Dienstag, 30. September 2014

Wiedersehen mit GAW-Stipendiat Bálint-Sándor Deak in Satu Nou

Der lutherische Pfarrer Bálint-Sándor Deak in Satu Nou war im Studienjahr 2005/6 GAW- Stipendiat in Leipzig. Die deutsche Sprache geht ihm nach wie vor flüssig über die Lippen. "Leider habe ich wenig Möglichkeiten zum Sprechen", sagt er. Gerne erinnert er sich an das Jahr in Deutschland. "Dabei war das Gemeindepraktikum in Oldenburg einer der Höhepunkte!"

Inzwischen ist er Pfarrer in Satu Nou in Westrumänien nahe der ungarischen Grenze. 1882 wurde der Ort von Ungarn besiedelt. Zur Gemeinde zählen 140 Mitglieder. Dazu kommen kleine Predigtstellen in der Umgebung. In der gegenüberliegenden Schule unterrichten er und seine Frau. So gibt es viele Kontakte zu Kindern. Als wir das Wohnzimmer der Pfarrfamilie betreten, das gleichzeitig Gemeindesaal ist, klingen zahlreiche Kinderstimmen uns entgegen. "Die Arbeit mit den Kindern ist unsere große Hoffnung", sagt Deak. 
Die Gemeinde hat einen alten Beetsaal mit einem Pfarrhaus, das gleichzeitig Gemeindehaus ist. Das ganze ist nicht optimal für eine junge Pfarrfamilie. Der Traum ist ein neues Pfarrhaus mit einem neuen funktionalen Beetsaal. Dabei hilft das GAW im PK 2012+14+15. Nur - es wird noch dauern... Bisher sieht man lediglich das gegossene Fundament. Mühsam, Schritt für Schritt geht es voran. "Wir hoffen in 4-5 Jahren in das neue Pfarrhaus einziehen zu können", sagt Deak. Dabei hilft das GAW! Helfen Sie mit!!!


Montag, 29. September 2014

"Zwei Schweine für unseren Gott"

renovierte reformierte Kirche Àrpád
Pfarrer Ferenc
"Zwei meiner Schweine habe ich geschlachtet, damit wir nach dem Dankgottesdienst ein großes Fest mit der Gemeinde feiern konnten", berichtet dankbar der reformierte Pfarrer Filep Ferenc. Er ist Pfarrer in Àrpád nahe der ungarischen Grenze. 90% der Dorfbewohner gehören zu seiner Gemeinde. "Die Gemeinde ist das Dorf", sagt er. Im Dorf wird ungarisch gesprochen. "Zum Glück gibt es noch eine Schule, denn sonst wäre es schwieriger, das Dorfleben zusammenzuhalten", sagt er. Der andere wichtige Ort im Dorf ist die reformierte Kirche. Als Ferenc als neuer Pfarrer ins Dorf kam, da war sowohl das Pfarrhaus als auch die Kirche völlig heruntergekommen. In mühevoller Arbeit wurde zunächst das Pfarrhaus für die sechsköpfige Pfarrfamilie hergerichtet. Nun war die Kirche an der Reihe. Inzwischen hatte der Holzwurm im Inneren ganze Arbeit geleistet. Der Dachstuhl war so marode, dass er erneuert werden musste. Gleichzeitig wurde das Dach isoliert. "Jetzt kann ich endlich auch bei Regen predigen", sagt Ferenc. Vorher prasselte der Regen so aus das Blechdach, dass man kein Wort verstand. Die Kirche musste auch noch trockengelegt werden. das gelang mit Hilfe der Dorfbewohner bzw. Gemeindemitglieder. Auch die vom Holzwurm durchlöcherten Kirchenbänke wurden ersetzt. Eine reformierte Gemeinde in Holland verschenkte ihre Kirchenbänke. "Unsere Kirche ist jetzt wie neu! Sie ist wieder die gute Stube der Gemeinde", sagt stolz Ferenc. "Das spürt man auch beim Gottesdienstbesuch!"
"Auch aus Dankbarkeit Gott gegenüber musste ich zwei meiner acht Schweine für das Gemeinde- bzw. Dorffest schenken!" Und lachend ergänzt er: "Zwei Schweine für unseren Gott!"
Das GAW hat im Projketkatalog mitgeholfen, die Kirche in Àrpád zu sanieren!

Sonntag, 28. September 2014

Eine lebendige Gemeinde in Oradea mit einem Altersheim

Reformierte Kirche in Oradea-Valenta
Altersheim
Wie schwierig sich das Leben alter Menschen in Rumänien gestalten kann, das erzählt Pfarrer Antal Farkas aus Oradea, der in seiner reformierten Gemeinde ein Altersheim unterhält. "Wir können leider nur 15 alte Menschen bei uns betreuen", berichtet er. "Eigentlich bräuchten wir mindestens 40 Bewohner, damit das Heim sich wirtschaftlich rechnet." Zudem reichen die durchschnittlichen Renten von 250 Euro nicht, um die Unkosten zu decken. Das Thema Altersarmut ist ein großes Problem in Rumänien. Das Problem ist vielschichtig. Das hängt mit der niedrigen Rente im Land zusammen. Es hängt aber auch mit der Arbeitsmigration jüngerer Menschen zusammen. Sie suchen in Europa in anderen Ländern Arbeit. Die Alten bleiben zurück. Wenn sie sich nicht mehr alleine versorgen können, sind sie auf Hilfe angewiesen. "Es gibt zu wenig Hilfe von staatlicher Seite", beklagt sich Farkas. "Für den Bau orthodoxer Kathedralen ist Geld da, aber nicht für die drängenden sozialen Fragen wie die Betreuung von Kindern oder die Altersversorgung." Es klingt bitter, wie er es sagt, aber die Not ist groß. "Es gibt zu wenig staatliche Hilfe. Wir brauchen die Unterstützung ausländischer Spender, um unser Haus am Leben zu erhalten", sagte er. Die Gemeinde selbst ist sehr aktiv. Es gibt eine lebendige Jugendarbeit mit Jugendgottesdiensten zu denen über 150 jungen Menschen kommen. Eine Theatergruppe setzt besondere Akzente. Das Gemeindezentrum bietet viele Freiräume und Chancen. das GAW hilft im Projektkatalog 2014 bei der Erweiterung des Gemeindehauses. 

Samstag, 27. September 2014

Die Herausforderungen der Reformierten in Rumänien

Bischof Czüry und Pfarrer Haaks (GAW)
"Drei große Herausforderungen sehe ich für unsere reformierte Kirche", sagt Bischof Czüry, reformierter Bischof im Westlichen Kirchendistrikt, beim Besuch in seiner Kanzlei in Oradea/Rumänien. "Wir müssen unsere Theologieausbildung stärken und das Niveau heben. Die Diakonie der Kirche muss eine starke Stimme haben, denn nur so wirken wir mit einem missionarischen Zeugnis in der Gesellschaft. Und wir müssen uns um unsere eigene Diaspora stärker kümmern und die innerkirchliche Solidarität verstärken." Bischof Czüry steht der Reformierten Kirche des Westlichen Kirchendistrikts vor. Bis zur Abspaltung von Ungarn war diese Kirche Teil der ungarischen Diözese in Debrecen. Daher rühren auch alte Verbindungen. So hat man sich vergewissert, in jedem Studienjahr 2 Studierende dorthin zu senden. Insgesamt hat die Kirche 35 Theologiestudierende und derzeit keine Nachwuchssorgen. Die Kirche von Bischof Czüry hat in 220 Gemeinden ca. 160.000 Gemeindemitglieder. Es gibt unterschiedlich starke Gemeinden - und eben auch kleine ländliche Gemeinden, die auf Solidarität angewiesen sind. "Diese müssen wir stärken", sagt Czüry.
Sorgen bereitet der Kirche - wie allen Minderheitenkirchen - die Ungleichbehandlung mit der Rumänisch-Orthodoxen Kirche. "Wir erleben eine Bevorzugung der Kirche in vielerlei Hinsicht. Sichtbar wird das in der immensen Hilfe des Staates bei den Kirchenneubauten. Engagieren wir uns als Diasporakirche für soziale Themen in der rumänischen Gesellschaft, dann erfahren wir wenig Unterstützung," so Czüry.
Positiv hat sich die Beziehung zur Reformierten Kirche Siebenbürgens entwickelt. "Gerade im Bereich der Diakonie wollen wir gemeinsam vor dem Staat auftreten und unsere Arbeit absprechen."

