Dienstag, 27. Januar 2015

Wer gehört zu mir?

Haroutune gehört zu mir und meinem evangelischen Glauben. Haroutune Selimian ist Armenier und lebt in Syrien. Er ist evangelischer Christ. Als Pfarrer betreut er unter schwierigsten Umständen seine Gemeinde in Aleppo. Er hilft wo er kann, verteilt Lebensmittel, Kleidung, Decken. Er schreibt: "Wir bleiben hier im Vertrauen auf Gottes Verheißung, dass Frieden in unserem Land irgendwann wieder möglich ist. Wir glauben, dass christliches Leben Ausdauer und Geduld braucht. Wir sind überzeugt, dass die Quelle für unsere Kraft in Gott selbst ist. Und wir glauben, dass wir all das nur aushalten, weil wir auf Gott allein vertrauen. Wir wissen, dass die Menschen hier Extremes erleben und aushalten müssen. Als Kirche versuchen wir, an ihrer Seite zu sein und die Würde, die Gott uns allen schenkt zu leben und zu verkünden.“ Haroutune, der Armenier, gehört zu Syrien. Und - er gehört zu den Evangelischen weltweit. 

Joél gehört zu mir und meinem evangelischen Glauben. Joél Cortés ist Vorsitzender der Comisión Permanente der Iglesia Evangélica Española. Er erzählt: "In Spanien ist die Überzeugung tief verwurzelt, dass ein Spanier ein Katholik ist. Wer kein Katholik ist, der ist kein Spanier. Das spüren wir bis heute." Joél gehört zu Spanien. Und er gehört zu den Evangelischen weltweit.

Alfred gehört zu mir und meinem evangelischen Glauben. Alfred ist in Kirgistan geboren und aufgewachsen. Er ist deutschstämmig. Alfred Eichholz ist Bischof der lutherischen Kirchen in Kirgistan. Das Land ist vom Islam geprägt. Die Religionsgesetzgebung macht es den religiösen Minderheiten schwer, ihr Glaubensleben zu gestalten. Trotzdem ist die Kirche präsent, insbesondere durch die diakonische Arbeit. Das strahlt aus. Alfred sagt: "Die Leute im Land sollen sagen: Das Christentum ist eine gute Religion." Alfred gehört zu Kirgistan. Und er gehört zu den Evangelischen weltweit.

Was gehört zu uns? Was gehört zu Deutschland? Haben andere Religionen Platz? Es ist fatal zu sagen: "Der Islam gehört nicht zu Sachsen." Wohin gehören denn Menschen anderen Glaubens, wenn sie bei uns leben, arbeiten, sich integrieren, unser Grundgesetz respektieren?

In der Geschichte evangelischer Minderheiten sind es solche Geschichten von Haroutune, Joél und Alfred, die zeigen, dass sie an dem Ort ihren Glauben leben wollen, wo Gott sie hingestellt hat. Sie zeigen, dass sie mit unserem Gott Grenzen, Ausgrenzungen, Abgrenzungen überwinden. Und da zählt nicht "Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus."

Sonntag, 25. Januar 2015

Bitte um Solidarität im Gebet

In bemerkenswerter Weise hat sich Bundesaussenminister Steinmeier in Tunis während einer Rede zu seinem christlichen Glauben bekannt: "Ich bin Christ und natürlich hat mein Christsein mit meinem Handeln in der Gesellschaft zu tun: Meine Religion gebe ich ja nicht an der Garderobe ab, wenn ich in mein Ministerbüro gehe... Mein Glaube inspiriert zwar mein Handeln, im privaten wie im öffentlichen Raum. Aber: Mein Glaube darf nicht selbst zum Gegenstand der Politik werden, und schon gar nicht zum Instrument gegen Andersgläubige." Diese Zeugnis war ihm wichtig - gerade im Blick auf die derzeitigen Diskussionen in Deutschland. Er selbst sagte, dass es im Ausland immer wieder auf die derzeit in Deutschland stattfindenden Demonstrationen angesprochen wird.
Das geht uns im GAW nicht anders. Immer wieder fragen ausländische Partner des GAW nach dem, was hier geschieht - besonders in Dresden und Leipzig. 
Das ist auch eines der Gründe, warum wir unsere Partner - so wie es auch Missionswerke tun - bitten, dass sie für eine friedliche Lösung der derzeitigen Situation in Deutschland beten und insbesondere für einen Dialog der Religionen und ein friedliches Miteinander hier und in ihren Ländern. Das Gebet vermag viel!


