Freitag, 29. November 2013

Adventgruß aus dem GAW

Plakat zum 1. Advent von der Spanischen Ev. Kirche
"Unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden!" - schreibt der Apostel Paulus im Römerbrief. 
Mit diesem Bibelvers wünscht das GAW allen Freunden, Unterstützern und Schwestern und Brüdern in der weltweiten Diaspora eine gesegnete Adventszeit!

Donnerstag, 28. November 2013

Besuch aus Kaliningrad

Pfarrer Thomas Vieweg zu Gast beim GAW
"2018 wird in Kaliningrad u.a. die Fußballweltmeisterschaft bei uns zu Gast sein," berichtet Pfarrer Thomas Vieweg, der in der Oblast Kaliningrad als letzter aus Deutschland entsandter Probst den Weg für die erste einheimische Pröpstin geebnet hat: Maria Goloschapowa. Sie wurde im Juni 2013 zur Pröpstin in Kaliningrad gewählt und in ihr Amt eingeführt. Thomas Vieweg bleibt noch bis 2015 Pfarrer der Kaliningrader Gemeinde erhalten und wird für Pröpstin, Propsteirat, Pfarrkapitel und die Gemeinden Mentoratsaufgaben wahrnehmen. Inzwischen ist es dort gelungen, Schritte zur Hasuhaltskonsolidierung zu gehen, um die sehr große Abhängigkeit von deutschen Spendengeldern reduzieren zu können. Dafür musste auch der harte Weg des Personalabbaus gegangen werden. Schmerzhaft aber leider ohne Alternative. Des Weiteren ist es gelungen, zu einer Selbtsverständlichkeit zu kommen: einen monatlichen Mitgliedsbeitrag zu erheben, um die Gemeinden bei den Verpflichtungen der Propstei mit einzubeziehen. 50 Rubel (ca. 1,25 Euro) werden monatlich erhoben. Das ist nicht viel. Und wahrscheinlich wird sich der Beitrag auch weiter entwickeln müssen. Pastoren haben dann auch Abstriche bei den Gehaltszahlungen gemacht. Überlegt werden muss, so ist aus der Propstei zu hören, wie die Aufgaben konzentriert werden können und wie Kleinstgemeinden weiter betreut werden können. Schwerpunkte werden mit Sicherheit in den Städten liegen.
Ein weiterer Plan ist es jetzt, die teure Heizungsanlage im Kirchenzentrum in Kaliningrad auszutauschen und dadurch zu weiteren erheblichen Kostenreduzierungen zu kommen. Das Heizungshaus soll dann Platz bieten für Vermietungen, um eigenen Einnahmen zu generieren, die dann in Zukunft die Propstei mit stabilisieren helfen.
Es passiert viel in Kaliningrad. Durch die WM 2018 fließe viele Gelder in die Region. Es wird gebaut. Auch für Europa wird die Region interessanter.

Mittwoch, 27. November 2013

Die neue GAW Konfi-Gabe ist fertig!