Eine trockene Kirche für Osorhei

vorher
neu
"Nachdem der Fluß bei Oradea aufgestaut wurde, ist der Grundwasserspiegel so gestiegen, dass der Kirchturm unserer kleinen Kirche sich neigte," berichtet Pfarrer István Visky. "Dabei steht die Kirche seit 600 Jahren hier!" Darauf weisen zwei wiederentdeckte Wandfresken aus vorreformtorischer Zeit im Inneren der Kirche hin. "Es musste was geschehen!" fährt István fort. "So hat sich ein Architekt ehrenamtlich mit anderen Fachleuten zusammengetan, um die Kirche zu stabilisieren und trocken zu bekommen." Das ist gelungen. Die Kirche erstrahlt in neuem Glanz. das GAW konnte dabei mit einer Summe aus dem Projektkatalog 2012 helfen. "Wir sind Euch in Deutschland sehr dankbar", sagt Istvan. "Für uns ist es nicht leicht. Wir sind auf Solidarität angewiesen." Und dann weist er auf die Kirchenbänke hin, die ein Geschenk reformierter Christen aus Holland sind.  
Zur Gemeinde gehören ca. 370 Gemeindemitglieder. "Davon zahlen 250 ihren Beitrag," sagt István. "Es ist nicht leicht, alle zu erreichen. Hoffnung haben wir inzwischen durch den Zuzug von Familien aus der Stadt."
Mit der Ökumene sieht es schwierig aus. Zur katholischen Gemeinde gibt es gute Beziehungen. Mit dem orthodoxen Priester ist es schwierig. Zur Pfingstgemeinde, die stark ist, gibt es keinen Kontakt. "Hier geht es den Wahrheitsanspruch," sagt István. "Dabei haben wir es nicht leicht als Reformierte. Denn Wahrheit ist nur im Dialog zu finden - und letztlich nur EINER!"

Freitag, 26. September 2014

Gemeinde- und Kirchbau auf einem ehemaligen Friedhof in Oradea

"Von Anfang an war klar, dass wir nur in Etappen unsere Kirche bauen können", berichtet Pfarrer Jószef Kerekes von der reformierten Gemeinde in Oradea-Rogerius. Sie befindet sich in einer Hochhaus-Wohnsiedlung am Stadtrand von Oradea. Die dortige reformierte Gemeinde entstand 1993 durch die Teilung einer größeren Gemeinde und zählt heute 2.500 Gemeindemitglieder. 1995 begann sie mit dem Bau einer eigenen Kirche, der 2001 abgeschlossen und auch vom Gustav-Adolf-Werk unterstützt wurde (Projektkatalog 1997). Der Gemeinde war es gelungen, mühsam von der Stadt das Gelände eines Anfang der 80er Jahre stillgelegten Friedhofes zu bekommen, auf dem vornehmlich ungarische Bewohner Oradeas beerdigt worden waren. davon zeugt heute noch eine Kapelle von Beginn des 20 Jahrhunderts und einige Grabsteine, die am Fuße des neuen Kirchturms einen Ehrenplatz gefunden haben. bei der Aushebung des Fundamentes wurde sorgsam darauf geachtet, gefundene Knochen eine würdige letzte Ruhestätte unter den aufgerichteten Grabsteinen zu geben.
Die Gemeinde ist stabil und feiert jeden Sonntag drei Gottesdienste. Bis zu 600 Gottesdienstbesucher kommen. Auch während der Woche gibt es Gottesdienste und Bibelstunden sowie Konfirmandenunterricht. Ein Chor hat 50 Mitglieder und singt regelmäßig. Prunkstück ist eine große gebrauchte Orgel aus Finnland..

Von Anfang an war der Kirchbau als ein Komplex mit einem Gemeindezentrum geplant. Wegen der hohen Kosten konnte das Vorhaben nur etappenweise ausgeführt werden. Es fehlen noch Büros, Räumlichkeiten für den Chor, den Frauenverein und für die Jugendgruppe sowie die Gästezimmer und Pfarrwohnungen. Das Gebäude soll 2020 fertiggestellt sein. Die Gemeinde ist sehr aktiv. Es wird ihr gelingen, das hinzubekommen. Nach der lange schwierigen Geschichte bis zum Ende der Diktatur ist es der Gemeinde zu wünschen.. Das GAW hat sich in den Jahren 2009-2012 mit einer guten Summe beteiligt. "Wir sind dem GAW für die geleistete Hilfe sehr dankbar", sagt Pfarrer Kerekes.

Sozialwaisenbetreuung im lutherischen Kindergarten in Oradea

"Manchmal halte ich es nicht aus, nicht zu wissen, wie es weitergehen soll," das sagt Judit Matyas, Leiterin des lutherischen Kindergartens in Oradea/Rumänien, einer Stadt nahe der ungarischen Grenze. Die Erklärung ist einfach: der Staat zahlt, obwohl gesetzlich eigentlich verpflichtet, keinen Beitrag zum Unterhalt des Kindergartens. So werden die Unkosten für Gehälter und Gemeinkosten zu 75% durch Beiträge der Eltern aufgebracht. Nicht alle können die notwendigen 80 Euro monatlich aufbringen. Für den Rest - bis vor Kurzem zwischen 5 und 8.000 Euro muss die lutherische Gemeinde aufkommen. "Das ging bisher ganz gut, denn Freunde aus dem Ausland haben geholfen," berichtet Pfarrer Attila Matyas. "Aber darauf können wir in Zukunft nicht weiter hoffen." So mussten die Beiträge leicht angehoben werden. Die lutherische Gemeinde selbst übernimmt insbesondere für Sozialwaisen den Beitrag, oder zumindest einen Teil. Auf die Stadt kann man nicht hoffen. "Die Problematik von Sozialwaisenkindern erleben wir immer wieder," erzählt Attila. "Letzte Woche kam ein Vater zweier Kinder zu mir. Seine Frau wollte nach einem Arbeistaufenthalt in England nicht mehr nach Rumänien zurück. Sie hat einen anderen Mann. Der Vater muss jetzt allein sehen, wie es weitergeht. Die Kinder sind bei uns."
15 sozial vernachlässigte Kinder, sogenannte Euro-Waisen, der 5./6. Klasse und der 7./8. Klasse werden nach der Schule betreut. Es wird ein Mittagessen angeboten, dazu Hausaufgabenbetreuung, Bibelstunden, musikalische und andere sinnvolle Freizeitbeschäftigungen. Einmal im Monat wird samstags ein Ausflug angeboten , um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. 
Der Kindergarten mit dem Hort übernimmt eine wichtige soziale Rolle in Oradea. Inzwischen ist das gesamte Gebäude auch dank des GAW so hergerichtet, dass es mit 79 Kindern ausgelastet ist. 
Die Frauenarbeit des GAW nimmt sich in diesem Jahr mit der Jahressammlung des Kindergartens an.




