Mittwoch, 27. August 2014

Die Schaufensterkirche von Örmezö


Das Gemeindezentrum der reformierten Gemeinde im
Budapester Stadteil Örmezö war früher ein Pub.
Örmezö ist ein Stadtteil am Rande der ungarischen Hauptstadt Budapest. Plattenbauten dominieren das Bild. Dávid Faragó, Pfarrer der reformierten Gemeinde von Örmezö: „Als ich vor einigen Jahren in Örmezö ankam, wusste ich, dass wir viel Zeit brauchen würden Gemeinde zu bauen. Es gibt viele Schwierigkeiten, die mit dem Leben in einem solchen Stadtviertel verbunden sind. Die Wände in den Häusern sind dünn, haben aber dennoch eine große Kraft, die Menschen auf Distanz zueinander zu halten.“
Viele Jahre trafen sich die Mitglieder der Gemeinde in der Wohnung des Pfarrers, um Gottesdienste oder Bibelstunden zu halten. Jetzt endlich – im August 2014 – haben sie ein kleines Gemeindezentrum einweihen können: in den Räumen eines ehemaligen Pubs. Eine ältere Frau, die seit 36 Jahren in Örmezö lebt und Mitglied der Gemeinde ist, erzählt: „Ich bin reformiert getauft. Aber solange es keine reformierte Gemeinde in Örmezö gab, praktizierte ich meinen Glauben nicht. Ich war sehr dankbar, als Pfarrer Faragó hier begann, eine reformierte Gemeinde aufzubauen. Inzwischen sind meine drei Enkelkinder hier getauft und eines ist sogar schon konfirmiert worden. Ich bin sehr glücklich, dass wir nun endlich ein eigenes kleines Gemeindezentrum haben.“
Etwas ungewohnt ist es für einige der Gemeindemitglieder noch, ihre Gottesdienste quasi im Schaufenster eines ehemaligen Pubs zu feiern. Menschen gehen draußen vorbei und schauen hinein. Pfarrer Faragó: „Aber das ist auch eine Chance. Die großen Fenster demonstrieren Offenheit und laden Menschen ein, hereinzukommen.“

Keine Kommentare: