Freitag, 31. Mai 2013

... und vergib uns unsere Schuld...

"Wenn er doch gesagt hätte, dass er mit dem Geheimdienst zusammengearbeitet hat und sich entschuldigt hätte... - darauf hat die Kirche gewartet," erzählt ein Pastor der polnischen lutherischen Kirche über die Geschichte des ehemaligen Bischofs Jagutzki. Als junger Pfarrer war er in die Fänge und damit in die "Dienste" des Geheimdienstes gekommen. Erst eine Kommission der Kirche, die damit beauftragt war, herauszufinden, wie die lutherische Kirche in der Zeit der Diktatur verquickt war, fand das heraus. Und nur auf Drängen trat er schließlich zurück. "In meiner Gemeinde darf er nicht predigen," sagt der Pfarrer, in dessen Gegend er wohnt. "Etliche Gemeindemitglieder habe mir gesagt, entweder er oder wir!" Und dabei klingt auch die Enttäuschung an, dass ein klares Wort der Entschuldigung, des Bekennens und der Verantwortungsübernahme fehlt.
Ein anderer Pfarrer erzählt von der Art und Weise, wie der Geheimdienst versuchte, an Informationen heranzukommen und Druck machte. "Ein Glück bin ich darauf nicht hereingefallen!" Und dann erzählt er, wie seine Söhne ihn gefragt haben, ob er etwas mit dem Geheimdienst zu tun hatte. "Es wäre schwer, ihnen in die Augen zu gucken," sagt er. 
Wie ist das mit der Schuld? Wie ist es mit Entschuldigungen? Bekenntnissen? Varantwortungsübernahme? Sind Menschen durch die Verquickung von Kirchenvertretern mit dem Geheimdienst zu Schaden gekommen? Wie dicht darf man in Diktaturen mit diesen menschenverachtenden Strukturen zusammenarbeiten? Wie schaffen es Menschen, den Erpressungen und Verlockungen zu entgehen? Das sind schwierige Themen. Und es braucht Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. das ist in der polnischen Kirche nicht anders, als in der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Aber es ist wichtig, sich diesen Fragen zu stellen und einen Umgang zu finden, und als Kirche eine klare Position einzunehmen. In der Gemeinde, in der der ehemalige Bischof lebt haben die Gemeindemitglieder klar gesagt: Auf unsere Kanzel darf er nicht mehr!

Donnerstag, 30. Mai 2013

Eine spannende Gemeinde in den Schlesischen Beskiden

Kirche im Stadtzentrum

Pfarrhaus
"Im vergangenen Jahr hatten wir Pech," sagt Pastor Waldemar aus Wisła, einer Stadt mit ca. 11.000 Einwohnern in den Schlesischen Beskiden. Warum? Der Borkenkäfer hatte einen guten Teil des kircheneigenen Waldes zerstört. "Aber nun haben wir unseren Berg verpachtet an jemanden, der dort einen Lift betreiben wird." In dieser Gemeinde muss der Pfarrer auch ein bisschen Unternehmer sein. Die Gemeinde hat nach der Wende einen guten Teil ihres Besitzes zurückbekommen und schafft es durch kluge Bewirtschaftungen, Verpachtungen, Vermietungen etc. mit ihrem Eigentum zu wirtschaften. Die Kirche konnte auch mit EU-Mitteln gut saniert werden. Sonntags finden zwei Gottesdienste statt. Insgesamt kommen an die 700-800 Gottesdienstbesucher. Zudem profitiert die Gemeinde davon, dass hier die Lutheraner in der Mehrheit sind. Das ist außergewöhnlich für Polen. Und die Gemeinde liegt in einer wunderbaren Urlaubsregion. Davon profitiert sie zusätzlich. Dennoch muss darauf geachtet werden, dass das Gemeindeleben läuft, dass man sich nicht ausruht, dass die Gemeindemitglieder sich engagieren. Die Gemeinde in Wisła ist eine, die andere Gemeinden mit unterstützt. Von dieser Solidarität lebt die gesamte Kirche.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Frauenordination in Polen

