Donnerstag, 9. Juli 2015

Gespräch mit der neuen Dekanin der Theologischen Fakultät in Riga

Dr. Dace Balode
Dr. Dace Balode ist seit Kurzem Dekanin der Theologischen Fakultät der Universität Riga. Sie ist die erste Frau in diesem Amt. Die Theologische Fakultät ist die Rechtsnachfolgerin der 1920 gegründeten Theologischen Fakultät, die während der Sowjetzeit geschlossen war. Dr. Dace Balode spricht perfekt Deutsch mit leichtem Schweizer Akzent. "Das hat schon nachgelassen", sagt sie lachend. Schließlich hat sie in Basel und Bern Theologie studiert und wurde in Tartu / Estland promoviert . Sie ist "assoziierte Professorin", das ist die Vorstufe zur "ordentlichen Professur", da in Lettland ähnlich wie in den USA eine Habilitation nicht zwingend ist. Die finanzielle Absicherung und Ausstattung der Fakultät ist eine Herausforderung. Der Staat bezuschusst die Fakultät mit nur € 84.000. Sie ist ökumenisch, sowohl was den Lehrkörper als auch was die Studierenden betrifft. Die Zusammenarbeit mit den anderen Konfessionen ist immer eine Herausforderung. Das ist auch das Verhältnis zur Lutherakademie, dem Seminar ihrer eigenen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Genau wie die Römisch-Katholische Kirche erkennt ihre Kirche das Universitätsstudium nicht als adäquate Vorbereitung für den Pfarrdienst an, sondern verlangt den Besuch des eigenen Seminars, im Fall der Lutherischen Kirche der Lutherakademie.Was die Vorbereitung des Reformationsjubiläums angeht, so ist für sie die Stärkung der theologischen Forschung und einer evangelischen Frömmigkeit ein ganz wichtiges Anliegen. Wie sich das auch in einer möglichen Veranstaltungsreihe ausdrücken kann, ist noch offen.#Ähnlich wie in den anderen Gesprächen wird auch hier deutlich, dass viele der heutigen Probleme auch auf die lange sowjetisch beherrschte Zeit zurückgehen, besonders was Liberalität und Konsensfähigkeit angeht. "Wir durchlaufen immer noch einen schwierigen Prozess in unserer Gesellschaft, aber wir können schon Veränderungen wahrnehmen. Die Gesellschaft ist bunter geworden, und das wird in Zukunft noch zunehmen", beobachtet sie. "Wir sehen unsere Aufgabe auch darin, die Menschen in Fragen des Glaubens gesprächsfähig zu machen und damit unseren Beitrag für die Zukunftsfähgkeit unseres Landes zu leisten". - Vera Gast-Kellert

Der Präsident des GAW Dr. W. Hüffmeier befindet sich derzeit auf einer Besuchs- und Projketreise im Baltikum mit Ehepaar Gast-Kellert.

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