GAW-Konfi-Gabe 2014
Das Material für die neue GAW-Konfi-Gabe ist fertig! Plakat, Handzettel und eine CD mit vielfältigem Material liegt in der Zentrale des GAW vor und kann bestellt werden (jugendarbeit@gustav-adolf-werk.de)!
Das Leitmotiv ist der Jahreslosung 2014 entnommen: "Gott nahe zu sein ist mein Glück!" (E - Ps 73,28). Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie Glück in ihrem Leben finden. Dazu wollen wir im GAW beitragen! Dazu bitten wir mit dieser speziellen GAW-Konfi-Sammlung um die Hilfe aller Konfirmanden. Die Idee dahinter ist eine alte, segensreiche Tradition: das „Konfirmandenopfer“. Es soll bedürftigen und notleidenden Geschwistern im Glaube zukommen. Darum geht es, wenn wir für Kinder und Jugendliche in einem der größten „Armenhäuser“ Europas, in Transkarpatien in der Ukraine bitten. Die Reformierte Kirche will mit ihren Sommerferienlagern den Jugendlichen Raum und Zeit geben, Gott zu finden. Das brauchen sie dringend in den schwierigen Lebensbedingungen in der Ukraine zwischen Armut, Gewalt und Ausgrenzung.
Und wir bitten für Kinder und Jugendliche in Kolumbien. Die Lutherische Kirche setzt sich für durch den Bürgerkrieg vertriebene Kinder und Jugendliche eine und will ihnen Aus- und Fortbildungsangebote machen, damit sie eine bessere Chance in Zukunft haben. Kolumbien ist das Land auf der Welt, in dem es am meisten Flüchtlinge aus dem eigenen Land gibt. 15 % der Bevölkerung, das sind 5,7 Millionen Einwohner, Vertriebene im eigenen Land sind. Von 1958 bis 2013 sind ca. 220.000 Menschen durch den Krieg gestorben. Davon sind 81,5 % zivile Opfer und lediglich 18,5 % bewaffnete Kämpfer. Der Bürgerkrieg hat die Flüchtlinge in die Elendssiedlungen der Großstädte vertreiben. Dort will dir lutherische Kirche helfen, damit auch sie Glück in ihrer Zukunft finden können.
In zwei Präsentation bekommt man einen guten und beeindruckenden Einblick in die Herausforderungen in beiden Ländern.
Den Konfirmanden in allen Gliedkirchen der EKD rufen wir zu: Helft diesen Kindern und Jugendliche in der Ukraine und in Kolumbien! Spendet Euer Konfirmandenopfer für die GAW-Konfi-Gabe!

Dienstag, 26. November 2013

Staat und Kirchen in Bolivien

Emilio Aslla Flores in der Zentrale des GAW
Die lutherische Kirche in Bolivien steht nach Auskunft des Kirchenpräsidenten Emilio Aslla Flores vor schwierigen Herausforderungen, die u.a. auch mit der Änderung der bolivianischen Verfassung zu tun haben. Nach Verabschiedung  im März 2009 definiert sich der Staat akonfessionell oder auch laizistisch. Nach Artikel 4 werden alle Religionen gleichgestellt. Es heißt: “Der Staat respektiert und garantiert Religionsfreiheit für alle Religionen und spirituellen Glaubensrichtungen, in Übereinstimmung mit ihren Kosmovisionen. Der Staat ist unabhängig von jeder Religion.“ In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde noch die katholische Religion als Staatreligion deklariert.
Hatten sich die ökumenischen Beziehungen danach abgekühlt, weil die katholische Kirche hinter dieser Veränderung Vertreter protestantischer Kirchen vermutete, so gab es in jüngster Zeit eine neue Annäherung, Im Juli 2013 wurde ein neues Kultusgesetz verabschiedet, das alle Kirchen gleichermaßen in Schwierigkeiten bringt. Hier wird nicht geregelt, wie die Kirchen sich im Staat engagieren können, sondern, was jede Kirche jedes Jahr bei staatlichen Behörden nachzuweisen hat. Dazu gehört: 1. Informationen über die Aktivitäten der Kirche, 2. Nachweis des Haushaltsplanes, 3. Nachweis über Gelder und ausländische Unterstützungen, 4. Der legale Vertreter muss Nachweise erbringen über seine Ausbildung, seinen Wohnort, sein polizeiliches Führungszeugnis und seine Aktivitäten. Man fühlt sich zurecht gegängelt. Deshalb kam es auch im November auf Initiative der katholischen Bischofskonferenz ein eine Einladung an die methodistische, presbyterianischen und lutherische Kirche. Übrigens nahm auch die Baptistische Kirche der Aymara teil. Man muss sich zusammentun, um dem Staat gegenüber seine Interessen durchzusetzen.
Das wird besonders deutlich an dem neuen Bildungsgesetz, das Schulen in freier Trägerschaft unter Druck setzt. Neben der katholischen Kirche, die ca. 1.500 Schulen unterhält, ist hier die methodistische Kirche (ca. 30 Schulen) und die lutherische Kirche mit zwei Schulen betroffen. Diese Schulen erhalten keine staatliche Unterstützung. Das neue Gesetz verlangt jetzt zusätzlich auf das bezahlte Schulgeld 15 % Steuern. Zudem wird per Gesetz geregelt, dass das Schulgeld sich nur um 5 % erhöhen darf. Die Kirchen bemühen sich nun mit einer ökumenischen Stimme zu sprechen, um ihre Interessen gegenüber dem bolivianischen Staat zu wahren und sich weiter im Bildungsbereich engagieren zu können.