In der lutherischen Zeitschrift Zwiastun der Ev. Kirche A.B. in Polen wird berichtet von einer im Monat Mai stattgefundenen Ordinationsfeier für die Diakonin Izabela Sikora, die sich mit ihrem Mann die Gemeindepfarrstelle in Stettin teilt:
»Am Samstag, dem 11. Mai 2013, feierten wir die Ordination von Diakonin Izabela Sikora in der evangelischen Kirche in Szczecin. Dieses Ereignis hat historische Bedeutung. Es handelte sich um die erste Ordination einer Diakonin nach beinahe 13 Jahren Unterbrechung. Dazu war es die erste Ordination einer Frau in der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen seit dem Jahr 2000. Die Ordination mit Gebet und Handauflegung wurde durch den Bischof der Kirche, Pfarrer Jerzy Samiec, vollzogen. Es assistierten die Pfarrer Karol Bauman, Sławomir Sikora und Dr. Christoph Ehricht aus Köln (Deutschland). Nach der Ordination hat Diakonin Sikora ihren Dienst in der Gemeinde in Szczecin angetreten. Sie ist auch die einzige ordinierte Diakonin in der Diözese Wrocław/Breslau. Izabela Sikora ist 34 Jahre alt und stammt aus Cieszyn/Teschen. 2003 schloss sie erfolgreich ihr Theologie- und Pädagogikstudium an der Christlichen Theologischen Akademie in Warschau ab. Zur Zeit spezialisiert sie sich auf Pädagogik für geistig Behinderte an der Universität in Szczecin. Sie ist seit 2000 zusammen mit ihrem Ehemann im kirchlichen Dienst in den Gemeinden Leszno und Wisła engagiert. Seit 2007 lebt und arbeitet sie in Szczecin, wo sie bei den Gottesdiensten mitarbeitet, die Arbeit mit Frauen organisiert, ökumenische Aktivitäten mitträgt. Sie hat zwei Kinder. Ein Diakon oder eine Diakonin arbeitet – je nach Ausbildung – im Bereich der Diakonie, des missionarischen Dienstes oder in der Gemeindearbeit: Leitung von Gottesdiensten, Leitung des Sakraments der Taufe, Leitung von Hochzeiten, Assistenz bei der Austeilung des Altarsakraments und andere Aufgaben, entsprechend dem Kirchenrecht. Zur Zeit dienen in unserer Kirche 15 Diakone in vier Diözesen (14 Frauen und ein Mann). Die Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen erkennt das eine Amt an, das in drei Diensten verwirklicht wird: Diakon/Diakonin, Pfarrer, Bischof. In jeden dieser drei Dienste wird mit einer eigenständigen Ordination durch die Kirche berufen. Zu Pfarrern und zu Bischöfen ordiniert die Evangelisch-Augsburgische Kirche nur Männer.«

Neues Finanzierungssystem für Kirchen in Polen

Altarraum in Pszczyna- Pless
"Ich glaube, dass sich in den kommenden 10-20 Jahren im Blick auf das Finanzsystem unserer Kirche einiges ändern muss," sagt Pastor Makula aus Żory. Seiner Gemeinde geht es noch einigermassen gut und mit den Mieteinnahmen, den Kollekten und Mitgliedsbeiträgen kann die Gemeinde ihre Ausgaben decken. Zudem ist die Gemeinde in Żory eine Gemeinde, die monatlich 2.500 Zloty an das Konsistorium überweist. Das ist ein Synodenbeschluss und sorgt für einen Ausgleich zwischen "reichen" und "armen" Gemeinden. Gerade in Pommern und Masuren gibt es zahlreiche kleine Gemeinden mit großen Entfernungen, die unterstützt werden müssen. "Da ist die Situation im Süden Polens, wo ca. 40.000 der insgesamt 70.000 Mitglieder leben völlig anders und man muss solidarisch sein," sagt Makula. "Vielleicht wird es in Zukunft so sein, dass Pastoren einen weiteren Beruf ausüben müssen und evtl. nur noch halbtags ihre Gemeinden Betreuen."
Die Finanzierung der Kirchen wird zur Zeit in Polen diskutiert. Im Juni soll im Parlament eine Entscheidung fällen, wie die staatlichen Ausgleichszahlungen für die durch die Kommunisten enteigneten Grundstücke und Gebäude durch eine Steuer ausgegelichen werden. Im kommenden Jahr läuft dieser sog. Kirchenfonds aus. Zur Diskussion steht jetzt eine 0,5% Steuer, die von der Einkommenssteuer berechnet wird und von den steuerzahlenden Kirchenmitgliedern aufgebracht werden. "Bei uns würden höchstens 30% der Mitglieder diese Steuer zahlen," sagt Makula. Die katholische Kirche scheint einverstanden zu sein. "Für unsere Kirche reicht das nicht," sagt Makula. "Da versucht unser Bischof mit der Regierung nachzubessern."

