Donnerstag, 30. Oktober 2014

Bolivien, Evo Morales und Herausforderungen für die Lutheraner

Blick über die Dächer El Altos auf die Anden
Zum dritten Mal wurde Evo Morales vor Kurzem zum Präsidenten gewählt. Das ist einmalig in der Geschichte des Landes. Dafür gibt es zwei Gründe: die aktuelle politische und wirtschaftliche Stabilität des Landes und die Lage der Opposition. Die Inflation ist gering. Es gibt ein hohes Deviseneinkommen. Das nimmt die Bevölkerung positiv wahr. Durch Steuern und vor allem Neuverhandlungen der Quoten mit den gasfördernden Unternehmen hat die Regierung seit dem Amtsantritt von Morales 2006 den finanziellen Spielraum, den sie braucht, um politisch agieren zu können, massiv erhöht. Das kommt Infrastrukturprojekten und Sozialprogrammen zugute. Die Regierung konnte bislang mit einer bequemen 2/3-Mehrheit relativ ungestört durchregieren. Grenzen setzten nur Proteste der eigenen Basisgruppen. Vor allen auch die Gewerkschaften der Kokabauern. Die Frage „indigener Themen“ wie zum Beispiel die Durchsetzung von Territorialrechten bleibt hinter dem wirtschaftlichen Fortschritt etwas zurück. 
Gespannt ist die lutherische Kirche, wie sich die Beziehung zum Staat weiter gestaltet. das betrifft insbesondere diakonische Projekte wie Schulen und "Centros Comunitarios". 
Bolivien ist ein Binnenland im Herzen Südamerikas. Es ist das einzige Land Südamerikas, in dem über 50 % der Einwohner Indigene sind. Sie leben größtenteils in den über 3.700 „Communidades indigenas“ (Siedlungs- und Sippengemeinschaften). Man unterscheidet die Hochlandindigenen Aymara und die Quechua von kleineren Gruppen der Tieflandindigenen, z.B den Guaraní, Chiquitanos oder Lecos. Insgesamt werden in der Verfassung des „Estado Plurinacional de Bolivia“ 36 verschiedene Ethnien genannt. Die Staatssprachen sind Spanisch, Aymara, Quechua, Guaraní und vier weitere Sprachen.
Die Hauptstadt Boliviens ist Sucre mit 256.226 Einwohnern, während die Regierung ihren Sitz in La Paz hat. In La Paz leben knapp 1 Million Menschen, 1,1 Millionen leben in der ehemaligen Trabantenstadt El Alto auf dem Altiplano. La Paz liegt in einer Höhe von 3.200 bis 4.100 m und ist damit der höchstgelegene Regierungssitz der Erde.
Der Römisch-Katholischen Kirche gehören ca. 80 % der Bevölkerung an. Zum historischen Protestantismus gehörende Kirchen sind neben der IELB die Methodistische Kirche und die Baptisten. Die Zahl der Pfingstkirchen wächst kontinuierlich.

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