Montag, 25. November 2013

Das bolivianische Hungertuch

Kirchenpräsident Emilio Aslla Flores mit dem "Cristo andino"
Der Kirchenpräsident der bolivianischen lutherischen Kirche besuchte die Zentrale des GAW. Im Arbeitszimmer von Frau Just entdeckte er das "bolivianische Hungertuch", das aus Anlass der Erinnerung an die Eroberung Lateinamerikas in der lutherischen Kirche entstanden ist. Sofort erläuterte er anhand des Bildes, wie sich die lutherische Kirche in Bolivien verortet: "Entscheidend für das Selbstverständnis der IELB ist unsere spezifische Christologie: Christus ist einer von uns. Er ist für uns Bolivianer Fleisch und Blut geworden, er sieht aus wie wir, er ist wie wir und er trägt für uns all die Unterdrückung, die Gewalt und die Armut, die wir erleiden mussten und müssen. Sinnbild dafür ist das Meditationstuch. Es zeigt Christus im Zentrum, Christus, ein Bolivianer, auf dessen Poncho das Leid der bolivianischen Minenarbeiter, der bolivianischen Bauern, des gesamten bolivianischen Volkes abgebildet sind. Hinter Christus formiert sich ein Marsch für das Leben. All die Leidtragenden und Unterdrückten gehen mit Christus auf dem Weg zum Leben."

Donnerstag, 21. November 2013

"Unsere Kirche ist multikulturell!"

Bischof Novgorodov (stehend)
- sagt Juri Novogorodov, Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Kasachstan. "Zum Glück ist das so und wir sind nicht gebunden an eine Zugehörigkeit zu einer Nation, wie es bei den Orthodoxen und Muslimen ist," fährt er fort. "Dort ist klar: Wer Russe ist, der ist orthodoxer Christ, wer Muslim ist, der ist Kasache. Wir passen in diesen Schema nicht hinein," sagt Novogorodov. "So bieten wir durch unsere multikulturelle Kirche eine Alternative für die Menschen im Land."
Am Ende der Sowjetzeit lebten viele rußlanddeutsche Menschen im Land und prägten die Kirche. Das ist vorbei. "Auch wenn es noch ca. 180.000 Rußlanddeutsche gibt im Land, so sind aktive Gemeindemitglieder ca. 2.500 Menschen. Mit Sympathisanten und Familien sind das ca. 7-9.000 Menschen." Und dann ergänzt der Bischof: "Bei der Volkszählung haben ca. 90.000 Menschen angegeben, lutherisch zu sein."
Inzwischen genießt die lutherische Kirche ein gewisses Ansehen im Land und wird unter den etablierten Religionen gerechnet. Der Bischof verfügt über wichtige Kontakte, die sehr hilfreich waren, als ein neues Religionsgesetz schärfere Forderungen an die Religionsgemeinschaft stellte. Mit viel Geschick und Diplomatie gelang es, für die lutherische Kirche eine tragfähige Lösung zu finden. Ziel war es eigentlich, radikalen Islamisten im Land den Boden zu entziehen. Das ist eine echte Herausforderung für das Land.
Als lutherische Kirche in einem muslimischen Kontext zu überleben, stellt vor ganz andere Herausforderungen. In Kasachstan scheint das zu gelingen.

Dienstag, 19. November 2013

Wir sind als Kirche Diaspora

 Dr. P.W. Gennrich
"Die Kirche Jesu Christi ist grundsätzlich wieder zur Diaspora in der Welt geworden, zu einer Minderheit, zu einem scheinbar "verlorenen Häuflein". Wer Christ sein will, muss wissen, warum... Im Zeitalter der ökumenischen Bewegung und der Weltkirchenkonferenz ist es uns zugleich bewusst geworden, dass evangelische Christen in aller Welt zusammengehören und zusammenstehen müssen. heute gilt es erst recht, "dass wir die treue Hand einer dem anderen reichen", dass wir den Glaubensgenossen in der Diaspora helfen, ihren Glaube zu bewahren und ihr kirchliches Leben zu erhalten. "Wir können es vor Gott und der Welt nicht verantworten, wenn wir unsere Glaubensverwandten im Stich lassen" (Gustav Adolf). Darum ist der Dienst des GAW wichtiger denn je!" (GA-Blatt 4/1963, S.3)
Das schrieb vor genau 50 Jahren P.W. Gennrich (1902-1981), der von 1949-1967 Generalsekretär des GAW der DDR war. Selbst brachte er in seine Arbeit als Generalsekretär Diaporaerfahrungen ein. Er war Pfarrer sowohl der ev. Gemeinde in Rom als auch in Lissabon. In der Zeit der Nazidiktatur war er Mitglied der Bekennenden Kirche.