Freitag, 16. Januar 2015

Winterhilfe für Notleidende in der Ukraine

Not in der Westukraine
Aufgrund des Krieges ist die Situation auch in Transkapatien, der Westukraine, sehr prekär. Die ohnehin schon vielen Armen leiden noch mehr, da die Leute unter der hohen Teuerung (20%) und dem starken Wertzerfall des Grwina - der ukrainischen Währung - leiden. Die Minimalrente beträgt 67 Euro - viel zu wenig zum Leben.
In der reformierten Kirche in Transkarpatien, zu der ca. 100.000 Gläubige gehören, leben ca. 4.000 Menschen mit einer solch kleinen Minimalrente, die für kaum etwas reicht. 

Das GAW unterstützt Winternothilfeprogramm, das das Ziel hat, diese Menschen von Januar bis März mit Lebensmittelpaketen (Grundnahrungsmitteln wie Reis, Teigwaren, Öl etc.) zu unterstützen. Ein Paket kostet € 8.
Insgesamt sollen 6‘250 Pakete verteilt werden. Die Pakete erhalten vor allem alleinstehende Menschen, ungeachtet der Ethnie und Kirchenzugehörigkeit.

Donnerstag, 15. Januar 2015

GAW - einer der Wegbereiter der GEKE

Prälat Lempp
"Wir treiben GAW-Arbeit, weil wir in den Einzelgemeinden den Sinn für die gesamtkirchliche Aufgabe wecken und stärken müssen. 
Das GAW hat von Anfang an... in all den Landeskirchen lutherischen, reformierten und unierten Bekenntnisses die eine evangelische Kirche verborgen gesehen, der dieses gemeinsame Werk der Liebe aufgetragen ist. Seine Einstellung war immer grundsätzlich ökumenisch." 
(Prälat Lic. Lempp, Württemberg)

Sicherlich ist das GAW auch ein Wegbereiter der innerevangelischen Zusammenarbeit, wie sie letztlich in der Leuenberger Konkordie formuliert wurde und sich in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) wiederfindet. 

Dienstag, 13. Januar 2015

Nachrichten von der Evangelischen Gemeinde in Homs

Ev. Kirche in Homs
"Unser Leben ist ein Albtraum", schreibt Pfarrer Mofid Karajili von der Evangelischen Kirche in Homs in Syrien. "Jeder Tag ist ein Kampf um das täglich Brot, um das heizen der Wohnungen, um elektrischen Strom. Wer Geld hat, der schafft es irgendwie. Aber was machen die armen Leute, die Alten?" Und er fährt fort: "Könnt Ihr Euch vorstellen, was es für unsere Gemeinde bedeutet in solch einer Situation für ein Altersheim in Homs für 40 alte Menschen verantwortlich zu sein? Wir haben kaum die Chance das Heim zu wärmen." Und dann berichtet er von den Härten des Gemeindelebens in dieser zeit: "Die Hälfte der Gemeindemitglieder ist fort gegangen oder tot. Viele haben ihre Arbeit verloren. Ich habe eine junge Witwe in meiner Gemeinde mit zwei kleinen Kindern. Sie findet keine Arbeit. Was soll ich am Sonntag predigen? Welche Worte kann ich finden, um ihr Trost zu spenden und Hoffnung zu verkünden? Die junge Frau sagte mir, dass es besser wäre, wenn sie sterben würde."
Und er endet seinen Brief: "Es ist oft genug zum Verzweifeln. Aber das ist nicht alles. Die Hilfe, die wir bekommen - und schon vom GAW erhalten haben - sind sehr wichtig. Das ist ein Grund, warum wir Hoffnung haben können. So erfahren wir, dass wir nicht verlassen sind! Gott segne Euch!"
Das GAW hat der evangelischen Gemeinde in Homs gemeinsam mit der Rheinischen und Badischen Landeskirche geholfen, eine Schule und das Altersheim nach Bombenangriffen wieder instand zu setzen. In der Schule wird unterrichtet und im Altersheim leben die Senioren sicher, denn beide Einrichtungen sind in einem "gesicherten" Stadtteil der Stadt Homs.
Helft mit! Unsere Glaubensgeschwister brauchen unsere Unterstützung:

Montag, 12. Januar 2015

Fürbitte u.a. für Griechenland

Griechisch Ev. Kirche
Das ökumenische Fürbittgebet richtet in dieser Woche u.a. den Blick nach Griechenland und in die Türkei. Das GAW hat in den letzten Jahren immer wieder die Flüchtlingsarbeit der evangelischen Gemeinde in Thessaloniki unterstützt und hilft der Griechischen Evangelischen Kirche bei ihren großen Herausforderungen.

