, das nicht durch eine Mauer abgeschirmt ist“, sagt Pastor Hands, lutherischer Pfarrer in Valencia - seit März 2015 Kirchenpräsident der lutherischen Kirche IELV und Direktoriumsmitglied in der Acción Ecumenica (AE). „Scherben, Zacken oder Stacheldrähte auf der Mauerkrone reichen vielen Bewohnern nicht mehr aus. Sie lassen Hochspannungsleitungen um ihre Grundstücke ziehen.“ Die Venezolaner haben guten Grund, sich einzumauern. Caracas gilt als gefährlichste Hauptstadt der Welt. Gewalt ist an der Tagesordnung. Diesem Problem stellt sich die AE. Sie ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich an christlichen Grundwerten orientiert und im ökumenischen Miteinander Verantwortung für Fragen und Herausforderungen der venezolanischen Gesellschaft übernehmen will. Sie wurde 1977 gegründet auf Initiative verschiedener Christen unterschiedlicher Konfessionen. Drei Pfarrer der IELV sind im Vorstand von AE. Im Gebäude befinden sich ein Gesundheits- und Dokumentationszentrum und Seminarräume. Weiterhin ist eine umfangreiche Bibliothek vorhanden. AE widmet sich neben der Gesundheitsvorsorge verschiedenen Präventionsprogrammen und dabei insbesondere der Frage der Überwindung der Gewalt. „Mehr Bildung, weniger Gewalt“ heißt ein Programm, das sich an Jugendliche im Armenviertel La Pastora wendet.
Ein Hauptproblem der Gewalt, unter denen die Jugendlichen leiden, ist ihre Perspektivlosigkeit. Das Programm der AE will Jugendlichen Raum und Zeit anbieten, damit sie sich nicht allein überlassen bleiben. Sie sollen neben Nachhilfeunterricht, Fortbildungen am PC erhalten und die Lust am Lesen soll geweckt werden. Es gibt Gruppenangebote, in denen die Jugendlichen lernen, auf Gewalt deeskalierend zu reagieren. „Wir wollen ein friedliches Miteinander und eine Kultur der Nicht-Gewalt stärken“, sagt Pastor Gerardo Hands.
Das will das GAW in diesem Jahr mit 4.500 Euro unterstützen. Helfen Sie mit!

Sonntag, 15. März 2015

...Schutz und Schirm vor allem Bösen... - Konfirmationskarten vom GAW



"Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist gebe dir seine Gnade: Schutz und Schirm vor allem Bösen. Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass du bewahrt wirst im Glauben. Friede sei mit dir." - So lautet der alte, wunderschöne Konfirmationssegen.
In den kommenden Wochen - in einigen Gemeinden schon am Palmsonntag - aber dann nach Ostern wird in allen evangelischen Kirchengemeinden Konfirmation gefeiert.
Aus diesem Anlass hat das GAW eine Glückwunschkarte herausgegeben. Sie kann auch als Urkunde bestellt werden unter verlag@gustav-adolf-werk.de oder direkt über die Homepage des GAW. (Preis: Karte 0,60 Euro, Urkunde 0,80)
Auf der Karte ist der sog. "Hussitenkelch" aus der Nikolaikirche zu Leipzig zu sehen. Zu dieser Gemeinde gibt es seit Gründung des GAW enge Beziehungen. Zudem weit das Motiv auf Jan Hus hin, dessen Gedenkjahr wir 2015 feiern.