Freitag, 15. November 2013

Außensanierung der Kirche in Grodno hat begonnen

Im weißrussischen Grodno haben jetzt die Bauarbeiten an dem Kirchengebäude der evangelischen Gemeinde begonnen. Das GAW hat in der Vergangenheit für diese Gemeinde immer wieder Unterstützungen gegeben, so vor Kurzem durch eine Hilfe zum Einbau einer Orgel. Die Hilfe für die Außenrenovierung kam hauptsächlich vom Auswärtige Amt. Zur Begründung hieß es, dass es sich bei der Kirche um das einzige, erhaltenswerte deutsche Kulturdenkmal in ganz Weißrussland handele. Es stammt aus der Wilhelminischen Zeit.
Die dortige Gemeinde mit ihrem jungen Pfarrer Wladimir Tatarnikow ist die einzige in Belarus, die über ein eigenes Gotteshaus verfügt. Die anderen, wenigen protestantischen Gruppen von Gläubigen, treffen sich in wechselnd angemieteten Räumen, wie z.B. in Minsk, wo im Winter kein Gottesdienst stattfinden, weil nicht geheizt werden kann. Die evangelische Kirche des Landes ist zersplittert in eine selbständige Lutherische Kirche, einige unabhängige Gemeinden, die sich mit der lutherischen Gemeinde in Grodno an die Lutherische Kirche im Europäischen Russland orientiert und so auch enge Beziehungen zur EKD unterhält.
Die Kirche war 1779 von deutschen Kaufleuten gegründet und 1912 neu gestaltet worden. Zwischen 1944 und 1994 befand sich dort ein Archiv. Erst 1995 erhielt die kleine Gemeinde das Gotteshaus zurück.

Donnerstag, 14. November 2013

Christus ist unser Friede! - Aufstehen gegen Intoleranz in Argentinien und Deutschland


In Argentinien kam es in letzter Zeit zu verschiedenen fremdenfeindlichen Aktionen: Zwei methodistische Kirchen wurden aus Gründen religiösen Hasses angegriffen; eine ökumenische Feier in Erinnerung an den Beginn des Völkermordes an den Juden wurde durch eine intolerante Gruppe behindert. Dazu gab es noch eine Reihe anderer fremdenfeindlicher und faschistischer Aktionen. Der Kirchenpräsident der Iglesia Evangelica del Rio de la Plata (IERP) Carlos A. Duarte ruft jüngst alle christlichen Kirchen auf, deutliche Signale zu setzen gegen solche Aktionen, denn: „Christus ist unser Friede!“ (Eph 2) Er weist uns aufeinander und hat den „trennenden Zaun abgebrochen, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft.“
Überall auf der Welt müssen wir Christen zusammenstehen und dürfen uns nicht von nationalistischen Ideologien und Tönen vereinnahmen lassen! Gemeinsam sind wir gerufen, einzustehen für Frieden, Versöhnung und ein tolerantes Miteinander.
Heute gilt es, auf einer friedlichen Kerzendemonstration vor einem Hotel in der Nähe Leipzigs ein Zeichen zu setzen gegen die von einer fremdenfeindlichen Partei organisierte Demonstration, die gegen die Unterbringung von 30 Asylbewerbern aufgerufen hat. Eine von ihnen kommt aus Afghanistan und war eine Zeitlang in Thessaloniki in dem vom GAW unterstützten Flüchtlingsheim untergebracht. Sie wartet darauf, dass sie wieder mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern zusammen sein kann.

Mittwoch, 13. November 2013

"Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen" - Xenonas so nah!

