Samstag, 30. März 2013

OSTERGRUSS

Liebe Freunde des Gustav-Adolf-Werks, liebe Schwestern und Brüder!

Es gibt eine wunderbare alte Osterikone: Christus steht auf den Trümmern des Kreuzes. Rechts und links neben ihm sitzen Adam und Eva auf ihren Gräbern. Christus reicht ihnen die Hand – auch unsere Hand - und befreit symbolisch mit ihnen die ganze Menschheit aus dem Tod. Dieser Christus spricht ADAM und damit uns als Menschen zu: "Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, und aufstrahlen wird dir Christus!" Ostern geht es um unsere eigene Auferstehung! Steh auf, mach die Augen auf. Schlaf nicht, träume nicht, sei da, bring dich ein und lerne Gutes zu tun! Ostern geht es um unsere eigene Auferstehung. Der gegenwärtige Christus fasst uns an der Hand und nimmt uns in den Dienst. 
Wachsam wollen wir alle gemeinsam im GAW sein und weltweit helfend Gemeinden zur Seite stehen. Wir wollen ihnen bei dem wunderbaren Dienst zur Seite stehen, die Osterbotschaft vielsprachig zu verkünden: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, und aufstrahlen wird dir Christus!“
Seien Sie behütet!
Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW

Donnerstag, 28. März 2013

Besuch aus São Bento do Sul

"Wir haben uns in São Bento do Sul an der Theologischen Hochschule "Faculdade Luterana
Enno Haaks, Rafael Klabunde, Dr. Wanke
des Teologia" (FLT) gefreut, dass wir vor Kurzem einen Besuch von der Kirchenleitung der Lutherischen Kirche in Brasilien (IECLB) bekommen haben," berichtet Dr. Wanke, Alttestamentler an der FLT. Er war auf Einladung des Luthersichen Weltbundes in Eisenach zu einer Hermeneutik-Fachtagung zur Auslegung der Psalmen. "Der Besuch der Kirchenleitung mit allen Synodalpfarrern hat uns gezeigt, wie wichtig der Kirche der Theologennachwuchs ist," fährt er fort. Die Situation der Pfarrerschaft wird durchaus mit Sorge betrachtet. In den kommenden 10 Jahren werden ca. 250 Pfarrer aus dem aktiven Dienst ausscheiden. "Wir werden Probleme bekommen, diese Stellen alle wieder zu besetzen," sagt Wanke. Das läge u.a. an dem Ansehen der Pfarrerschaft, das sich gesellschaftlich verändert hat, oder auch daran, dass viele Pfarrer müde seien und dadurch wenig motivierend wirken. "Wir müssen ein Augenmerk darauf haben, die Pastoren auf der einen Seite zu stärken und zu unterstützen und auf der anderen Seite müssen wir uns dringend um den Nachwuchs kümmern."
 Wanke war im GAW zu Besuch und nutzte die Gelegenheit, seine ehemalige studentische Hilfskraft an der FLT und jetzigen GAW-Stipendiaten Rafael Klabunde zu besuchen. Rafael ist inzwischen der vierte Theologiestudent aus São Bento. "Wir sind dankbar, dass Studierende unser Fakultät die Chance haben, nach Leipzig zu kommen," sagt Wanke. 
Sorgen bereitet der FLT die zurückgehende Studentenzahlen. In diesem Jahr haben sich anstelle von 20 nur 15 Studierende angemeldet. Insgesamt sind 80 Studenten eingeschrieben.

Inklusion - die IERP sammelt Ostern für diese Arbeitt

Seit 2004 gibt es innerhalb der Iglesia del Rio de la Plata (IERP) einen Arbeitskreis, der
sich darum bemüht, dass die Kirche sich als seine inklusive Gemeinschaft versteht, in der Menschen mit anderen Talenten ebenso wahrgenommen werden und sich einbringen können. Von Synode zu Synode wurde dazu gearbeitet. So gelang es für die Jahre 2009-2012 einen besonderen Sensibilisierungsprozess, der die gesamte Kirche erfassen sollte, zu initiieren. In diesem Rahmen wurde das GAW im Jahre 2012 um Hilfe gebeten, um Rollstühle und Transportkosten zu übernehmen. Das Geld dazu konnte jetzt ausgezahlt werden. Des Weiteren wurde Arbeitsmaterial erstellt, das den Gemeinden hilft, sich konkreter mit den Herausforderungen dieser Thematik zu beschäftigen. 
Ostern wird in der gesamten IERP für diese Arbeit gesammelt. Dies gesammelten Gelder sollen insbesondere für Transportkosten genutzt werden. Die Entfernungen sind riesig und teuer, wenn man Treffen zu dieser Thematik für die gesamte Kirche organisieren will, den die IERP arbeitet in Paraguay, Uruguay und Argentinien. 
Gerade für das Auferstehungsfest hat die IERP sich für ein gutes Projekt entschieden!
Mehr Infos: http://horadeobrar.blogspot.de/2013/03/la-colecta-de-pascua-destinada-la.html