Lutherisch in Żory



"Am Ende des 2. Weltkriegs war hier sechs Wochen die Front," erzählt Pastor Tadeusz Makula der lutherischen Kirchengemeinde in Żory nahe bei Kattowitz. "Deshalb ist in der Stadt damals kaum etwas heil geblieben. Nur unsere lutherische Kirche konnte man noch nutzen. Allerdings sorgte der katholische Priester dafür, dass sie die Kirche zunächst nutzten, denn ihre war total zerstört." In den 50er Jahren gelang es schließlich der Kirchengemeinde, ihre Kirche zurück zu erhalten. Seit 38 Jahren ist Tadeusz Makula Pastor der Gemeinde. "Als ich kam, da war vieles sehr heruntergekommen. Wir mussten Stück für Stück die Kirche und dann die anderen Gebäude sanieren," fährt er fort. In den 90er Jahren bekam die Gemeinde ihr altes Schulgebäude wieder. Es wurde saniert und konnte gut vermietet werden, so dass die Gemeinde hier eine gute Einnahmequelle hat. Genügend Gemeindeglieder helfen, dass die Gemeinde ökonomisch gut dasteht. "Die Kirche ist dazu Sonntags immer gut gefüllt," fährt Tadeusz fort. "Das ist in unserer Gegend durchaus normal." Ca. 1000 Mitglieder hat seine Gemeinde. Zwei Predigtstellen hat Tadeusz zu versorgen. Żory hat ca. 55.000 Einwohner. Vor 20 Jahren lebten hier noch ca. 80.000 Menschen. Viele sind abgewandert nach Großbritannien oder Deutschland auf Grund der fehelnden Perspektiven.

Dienstag, 28. Mai 2013

Protestantismus im Teschener Land

"Die Jesuskirche in Teschen ist die Mutterkirche der Lutheraner im Teschener Land,"  erklärt Pastor Tadeusz Makula, Vorsitzender der GA-Bruderhilfe in der Evangelischen Kirche A.B. in Polen. Er selbst ist Schlesier. Das betont er. Und in Schlesien - insbesondere im Teschener Land sind die Mehrzahl der Lutheraner in Polen zu finden. 40.000 der gut 70.000 Mitglieder der lutherischen Kirche leben in dieser für Gesamtpolen kleinen Region, die ihre eigene Charakteristika hat. Allein in Teschen leben davon 10.000 Mitglieder. Die Stadt selbst hat ca. 20.000 Einwohner. Das macht die Relationen deutlich. Ursprünglich war die gesamte Region lutherisch. Der 30-jährige Krieg hatte dann verheerdende Folgen für die Region. Die Habsburger veranlassten ab 1653 eine Rekatholisierung. Die Lutheraner wurden ins Verborgene  getrieben. Sie trafen sich dennoch und feierten Gottesdienste in unübersichtlichen Waldgebieten in sog. "Waldtempeln". Eine unverhoffte Besserung der Lage ergab sich nach dem Ende des Nordischen Krieges. Der Schwedenkönig karl XII diktierte dem polnischen König Friedensbedingungen und setzte sich für die Lutheraner im Teschener Land ein. Das Jahr 1709 ist im Bewußtsein der Protestanten als ein Gnadenjahr eingegangen, denn es wurde erlaubt dass wieder Kirchen gebaut wurden. Sechs sog. Gnadenkirchen wurden erbaut, u.a. in Teschen. Die Jesuskirche war dann - abhängig von den Geldmitteln - letztlich 1750 fertig gestellt. Über 2.000 Gottesdienstbesucher finden heute noch Platz. Allerdings muss man auch sagen, dass die Lutheraner erst mit dem Toleranzpatent aus dem Jahre 1861 volles Bügerrecht im Habusburger Reich bekamen.