Aus Xenonas in Thessaloniki
In Thessaloniki wird seit Jahren dieser Vers aus dem Matthäusevangelium mit Leben gefüllt. Dort befindet sich das Flüchtlingsheim Xenonas. Eine Helfergruppe aus der Evangelischen Kirche deutscher Sprache in Thessaloniki kümmert sich mit anderen darum, die Menschen zu begleiten. Die wichtigste Hilfe, die die Gemeinde gegenwärtig leistet, ist die Versorgung mit Lebensmitteln. Statistiken besagen, dass 70 % der AsylbewerberInnen in einem Obdachlosen-Status sind – das heißt ohne Unterkunft oder in Behausungen ohne Wasser und Strom und ohne Mietvertrag. In ganz Thessaloniki gibt es nur ein Heim für unbegleitete Jugendliche mit 28 Plätzen und vier Mietwohnungen für Familien, die offiziell finanziert werden. Hier leistet unsere evangelische Partnergemeinde einen unschätzbaren Dienst. Sie schaut nicht weg. Die GAW-Frauenarbeit und die "Konfigabe" des GAW haben dieses Flüchtlingsheim unterstützt.
Eine der Bewohnerin war eine junge Afghanin mit ihren drei Kindern und ihrem Mann. Sie konnte jetzt mit eines ihrer Kinder Griechenland Richtung Deutschland verlassen und wurde in einer Gruppe von 30 Asylberwerbern in einer sächsischen Kleinstadt in einem Hotel untergebracht. Die Aktion ging relativ schnell, so dass auch die Bewohner überrascht wurden. Die Reaktionen zeigen das. Sie reichen von dafür bis absolut dagegen. Schlimm ist, dass die NPD nun zu einer Demonstration aufruft und versucht, das oft schlimme Schicksal der Familien für sich politisch zu nutzen. Auf einer Facebookseite dazu sind erschreckend viele Unterstützer zu finden mit fürchterlichen menschenverachtenden Kommentaren. Mit der Kirchengemeinde vor Ort haben wir Kontakt aufgenommen, die sich sehr darum kümmert, versöhnend zu wirken und sich an die Seite der Flüchtlinge zu stellen.
An diesem Beispiel erleben wir, wie eng die Arbeit unserer Partner mit uns verbunden ist und wie wichtig es ist, unsere Partner zu unterstützen, denn es hängt alles miteinander zusammen Es gilt: "Was wir einem Fremden getan haben, das haben wir IHM getan!" 
Mehr über Xenonas lesen Sie hier!

Dienstag, 12. November 2013

Was Spaltungen in der Diaspora anrichten können...


"Das GAW hat unserer Gemeinde in einer sehr schwierigen Situation zur Seite gestanden", schreibt Pastor Nathanel Böhm von der lutherische Gemeinde Nova Vida in Sao Leopoldo der lutherischen Kirche in Brasilien. Die Gemeinde war vor einigen Jahren in theologische Auseinandersetzungen hineingeraten, die die gesamte Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) betrafen und letztlich zur Abspaltung einiger Gemeinden und zum Austritt einiger Pfarrer führte. Für die IECLB war das eine schmerzhafte Situation. Vier Pfarrer und drei Gemeinde hatten ihren Austritt erklärt. Abgespaltene Gemeindemitglieder nahmen die Pfarrer mit. Es gab rechtliche Probleme mit Kirchengebäuden und theologische Probleme durch vollzogene Wiedertaufen.
Die Gemeinde in Nova Vida war ebenfalls betroffen. In einer Übergangszeit betreuten Theologiestudierende die Gemeinde, weil der Pfarrer gegangen war. Mit Hilfe des GAW konnte ein neuer Pfarrer gefunden werden, der sich um die Gemeinde kümmerte und sie wieder sammelte. Das hat die Gemeinde stabilisiert. "Eine Gemeinde braucht ihren Pastor, auf den sie sich verlassen kann, so wie ein Hirte für seine Herde verantwortlich ist", schreibt Nathanel Böhm. Inzwischen gibt es wieder ca. 200 Gemeindemitglieder.
Es ist schmerzlich, wenn sowieso schon kleine Diasporagemeinden in solche Spannungen hineingeraten, die hervorgerufen sind durch die charismatische Bewegung in Brasilien, die am Wachsen ist. Es ist nicht ungewöhnlich, dass dadurch auch lutherische Gemeinden betroffen werden. Sicherlich sind Elemente für einen missionarischen Gemeindeaufbau gut aus dieser Bewegung zu integrieren. Aber auf Abspaltungen ruht kein Segen - das lernt man hier.
Gut, dass wir als GAW hier wieder helfen konnten, die Gemeinde zu stärken. - Enno Haaks

