Samstag, 6. Dezember 2014

Wie geht es weiter mit den Christen in Syrien?

Pastor Haroutune G. Selimian (links) 
Zum vierten Mal hat das GAW in Zusammenarbeit mit der Rheinischen und der Badischen Landeskirche eine Notfallhilfe für die bedrängten und verfolgten Christen in Syrien gegeben – und speziell reformierten Gemeinden – arabisch und armenisch - in Aleppo geholfen, Hilfe ihrerseits zu leisten. Ein Ende der Not ist nicht in Sicht. Das berichtet auch der armenisch evangelische Pfarrer Haroutune Selimina aus Aleppo. Die Menschen in seiner Gemeinde hätten große Angst vor der Zukunft. Aleppo würde seit Jahren immer wieder angegriffen, wobei die Kriegsparteien zynischer Weise besonders die Ziele ins Visier nähmen, wo viele Menschen lebten. „Im Stadtzentrum gibt es mittlerweile kein einziges Gebäude mehr, in dem jemand wohnt“, sagt Selimian. Große Gruppen der armenischen Gemeinschaft sind mittlerweile nach Armenien ausgewandert. Aus Aleppo selbst sind in den letzten Monaten allein 15.000 Armenier weggegangen. Dennoch gäbe es immer noch evangelisches Leben in der Stadt. Aber man müsse bedenken, dass in der Regel die noch in der Stadt sind, die zu den Armen gehören.
Die Frage stellt sich immer wieder, wie der Exodus aus dem Kernland des Christentums aufgehalten werden kann. Der Westen kann wenig tun. Das ist mehr als deutlich. Viele Christen suchen den Schulterschluss mit moderaten Muslimen. Und hier liegt der Schlüssel zum Problem: Wie entwickelt sich die muslimische Welt? Wie verhält sich die muslimische Mehrheitsgesellschaft zur christlichen Minderheit? Radikalisiert sich der Islam, dann wird mit Sicherheit das Christentum nach 2.000 Jahren im Nahen Osten aussterben.
Das GAW wird sich mit seinen Partnern weiter der Not der Glaubensgeschwister in Syrien annehmen und nach Absprache Hilfe leisten. Wir dürfen nicht wegschauen! Helfen Sie mit!

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