Dienstag, 15. Juli 2014

Grenzübergeifendes Gustav-Adolf-Fest in Sopron

Die drittgrößte lutherische Kirche Ungarns war vollbesetzt - die evangelische Hymne "Ein feste Burg ist unser Gott" erklang auf Deutsch und Ungarisch in vollem Klang. Wahrlich eine Feier des Glaubens war das Gustav-Adolf-Fest am 14. Juni in Sopron - ein Fest, bei dem erlebbar wurde, dass die weltweite Kirche Jesu Christi Sprach- und Landesgrenzen oftmals ganz augen-scheinlich mit großer Leichtigkeit überwindet.
Bereits 1990 war Sopron/Ödenburg Gastgeber des burgenländischen Gustav-Adolf-Festes - und das Miteinander zwischen den Lutheranern in Westungarn und dem Burgenland ist seither eng, oftmals freilich in überschaubarerem Rahmen. Nun, da sich das Paneuropäische Picknick und die Grenzöffnung zum 25. Male jähren, kamen über 1.200 Menschen aus Österreich und aus Ungarn in Sopron/Ödenburg zum Gustav-Adolf-Fest zusammen. Im Eröffnungsgottesdienst predigte Péter Gáncs im Zeichen der "festen Burg", die das Motto des diesjährigen Festes gab. Hans Niessl, der Landeshauptmann des Burgenlands, und weitere Vertreter der burgenländischen Landesregierung feierten mit uns. Die Stadt Sopron wurde durch ihren Bürgermeister Dr. Tamás Fodor vertreten. Bischof János Szemerei, Bischof Milan Krivda und Superintendent Manfred Koch repräsentierten das kirchliche Leben in Westungarn, der Slowakei und dem Burgenland. Zahlreiche Chöre und Musikgruppen, Schauspiel- und Tanzgruppen gestalteten das Programm des Festes, das auf mehreren Bühnen in der Innenstadt zu sehen war - und das "Young-GAF" lud zu Programmen für Kinder und Jugendliche. Natürlich durfte im Jubiläumsjahr auch eine Filmvorführung mit anschließendem Podiumsgespräch zum Paneuropäischen Picknick nicht fehlen.
Und was bleibt: Zweifellos konnten viele im Glauben gestärkt nach Hause reisen - im Glauben an den, der unsere gemeinsame Mitte ist über Grenzen hinweg. Ein Fest, das den Zusammenhalt von Kirchen stärkt, die nicht nur in Nachbarschaft miteinander leben, sondern deren Gemeindeglieder selbst ganz greifbar erleben können, wie gut es tut, den Glauben nicht nur in der jeweiligen Gemeinden - größtenteils in Diasporasituationen - zu feiern, sondern vereint Gott zu loben.
Holger Manke, deutscher Pfarrer Sopron/Ödenburg

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