Mittwoch, 27. März 2013

Meditation zum Tage von Carlos Duarte

Der Kirchenpräsident der Iglesia del Rio de la Plata (IERP) Carlos Duarte hat für den heutigen Tag eine Parallele gezogen zwischen der Zeit Jesu und den aktuellen politischen Interessen in seiner Refelxion über Lukas 23,24f:

"Pilatus urteilte, dass ihre Bitte erfüllt werde, und ließ den los, der wegen Aufruhr und Mord ins Gefängnis geworfen war, um welchen sie baten; aber Jesus übergab er ihrem Willen."
...
Pilatus ist in doppelter Weise schuldig. Er weiss, dass Jesus unschuldig ist. Zudem hat er die Autorität, ihn zu befreien. Trotzdem senkt er den Daumen nach unten.
Ähnliches geschah vor 32 Jahren. Die Militärjunta in Argentinien nutzte die Unzufriedenheit der Bevölkerung im Blick auf die tägliche Gewalt, um ihre eigenen Verbrechen zu rechtfertigen. Wer die Stimme des Volkes anruft um seine Taten zu legitimieren, der verdeckt seine eigentlichen Intentionen. Pilatus zu seiner Zeit wollte das Einsammeln der Steuern für das Römische Imperium absichern, damit die Kriege Roms finanziert werden konnten. Im Fall der argentinischen Militärjunta war es der Anfang der wirtschaftlichen Zerstörung, um den Interessen des IWF zu dienen.
Wie nahe sind sich doch die Zeiten der Passion Jesu und unsere Zeiten! 

Dienstag, 26. März 2013

Synode der IELCH/Chile




Auf diesem link kann man eine Reportage über die Synode der Iglesia Luterana en Chile im März in Chile sehen:

Neue Elektroinstallation in Aguita de la Perdiz


Seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gibt es deutschstämmige Lutheraner in der
Das Team aus Aguita mit Besuch aus Bolivien
Región Bio Bio in Chile. Seit 1904 gibt es die Martin Luthergemeinde in Concepción. Eng verbunden waren von Beginn an die lutherische Gemeinde und die Deutsche Schule. Der Pfarrer war in der Regel immer der Schulleiter. Die Kirche konnte erst in den 50er Jahren erbaut werden. Mit der Tätigkeit des ehemaligen Pfarrers und späteren Kirchenpräsidenten Helmut Frenz (gestorben 2011) in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Gemeinde eine rege sozial-diakonische Arbeit, die auch nach der Kirchenspaltung der lutherischen Kirche 1974 beibehalten wurde und auf Grund der großen Not der Menschen in der Zeit ausgeweitet wurde. Bis heute ist die Martin Luther Gemeinde Trägerin verschiedener diakonischer Zentren, u.a. in dem Armenviertel Agüita de la Perdiz direkt in Concepción. Es befindet sich in der Nähe der berühmten Universität der Stadt. Hier wohnen auf engstem Raum arme Menschen. Sie hatten sich hier in den 70er Jahren angesiedelt bis in die Berghänge hinauf. In Regenzeiten ist es sehr gefährlich, denn es kommt immer wieder zu Erdrutschen. In dem diakonischen Zentrum werden 150 Kinder und Jugendliche betreut. Es gibt eine Kinderkrippe für die Kleinsten. Gerade junge Mütter, die ihre Ausbildung noch nicht beendet haben, können hier ihre Kinder hinbringen. Daneben gibt es drei Kindergartengruppen. Am Nachmittag nach dem Schulunterricht kommen Jugendliche, um die Hausaufgabenhilfe in Anspruch zu nehmen oder an verschiedenen Workshops teilzunehmen. Die laufende Arbeit des Zentrums ist angewiesen auf Spenden, u.a. von Kindernothilfe. 
In dem Zentrum muss die Elektroinstallation erneuert werden. Da will das GAW mit 6.000 Euro helfen. Helfen Sie mit: http://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

Montag, 25. März 2013

Ostern wird in der neuen Kirche gefeiert!

