Montag, 16. März 2015

Gewalt überwinden in Caracas

Workshop zu "Gewalt überwinden" in Caracas
„In Caracas gibt es kaum ein Gebäude, das nicht durch eine Mauer abgeschirmt ist“, sagt Pastor Hands, lutherischer Pfarrer in Valencia - seit März 2015 Kirchenpräsident der lutherischen Kirche IELV und Direktoriumsmitglied in der Acción Ecumenica (AE). „Scherben, Zacken oder Stacheldrähte auf der Mauerkrone reichen vielen Bewohnern nicht mehr aus. Sie lassen Hochspannungsleitungen um ihre Grundstücke ziehen.“ Die Venezolaner haben guten Grund, sich einzumauern. Caracas gilt als gefährlichste Hauptstadt der Welt. Gewalt ist an der Tagesordnung. Diesem Problem stellt sich die AE. Sie ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich an christlichen Grundwerten orientiert und im ökumenischen Miteinander Verantwortung für Fragen und Herausforderungen der venezolanischen Gesellschaft übernehmen will. Sie wurde 1977 gegründet auf Initiative verschiedener Christen unterschiedlicher Konfessionen. Drei Pfarrer der IELV sind im Vorstand von AE. Im Gebäude befinden sich ein Gesundheits- und Dokumentationszentrum und Seminarräume. Weiterhin ist eine umfangreiche Bibliothek vorhanden. AE widmet sich neben der Gesundheitsvorsorge verschiedenen Präventionsprogrammen und dabei insbesondere der Frage der Überwindung der Gewalt. „Mehr Bildung, weniger Gewalt“ heißt ein Programm, das sich an Jugendliche im Armenviertel La Pastora wendet.
Ein Hauptproblem der Gewalt, unter denen die Jugendlichen leiden, ist ihre Perspektivlosigkeit. Das Programm der AE will Jugendlichen Raum und Zeit anbieten, damit sie sich nicht allein überlassen bleiben. Sie sollen neben Nachhilfeunterricht, Fortbildungen am PC erhalten und die Lust am Lesen soll geweckt werden. Es gibt Gruppenangebote, in denen die Jugendlichen lernen, auf Gewalt deeskalierend zu reagieren. „Wir wollen ein friedliches Miteinander und eine Kultur der Nicht-Gewalt stärken“, sagt Pastor Gerardo Hands.
Das will das GAW in diesem Jahr mit 4.500 Euro unterstützen. Helfen Sie mit!

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