Kirche als Diaspora - Gott will Vielfalt

Bischof Dr. Michael Bünker hielt auf der Vertreterversammlung einen beeindruckenden Vortrag zum Thema "Kirche als Diaspora":
Die Diaspora insgesamt steht durch Migrationsbewegungen vor besonderen Aufgaben. Bünker zitiert Zinzendorf aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, in dem er von Diaspora als Salz der Erde spricht. Das steht im Gegensatz zum biblischen Beispiel, wo die Diaspora nicht positiv besetzt ist. Das entspricht der Terminologie von Prof. Lux, der dem Diaspoarbegriff des jüdischen Glaubens eine zentripetrale Kraft zuweist. Letztlich sei das Ziel des jüdischen Glaubens der Bezug und auf Jerusalem. Das Diasporaverständnis des christlichen Glaubens sei immer zentrifugal gewesen: von Jerusalem in die Welt hinaus soll Zeugnis gegeben vom christlichen Glauben.
Wilhelm Dantine hat für den österreichischen Kontext den Diasporabegriff positiv formuliert. Für das Selbstverständnis der Kirche spielt der Diasporabegriff in Anlehnung an das johanneische Bild vom Weizenkorn, das ausgestreut ist in die Welt, eine große Bedeutung. Kreuzestheologisch wird der Begriff zugespitzt. Eine Zukunftswillige und -fähige Kirche sei in dieser Hinsicht eine sterbende Kirche. Auch Karl Rahner hat in diesem Sinne Diaspora auf die heutige Kirche angewandt. Er spricht von einem heilgeschichtliche Muss für die Kirche, aus dem wir für unser christliches Verhalten Konsequenzen ziehen dürfen und müssen. Kirche ist demnach immer ausgestreutes Saatgut.
In diesem Sinn wird die Gefahr der doppelten Diaspora beleuchtet, also die konfessionelle Diaspora, die zugleich in einer ethnischen Minderheitensituation sich befindet. Es gibt immer das Problem des Missbrauchs durch politische Ideologien. Franz Lau sprach z.B. von der schweren Versuchung der doppelten Diaspora. Gleichzeitig ist diese doppelte Diaspora ein Fakt. Es spielt für das Leben und den Glauben der Menschen eine Rolle. Hilfreich ist eine Anregung von Rüdiger Lux. Er spricht von der Gnade der Diaspora. Die Zerstreuung ist keine Strafe, sondern Gnadenhandeln Gottes. Gott will Vielfalt.
In dem Buch "Unruhe des Glaubens" von Michael Bünker finden sich zu diesem Thema ergänzende Texte. Das Buch ist beim GAW zu beziehen über verlag@gustav-adolf-werk.de. Es kostet 18 € (zzgl. Versand).

Donnerstag, 25. September 2014

GAW-Weihnachtskarte bestellen bis 12.10.2014

Motiv der GAW-Weihnachtskarte 2014.
Bitte bestellen Sie jetzt,
damit wir die Auflage sinnvoll kalkulieren können. 
Vorab: Auch wir im GAW finden es unangemessen, wenn schon im September Lebkuchen und andere weihnachtliche Näschereien verkauft werden. Trotzdem müssen wir jetzt schon an Weihnachten denken: Wir sammeln Bestellungen für unsere Weihnachtskarte 2014, damit wir die Auflage für deren Druck im Oktober kalkulieren und sie spätestens Mitte November ausliefern können. 
Das Motiv der Karte zeigt den Ausschnitt "Verkündigung an die Hirten" aus dem Altarbild der evangelisch-lutherischen Christuskirche in Omsk in Sibirien (Russland). Eine Karte kostet 0,50 €. Nach Rücksprache können Kirchengemeinden, Organisationen oder auch Privatpersonen ihre eigene Adresse auf der Rückseite eindrucken lassen.
Bestellungen und Rückfragen bis zum 12.10.2014 unter verlag@gustav-adolf-werk.de.

Mittwoch, 24. September 2014

Das Leitbild des GAW

Wolfgang Menz
Vizepräsidentin Gabriele Wulz
Die Vertreterversammlung in Meißen liegt hinter uns. Eines der herausragenden Ergebnisse ist die Verabschiedung eines neuen Leitbildes. In einem Diskussionsprozess, der 1 1/2 Jahre gedauert hat und professionell von Herrn Wolfgang Menz begleitet wurde, hat das GAW in wenigen Abschnitten formuliert, was Inhalt, Ziel und Ausrichtung der GAW-Arbeit ist. Wir sind dankbar für dieses gute Ergebnis. Wir freuen uns über die hohe Beteiligung von den Mitarbeitenden der Zentrale über Hauptgruppenvorsitzende und ihre jeweiligen Vorstände, der Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit, den GeschäftsführerInnen, dem Gesamtvorstand und der Vertreterversammlung. 

Hier nun der Text im Wortlaut:

Das GAW hilft weltweit evangelischen Gemeinden, 
ihren Glauben an Jesus Christus in Freiheit zu leben 
und diakonisch in ihrem Umfeld zu wirken. 

Das GAW unterstützt Projekte von Partnerkirchen. 
Es ermöglicht Begegnungen, bereichert das Glaubensleben 
und fördert Toleranz durch wechselseitiges Lernen. 

Das GAW weckt und pflegt in Gemeinden, Landeskirchen und der EKD 
das Bewusstsein für evangelische Diaspora. 
Es stärkt die evangelische Stimme in der Ökumene. 

Das GAW gewinnt Frauen und Männer zur Mitarbeit. 
Es ist ein verlässlicher Partner 
und verwendet anvertraute Mittel transparent. 

Das GAW wurde 1832 als Gustav-Adolf-Stiftung in Leipzig gegründet. 
Seit 1851 besteht eine eigenständige Frauenarbeit. 
Es ist das Diasporawerk der EKD. 

Das GAW folgt dem biblischen Motto: 
„Lasst uns Gutes tun an jedermann, 
allermeist aber an des Glaubens Genossen.“ (Galaterbrief 6,10) 

Montag, 22. September 2014

Eindrücke aus der Vertreterversammlung in Meißen 2014

Der Präsident dankt Frau
Reichhold-Kanig
"Die Zentrale arbeitet zum Wohle der evangelischen Diaspora," stellt Frau Reichhold-Kanig vom Rechnungsprüfungsausschuss des GAW vor der Vetreterversammlung fest. Das ist einer der wichtigsten Sätze, die auf einer Vertreterversammlung gesprochen werden, denn er drückt aus, dass das GAW gewissenhaft arbeitet, sehr auf Haushaltsdisziplin achtet und immer bemüht ist mit dem was gegeben ist das Bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Im Jahr 2014 ist das erfolgt: Rechtzeitig konnte der Projektkatalog erfüllt werden. Damit kann das GAW sein Versprechen wahrmachen, die beworbenen Projekte in der im GAW-Katalog angegebenen Höhe erfüllen zu können. Präsident Hüffmeier mahnte deshalb auf der einen Seite zur Nüchternheit, auf der anderen Seite zu Mut. Nüchternheit: Denn viele Diasporakirchen haben bei der Erfüllung geholfen. Mut - die rechtzeitige Erfüllung ermutigt, über eine Erhöhung der Fördersumme ernsthaft nachzudenken. Das sind wichtige Punkte aus dem ersten Arbeitstag der Vertreterversammlung des GAW. Frau Reichhold-Kanig bedankte sich beim Vorstand und der Zentrale im Namen der Vertreterversammlung für die geleistete Arbeit und bat um Entlastung. Sie wurde einstimmig erteilt und damit die Arbeit des Vorstandes bestätigt und gelobt. So können getrost die kommenden Aufgaben angegangen werden.

Sonntag, 21. September 2014

GAW-Vertreterversammlung in Meißen

Heute beginnt die Vertreterversammlung des GAW, das höchste Gremium des ältesten evangelischen Hilfswerkes der Evangelischen Kirchen in Deutschland. Um 18 Uhr predigt der sächsische Landesbischof Jochen Bohl in dem Eröffnungsgottesdienst im Dom zu Meißen. Bis zum 23. September beraten die Delegierten in der Evangelischen Akademie.
Wichtigste Themen: ein Beschluss zur Höhe der Rahmensumme für den Projektkatalog 2016, Diskussion und Abstimmung über ein modifiziertes Leitbild.
Als Gäste werden erwartet zwei Pfarrer der Evangelischen Kirche A.B. in Polen vom GAW-Polen und Bischof Dr. Michael Bünker, Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).

