Montag, 25. August 2014

Zur Geschichte der Zentrale des GAW

Alte Zentrale an der Weststrasse
Die über 180-jährige Geschichte des GAW war immer beeinflusst von den äußeren Umständen des Landes. Im 19. Jahrhundert war es eines der größten kirchlichen Werke. Ein hoher bürgerschaftliches Engagement gab es im Werk. Zum guten Ton gehörte es in Leipzig, dass Bürgermeister und Stadträte Mitglied waren uns sich engagierten. Ein Ausdruck dafür ist z.B. das "Gustav-Adolf-Fenster" in der Thomaskirche Leipzigs, das ein Stadtrat stiftete. 
An der damaligen Weststrasse in unmittelbarer Nähe zum Neuen Rathaus fand sich die großzügige Zentrale. 
Nach der katastrophalen Verheerung des Zweiten Weltkrieges ergab sich  für das GAW im zerbombten Leipzig eine neue Lage. Die Zentrale wurde am 3. Dezember 1943 völlig zerstört. Der wertvolle Archiv- und Bibliotheksbestand ging verloren. Die Zentralkanzlei wurde im Franz Rendtorff-Haus in der Pistorisstrasse 6 (1930 erbaut) untergebracht. Die Zahl der Theologiestudenten verringerte sich dadurch im Heim von 28 auf 15.
Zentrale des GAW
Dieser Umzug war ein schwerer Einschnitt, der zusätzlich durch die deutsche Teilung erschwert wurde. Im Westen Deutschlands bildete sich die sog. "Notgemeinschaft der Gustav-Adolf-Stiftung" im Jahre 1948. 1952 wurde in Kassel die Zentrale des GAW-West eingerichtet. Die Verbindung zur alten Zentrale in Leipzig blieb durch die ganze Zeit der deutschen Teilung bestehen. Man verstand sich immer als ein Werk. Ein Ausdruck dieser engen Verbundenheit war die zügige Wiedervereinigung von GAW Ost und West, die 1992 realisiert wurde. Damit verbunden war die Entscheidung, die Zentrale in Kassel aufzulösen und das Franz Rendtorff-Haus zu sanieren, so dass hier ab November 1994 die gemeinsame Zentrale die Arbeit wieder aufnehmen konnte. Damit endete im Franz Rendtorff-Haus die lange Tradition der Arbeit mit Theologiestudenten - auch aus der Diaspora. Nach Errichtung des Ev. Studienhauses in Stötteritz - auch mit  Unterstützung durch das GAW - konnte diese Tradition fortgesetzt werden dadurch, dass dort unsere GAW-Stipendiaten untergebracht sind. 

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