Montag, 11. November 2013

Dank für die Unterstützung des Mädcheninternats Caranavi

Das Mädcheninternat im Hintergrund
Hier konnte gebaut werden
"Im Namen der Mädchen des Internats Verena Wells in Caranavi (Bolivien) danke ich dem GAW von ganzen Herzen für die wichtige Unterstützung für dieses diakonische Projekt," schreibt Kirchenpräsident Emilio Aslla Flores von der luthersichen Kirche Boliviens. Die Mitglieder sind Aymara oder Quechua. "Leider gab es in diesem Jahr einen Wechsel in der Leitung des Heims," fährt Emilio fort. "Gott sei Dank haben wir diesen Wechsel inzwischen geschafft." Im Jahr 2013 konnten dank der Stipendien des GAW 20 Mädchen betreut werden. In der Regel kommen sie aus der ländlichen Umgebung der Stadt, die aber schwer zugänglich sind. Wegen der schlechten Strassenverhältnisse ist der öffentliche Verkehr öfter unterbrochen, so dass es für den Schulbesuch der Mädchen unumgänglich ist, einen festen und verlässlichen Ort zu haben. Die Mädchen erhalten Unterstützung bei ihren Schularbeiten. Sie bekommen Essen im Internat und in Krankheitsfällen werden sie zum Arzt begleitet. In diesem Jahr ist es gelungen, ein Bauvorhaben umzusetzen, das es ermöglicht, eine bessere pädagogische Betreuung anzubieten. Das Gustav-Adolf-Werk (GAW) hat den Aufbau des Internats (PK 2002/2006–2008) mit unterstützt und hilft in den ersten Jahren beim Unterhalt mit, denn die arme lutherische Kirche braucht dafür Hilfe. 2009 wurde das Internat eingeweiht. Eines von den Mädchen ist die 13-jährige Rossa. Sie lebte bei ihrer Großmutter in der Provinz Cochabamba. In dem Ort gab es keine Schule, ihren Vater kennt sie nicht. „Mein Leben war dort sehr traurig“, schreibt sie. Ihre Mutter ist in die Großstadt gezogen ohne ihre drei Kinder, um dort Geld zu verdienen. Deshalb brachte sie Rossa nach Caranavi ins Internat. Hier lernt sie viel und ist nicht allein. Allen Spendern für dieses Projekt danken wir für ihre Unterstützung!!!

Freitag, 8. November 2013

Vergeßt die evangelischen Christen im Nahen Osten nicht!

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) rief seine Mitgliedskirchen zum Abschluss der in Busan tagenden 10. Vollversammlung auf, sich stärker dem Schutz religiöser Minderheiten zu widmen. Mit großer Sorge wird besonders der Fanatismus und die Gewalt im Nahen Osten beobachtet. "In den Ländern des Nahen Ostens wie Ägypten, Syrien, dem Irak und dem Iran leben die religiösen Minderheiten in Angst und Unsicherheit", warnte der ÖRK. Die Unruhen und Konflikte in der Region hätten zu "politischem Radikalismus und religiöser Intoleranz" geführt, erläutert der größte globale Zusammenschluss christlicher Kirchen. In Syrien gehörten die "Entführung von Zivilisten, darunter auch Geistliche, sowie Folter, Massaker und außergerichtliche Hinrichtungen" zum Alltag. In Ägypten seien "besonders die christliche Bevölkerung und die christlichen Gotteshäuser Ziele von Angriffen", beklagt der ÖRK. 
Davon betroffen sind auch protestantische Minderheitskirchen wie die presbyterianische Kirche in Ägypten mit ihren 100.000 Mitgliedern. Sie empfinden sich seit Jesu Zeiten als Teil des Landes, der Kultur und Tradition. Umso mehr leiden sie darunter, dass sie in der aufgeheizten Atmosphäre marginalisiert werden und als Fremdkörper empfunden werden.
Der Schutz der Christen muss im Interesse der Staaten liegen, unterstreicht der ÖRK mit 350 Mitgliedskirchen und 500 Millionen Gläubigen. "Die in der Region lebenden Christen sind ein wesentlicher Teil ihres Landes, sie leisten einen Beitrag zu den reichen Traditionen, den pluralistischen Gesellschaften und der kulturellen Vielfalt", hält der Weltkirchenrat fest. "Das Versagen der Staaten, religiöse Minderheiten vor Gewalt zu schützen, bedroht das Überleben der Gemeinschaften und stellt eine Verletzung der internationalen staatlichen Verpflichtungen dar."