Anregungen für Dank und Fürbitte

Wir sagen Dank für:
- die christlichen Kirchen und ihre beständige Präsenz in der Region, die wir mit der frühen Kirche der Apostel in Verbindung bringen.
- die Christen, die in ihrem Glauben fest blieben und weiterhin Zeugnis für das Evangelium ablegen.

Wir bitten um/für:
- den Frieden und die Heilung des tiefsitzenden Hasses zwischen Griechen und Türken.
- Trost für alle, die trauern, und Kraft für alle, die sich für Gerechtigkeit einsetzen.
- Flüchtlinge, die Zuflucht und die Möglichkeit für ein neues Leben suchen.
- alle, die als Minderheiten diskriminiert werden.

Gebete
Heiliger Gott, Heiliger und Mächtiger, heiliger Unsterblicher, 
erbarme dich unser.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Hochheilige Trinität, erbarme dich unser.
Herr, reinige uns von unseren Sünden.
Meister, vergib unsere Verfehlungen.
Heiliger, sieh an unsere Schwächen und heile unsere Gebrechen,
um deines Namens willen.
Herr, erbarme dich; Herr, erbarme dich; Herr, erbarme dich.
(Basilius von Caesarea, 4. Jahrhundert)

O du, der alles übersteigt
wie kann die Welt dein Lob singen,
wenn es doch kein Wort gibt, dass dich beschreibt?
Wie kann unser Verstand dich erfahren,
wenn es doch keinen Geist gibt, der eine Vorstellung von dir hat?
Du bist der einzige Unaussprechliche,
denn alles, was wir sprechen, kommt von dir.
Du bist der einzige Unbekannte,
denn alles, was wir wissen, kommt von dir.
Alles was ist – das, was sprechen kann
und das, was keine Worte hat – verkündet dich.
Ein stilles Loblied wird dir gesungen
von all denen, die deinen Größe wahrnehmen.
Alles existiert nur für dich,
alles bewegt sich in einer einzigen Gruppe auf dich zu.
Du bist das Ende aller Dinge.
Du bist einer, du bist alles, und du bist nichts.
Du bist nicht einer, und du bist nicht alles.
O du, der du alle Namen hast, wie soll ich dich nennen?
Du bist der einzig Unnennbare.
Welch himmlischer Geist kann deinen Schleier durchdringen,
der selbst weit hinter den Wolken liegt?
(Heiliger Gregor von Nazianz, 4. Jahrhundert)

Sonntag, 11. Januar 2015

Keine Gewalt im Namen keiner Religion!

"Eine Gewaltanwendung im Namen der Religion ist auf das Entschiedenste abzulehnen", sagt der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker in Reaktion auf die Terroranschläge in Paris. "Gewalt darf kein Raum gegeben werden", so Bünker, "die Grundwerte, auf denen Europa beruht, müssen verteidigt werden."
Bünker spricht sich für einen verstärkten Dialog mit den Muslimen aus: "Wir, insbesondere auch die Kirchen, brauchen eine Intensivierung des vertrauensvollen Miteinanders mit den Muslimen gerade in Österreich." 
Das Letztgenannte gilt ebenso für Deutschland!

Samstag, 10. Januar 2015

Fürbittgebet für die Opfer des Pariser Terroranschlags

Für die Fürbitte zu dem Attentat auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" legen die Evangelische Kirche in Deutschland, die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands  und die Union Evangelischer Kirchen einen gemeinsamen Text vor:

Barmherziger Gott, Richter und Retter, wir bringen unser Entsetzen über den Mordanschlag in Paris vor dich. Wir bitten dich für die ermordeten Journalisten und Polizisten und ihre Familien. Tröste sie und stehe ihnen bei.
Wir bitten dich für die Menschen in unserem Nachbarland. Lass ihre Trauer und Angst nicht zu Hass und Gewalt werden. Bestärke alle in Europa, die Brücken zwischen den Religionen bauen. Wehre dem Fanatismus und wirke Frieden zwischen den Menschen, den Religionen und den Völkern. 
Dies bitten wir durch Jesus Christus. Er ist unser Friede. Amen.