Samstag, 20. September 2014

Martin-Luther-Glocke und Katharina-von-Bora- Glocke für die Kirche Alto Santa Maria do Garrafão / Brasilien

Glocken für eine neue Kirche in Brasilien
Martin Luther und Katharina von Bora - auf diese Namen werden die beiden neuen Glocken der Kirche in Alto Santa Maria do Garrafão in Espírito Santo am 28. September getauft werden. Sie erklingen dann in der wunderschönen neuen kleinen Kirche am Ort. 2009 wurde die Kirche erst geweiht. 
Ursprünglich gehörten die Gemeindemitglieder, die vorwiegend pommerscher Herkunft sind, zu einem größeren Gemeindeverband, der sich nach Neuansiedlungen lutherischer Gemeindemitglieder in Espírito Santo 1970 gegründet hatte.  
Erst im Jahr 2003 haben sich die ca. 150 Gemeindemitglieder mit ihrer Gemeinde selbständig gemacht. Es sind hauptsächlich Kleinbauern, die die Gemeinde mit viel Eigenengagement tragen. 
Im Jahr 2007 begann die Gemeinde mit dem lang ersehnten Kirchenneubau. Im Projektkatalog 2006 wurde für den Kirchbau 6.350 Euro vom GAW gesammelt. Der Bau ging zügig voran. Das Grundstück hatte ein Gemeindemitglied zur Verfügung gestellt. Viele Bauarbeiten wurden durch die Gemeindemitglieder selbst ausgeführt. 
Die  Gemeinde ist auch durch den Kirchenneubau gewachsen. Jetzt hat es die Gemeinde aus eigenen Kraft geschafft, für die Kirche zwei Bronzeglocken anzuschaffen. Die eine mit dem Ton DO  wiegt 175 kg und trägt den Namen Martin Luthers, die andere mit Ton Mi wiegt 110 kg und trägt den Namen Katharina von Bora. "Das soll uns hinweisen auf das Reformationsjubiläum 2017 und gleichzeitig vergewissern, aus welcher Tradition wir kommen," sagt Pastor Geraldo Grützmann, der sich über die neuen Glocken sichtlich freut. 
Schön, dass das GAW auch hier hat helfen können!

Freitag, 19. September 2014

Erfolgreiches Benefizkonzert für Flutopfer in Serbien

Ende Juli veranstalteten fünf Chöre mit über 100 Sängerinnen und Sängern ein Benefizkonzert für Flutopfer in Serbien in der Martinskirche in Sindelfingen. 1.047,10 € kamen zusammen und wurden inzwischen über das GAW an die Ökumenische Hilfsorganisation EHO in Serbien weitergeleitet, die Flutopfer beim Wiederaufbau unterstützt. Die EHO und das GAW bedanken sich herzlich bei Kantor Matthias Hanke, Chorleiterin Tijana Veljic, allen beteiligten Sängerinnen und Sängern sowie den Menschen, die das Konzert zum Anlass genommen haben, für Flutopfer in Serbien zu spenden.
Mitte Mai dieses Jahres hatten tagelange schwere Unwetter für Überschwemmungen in Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina gesorgt. Fast eine Million Menschen waren von diesem Hochwasser betroffen. Es gab dutzende Todesopfer zu beklagen. Die EHO, Partnerorganisation des GAW, leistete in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen Soforthilfe und unterstützt nun von der Flut betroffene Menschen beim Wiederaufbau.

Donnerstag, 18. September 2014

Ehemalige GAW-Stipendiatin bei den indigenen Kogui in Kolumbien



Lizbeth Zulanlly Chaparro Camargo aus Kolumbien war im Studienjahr 2012/2013 Stipendiatin des GAW. Sie hat zwei Semester an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig studiert. Nach ihrer Rückkehr nach Kolumbien hat sie ihr theologisches Examen abgelegt und ist als Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kolumbien ordiniert worden. Schon als Lizbeth in Leipzig war, hat sie erzählt, dass es ihr großer Wunsch ist, nach ihrer Rückkehr in ihr Heimatland in der christlichen Gemeinschaft der indigenen Kogui im kolumbianischen Hochland zu arbeiten. Seit zwei Monaten ist Lizbeth nun dort und berichtet in einem ersten Brief von ihrer Arbeit: "Die Kogui leben im Norden Kolumbiens in der Sierra Nevada de Santa Marta in einem Nationalpark. Eine kleine Gruppe Kogui lebt außerhalb dieses Nationalparks in einer ländlichen Gegend: Trompito Alto. Hier lebe ich nun seit zwei Monaten: Ich helfe in der Gemeinschaft, arbeite als Lehrerin in der Schule und bin Ansprechpartnerin für die Frauen. Meine Arbeit hier wird unterstützt von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kolumbien. Als die Kogui erfuhren, dass eine Person der Kirche für ein Jahr zu ihnen kommen und mit ihnen leben würde, haben sie sofort begonnen, ein kleines Holzhaus für Gäste zu bauen. Es hat zwei Zimmer und einen Gemeinschaftsraum. In einem der Zimmer lebe ich. Im Gemeinschaftsraum treffen sich die Kogui: zum Beispiel für Alphabetisierungskurse, Veranstaltungen mit Kindern oder zu Gottesdiensten (mittwochs und sonntags). Der Prozess des Lernens geht in zwei Richtungen: von der Gemeinschaft der Kogui zur evangelisch-lutherischen Kirche und von der Kirche zu den Kogui. Ich habe mich nicht nur entschieden für ein Jahr meinen Wohnort zu wechseln, sondern ein Jahr lang indigene Traditionen und Sprache mit den Kogui zu teilen ... Andererseits sind sich die Kogui auch der Notwendigkeit bewusst, dass sie Spanisch lernen müssen. Überall in Kolumbien wird diese Sprache gesprochen: in Schulen und Krankenhäusern, an Universitäten und in Kirchen ... Die ersten zwei Monate sind vergangenen. Zwei Monate erscheinen kurz, aber die intensiven Erfahrungen, die ich in diesem beiden Monaten gemacht habe, lassen mich das Leben tiefgründiger betrachten ... Ich glaube, dass dieser Prozess der Begleitung der Kogui in Fragen wie Bildung, Menschenrechten oder Gesundheit ein Teil der Erfüllung unserer Mission und Vision als Evangelisch-Lutherische Kirche in Kolumbien ist: Eine Kirche die Zeugnis ablegt, dient, Gerechtigkeit fordert und am Friedensprozess in unserem Land mitarbeitet, jenseits von Waffengewalt. Wir bitten euch, uns mit euren Gebeten zu begleiten. Einige Mitglieder der Gemeinschaft baten mich, Grüße auszurichten. Es geht ihnen gut und sie erinnern sich gerne an die Zeit im vergangenen Jahr als junge Freiwillige der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kolumbien zu Gast bei ihnen waren."
Die Frauenarbeit des GAW in Zusammenarbeit mit "Kirchen helfen Kirchen" unterstützen dieses für die lutherische Kirche Kolumbiens wichtige Projekt. "Wir müssen uns als lutherische Kirche mit unseren indigenen Mitbürgern auseinandersetzen und uns an ihre Seite stellen. Sie brauchen uns!" sagt Bischof Eduardo Martinez. 