Freitag, 13. März 2015

Hilfe für evangelische Schulen in Syrien

Reformierte Schule in Homs / Syrien
Vier Jahre dauert der Bürgerkrieg in Syrien nun schon. Die Not ist immens. Der Staat und seine Strukturen sind kollabiert. Insgesamt sind mindestens 200.000 Menschenleben zu beklagen. Das Jahr 2014 war bisher das grausamste Jahr des Kriegs. Die Gewalt und der Terror haben kontinuierlich zugenommen. Trotz allem - so heißt es bei UNICEF - ist es dringend geboten, gerade jetzt in Dinge wie Bildung zu investieren. "Wir dürfen die Kinder und Jugendlichen nicht im Stich lassen. Wir müssen ihnen zur Seite stehen", bestätigt Pfarrer Owe Boersma vom Evangelischen Missionswerk in Hamburg (EMW). Gerade ist er aus Beirut (Libanon) zurückgekehrt und hat dort mit den Partnern der evangelisch-reformierten Kirchen und der "Fellowship of Middle East Evangelical Churches" (FMEEC) gesprochen. Er macht besonders auf die Situation der evangelischen Schulen in Syrien aufmerksam, die dringend Unterstützung brauchen. Einige evangelische Schulen arbeiten noch in Syrien, beispielsweise in Aleppo, in Homs, in Qamishli und in Hasakah. Die Städte Qamishli und Hasakah liegen im Nordosten Syriens, einer Region, in der die Terrormiliz IS vorrückt. 
Alle Schulen unterrichten christliche und muslimische Kinder. In den Schulen im Nordosten Syriens liegt der Anteil der christlichen Schüler bei nur ca. 10%. "Gerade diese Schulen brauchen jetzt Hilfe. IS-Sympathisanten bieten Eltern Geld, damit sie ihre Kinder nicht mehr in christliche Schulen schicken", berichtet Boersma. "Das ist fatal. Wir müssen als Christen gerade auf Bildung setzen! In Syrien droht eine verlorene Generation heranzuwachsen."
Die Not in den Schulen gleicht sich: es fehlt an Schulgeld für die ärmsten Kinder, an Schulmaterial, an Heizöl und an Generatoren, dazu kommen die Transportprobleme und natürlich Probleme bei der Verpflegung der Kinder. 
Wir dürfen die christlichen Kirchen in Syrien nicht allein lassen! Das GAW sammelt derzeit mit der GAW-Konfirmandengabe  Spenden für Schulen Syrien. Die evangelischen Partner in Syrien sollen unterstützt werden, damit sie ihre Schulen offen halten können. Unsere Bitte an die Konfirmanden in Deutschland: Spendet eure Konfirmandengabe für die evangelischen Schulen in Syrien! Helft Schülerinnen und Schülern in Syrien!

Donnerstag, 12. März 2015

Theologische Ethik und Homosexualität

Ende Februar fand in der Spanischen Evangelischen Kirche (IEE) ein Theologischer Workshop statt zum Thema „Theologische Ethik und Homosexualität“. Professor Juan Sánchez von der Theologischen Fakultät SEUT in Madrid führte in die Fragestellung ein. Im spanischen protestantischen Umfeld ist das ein kontroverses Thema, an dem sich die Geister scheiden – besonders in der Auseinandersetzung mit Freikirchen und Charismatikern.

