Dienstag, 14. Oktober 2014

Wachstum und Wohlstand in Brasilien? Besuch in Brasilien

Lutherischer Gottesdienst in Palmas/Brasilien
Im Oktober besuchen der Präsident des GAW Dr. Hüffmeier und der Generalsekretär Enno Haaks Brasilien. Neben Besuchen der theologischen Ausbildungsstätten, Teilnahme an der Generalsynode der lutherischen Kirche werden auch vom GAW unterstützte Projekte besucht. U.a. auch in Sao Paulo. 
Die brasilianische Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Rund 30 Millionen Menschen haben in Brasilien in den vergangenen 15 Jahren den Sprung aus der Armut geschafft. Knap 53% der 197 Millionen Brasilianer gehören der neuen Mittelklasse an. Jährlich wächst diese Bevölkerungsschicht um etwa 4% - und damit schneller als die Gesamtbevölkerung des riesigen Landes. In Brasilien gilt man zur Mittelschicht gehörig, wenn man monatlich ein Durchschnittseinkommen zwischen 355 und 1520 Euro zur Verfügung hat. Interessant ist es, dass Favela-Bewohner heute in Brasilien rund 2/3 der neuen Mittelklasse stellen. Das zieht natürlich Veränderungen nach sich in der Struktur einer Favela. Auf einmal werden gewachsene Favelas interessant für Ansiedlung von Geschäften. Die soziale Struktur wandelt sich. Oft nimmt die Gewalt und der Konsum von Drogen und Alkohol ab. Insofern gibt es durchaus positive Aspekte des Wachstums der vergangenen Jahre - auch wenn die Wirtschaftskraft des Landes spürbar nachgelassen hat. 
Spannend wird es sein, wie sich das Land nach der Fußball-WM und vor den Olympischen Spielen 2016 weiter entwickeln wird. Wird es bei der Vorbereitung auf Olympia auch wieder zu massenhaften Protesten kommen? Hier ging es wesentlich um die Nöte im Gesundheits- und Bildungssektor und in der Verbesserung der Infrastruktur.
Die lutherische Partnerkirche ist Teil des gesellschaftlichen Wandels in dem Land. Wie positioniert sich die Kirche dazu in Brasilien? Welche Themen beschäftigt sie derzeit? Was sind die Freuden und Sorge der brasilianischen lutherischen Kirche? Das sind Fragen, die der Präsident und der Generalsekretär mit auf ihre Reise nehmen werden.

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