Freitag, 1. August 2014

Das wandernde Gottesvolk - Diaspora und Ökumene - vor 50 Jahren

Nach dem 2. Vatikanischen Konzil schreibt der dänische lutherische Theologieprofessor Skydsgaard: "Das Volk Gottes ist ein wanderndes Volk und diese Wanderung hat ihr Geheimnis, ihre Abgründe und ihre Höhen. Sie birgt in sich das Alte und das Neue Israel, sie birgt in sich die römisch-katholische Kirche, aber auch die orthodoxen und alle anderen Kirchen. Die Spaltungen sind Zeichen der Menschlichkeit dieses Volkes, auch Zeichen der Sünde und des Zorns Gottes. Sie haben auch ihre tiefe ekkelsiologische Bedeutung... Sie sind offene Wunden und Heilmittel in einem. Durch sie wird das Volk Gottes tief gedemütigt und erinnert, dass es noch nicht an sein Ende gekommen ist. Die Spaltungen schaffen eine Unruhe, die die Kirchen zu tieferem und immer erneutem Denken nötigt..."
Und der Generalsekretär des GAW Gennrich ergänzt dies aus der Sicht der Diaspora: "Mit dem wandernden Gottesvolk ist zugleich bezeichnet, was Diaspora bedeutet. Es ist die Kirche in der Welt unter Anfechtungen und Gefahren. Es ist die lebendige Kirche, die gegenüber einer verfestigten und verweltlichten Kirche das Evangelium  lebendig zu erhalten hat. Es ist die Aufgabe der Diaspora, Stadt auf dem Berg, Licht der Welt und Salz der Erde zu sein, wie der österreichische Diasporatheologe W. Dantine aufgezeigt hat. Es ist die Funktion der Diaspora, die sog. gefestigten Kirchen daran zu erinnern, dass auch sie Diaspora sind, Volk Gottes auf der Wanderschaft." (Evangelische Diapora 1964, 35. Jg, S. 39f)

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