Ein GAW Stipendiat ist Pastor im Teschener Land

"2008/2009 war ich in Leipzig als Stipendiat des GAW," begrüßt mich Pastor Gas aus
Bazanowicach nahe bei Teschen. "Seit 2 Jahren bin ich Pfarrer dieser Gemeinde!" Der Ort hat ca. 1200 Bewohner. 600 gehören zur evangelischen Gemeinde. Anfang der 80er Jahre bekam die Gemeinde eine eigene neue Kirche. "Ich bin gerne hier," sagt Gas - und sein Deutsch aus der Zeit in Leipzig geht wunderbar. Noch wird er von einem Seniorpastor begleitet. Nach der Ordination bleibt man weiterhin für ein paar Jahre einem erfahrenen Pfarrer zugeordnet ehe man eigenständig die Gemeindeleitung bekommt.  Der Vater von Gas ist ebenfalls Pfarrer. Er leitet die Trinitatisgemeinde in Warschau und gehört dem Konsistorium an.

In dieser Woche findet in Bielsko-Biala das 150jährige Jubiläum der Gustav-Adolf-Bruderhilfe statt. Aus diesem Anlaß besuche ich die Evangelische Kirche A.B. in Polen. Die Bruderhilfe ist unser Partnerwerk und spielt als Bauunterstützungsverein für unsere lutherische Partnerkirche eine wichtige Rolle. - Pfarrer Enno Haaks

GAW-Seminar in Leipzig


Mit Prof. René Krüger aus Buenos Aires fand in Leipzig ein diasporawissenschaftliches Seminar statt, an dem auch unsere Stipendiaten teilnahmen.

Montag, 27. Mai 2013

Neue Kirche in Setúbal bezogen



vor der Sanierung
danach

"Am Pfingstsonntag haben wir unseren letzten Gottesdienst in dem angemieteten Kirchraum gefeiert," berichtet Rute Salvador, ehrenamtlich arbeitete Pastorin der presbyterianischen Gemeinde in Setúbal/Portugal. "Eine Woche später konnten wir dann den ersten Gottesdienst in dem alten Fabrikgebäude feiern, das wir mit Hilfe des GAW haben umbauen können," fährt sie stolz fort. "Wir sind dem GAW sehr, sehr dankbar für die großartige Hilfe!!!" Die Presbyterianischen Gemeinde in Setúbal konnte jetzt zusätzlich ihr 27-jähriges Bestehen feiern in dieser wachsenden Stadt in der Nähe Lissabons. Am Ort sind zahlreiche große Industrien ansässig. Setúbal ist die fünftgrößte Stadt Portugals. VW hat hier ein großes Werk mit 3000 Arbeitern. Die missionarische Arbeit der IEPP begann mit regelmäßigen Bibelstunden Anfang der 80er Jahre im Haus einer evangelischen Familie, die sich hier ansiedelte. Durch Mund zu Mund Propaganda wuchs der Kreis der Interessierten. Mitte der 80er Jahre mietete man ein altes größeres Haus. Der Platz reichte nicht mehr aus. In den 90er Jahren begann die Arbeit mit Emigranten aus Angola, Mozambique und den Kapverden. In diesen ehemaligen portugiesischen Kolonien gibt es große evangelische Kirchen. Inzwischen sind zwei Drittel der Gemeindemitglieder Emigranten, die in der IEPP ein geistliches zu Hause gefunden haben. Die Gemeinde zählt inzwischen 100 Mitglieder und wächst weiter. 70 Menschen kommen jeden Sonntag zum Gottesdienst. Betreut wird die Gemeinde von Rute Salvador. Sie ist ansonsten Lehrerin.