Professor Sanchez betonte, dass gerade im Blick auf den Umgang mit der Bibel zum Thema Homosexualität betont werden muss, dass die Bibel kein Buch mit ethische Lebensanweisungen ist, sondern ein Glaubensbuch, in dem es um die Beziehung des Menschen zu Gott geht. „Wir finden in der Bibel keine Antworten auf die Haltung zur Homosexualität“, sagt Sánchez. „ In der Bibel steht deutlich „Du sollst nicht töten“, aber gleichzeitig finden wir Abschnitte, in denen das Volk Israel gegen dieses Gebot verstößt.“
Sánchez betont, dass wir uns nur mittels der Theologie und der Ethik den aktuellen Herausforderungen stellen können. Gerade die Ethik muss sich dabei auch der modernen Wissenschaft bedienen, z.B. der Biologie und der Medizin. Diese heutigen Kenntnisse hatte z.B. der Apostel Paulus nicht. Wir müssen unterscheiden lernen, was Glaubensfragen sind und was ethische Herausforderungen, zu denen auch unterschiedliche Einschätzungen geben kann. Diese unterschiedlichen Positionen dürften uns als Kirche jedoch nicht auseinanderbringen. „Es geht bei der Haltung zur Homosexualität nicht um Bekenntnisfragen“, sagt Sánchez. Vielmehr ginge es bei allem um einen offenen Dialog, um ein gemeinsames Suchen. „So wie Jesus sich dem Nächsten genähert hat, genauso sind wir gefordert!“ 
Sánchez' Hinweis, dass man unterscheiden lernen muss zwischen Glaubens- und Bekenntnisfragen und ethischen Herausforderungen, ist wichtig. Und man muss auch klar herausstellen, dass die Auseinandersetzung mit der Homosexualität keine Wesensfrage der Bibel und kein zentrales Thema ist. Wäre das so, müsste man sich auch fragen, warum Themen, wie z.B. das Zinsverbot im Alten Testament, nicht eine höhere Relevanz für unser Leben hat. Dieses Verbot wird nämlich öfter betont.
Sánchez ist nur zuzustimmen, dass die Haltung Jesu entscheidend ist, um sich kritischen Themen zu stellen und Unterschiede auszuhalten. „Nehmt einander an, so wie euch Christus angenommen hat!“ - so heißt es entsprechend in der Jahreslosung für 2015.

Montag, 9. März 2015

Theologiestudierende unterwegs in die Diaspora

Studierendenfahrt nach Straßburg
Künftige Generationen von Theologinnen und Theologen für das GAW und damit für die Diasporaverantwortung von Kirche zu gewinnen ist die große Herausforderung für das GAW. So hat es eine Studie festgehalten. Wie vermitteln wir ein Wissen und Gespür für die evangelische Diaspora? Wie können wir Beziehung zu den "Glaubensgenossen" (Gal 6) stärken?. 
Um Begegnung und Beziehung zu ermöglichen - gerade für zukünftige Generationen von Theologen - finden seit vergangenem Jahr Angebote für Theologiestudierende aus ganz Deutschland statt. Im März fuhr ein Gruppe nach Straßburg. Studierende aus Berlin, Münster, Heidelberg und Leipzig waren dabei.
Neben dem Kennenlernen der Theologischen Fakultät und Begegnungen mit Theologiestudierenden aus Frankreich und Besuch von GAW-Projekten in Straßburg kam es auch zu einem intensiven Austausch mit der Kirchenleitung der Vereinigten Protestantischen Kirche im Elsass. Und nebenbei begegneten den jungen Theologen viel Kirchengeschichte: die z.B. die refomierte Kirche in der J. Calvin wirkte, die Kirche in der der Mystiker Tauler begraben ist und natürlich die Wirkungsstätte Albert Schweitzers.
Solche Reisen und Begegnungen wecken Interesse an der evangelischen Diaspora. Hier liegt ein großes Potenzial, um für die Zukunft Multiplikatoren für die Diasporaverantwortung von Kirche zu haben, denen die evangelischen "Glaubensgenossen" ein Herzensanliegen sind. 