Mittwoch, 17. September 2014

Dank aus Kaliningrad nach Sachsen

Mitglieder der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Kaliningrad.
Aus der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland erreichte das Gustav-Adolf-Werk in Sachsen (GAWiS) ein besonderer Dank: "Heute danken wir in besonderer Weise dem Gustav-Adolf-Werk in Sachsen (GAWiS) und allen seinen Spenderinnen und Spendern. Sie helfen uns bei der sogenannten allgemeinen Finanzierung der Propstei und ihrer Gemeinden. Sehr oft werden wir gefragt: 'Wir wollen spenden. Bitte nennen Sie uns konkrete Projekte, am liebsten für Kinder und Jugendliche.' Darüber freuen wir uns natürlich! Das ist wichtig! Doch es gibt auch die 'Grundlast' einer Propstei: die Gehälter unserer Pastoren und Mitarbeiter, Versicherungen, Unterhaltung von Gebäuden, Gas, Strom, Wasser, ... Das Geld dafür fällt nicht 'vom Himmel'. Hier hilft das GAWiS! Die ganzen Jahre schon ... Dafür sagen wir DANKE! Bitte bleiben Sie uns treu."  

Dienstag, 16. September 2014

Ökumenisches Fübrittgebet für Ungarn, Rumänien und Bulgarien

Evangelische Kirche in Rumänien
Das Ökumenische Fürbittgebet blickt in dieser Woche auf Rumänien, Ungarn und Bulgarien. In allen Ländern arbeitet das GAW mit mehr als sechs Partnerkirchen zusammen.


Anregungen für Dank und Fürbitte

Wir danken für:
- die lange Geschichte der Christenheit auf dem Balkan.
- die Menschen, die ihr Leben dem christlichen Gebet und Dienst widmen.
- die sorgfältige Pflege der Kirchen mit ihren Ikonen und ihren Kunstwerken, die das Evangelium verkünden.
- die Menschen, die Frieden schaffen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen.
- die Menschen, die gegen den Missbrauch von Frauen kämpfen.

Wir bitten um/für:
- ein Ende der Korruption und der organisierten Kriminalität, der hohen Arbeitslosigkeit und der unzureichenden Versorgung mit Nahrung und Wohnungen.
- die Umwelt, die weiterhin unter großen Schädigungen leidet.
- wir beten vor allem für die, die Verantwortung tragen für die Beseitigung der hohen Schadstoffbelastung der Luft und des Trinkwassers.
- eine Erneuerung des ökumenischen Geistes unter den Kirchen.
- die Menschen, die wegen ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit unter Diskriminierung, Hass und Gewalt leiden.
- die Schaffung stabiler wirtschaftlicher und politischer Systeme, die eine Teilhabe aller Menschen ermöglichen.
- Heilung für die, die unter den marxistischen Regimen gelitten haben.

GEBET
Komm, wahres Licht.
Komm, ewiges Leben.
Komm, verborgenes Mysterium.
Komm, Schatz ohne Namen.
Komm, Wirklichkeit jenseits aller Worte.
Komm, Wesen, das nicht zu verstehen ist.
Komm, Frohlocken ohne Ende.
Komm, Licht, das keinen Abend kennt.
Komm, der du die Geretteten niemals enttäuschst.
Komm, der du die Gestürzten aufrichtest.
Komm, Auferstehung der Toten.
Komm, Allmächtiger, der du nach deinem Willen
unaufhörlich alle Dinge schaffst, umgestaltest und veränderst.
Komm, denn du selbst bist das Verlangen, das in mir ist.
Komm, mein Atem und mein Leben.
Komm, du Trost meiner bescheidenen Seele.
Komm, meine Freude, mein Frohlocken, mein endloses Entzücken.
(Der Heilige Symeon der Neue Theologe)

Montag, 15. September 2014

In einer Woche ist Vertreterversammlung des GAW in Meißen

Präsident Dr. Hüffmeier auf der Vertreterversammlung 2013
Vom 21.-23. September trifft sich in Meißen/Sachsen die Vertreterversammlung des GAW. Es ist im Grunde die Jahreshauptversammlung des GAW, in der Delegierte aus allen regionalen Verbänden zusammenkommen um die Arbeit des kommenden Jahres vorzubereiten mit den entsprechenden Entscheidungen. Die wichtigste Entscheidung betrifft dabei immer, den Projektkatalog des kommenden Jahres zum Druck freizugeben. Das gibt den Partnerkirchen die Zuversicht, dass sie die eingereichten Projekte planen können. Es verschafft Sicherheit, dass sie nicht allein sind, sondern im GAW einen solidarischen Partner haben für ihre Sorgen und Nöte. In dem Zusammenhang wird diskutiert, wie hoch die Fördersumme im Jahr 2016 sein soll. Wir hoffen auch dank der Hilfe ausländischer Partner, die Fördersumme wieder leicht anheben zu können. Dafür gibt es gute Gründe.
Ein wesentlicher Punkt der Tagesordnung wird die Verabschiedung eines neuen Leitbildes sein. In einem längeren Prozess unter Einbindung aller wichtiger Gremien des GAW wurde ein Vorschlag erarbeitet. In fünf Abschnitten wird kurz beschrieben, was das GAW tut und für wen es da ist. Gespannt sind wir, ob wir am Abend des 22. September ein neues Leitbild auf der Homepage des GAW veröffentlichen können. Es würde sehr helfen, die gemeinsame Identität zu stärken. 
Wir freuen uns, dass mit Bischof. Dr. Michael Bünker der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa die Versammlung besuchen wird. Ebenso werden die neuen Vertreter des GAW aus Polen anwesend sein.
Wir freuen uns, in der kommenden Woche über die Vertreterversammlung und die getroffenen Beschlüsse berichten zu können!

Freitag, 12. September 2014

Die Evangelische Diaspora - 10 Ausgaben zum Sonderangebot!!!


"Die Aufgaben der Diasporafürsorge werden in Zukunft nicht kleiner, sondern größer und ernster werden. Darum gilt es, immer neue Kreise für sie zu erwärmen. Kenntnis der evangelischen Diaspora überhaupt und insbesondere warmherziges Verständnis für die Bedeutsamkeit der (Diaspora)pflege muss Gemeingut des deutschen Protestantismus werden." Diese Worte könnten heute geschrieben worden sein. Sie wurden schon 1919 von Prof. Franz Rendtorff, damaliger Präsident des GAW geschrieben. Grund seiner Worte war der Entschluss des Vorstandes, eine neues Publikationsorgan zu schaffen, das eine vertiefte Kenntnis über die evangelische Diaspora gibt. Bis heute erscheint sie. Bis heute leistet sie diesen Dienst. Sie findet sich in viele Bibliotheken. Mit ihr kann die Geschichte des Protestantismus im 20 Jahrhundert erforscht werden. 
Dem Vorstand liegt sehr daran, dass das Jahrbuch des GAW "Die Evangelische Diaspora" kontinuierlich erscheint - und dass dieses Buch Verbreitung findet.

Deshalb macht das GAW derzeit ein besonderes Angebot: 

Die Jahrbücher von 2001 bis 2010 bieten wir zum Sonderpreis von 12 Euro (inklusive Versand) an. 

Aus dem Inhalt der 10 Bücher: Die evangelischen Kirchen des Baltikums werden vorgestellt; ein Buch widmet sich dem ungarischen Protestantismus; die innerdeutsche Diaspora wird beleuchtet; die Geschichte des GAW findet eine ausführliche Darstellung; der Protestantismus am La Plata etc.
Und immer wieder gibt es interessante Literaturempfehlungen oder Dokumente aus den Kirchen werden vorgestellt.

Es lohnt! Greifen Sie zu!


