Sonntag, 31. August 2014

Migration in Bolivien und die Auswirkung auf die lutherische Kirche

Gottesdienst in einer lutherischen Gemeinde Boliviens
Bolivien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Nahezu 60 % der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Das hat sich auch seit der Wahl des ersten indigenen Präsidenten des Landes, Evo Morales Ayma, im Jahre 2005 nicht grundlegend geändert. Ein Großteil der Bevölkerung Boliviens sind einfache Bauern. Viele von ihnen treibt die Not an die Ränder der großen Städte, wo sie hoffen, bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen vorzufinden. 
Auch Cochabamba, 220 km südlich von La Paz gelegen und mit 631.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Boliviens, wächst unaufhörlich, weil viele Menschen aus ländlichen Regionen hierher ziehen. Was die Familien dann aber vorfinden - nicht nur in Cochabamba –, führt oft in andere Nöte: Familienstrukturen zerbrechen, es kommt zu häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch, Bandenwesen, Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen usw. 
In Cochabamba gründete die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bolivien (IELB) im Jahre 2007 eine Gemeinde. Sie sammelte Migrantenfamilien und konzentrierte sich auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. „Anfangs trafen wir uns nur am Wochenende mit den Familien und ihren Kindern. Schnell haben wir jedoch gemerkt, dass das nicht reicht“, erzählt Emilio Aslla Flores, der Kirchenpräsident der IELB. Inzwischen erhalten 20 Kinder aus den ärmsten Familien jeden Tag eine Mahlzeit in der Gemeinde. Es wurde eine regelmäßige Hausaufgabenhilfe organisiert und zusätzlich werden regelmäßige Computer- und Präventionskurse angeboten. Der engere Kreis der Gemeinde besteht derzeit aus 60 Personen. Es profitieren jedoch bereits rund 300 Menschen von der Arbeit der Gemeinde – Familienmitglieder, Nachbarn u.ä.
"Cochabamba ist ein Beispiel dafür, wie sich auch unsere Kirche verändert hat. Die Anzahl der Gemeinden im ländlichen Bereich ist gesunken. Gemeinden dort schließen sich zusammen, weil sie aufgrund der Binnenmigration Mitglieder verlieren. Allerdings wachsen dafür unsere Gemeinden in den Großstädten," schreibt Emilio Aslla Flores.  

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