Freitag, 24. Mai 2013

Konzert des Kinder- und Jugendorchesters ASE!


Ein Kinder- und Jugendorchester aufzubauen, das war der Traum von Pastor Sabino Ayala. Er war zu der Zeit Pastor in der Mittelstandsgemeinde San Martínez in Buenos Aires. Dort begann er, eine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus dem nahegelegenen Armenviertel San Fernando aufzubauen. Irgendwann wechselte er dann ganz dorthin, nachdem die evangelische Kirche (IERP) ein Haus für seine Arbeit dort angemietet hat.
Inzwischen hat sich die Arbeit gut entwickelt. Es gibt inzwischen regelmäßigen Geigenunterricht für eine Anzahl von Kindern und Jugendlichen. Auch erste Konzerte fanden statt wie man anhand des folgenden kleinen Films sehen kann: http://www.youtube.com/watch?v=Ys-CHDnyOYM&feature=youtube_gdata_player
In diesem Jahr fördert das GAW dieses gute Projket, das Kinder und Jugendliche von der Strasse holt! Unterstützt wurde wir dabei in großartiger Weise von den lesern der evangeleischen Monatszeitschrift CHRISMON.
HELFEN auch Sie mit: http://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html (Stichwort: ASE)!

Donnerstag, 23. Mai 2013

Evangelische Christen in Ägypten brauchen Hilfe!

Dr. Freddy Elbaiady und  Enno Haaks
"Angst wächst unter den Christen in Ägypten," das berichtete Dr. Freddy S. Elbaiady im Gespräch mit dem Generalsekretär auf dem Kirchentag in Hamburg. Elbaiady ist Arzt und evangelischer Christ der koptischen Minderheit in Ägypten und sitzt als Senator im ägyptischen Parlament. Zudem leitet er ein Krankenhaus nördlich von Kairo. „In Ägypten mangelt es an einer wirtschaftlichen Perspektive – vor allem aber an Sicherheit“, sagt Freddy Elbaiady. „Ägypten ist unsere Heimat. Und doch müssen wir um unsere Bürgerrechte kämpfen“, betont er: „Trotz wachsender Diskriminierung durch die führenden politischen Parteien wollen viele Christinnen und Christen ihre Heimat nicht im Stich lassen.“ Im Gespräch bat er um Unterstützung für sein Krankenhaus, das auf Hilfe angewiesen ist. Zudem ist dieses Krankenhaus ein Ort der Friedensvermittlung zwischen Christen und Muslimen widmen.
Die Presbyteriansiche Kirche der Nilsynode geht auf die Mission amerikanischer Presbyterianer  unter Muslimen und Kopten in Ägypten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert zurück. 1863 wurde das Evangelische Seminar in Kairo gegründet. Die Missionare errichteten anfänglich oft Schulen und dann erst Gottesdiensteinrichtungen. Ihre Unabhängigkeit von der amerikanischen Mutterkirche erlangte die Koptische Evangelische Kirche von Ägypten im Jahre 1958, dabei konnte sie den Großteil der in Ägypten befindlichen Einrichtungen der Mutterkirche übernehmen. Unter der Regierung Nassers wurden zahlreiche kirchliche Schulen verstaatlicht und einiges an Kirchenbesitz konfisziert. Derzeit schätzt man, dass  ca. 1.000.000 Mitglieder einer protestantischen Kirche angehören. Insgesamt gibt es in Ägypten 10 Millionen Christen.
Im kommenden Projektkatalog ist geplant, das Krankenhaus nördlich von Kairo, das allen sozialen Schichten eine günstige Behandlung ermöglicht und in Trägerschaft der presbyteriansichen Kirche ist, unter dem Fonds "Bedrängte und Verfolgte Christen" zu unterstützen. Zudem bietet der Weltgebetstag im kommenden Jahr die Chance, auf diese evangelische Kirche hinzuweisen.