Bestellung unter: verlag@gustav-adolf-werk.de oder telefonsich unter: 0341 - 49062-0 oder Fax: 0341 / 490 62 -67 oder 66

Donnerstag, 11. September 2014

GAW-Kollektenaufruf für evangelische Christen in Syrien

Der sogenannte Arabische Frühling endete für Syrien in einem Albtraum: ein nunmehr drei Jahre andauernder Bürgerkrieg hat ganze Landstriche, Städte und Dörfer in Schutt und Asche gelegt. Millionen Syrer sind auf der Flucht, innerhalb und außerhalb Syriens. Regierungstruppen, verschiedene Rebellengruppen, unter ihnen radikale Dschihadisten, und seit einigen Wochen auch die radikal-islamische Terrororganisation Islamischer Staat (IS) kämpfen erbittert um die Vorherrschaft in Syrien. 
Besonders die syrischen Christen wissen inzwischen nicht mehr, was sie tun und wohin sie gehen sollen. Um eine Demokratisierung des Landes geht es schon lange nicht mehr. Es droht vielmehr die Gefahr eines islamistischen Terrorstaates. Christen werden entführt, gefoltert, massakriert und vergewaltigt, wenn sie in die Hände islamistischer Gotteskrieger fallen. Rund eine halbe Million syrischer Christen sind bisher ins Ausland geflüchtet. Hunderttausende können oder wollen das Land nicht verlassen. Sie leben in ständiger Angst. 
Angesichts der sich immer mehr zuspitzenden Lage der Christen in Syrien und auch im Irak hat der Rat der Evangelischen Gemeinden in Syrien und im Libanon am 29. August 2014 einen dringenden Hilferuf an alle evangelischen Kirchen und Organisationen weltweit gerichtet. Darin heißt es u.a.: „Wir bitten unsere Partner inständig, den Kriegsopfern Nahrung und Wasser sowie medizinische und andere Versorgung zur Verfügung zu stellen, und diejenigen zu unterstützen, die gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben wurden.“ Es gehe nicht mehr nur um die Frage nach Menschenrechten und den Schutz von Minderheiten, sondern generell um die christliche Präsenz im Nahen Osten, die drohe, vernichtet zu werden.
Das GAW unterstützt mit seinem „Hilfsfonds für bedrängte und bedrohte Christen“ regelmäßig christliche Gemeinden im Bürgerkriegsland Syrien. Bisher wurden die Armenische Evangelische Kirche in Aleppo,die Arabische Presbyterianische Kirche ebenfalls in Aleppo und eine evangelische Kirche in Homs unterstützt. Diese Gemeinden verteilen regelmäßig Lebensmittelpakete an bedürftige Familien. Die Armenische Evangelische Kirche hat eine Poliklinik eingerichtet, in der sie mit ehrenamtlich arbeitenden Ärzten eine medizinische Grundversorgung anbietet. Ebenfalls unterstützt werden christliche Schulen, die versuchen Kindern und Jugendlichen ein Stück Normalität im Bürgerkriegschaos zu vermitteln. 
Organisiert und koordiniert wird die Hilfe über die Gemeinschaft evangelischer Kirchen im Nahen Osten (FMEEC). An diese Organisation mit Sitz in Beirut, wenden sich syrische Gemeinden in Not. Über diese Organisation wird die Hilfe und Unterstützung des GAW nach Syrien vermittelt. Die Gemeinden, die finanziell unterstützt werden, legen regelmäßig Rechenschaft über die Verwendung der Spenden ab.

Mittwoch, 10. September 2014

Dringender Appell der Evangelischen Kirchen im Mittleren Osten

"Wir, die Leiter der evangelischen und protestantischen Kirchen und Organisationen, die dem Höchsten Rat der Evangelischen Gemeinden in Syrien und im Libanon angeschlossen sind, haben uns in diesem kritischen Augenblick unserer Geschichte getroffen, um über die gegenwärtige Situation unserer Mitglieder im Irak, in Syrien und im Libanon sowie und die tragischen Ereignisse, die sie betreffen haben, zu sprechen. Wir sind zutiefst beunruhigt über das große, menschliche Leid und die politischen Schwierigkeiten, denen sich unsere Mitglieder in diesen Ländern gegenüber sehen. Wir haben intensiv über diesen Zustand nachgedacht, der sich ständig verschlimmert, und sind äußerst entsetzt und schockiert über die grausamen Akte der Gewalt gegenüber unschuldigen Zivilisten und ganzen Gemeinschaften, speziell Christen", schreiben in einem dringenden Appell die evangelischen Kirchen im Mittleren Osten kurz zur Konferenz der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen im Mittleren Osten (FMEEC) zum Thema "Evangelical and Christian Presence in the Middle East". Sie findet in diesem Tagen in Kairo statt. Bischof Dr. Michael Bünker, Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) nimmt daran teil.
Die Kirchenleitenden sind entsetzt und schockiert über die grausamen Akte der Gewalt gegenüber Zivilisten, speziell gegen Christen und andere Minderheiten.
"Unsere Hoffnung ist, dass Sie schnell handeln, ehe es zu spät ist. Bitte verbreiten Sie diesen Appell so weit und so schnell wie möglich", schreibt Pfarrer Dr. Habib Badr, leitender Pfarrer der Nationalen Evangelischen Kirche in Beirut. Die gesamte Führung der Gemeinschaft der Evangelischen Christen im Libanon und in Syrien richtet einen dringenden Appell an alle Evangelischen und Protestantischen Kirchen und Organisationen weltweit. In diesem erklären die Kirchen den Notstand angesichts der schrecklichen Gewalt und des unermesslichen Leidens der Menschen und der Bedrohung der Christen und anderer Minderheiten in der gesamten Region.
"Die Situation verschlechtert sich von Tag zu Tag; wir sind wirklich besorgt über unsere zukünftige Präsenz als christliche Zeugen in dieser Weltregion. Wir vertrauen auf Gott und begeben uns in seine Hand," schreibt Habib Badr. Das unterstreicht auch die Generalsekretärin vom FMEEC Rosselange Jarjour gegenüber dem GAW: "Wir brauchen Eure Gebete! Wir brauchen auch Eure Hilfe - insbesondere für unsere evangelischen Gemeinden in Aleppo." Dort arbeiten nach wie vor ein armenischer und ein arabischer Pastor in großer Solidarität mit anderen christlichen Konfessionen zusammen, um den notleidenden Menschen zu helfen. "Insbesondere die armen Menschen sind extrem betroffen. Wer finanziell besser gestellt war ist schon geflohen."
Das GAW hat nun zum vierten mal ein Hilfsprojekt der FMEEC in Homs und Aleppo unterstützt. In den kommenden Tagen werden wir erneut Mittel überweisen. 

Der Aufruf im Wortlaut findet sich hier!

Dienstag, 9. September 2014

Ökumenisches Fürbittgebet u.a für Slowenien, Kroatien, Serbien

Reformierte Kirche in Vrabas/Serbien
Das Ökumenische Fürbittgebet wendet in dieser Woche den Blick auf den Balkan. In Slowenien, Kroatien und Serbien gibt es Partnerkirchen des GAW. Die Folgen des Balkankriegs spürt man dort überall.


Anregungen für Dank und Fürbitte

Wir danken für:
die Menschen, die Brücken bauen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen.
die Menschen, die sich am Wiederaufbau der nach den Kriegen zerstörten Volkswirtschaften beteiligen.
die Menschen, die sich der Rhetorik von Hass und Furcht verweigern,
die wunderbaren Strände an der Adriaküste.

Wir bitten um/für:
neue Regierungen und eine gute Beratung der Politiker.
die Flüchtlinge und die Menschen, die ihren Heimatort verlassen mussten.
ein Ende des Hasses zwischen ehtnischen Gruppen und die Achtung der Menschenrechte.
die Frauen und Mädchen, die während der Kriege vergewaltigt wurden.
Heilung und Erneuerung in der Kirche und Einheit durch die Gabe des Heiligen Geistes.
die Menschen, die trauern.
die jungen Menschen, die versuchen, einen Weg in eine bessere Zukunft zu finden.

GEBET
Durch das Loch im Dach, mein Gott, versuche ich, dich zu sehen.
Ich möchte dir sagen, dass deine Menschen leiden,
und ich möchte dich bitten, Frieden zu bringen.
Ich bitte dich, beende dieses schreckliche Morden und Zerstören,
diesen mörderischen Wahnsinn des Nationalismus!