Samstag, 7. März 2015

Fröhlich Kirche sein gegen jede Depression

Im Gespräch mit Christian Albecker
"Wie können wir eine fröhliche und hoffnungsstiftende Kirche sein, die nicht der Depression das Feld überläßt?" so formuliert Kirchenpräsident Christian Albecker der Vereinigten Protestantischen Kirche im Elsaß (UEPAL) die Herausforderung seiner Kirche. Seit über einem Jahr leitet Albecker seine Kirche. Er selbst ist kein ordinierter Pfarrer. Er ist Ingenieur, hat aber Theologie studiert. "Es gibt immer wieder Tendenzen in der Kirche, die zum Ausdruck bringen, dass die Kirche immer kleiner wir," fährt er fort. "Wir sind aber nicht hier, um zu klagen, sondern wir haben einen Auftrag, hier und jetzt dem Evangelium Raum zu geben. Und das ist eine gute und frohmachende Botschaft gegen jede kirchliche Depression."
Deshalb entwickelt die Kirche Programme, die sich an Kirchendistanzierte richtet, wie z.B. das Missionarische Projekt "Opération DAVID" - das steht für: Distanzierte Personen durch Aktion unsere Werte vermitteln. Bewusst soll die Abkürzung auf den biblischen König David verweisen. Und Albecker sagt: "Wir wollen nicht warten, dass Menschen mit ihren Anliegen zu uns kommen, sondern wollen aktiv in die Gesellschaft gehen." Das GAW will dieses Gemeindeaufbauprogramm der Kirche im Projektkatalog 2015 mit 8.000 Euro unterstützen.
Ebenso entwickelt Pfarrer Rudi Popp im Straßburger Stadtzentrum eine Citykirchenarbeit, um die Gemeinde nach außen zu öffnen und gleichzeitig den Kirchraum in missionarischer Weise zu öffnen. Er hat so z.B. einen "Touristen Katechismus" entwickelt, der auf I-Pads kurze Anregungen und Impulse zum Nachdenken gibt.
"Wir wollen in der Gesellschaft gehört werden und uns einbringen mit unseren Werten", fasst Albecker die verschiedenen Aktivitäten zusammen.

Mittwoch, 4. März 2015

Lebensmittelhilfe für Notleidende in der Ukraine

Verteilung von Lebensmitteln
"Von umgerechnet 30 Euro muss eine alte Frau aus Beregszasz monatlich leben", berichtet der Osteuroparefernet des schweizerischen Hilfswerks HEKS Pfarrer Matthias Herren. "Für sie ist das erhaltene Lebensmittelpaket eine große Hilfe." Weiter berichtet er von einer Familie, wo der Mann wegen einer Augenkrankheit arbeitslos ist. Das Arbeitslosengeld beträgt 7 Euro.  Drei Kinder hat die Familie. Eines ist krank. Auch hier hilft das Lebensmittelpaket enorm.
Im Januar haben HEKS, die Badische und die Rheinische Landeskirche und das GAW gemeinsam einen Winter-Nothilfefonds für die Karpato-Ukraine beschlossen. Ziel war und ist es, in den Wintermonaten der Diakonie der Reformierten Kirche in der Karpato-Ukraine zu helfen,  arme Familien, alte Menschen und Notleidende zu unterstützen. Das ist dringend geboten. Für ca. 7 Euro werden jetzt Pakete gepackt und durch die Diakonie den Hilfsbedürftigen übergeben. 
Die soziale Situation im Land hat sich spürbar verschlechtert. Staatliche Leistungen wurden eingeschränkt. Auf Grund der Teuerung im Land bleibt den Menschen wenig übrig. Die Diakonie der Reformierten Kirche im Westen der Ukraine hilft nun über die Kirchengrenzen hinweg allen, die auf Hilfe angewiesen sind - dank der Unterstützung der Partner.
In der Karpato-Ukraine leben noch ca. 10% ungarischstämmige Menschen. Derzeit haben es die Minderheiten wie die Ungarn oder auch die Ruthenen in der angespannten politischen Situation nicht leicht. Insbesondere die Rekrutierungen zur ukrainischen Armee macht den Minderheiten wie den Ungarn zu schaffen. Es heißt, dass sehr viele Ungarn, die für die Rekrutierung in Frage kommen, ausgewandert sind. Häufig sind die, die dann in den Krieg müssen kaum ausgebildet und schlecht ausgerüstet. Die reformierten Gemeinden haben schon etliche Kriesgopfer zu beklagen. Auch in der Schlacht um Debalzewe war ein Regiment eingesetzt, in dem viele aus Transkarpatien kamen.
Wir werden unsere Partnerkirche weiterhin unterstützen, ihren Dienst an denen zu tun, die gerade in Kriegszeiten enorm zu leiden haben. Helfen Sie mit: http://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