Dienstag, 21. Mai 2013

VI. Vollversammlung des CLAI in Havanna

Der Lateinamerikanische Kirchenrat (CLAI) musste seine für Ende Februar  geplante sechste Vollversammlung in Havanna auf den 20.-26 Mai 2013 verschieben. Jetzt hat die 6. Vollversammlung in Havanna begonnen. U.a. die Presbyterianische Kirche Kubas, die zu den aktivsten Mitgliedskirchen im Ökumenischen Rat in Kuba gehört, ist in die Organisation und Durchführung eingebunden. Die Veschiebung war notwendig geworden, weil Gelder für die Vollversammlung durch das mehr als fragwürdige Wirtschaftsembargo Nordamerikas blockiert worden waren. In einem gemeinsamen solidarischen Bemühen vieler ausländischer Kirchen wurde jetzt die Durchführung möglich.
Zahlreiche Delegierte aus den Partnerkirchen des GAW nehmen an der Vollversammlung teil. So nehmen für die brasilianische lutherische Delegation Walter Altmann und Pastora Romi Márcia Bencke und andere teil. Gloria Rojas wird für die IELCH in Chile teilnehmen. Eduardo Martinez für Kolumbien. 
Der Lateinamerikanische Kirchenrat spielt für die Einheit insbesondere der protestantischen Kirchen eine große Rolle. Ein Projekt des CLAI kümmert sich um die Streichung illegitimer Schulden. Zahlreiche Länder bezahlen heute Zinsen für Gelder, die nur der Bereicherung der Eliten gedient haben. CLAI hat damit begonnen, Kommissionen ins Leben zu rufen, welche die Schulden eines Landes auf ihre Rechtmässigkeit hin prüfen. Ziel ist es, eine Streichung dieser Schulden bei den Kreditgebern zu erwirken, da diese oft über die Verwendung der Gelder informiert waren.Desweiteren gibt es zahlreiche Projekte zur Überwindung der Gewalt.
Der Generalsekretär des CLAI Nilton Giese, brasilianischer lutherischer Theologe schreibt zur Vollversammlung unter folgendem link: http://www.cmlk.org/article/vi-asamblea-general-del-clai/

Sonntag, 19. Mai 2013

Gedanken zu Pfingsten mit dem GAW

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat am Pfingstsonntag eine Sendung mit "Gedanke zu Pfingsten" ausgestrahlt. Über die Mediathek des MDR kann man sich diesen Spot anschauen, in dem mit Hilfe der Stipendiaten des GAW und des Generalsekretärs das Pfingstgeheimnis näher gebracht wird. Unter folgendem Link kann man sich das anschauen:http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/sendungverpasst100-multiGroupClosed_boxIndex-2_zc-081cc7ec.html