(Gebet eines bosnischen Dorfbewohners, A Procession of Prayers: Meditations and Prayers from around the World, zusammengestellt von John Carden, ÖRK, und Cassell, London, UK, 1998, S. 123)

Montag, 8. September 2014

Herausforderungen an die Theologenausbildung in Brasilien

Prof. Dr. Claus Schwambach
"Ob unsere Ausbildung für Theologen nun pietistisch, charismatisch oder befreiungstheologisch ausgerichtet ist", so Prof. Dr. Claus Schwambach, Direktor von der FLT (Faculdade Luterana de Teologia) in Sao Bento do Sul (Brasilien), "alle drei Ausbildungsstätten der lutherischen Kirche Brasiliens (IECLB) haben ähnliche Probleme in unserer postmodernen Welt: sie wachsen nicht wirklich!" Und er ergänzt: "Wir bilden die Theologen aus, damit sie in der Kirche ihren Dienst tun. Aber oft genug bilden wir dafür aus, dass sie dann in gefestigte Strukturen kommen. Wir geben ihnen kaum Instrumente und Handwerkszeug mit für einen missionarischen Gemeindeaufbau." Nach seiner Meinung gibt es keine einfachen Rezepte für einen Erfolg eines "Wachsens gegen den Trend" des Schrumpfens. Und Schwambach ergänzt, dass eigentlich die Menschen in Brasilien auf der Suche sind nach einer Spiritualität, die ihnen Heimat gibt. Immer wieder gab es auch, so Schwambach, Versuche über diakonische Angebote an Menschen heranzukommen und sie für Kirche zu gewinnen. Aber auch dieser Weg ist kein Allheilmittel. Diakonie ja - aber sie muss auch Zeugnis abgeben ohne Menschen unter Druck zu setzen. "Kirche sein in einer postmodernen Welt ist gar nicht leicht!" so Schwambach. "Aber genau das ist die Welt, wo wir mit unseren unterschiedlichen Prägungen versuchen müssen, Zeugnis für den HERRN unserer Kirche abzugeben."
Die Anfänge der FLT gehen in das jahr 1989 zurück. 1994 wurden die Kurse der FLT durch die Kirche erstmals anerkannt. 2001 erhielt die FLT die staatliche Anerkennung. 2002 erkannte auch die IECLB die FLT als eine ihrer Ausbildungsstätten offiziell an. 

"Gott segne das GAW" (Großmann)

"Gott segne den Gustav-Adolf-Verein in allen Stücken, vornehmlich aber geistlich, und verleihe ihm fröhliche Geber, innige Beter, treue Leiter, die sich selbst vergessen und lasse ihn Frucht schaffen zum ewigen Leben." (Aus dem Sterbegebet Großmanns, Gründer des GAW, gestorben am 29.6.1857)
Das ist ein Gebet, das gilt. Wir sind im GAW auf Segen angewiesen, dass wir selbst den Dienst als geistliche Stärkung erfahren, dass wir treue Spender haben und neu finden, und dass wir insbesondere Menschen finden, die sich treu in den Dienst des GAW stellen zum Wohle der evangelischen Diaspora - weltweit.

Samstag, 6. September 2014

Dem Evangelium Herberge verschaffen

Bischof D. Dibelius
"Die Gustav-Adolf-Arbeit hat mir zuerst die Augen für die weltumspannende Gemeinschaft des christlichen Glaubens geöffnet", so sagte Bischof D. Dibelius bei der feierlichen Eröffnung der 91. Hauptversammlung des GAW auf der Wartburg in Eisenach vor 60 Jahren. Und weiter beschrieb dann Dibelius die Hauptaufgabe des GAW damit, "dem Evangelium Herberge zu verschaffen." Eine tolle kurze Beschreibung!

"Wir brauchen", so fährt Dibelius fort," Kirchen, die man liebhaben kann. Und wir brauchen Mitarbeiter, die jedem diese Räume zur Heimat machen. Die Gemeinde aber muss sie mit ihren Gebeten tragen." 

Und dann sagt er noch über die Kraft Gebets - passend zum 4. September 1989 (!) - "Die Einheit unseres Vaterlandes kommt durch das Gebet der Christen zustande und auf keinem anderen Wege."

Freitag, 5. September 2014

60 Jahre lutherische Gemeinde in Torre Annunciata (Neapel)

Gemeindesaal in Torre Anunciata
Pastor Paolo Poggioli konnte mit seiner lutherischen Gemeinde am Golf von Neapel das 60jährige Jubiläum feiern. Er berichtet im Magazin seiner Kirche darüber: "Unsere Gemeinde ist eine kleine Glaubensgemeinschaft mit insgesamt ca. 70 Mitgliedern und Sympathisanten. Diese Zahl mag sich bescheiden anhören, aber die Initiativen und die vielfältige Art und Weise, mit der wir unseren Glauben bezeugen, sind es sicherlich nicht. Auch aus diesem Grund haben wir das 60-jährige Jubiläum mit großem Stolz gefeiert. Bei ihrer Gründung im Jahr 1954 gab sich die Gemeinde den Namen „Cristo Salvatore”. Damit wollte sie aussagen, dass allein Christus das Heil zu schenken vermag, und dass es, außer Ihm, keinen anderen Mittler zwischen Gott und den Menschen gibt. In den 60 Jahren ihres Bestehens durchlebte die Gemeinde zahlreiche wechselhafte Phasen. Die 50ger Jahre waren durch Konflikte geprägt, während in den 60ger Jahren die Gemeinde von ihrem Umfeld „geduldet“ wurde. Dank der vom Zweiten Vatikanischen Konzil geförderten ökumenischen Öffnung wuchs in den darauffolgenden Jahren die Akzeptanz der Gemeinde bis hin zur heutigen, gegenseitigen Anerkennung der Konfessionen. Diakonisch-soziales Engagement wurde und wird in unserer Gemeinde großgeschrieben. Das bezeugt auch die Einrichtung zweier Schulen, – eine Grundschule und ein Kindergarten – (erstere gibt es heute noch in Torre del Greco, in der Ortschaft Santa Maria la Bruna). Auch die Bereitschaft zum ökumenischen Dialog hat vor allem in den vergangenen zwanzig Jahren zu einer wachsenden theologischen und kirchlichen Relevanz im lokalen Umfeld geführt: Gut drei katholische Bischöfe haben von der Kanzel unserer Kirche gepredigt. Zudem gehört unsere Gemeinde zu den Gründungsmitgliedern des ökumenischen Zentrums „Irini“, das Mitte der 90ger Jahre gegründet wurde und in der Franziskanerkirche in Angri untergebracht ist. Seit fünfJahren ist es integrierender Bestandteil des CRCCC (Regionalrat der Christlichen Kirchen in Kampanien). Ihre ökumenische Berufung und ihr diakonisches Engagement haben die Gemeinde auch veranlasst, schon seit vielen Jahren die Räumlichkeiten der ehemaligen Schule in Torre Annunziata der (katholischen) Bevölkerung für sozio-kulturelle Initiativen und dem Verein Diffusione Teatro für seine Theaterwerkstatt zur Verfügung zu stellen. Auch in unserem alten Gotteshaus in Torre del Greco finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, wie die des Vereins „La Giostra“ . Die Fürsorge und Hingabe für Hilfsbedürftige erklären den Einsatz unserer Gemeinde zugunsten des Krankenhauses „Villa Betania“, das sich in Ponticelli, im sozial benachteiligten Hinterland Neapels befindet. Gegründet wurde es von unserer Gemeinde zusammen mit anderen neun Glaubensgemeinschaften in den 60ger Jahren. Selbst unser kleines Gästehaus - für kleine bis mittlere Gruppen - istein Ort des Zusammentreffens mit „den Anderen“ geworden: Die Gastfreundschaft ermöglicht uns, schon bestehende Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.Ich freue mich, auch das finanzielle und logistische Engagement der Gemeinde für die Verbreitung der klassischen und geistlichen Musik hier erwähnen zu können. Die damit verbundenen Initiativen stehen ganz im Einklang mit dem Geist der lutherischen Kirche und unserer Tradition: Über Jahre hinweg haben wir den nach dem Pastor und Gründer unserer Gemeinde benannten Musikwettbewerb „Idelmo Poggioli“ abgehalten. Treu den lutherischen Prinzipien „solus Christus, sola gratia und sola fide” befindet sich unsere Gemeinde in einer Kirche wieder, die "semper reformanda" ist. Und die, wie ich mir wünsche, sie stets auch in ihrer Zukunft als Kirche Christi, des alleinigen Erlösers und Heilands, begleiten möge." von Pastor Paolo Poggioli (erschienen in INSIEME, 2014 N° 4 der Ev.-Luth. Kirche in Italien)