Freitag, 9. Januar 2015

Gottes Welt braucht Vielfalt - auch und gerade im Glauben! - Beispiel: Ägypten

Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten warnte kürzlich erneut vor einem Nahen Osten ohne Christen. Ohne sie würde die Region an Vielfalt verlieren. Das würde zu weiteren Konflikten und Spannungen führen.
Im Nahen Osten - „Wiege des Christentums“ - leben derzeit rund 15 Millionen Christen. Die Mehrheit ist muslimisch. Während Christen in der Region im Jahr 1900 schätzungsweise 25 Prozent ausmachten, sind es heute nur noch fünf Prozent mit abnehmender Tendenz. Neben Gewalt, Bürgerkrieg und Terror liegen die Gründe bei Flucht, Vertreibung und Auswanderung. In Ägypten haben seit 2011 ca. 100.000 Kopten das Land verlassen. Seit 1960 sollen ca. 12 Millionen Kopten gegangen sein.
Die Angst vor der Vielfalt der Welt, vor Unterschiedlichkeit der Kulturen und der Religionen führt in letzter Konsequenz zu Enge und in der Folge oft zu Gewalt. Das sieht der koptische Bischof so.
Reformierte Kirche in Mallawi, Ägypten
Das betont auch der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) Dr. Michael Bünker: „Gottes Zerstreuung der Menschen, die die ethnische Vielfalt zur Folge hatte, ist nicht bloß eine Strafe, sondern auch eine Rettungstat für die Vielfalt des Lebendigen, die schon in der Schöpfung angelegt ist… Nicht die Einheit, für die das Andere, das Fremde und das Unterschiedliche assimiliert oder ausgestoßen werden muss, ist das Fundament des menschlichen Lebens, sondern die Vielfalt, die freilich immer nur Stückwerk und Fragment bleibt.“
Das GAW unterstützt evangelische Minderheiten im Nahen Osten - so auch gerade in diesem Jahr 2015 den Wiederaufbau einer niedergebrannten reformierten-koptischen Kirche in Mallawi in Ägypten. Ca. 10% der ägyptischen Bevölkerung gehören den Kopten an. 1% gehören davon zur reformierten Kirche. Sie hatte auch unter Gewalterfahrung nach dem arabischen Frühling zu leiden. Kirchen wurden abgebrannt. Auch das reformierte Krankenhaus in der Nähe Kairos wurde bedroht. Aber letztlich gemeinsam von Muslims und Christen geschützt.
Helfen Sie mit beim Wiederaufbau der Kirche in Mallawi!


Donnerstag, 8. Januar 2015

Ökumenisches Fürbittgebet blickt auf Christen im arabischen Raum

Christliche Schule im Norden Iraks
Das ökumenische Fürbittgebet in dieser Woche richtet den Blick in den arabischen Raum. Die Situation der Christen ist schwierig. Die Unruhe, Bürgerkriege, Flüchtlingsströme haben den gesamten arabischen Raum destabilisiert. Gerade Minderheiten haben es schwer in solch einem Gemengelage von Problemen zu bestehen. das betrifft gerade die Zukunft des christlichen Glaubens in dieser Region.

Das Fürbittgebet lenkt den Blick zunächst auf den Dank:

Wir sagen Dank für:
- die Christen, die ihren Glauben in Ländern praktizieren, in denen sie eine kleine Minderheit sind; für alle, die sich in Hauskirchen treffen und die Verbindungen mit der weltweiten Christenheit aufrechterhalten.
- die Muslime, die den Idealen ihres Glaubens gerecht werden und für Toleranz und Frieden eintreten.
- alle, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen.