Mittwoch, 6. November 2013

Herausforderungen an alle Kirchen

"Gibt es eine gemeinsame Vision aller Kirchen?" - mit dieser Frage beschäftigten sich in diesen Tagen die Delegierten der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Zahlreiche Vertreter der GAW-Partnerkirchen sind ebenfalls dabei, so Synodalsenior Joel Ruml aus Tschechien oder Generalbischof Milos Klatik aus der Slowakei.
Ein sog. Konvergenztextes „Die Kirche: Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision“ wurde gemeinsam verantwortet, der gleichzeitig Hausaufgaben zur Weiterarbeit enthält.  Der Text fasst aber zusammen, wie weit die Fortschritte heute gehen, wie man Kirche in der heutigen Welt gemeinsam sein kann. Dabei geht es auch um die theologische Verständigung über das Thema Kirche. Denn die anhaltenden Spaltungen zwischen den Kirchen weltweit haben viel mit der Frage zu tun, ob man die jeweils anderen überhaupt als „richtige Kirche“ anerkennt.
Der jetzt verabschiedete Text ist ein kleiner Durchbruch, der den Blick nach vorne weist im Sinne des Leitmotivs der Vollversammlung "Gott des Lebens weise uns den Weg". Es geht um gemeinsame Überzeugungen, die in vier Punkten benannte werden:
"Erstens gibt es eine neue ökumenische Methodik. Es werden nicht mehr nur Unterschiede und Übereinstimmungen verglichen, sondern der Ansatzpunkt ist, gemeinsam nach einem tieferen Verständnis von Gottes Willen zu suchen. Hinter manchen trennenden Aussagen über die Kirche verbergen sich tiefere Übereinstimmungen.
Zweites bestehe eine breite Einigkeit darüber, dass die Kirche missionarisch ist und dass sie eine Gemeinschaft ist. Diese Aussagen sind die gemeinsame Basis, auf der die Kirchen aufbauen können.
Drittens ist die weltweite Kirche auf der Pilgerschaft. Das heißt, dass die Kirche nicht vollkommen ist und also noch weiter wachsen muss. Mit dieser Perspektive wird es für alle Beteiligten möglich, trennende Unterschiede zwischen den Kirchen auszuhalten. 
Viertens wird die Kirche als Gottes Werkzeug zu Heilung der Welt gesehen. Sie ist, also kein Selbstzweck. Aufgabe der Kirche sei es, sich für das Reich Gottes, also für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen."
Der Text nennt auch Punkte, in denen es keine Einigkeit gibt: Gibt es eine normative Lehre? Wie ist das priesterliche Amt zu verstehen? Wie ist die Vielfalt der Kirchen zu sehen? Welche Sakramente sind verbindlich?
Die Kirchen werden aufgerufen, sich weiter mit den Herausforderungen, die benannt werden, zu beschäftigen

