Mittwoch, 10. Dezember 2014

Zum Tag der Menschenrechte in Zeiten von PEGIDA



Der 10. Dezember ist der Tag der Menschenrechte. Erinnert und gedacht wird an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet worden ist. Es ist ein Bekenntnis dazu, dass jeder Mensch die gleiche Würde und die gleichen Rechte hat. Die Menschenrechte sind tief in der christlichen Botschaft verankert. Das Verständnis von Freiheit, Gleichheit und Solidarität hat tiefe christliche Wurzeln.
Ausgehend vom christlichen Menschenbild und von der Erklärung der Menschenrechte ist es Christenpflicht, sich für Religionsfreiheit, für ein Recht auf Asyl, für ein tolerantes Miteinander, für eine offene Gesellschaft einzusetzen.
Auch die Demonstrationsfreiheit und die freie Meinungsäußerung gehören zu den Menschenrechten. Diese konstruktiv wahrzunehmen ist wichtig. Sie auszunutzen, um Ängste zu schüren, ist verantwortungslos. Auf den PEGIDA-Demonstrationen in Dresden haben sich in den letzten Wochen nicht wenige Menschen instrumentalisieren lassen. Unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung wird dort plakativ mit der Angst vor Fremdem gespielt. Das schafft nur neue Probleme. Angstbesetzten Reaktionen auf kulturelle Andersartigkeiten haben noch nie Konflikte gelöst, sondern sie verschärft. Zudem: Die Wirklichkeit ist viel komplizierter. 
Gerade der christliche Glaube steht gegen Angst auf. Er lädt ein, differenziert nachzudenken und vor allen Dingen: zuzuhören. 
In zahlreichen Partnerkirchen des GAW kann man lernen, wie bereichernd es ist, gemeinsam Leben zu gestalten und unterschiedliches Denken und Handeln auszuhalten, ohne in Angst zu geraten. 
Der Tag der Menschenrechte sollte uns deshalb ein Anlass sein, gegen Angstmache und vereinfachtes Denken wie bei PEGIDA und deren Ablegern das Wort zu erheben. - Pfarrer Enno Haaks

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