Wir bitten um/für:
- friedliche Beziehungen zwischen den verschiedenen Stämmen, Religionen und ethnischen Gruppen.
- alle, die aus anderen Ländern kommen, um zu arbeiten, und deshalb von ihren Familien getrennt sind.
- sauberes Trinkwasser für die, die in der Wüste Durst leiden.
- die Frauen, die weitaus weniger Bildungs- und Arbeitschancen haben als Männer.
- alle, die ihres Glaubens wegen verfolgt werden.
- dafür, dass die aufgrund von Konflikt und Feindseligkeiten verwundeten Körper und zerbrochenen Geister geheilt werden.
- die Trauernden, für Familien, die zerrissen sind, für zerstörte Häuser und für die Unternehmen, die nicht länger geschäftstüchtig sind.
- eine Ende des Terrorismus, Rechtlosigkeit und staatlicher Unterdrückung.
- die internationalen Friedenstruppen und für die Überwacher von Vertragsverpflichtungen.

GEBET
Dich, Herr über alles, dich bekennen wir;
dich, Herr Jesus, rühmen wir;
denn du bist das Leben unserer Körper
und du bist der Erlöser unserer Seelen. (Chaldäische Liturgie)

"Menschen sind Glieder eines Leibes,
und sind geschaffen aus dem gleichen wertvollen Kern.
Ist nur einziges Glied beeinträchtigt,
so finden auch die anderen keinen Frieden.
Wenn der Schmerz anderer dich gleichgültig lässt,
verdienst du nicht, dass man dich Mensch nennt." (Saʿdī; freie Übersetzung)

Das GAW hat bei der Sanierung zweier christlicher Schulen im Norden Iraks geholfen und unterstützt evangelische Christen in Syrien und Ägypten.

Montag, 5. Januar 2015

Ein ehemaliger GAW-Stipendiat trifft in Dresden auf PEGIDA

Thiago ist  Brasilianer. Er war vor wenigen Jahren GAW-Stipendiat in Leipzig. Derzeit studiert er Kirchenmusik in Dresden und ist dem GAW eng verbunden. Wie erlebt er als "Ausländer" die PEGIDA-Demonstrationen in Dresden? Er schildert uns seine Eindrücke: "Am Anfang dachte ich, es sei einfach nur eine Demonstration gegen etwas. Weil ich wusste, dass dergleichen manchmal passiert. Als ich mich dann informiert habe, dachte ich, dass es nicht lange dauern würde. Aber jede Woche versammelten sich mehr Leute. Da ist meine Angst gewachsen. Ich habe mit eine paar Ausländern gesprochen. Sie waren irritiert und verunsichert wie ich. Heute spreche ich kein Portugiesisch auf der Straße. Ich versuche nicht, wie ein Ausländer auszusehen und laufe nachts nicht alleine auf der Straße herum. Ich weiß nicht was passieren kann. Für mich ist es unverständlich, warum eine Demonstration gegen nur 0,2% Muslime in Dresden stattfindet. Warum gegen Ausländer? Die Mehrheit der Ausländer sind Gäste oder Studenten in Dresden, die nur eine Zeit dort bleiben. Für mich wirkt PEGIDA gefährlich, denn die Leute wissen nicht, was sie wollen."
Aus dieser Perspektive auf die Demonstrationen zu schauen und zu fragen, wie sich teilweise widersprechende Parolen auf Menschen wie Thiago wirken, wäre die Chance, inne zu halten, sich zu hinterfragen und nicht bei diesen Demonstartionen mitzugehen. Und vor allen Dingen: Aktiv sich für eine offene Gesellschaft einzusetzen, die nicht ausgrenzt, sondern integriert! 

Samstag, 3. Januar 2015

Diaspora und Mission

"Die Entwicklung auf dem Gebiet der Mission und der Diasporapflege weist eine merkwürdige Parallelität auf. Diese Parallelität ist sicher kein Zufall. Die Entdeckung, daß die Gemeinde Jesu Christi in ihrem Wesen Diaspora ist und daß sie darum missionarische Strukturen hat und haben muß, führt zwangsläufig zu dieser Entwicklung. Freilich bedarf diese Entdeckung noch ihrer theologischen Fundierung. Dantine spricht von einer "künftigen Ekklesiologie der Diaspora", die wir brauchten, und nennt sie ein "theologisches Unternehmen, das sozusagen noch völlig in den Kinderschuhen zu stecken scheint". Bei dieser  künftigen Ekklesiologie wird die notwendige Zusammengehörigkeit von Diaspora und Mission besonders bedacht werden müssen." (Günter Besch, ehemaliger Präsident des GAW in der EvDia 1978)