Freitag, 17. Mai 2013

Pfingstgruß

Pfingstkarte des GAW (zu bestellen beim GAW!!!)
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) gibt jährlich zum Pfingstfest ein Grußwort heraus. Diesen Worten schließen wir als GAW uns an, wissend , dass viele Partnerkrichen des GAW Mitglied im ÖRK sind. In diesem Jahr schreibt der ÖRK:
"Bereits lange vor der Geburt Jesu feierte das Volk Israel ein Fest, von dem unser heutiges Pfingsten seinen Namen hat. An Pfingsten dankten die Israeliten für die Ernte und brachten Erstfrüchte als Opfergabe dar. Sie besannen sich darauf, wie sie von Gott aus der Sklaverei in Ägypten befreit worden waren und die Zehn Gebote empfangen hatten. Im Deuteronomium heißt es: „Denke daran, dass du Knecht in Ägypten gewesen bist“ (5.Mose 16,12). Seitdem die Israeliten zum ersten Mal als Andenken an die Rettungshandlung Gottes an seinem Volk das Pfingstfest feierten ist viel Zeit verstrichen. Für uns hat Pfingsten heute eine andere Bedeutung. Wir brauchen Gott keine Erstfrüchte mehr als Opfergabe zu spenden. Es ist vielmehr Gott, der uns beschenkt mit der Gabe des Heiligen Geistes und so das Feuer der unendlichen göttlichen Liebe wieder entzündet, die sich im Tod und in der Auferstehung Jesus Christus zur Erlösung der ganzen Welt offenbart."
Dieses Feuer der unendlichen göttlichen Liebe will uns Mut und Kraft geben für all die Herausforderungen, denen wir uns als Kirchen in der Diaspora stellen müssen. Sie will uns Kraft geben, versöhnend untereinander zu wirken und in der Gesellschaft in unserem jeweiligen unterschiedlichen Kontext.
Das Grußwort schließt mit folgendem Pfingstgebet:
Herr, gieße deinen Heiligen Geist aus über uns, so wie du deinen Geist gegossen hast auf die ersten Jünger in Jerusalem; Heilige uns und gib uns die Kraft, wie du sie ihnen gegeben hast. Lass uns vom Wind deines Geistes getragen werden und gib uns den Mut, deine Liebe zu verkünden und deinem Willen zu folgen.
Mach, dass deine Wirklichkeit uns auf unserer täglichen Reise begleite. Führe uns mit der Kraft deines Geistes zu Gerechtigkeit und Frieden. Ehre sei Gott, dem Vater, Gott, dem Sohn und Gott, dem Heiligen Geist von nun an, bis in Ewigkeit. Amen.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Übergabe der Unterschriftenliste für die Zukunft der Grundschule "forum thomanum"

Übergabe der Unterschriften im Neuen Rathaus
Über 2.300 Unterschriften konnten - auch dank der aktiven Mithilfe des GAW - in kürzester Zeit weltweit gesammelt werden, um die Zukunft der Grundschule "forum thomanum" im Gesamtkonzept des Bildungscampus der Thomaskirchengemeinde zu unterstützen. Als der Unterstützungsantrag beim GAW eingereicht wurde, die Grundschule "forum thomanum" zweijährig im Rahmen des Fonds des GAW  "Innerdeutsche Diaspora" zu unterstützen, war klar, dass die Grundschule per Erbbauvertrag die Möglichkeit hat auf dem sog. "Bildungs-Campus" der Thomaskirchengemeinde eine neue Grundschule zu bauen. Die enstprechenden Zusagen der Stadt Leipzig lagen vor. Das war Grundlage für die Zusage des GAW, dieses gute Projket zu unterstützen. Durch verschiedenen Stadträte wurden die ursprünglichen Beschlüsse jüngst in Frage gestellt. Das gefährdet das Gesamtprojekt! Als GAW sind wir daran interessiert, dass das ursprüngliche Vorhaben umgesetzt wird. Deshalb haben wir die Unterschriftenaktion breit unterstützt.
Jetzt konnten die Unterschriften kurz vor der Sitzung des Stadtrates im Büro des Oberbürgermeisters Jung übergeben werden. Leider nahm er die Listen nicht selbst entgegen. OBM Jung, selbst mal Leiter des Ev. Schulzentrums in Leipzig, das zu seiner Zeit vom GAW unterstützt wurde, hat sich eigentlich für das Vorhaben der Thomasgemeinde ausgesprochen. Hoffen wir, dass er sich mit seiner Meinung durchsetzen kann!

