Dienstag, 21. Oktober 2014

Recht auf Leben für indigene Minderheiten in Brasilien

Pastorin Renate Gierus von COMIN
Die Zentrale des Inidianermissionsrates COMIN der brasilianischen lutherischen Kirche (IECLB) ist in Sao Leopoldo. COMIN wurde 1982 mit dem Ziel geschaffen, indigenen Gemeinschaften politische und institutionelle Unterstützung zu gewähren und gleichzeitig die Kirchenleitung über die Situation der indigenen Minderheiten zu informieren. Damit bekennt COMIN auch, dass die Lutherische Kirche in Brasilien Anteil hat an der Schuld der Christen gegenüber indigenen Völkern. Zum Zeichen der Versöhnung stellt sich die Kirche in Brasilien heute an ihre Seite und kämpft mit ihnen für ihre Rechte. "Das ist nicht immer einfach in unsere Kirche", bekennt die Leiterin von COMIN, Pastorin Renate Gierus. "Denn unsere Kirche ist eingebunden in die Probleme, die die indigenen Gemeinschaften betreffen. Es geht z.B. um Landrechte und damit automatisch um Konflikte mit Kleinbauern oder auch Großgrundbesitzern. Wie soll mit Land umgegangen werden, dass Bauern schon lange bewirtschaften aber eigentlich Indianerland ist?" Es ist deutlich, dass hier erhebliches Konfliktpotenzial liegt. COMIN unterstützt die indigenen Gemeinden bei solchen Landfragen, aber auch im Bereich der Landwirtschaft und in Bildungs- und Gesundheitsfragen. Die indigenen Gemeinschaften sollen gestärkt werden und ihre Eigenständigkeit erhalten bleiben. "Wir sind auch dafür da, Anwalt zu sein für die indigenen Gemeinschaften, um ihnen zu zeigen, dass sie ein Recht haben, auf ihre traditionelle Art zu leben. Wir wollen ihr Recht auf selbstbestimmtes Leben schützen", sagt Renate. "So verstehen wir auch Mission. Wir wollen Zeugnis abgeben für dieses Recht auf Leben. Gott ist auch an ihrer Seite. Er will ihr Leben - genau wie unser Leben. So nehmen wir teil an der Sendung Gottes in diese Welt - an der Missio Dei!"
Es gibt in ganz Brasilien nach der Volkszählung aus dem Jahr 2010 305 unterschiedliche indigene Völker mit etwa 896.000 Indigenen. 
Das GAW unterstützt zwei Projekte von COMIN. Dabei geht es um Wasseraufbereitungsanlagen für die indigene Gemeinschaft der Deni. Desweiteren werden Fortbildungskurse unterstützt. 

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