Montag, 4. November 2013

Situation für Christen in Syrien ist dramatisch


Vor Kurzem haben wir in diesem Blog über die Situation der christlichen Minderheit in der Stadt in der Stadt Saddad. Inzwischen scheinen die Regierungstruppen die radikalen Islamisten vertrieben zu haben. Zurückgelassen wurden zahlreiche Tote. Von mindestens 45 getöteten Christen wird berichtet. IDEA hat heute folgenden Text veröffentlicht. "In Syrien haben radikal-islamische Milizen ein Massaker an christlichen Zivilisten verübt. In der zwischen Homs und Damaskus gelegenen Stadt Sadad wurden 45 ermordete Christen aufgefunden. Das berichtete der katholische Fidesdienst (Vatikanstadt) unter Berufung auf das syrisch-orthodoxe Patriarchat in Damaskus. 30 Opfer – darunter Frauen und Kinder – seien in zwei Massengräbern gefunden worden. Islamisten hatten die Stadt am 21. Oktober eingenommen, die inzwischen von der syrischen Armee zurückerobert wurde. Nach Augenzeugenberichten ermordeten Kämpfer der „Al Nusra“ und „Daash“-Milizen die Zivilisten, als sie aus der Stadt fliehen wollten. Die Milizionäre hätten den Ort völlig verwüstet und ausgeplündert. Die Kämpfer verschanzten sich unter anderem in der syrisch-orthodoxen St. Theodor-Kirche. Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Selwanos Boutros Alnemeh sprach vom größten Massaker an Christen, das es in Syrien seit zweieinhalb Jahren gegeben habe. Nach seinen Angaben sind 2.500 Familien aus der Stadt geflohen. Der Erzbischof rief zum Gebet für die Christen in Syrien auf. Im dortigen Bürgerkrieg starben bisher über 100.000 Menschen."

Freitag, 1. November 2013

Scheckübergabe am Reformationstag in Wittenberg


Bischof Brauer predigt 
"Das ist sehr bewegend für uns in Wittenberg, dass kleine Gemeinden in der Wolgaregion, die ganz andere Sorgen haben, für uns in Wittenberg eine Kollekte mitgesamelt haben," sagte der Wittenberger Stadtpfarrer Dr. Block, nachdem Bischof Diterich Brauer aus Moskau stellvertretend für alle Partnerkirchen des GAW einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro im Gottesdienst zum Reformationstag übergab. Inzwischen ist es das dritte Mal, dass das GAW diese Solidaritätskollekte übergeben konnte. Inspirieren ließen wir uns von der paulinischen Kollekte für die jerusalemer Gemeinde. Die evangelische Gemeinde in Wittenberg muss sehr viel Geld selbst aufbringen. Damit ist sie alleine überfordert. Das GAW will hier helfen - das geschieht für uns weltweit!
Die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien der Lutherstadt Wittenberg ist Teil des UNESCO-Welterbes. Sie gilt als das älteste Gebäude der Stadt. Bekannt geworden als Predigtkirche Martin Luthers, ist sie eng mit dem reformatorischen Geschehen verbunden. Für Christen in aller Welt gilt sie als ein „evangelischer Pilgerort“, verbirgt jedoch auch Kunstschätze wie den von Lucas Cranach d.Ä. gestalteten Altar. Im Chorraum erinnert eine in den Boden gelassene Platte an die Aufbahrung des Leichnams von Gustav II. Adolf. Im Zusammenhang mit dem nahenden Reformationsjubiläum rückt die Stadtkirche auf besondere Weise in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Die Evangelische Stadtkirchengemeinde ist ein Zusammenschluss von evangelischen Kirchengemeinden in Wittenberg und Umgebung und zählt rund 4.000 Glieder. Ihre Hauptkirche ist die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien.
Scheckübergabe im Reformationsgottesdienst
Die Kirche hat sich nur wenig verändert, seitdem Martin Luther 1512 seine Professur an der Wittenberger Universität antrat. In der DDR-Zeit vernachlässigt, hat sich über Jahrzehnte hinweg ein erheblicher Sanierungsbedarf entwickelt. Bis zum Reformationsjubiläum 2017 soll die Kirche saniert werden. Schwerpunkt der ersten Jahre war die Sanierung der Außenhülle und des Dachs. Inzwischen haben Arbeiten im Inneren der Kirche begonnen. Das Gesamtprojekt umfasst sieben bis acht Millionen Euro und kann von der Kirchengemeinde nicht allein getragen werden. Das Gustav-Adolf-Werk möchte zur Sanierung von Luthers Predigtkirche bis 2017 jährlich mit 10 000 €, insgesamt mit 70 000 € beitragen und hat auch seine Partnerkirchen zu Spenden für das symbolträchtige Bauwerk aufgerufen.