Donnerstag, 4. September 2014

Auch das noch: Ein "Chávez unser" für Venezuela

Popaganda in den Strassen Venezuelas
Vertreter der Sozialistischen Partei Venezuelas haben auf einem gerade stattgefundenen Parteikongress in Caracas ein Gebet vorgestellt. Zum Vorbild haben sie sich das „Vater unser“ genommen. Und so beginnt es mit den Worten: „Unser Chávez, der du bist im Himmel, auf Erden, im Meer und in uns allen… spende uns an diesem Tag Licht, uns jeden Tag zu führen, damit wir nicht der Versuchung des Kapitalismus erliegen.“
Hugo Chávez erlag im vergangenen Jahr einem Krebsleiden. Ob er im Himmel ist…? Die venezolanische Opposition denkt darüber sicherlich anders. Und himmlisch sind die derzeitigen Zustände in Venezuela überhaupt nicht. Das erdölfördernde Land befindet sich in einer tiefen Krise. Chávez hat mit zahlreichen Sozialprogrammen versucht, die ärmeren Schichten an dem Reichtum des Landes zu beteiligen. Viele Programme haben neue Abhängigkeiten geschaffen. Ein paralleles staatliches System hat sich etabliert und vielen Parteimitgliedern eine Versorgung ermöglicht.
Das Land steht vor einem Kollaps. Ist das sog. „Chávezunser“ ein Ausdruck für die Hilflosigkeit der regierenden Partei unter Präsident Maduro? Wenn es die Regierenden hier auf Erden nicht schaffen, dann doch bitte Chávez - wo auch immer er sein möge.
Mir schrieb vor wenigen Tagen ein lutherischer Gemeindepfarrer aus Venezuela: „Bete für uns! Es sind sehr, sehr schwierige Zeiten in Venezuela. Die Grundversorgung mit Lebensmitteln ist schwierig geworden. Bestimmte Dinge bekommt man nur über Bezugsscheine. Die Inflation ist immens. Wir wissen nicht wie es weitergehen soll. So jedenfalls kann es nicht gehen! Bete für uns!“
Das machen wir! Allerdings orientieren wir uns am Vater unser! - Enno Haaks

Mittwoch, 3. September 2014

Ökumenisches Fürbittgebet für die Tschechische Republik, Polen, Slowakei

Altar in  derlutherischen Kirche
in Sasinkovo/Slowakei
Vom Ökumenischen Rat der Kirchen kommen in dieser Woche Anregungen für Dank und Fürbitte für Tschechien, Polen und die Slowakei. Drei Länder, in denen das GAW insgesamt sechs Partnerkirchen hat.

Wir danken für:
· die bekannten und unbekannten Heldinnen und Helden, die die Nazis und die sowjetischen Beherrscher vertrieben haben.
· die Pastoren und Priester, die ihrem Glauben auch dann treu blieben, als sie verfolgt wurden.
· die Traditionen, die den Zusammenhalt der Menschen fördern und ihnen auch in schwierigen Zeiten Stärke geben.
· Bleigläser mit ihren kunstvollen Formen und Dekorationen.

Wir bitten um/ für:
· wirtschaftliche Stabilität beim Übergang vom Kommunismus zur freien Marktwirtschaft.
· die Armen und alten Menschen, die die Hauptlast der Wirtschaftsreformen tragen.
· die Arbeitslosen und all die anderen Menschen, die unter den Einschränkungen des staatlichen Sozialsystems leiden.
· die Opfer des Antisemitismus und Sexismus, der ethnischen und sozialen Intoleranz in einer Zeit des wachsenden Nationalismus und der Suche nach Identität,
· die Umwelt, besonders in Regionen, die stark geschädigt sind.
· die Erneuerung der Kirche in einer Zeit wachsender Freiheit und zunehmender Säkularisierung.

GEBET
Gott, du bist Vater und Mutter, du hast uns diese Erde gegeben,
die die Bühne deiner himmlischen Herrlichkeit ist und die unseren Lebensraum bildet.
Höre das Stöhnen deiner Schöpfung. Blicke auf die Wunden, die bluten.
Wir bitten dich: Mach uns empfindsam und aufmerksam auch für die leisen Stimmen des Leidens.
Gib uns Mut und stärke unsere Hände, vertrauensvoll das zu tun, was deiner Schöpfung dient.

O Christus, du hast versprochen, bei uns zu sein bis an das Ende aller Tage.
Wir bitten dich: Sei uns nahe und befreie uns für das Leben.

Heiliger Geist, ewige himmlische Weisheit, du bist unser Trost und unsere Hilfe
Wir bitten dich: Stärke unseren Glauben, vervielfache unsere Liebe
und sorge dafür, dass wir die Hoffnung nicht aufgeben.
Wir erwarten das Kommen deines Reiches, in dem alle Dunkelheit überwunden sein wird
und das Antlitz der Erde den früheren Zustand zurückerhält.
Wir beten dich an, ewiger Gott, wir preisen dich, Vater, Sohn und Heiliger Geist,
jetzt und immerdar. Amen 


Lutherische Kirche in Kasan ist wieder eingeweiht

Lutherische Kirche Kasan
provisorischer Innenraum
"Gerade komme ich zurück von der Wiedereinweihung der St. Katharinenkirche in Kasan", schreibt Bischof Dietrich Brauer von der Ev.-Luth. Kirche im Europäischen Russland. "Das ist ein wunderbares Beispiel der Unterstützung von staatlicher Seite für unsere Kirche." Fährt Brauer fort. "Es ist gewiss auch ein Zeichen der Anerkennung und Hoffnung, dass es wirklich Orte in Russland gibt, wo wir als untrennbarer Bestandteil dieses Landes wahrgenommen werden und nicht als Fremdkörper. Das ist erfreulich - leider eine Ausnahmesituation."
Renovierte Kirche

Kasan ist die Hauptstadt der Republik Tatarstan und hat rund 1,1 Mio. Einwoh­ner. Die Stadt an der Wolga ist das Zentrum des russischen Islam mit der größten Moschee Europas. Auch die russisch-orthodoxe Kirche ist stark vertreten, während die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde eine kleine Minderheit bildet. Ihre St. Katharinenkirche wurde 1771 erbaut und 1861 erweitert. Bis 1929 diente sie nicht nur Gottesdiensten, sondern auch als gesellschaftliches und kulturelles Zentrum der hier lebenden Russlanddeutschen. Im Dezember 1929 wurde die Gemeinde enteignet und aufgelöst. Erst 1990 konnte sie sich wieder registrieren lassen. 1996 überreichte der damalige Bürgermeister in einem symboli­schen Akt der Gemeinde den Schlüssel zu ihrer alten Kirche. 
Die Katharinenkirche befand sich damals in einem sehr schlechten Zustand. Mit Hilfe des Gustav-Adolf-Werks konnten 2005 die Fassade und das Dach renoviert werden. Dann wurde der Kirchraum provisorisch hergerichtet und mit einer vorläufigen Altarwand versehen. Das GAW hat von 2010-2012 die Kirchengemeinde mit 30.000 Euro unterstützt. Der komplette Innenausbau konnte mit Hilfe der Regionalregierung fertiggestellt werden.