Mittwoch, 15. Mai 2013

Eine lutherische Kirche für Cusco

In den vergangenen Jahren ist in der Gemeinde "Talitha Kum" im Armenvierte Sol de America in Cusco/Peru viel geschehen. Mit großem Engagement konnte der Kirchbau vorangetrieben werden, der ohne die Hilfe des GAW nicht möglich gewesen wäre. Bereits in den Jahren 2006 und 2007 wurde über den Projektkatalog ca. 11.000 Euro zur Verfügung gestellt. Im Jahre 2009 kamen noch einmal 10.000 Euro dazu. Inzwischen leitet Pastorin Dana Nelson, die als lutherische Missionarin aus den USA seit Jahren in Peru lebt, die Gemeinde und hat zusätzlich Schwung in das Gemeindeleben gebracht. Und mit Sicherheit hat ihr Mann, der Architekt ist, ein Weiteres dazu beigetragen, dass der Bau nun weiter vorangekommen ist. Vergleicht man den jetzigen Zustand der Gemeinde mit der Situation vor 10 Jahren, dann kann man nur dankbar sein. Die Fotos zeigen das.

Dienstag, 14. Mai 2013

Fassadensanierung der Presbyterianischen Kiche in Figueira da Foz

"Wir sind dem GAW sehr dankbar für die Hilfe zur Renovierung der Fassade unserer Kirche in Figueria da Foz," schreibt Pastorin Sandra Reis von der Presbyterianischen Kirche in Portugal (IPP), die die Gemeindepfarrerin dort ist. Die Fassade hatte sehr gelitten. das Klima ist feucht und die Luft durch das Meer an diesem Badeort salzig, so dass die Fassaden vieler Häuser leiden - so auch die der Kirche. Jetzt erstrahlt die Kirche nach aussen wieder in einer hellen gelben Farbe und leuchtet so einladend nach aussen. 
"Wir haben sogar geschafft, das Dach des Kirchturms und die Turmuhr instand zu setzen," schreibt Sandra. "Noch ist einiges zu tun. Und weitere Arbeiten stehen jetzt in diesem Monat an." Die Gemeinde ist zudem durch die erfolgreichen Sanierungsarbeiten weiter motiviert worden, eigene Beiträge aufzubringen, damit die noch ausstehenden Arbeit erledigt werden können. Das ist in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage Portugals nicht einfach. Mitglieder wandern ab, weil sie in anderen Ländern Arbeit suchen, die Einkommen und Renten sind gekürzt. So ist es verständlich, dass die Einkünfte der Gemeinde ebenfalls sinken.
Wir freuen uns als GAW, dass wir der Gemeinde helfen konnten und sind den Spendern dankbar, die besonders dieses Projekt unterstützt haben.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Komm und hilf! (Apg. 16,9) - Konfi-Gabe 2013


Patricia (Mitte) und Claudia (rechts) mit Enno Haaks
Die Konfirmanden in Deutschland konnten sich in diesem Jahr u.a. für ein Projekt zur Unterstützung
„Sartawi Sayariy“ ist der Name eines Projektes, das als Sozialwerk der Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutscher Sprache in La Paz vor 25 Jahren gegründet wurde. Ziel dieser wichtigen Arbeit ist es, die Campesinos (Kleinbauern) des Altiplano (Hochebene in den Anden, ca. 4.000 m hoch) zu schulen, damit sie die natürlichen Ressourcen Wasser und Böden verantwortungsvoller nutzen können. Sie sollen sich an konkreten landwirtschaftlichen Produktionsprogrammen beteiligen und sich einbringen, um die Grundversorgung mit Lebensmitteln zu sichern und eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Besonders Kinder und Jugendliche profitieren schon heute nachhaltig davon. Das Projekt wird von verschiedenen Organisationen, u. a. dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED), unterstützt. U.a. soll im trockenen Alti Plano Boliviens durch Bewässerungsanlage Landwirtschaft ermöglicht werden.
Heute ware die Leiterin des Hilfswerkes "Sartawi Sayariy" Patricia Morales und die Vorsitzendes des Kirchenvorstandes der deutschsprachigen Gemeinde La Paz Claudia Kuruner in der Zentrale des GAW, um über die Hilfsorganisation der Gemeinde und den Fortgang des Projektes zu berichten.
Beide Frauen bedankten sich beim GAW, dass es möglich war, über die Konfirmandengabe ein so wichtiges Projekt zu fördern.