Dienstag, 3. März 2015

Vulkanausbruch in Chile

Vulkan Villarica
In den frühen Morgenstunden chilenischer Ortszeit am 3. März ist der Vulkan Villarica ausgebrochen. Er ist einer der aktivsten Vulkane im Land. Länger schon hatte man das erwartet, was jetzt eintraf. Umliegende Orte - wie der beliebte Urlaubsort Pucon - wurden evakuiert. Über 3.600 Menschen waren davon betroffen. 
In dem Ort Villarica am Fuße des Vulkans gibt es eine kleine lutherische Gemeinde, die von dem Pfarrer Eduardo Rojo Vogel aus Temuco betreut wird. Er schrieb: "Ich habe inzwischen verschiedene Gemeindemitglieder, sowohl in Villarrica und Umgebung als auch in Pucón angerufen. Und bis jetzt ist alles relativ Ruhig. Gott sei Dank lag nicht so viel Schnee auf dem Berg, und daher ist die Erdrutschgefahr wegen Schnee und Wasserlawinen relativ gering. Dazu gab es wohl nur wenige, aber dafür sehr starke Ausbrüche, so dass die eingedämmte Energie wohl grösstenteils heraus aus dem Vulkan ist. Jedenfalls ist der Vulkan nun wieder Ruhig, Jetzt ist nur eine kleine Rauchwolke zu sehen."
Pfarrer Rojo wird uns auf dem Laufenden halten!

Montag, 2. März 2015

Ökumenisches Fürbittgebet in dieser Woche u.a. für Österreich

Evangelisches Gemeindezentrum in Windischgarten
Die Evangelische Kirche A.B. in Österreich ist eine der Partnerkirchen, die von Beginn an vom GAW gefördert worden ist. Waren bald nach der Reformation über 80% der Bevölkerung Österreichs protestantisch geworden, so hat die Gegenreformation in Österreich die reformatorische Bewegung fast zerstört. Heute hat die Kirche wieder ca. 300.000 Gläubige. Sie konnte auch neue Mitglieder u.a. dadurch gewinnen, weil viele Siebenbürger Sachsen sich in Österreich ansiedelten und in die Kirche integriert wurden.


Im Gebet heißt es u.a.:

Wir danken für:
- die langen Jahrhunderte christlicher Tradition und Zeugnis, besonders für die Christen, die sich dem Dienst am Nächsten verschrieben haben.
- den hohen Lebensstandard und für die Möglichkeit einer guten Erziehung und Gesundheitsversorgung, die von allen Menschen in diesen reichen Ländern genossen werden.
- die Gaben der Fremden, die den Reichtum ihrer Kulturen mitbringen.
- die großartige Schönheit der Alpen.

Wir bitten um/für:
- die Menschen und die Organisationen, die gegen die Bewegungen der Neo-Nazis kämpfen.
- die christlichen Kirchen in der Region, dass ihr Zeugnis lebendig und ihre Glaubensgemeinschaften stark bleiben inmitten von Materialismus und Säkularisation.
Das GAW hilft in diesem Jahr beim Ausbau der Räume
für die Kinder- und Jugendarbeit in Windischgarten
- die, die - umgeben von so viel Reichtum - mit Armut zu kämpfen haben, besonders die Einwanderer, die Arbeiter und Arbeiterinnen in der Tourismusindustrie und die Menschen mit Migrationshintergrund.
- die jungen Menschen, die zwar auf materiellen Reichtum zurückgreifen können, aber in der Gefahr stehen, die Hoffnung auf ein sinnvolles Leben zu verlieren.

Gebet

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir, was mich führet zu dir.
Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir. (Heiliger Nikolaus von der Flüe -1417-1487)