"Wir sind in der Gemeinde Cristo Salvador unseren Freunden in Deutschland - besonders im GAW - dankbar, dass sie uns soweit geholfen haben, dass wir Ostersonntag unseren ersten Gottesdienst in unserer neuen Kirche feiern können," sagt der Vizepräsident des Kirchenvorstandes der Gemeinde in Lima, Ernesto. "Wir haben selbst uns angestrengt durch Aktivitäten, wie z.B. unseren "Essensmessen", einen Beitrag zu erbringen. Das ist im Vergleich zu der Hilfe des GAW nicht viel. Aber es hat die Gemeindemitglieder motiviert, dass sie das Gefühl haben, etwas beizutragen."
Es war ein mühsamer Prozess, bis die Gemeinde in Cristo Salvador soweit kommen konnte. Mit ihrer Pastorin Ulrike Sallandt haben sie an dem Plan festgehalten, irgendwann eine eigene Kirche zu haben. Leider kann durch die Hilfen des GAW aus den Jahren 2009 und 2010 nicht so viel Geld zur Verfügung gestellt werden, dass die komplette Kirche fertig gestellt werden konnte. Es fehlt das 2. Stockwerk, in dem neben einem Gemeinderaum auch eine Mietwohnung Platz finden soll. Zudem soll die Kirche so hergerichtet werden, dass dann auch externe Vermietungen möglich sein werden. Wir hoffen, der Gemeinde auf diesem Wege helfen zu können.
In einem Video hat die Gemeinde jetzt den Fortgang der Arbeiten beschrieben. Am Ostersonntag findet für die Gemeinde ein sehr wichtiger Gottesdienst statt. Schauen Sie das Video an:

Freitag, 22. März 2013

"Sinfonie ohne Trompeten"


In jedem Monat bietet das evangelische Monatmagazin CHRISMON die Möglichkeit, ein Projekt zu bewerben. Dem GAW ist es gelungen, für den Monat April ein GAW-Projekt darüber vorzustellen und bewerben zu können. 
Auf der Homepage von CHRISMON heißt es: "Musikalische Früherziehung, Instrumentenkarussell? Das sind Fremdwörter in San Fernando, einem Armenviertel am Rand von Buenos Aires. Die Einwohner verdienen hier mühsam etwas Geld als „Papeleros“: Sie sammeln recycelbaren Müll und verkaufen ihn weiter. Aber seit kurzem können Kinder im evangelischen Gemeindezentrum immerhin Geige, Cello oder Gitarre lernen und in einem Orchester mitspielen. „Ein anderer Ort ist möglich“ – unter diesem Motto arbeiten Pfarrer Sabino Ayala und ein Team aus Freiwilligen seit 2009 in San Fernando: Nähkurse für Mütter, Backen mit Kindern, Bibelstunden, psychologische Beratung. Das Jugendorchester ist das jüngste Projekt. Es startete 2012 mit zehn von der Deutschen Botschaft gespendeten Geigen. Drei Mu­siker üben nun zweimal die Woche mit 23 Kindern zwischen sechs und 16 Jahren, es gab erste kleine Konzerte." Mehr unter: http://chrismon.evangelisch.de/projekte/sinfonie-ohne-trompeten-18133

Dienstag, 19. März 2013

Evangelische Stimmen aus Lateinamerika zur Papstwahl

“Wir freuen uns, dass ein Lateinamerikaner zum Papst gewählt wurde“, schreibt die Generalsekretärin der Evangelischen Kirche am La Plata (Iglesia Evangélica del Río de La Plata – IERP), Pastorin Sonja Skupch zur Wahl des argentinischen Kardinals Jorge Bergoglio zum neuen Papst. „Bestimmt wird das helfen, in der römisch-katholischen Kirche einen anderen Blickwinkel zu bekommen und einen anderen Führungsstil zu finden. Man muss jedoch berücksichtigen, dass der Vatikan seinen eigenen Rhythmus und seine Jahrhunderte alten Strukturen hat.“
Der Kirchenpräsident der IERP, Pastor Carlos A. Duarte, gratuliert den Gläubigen der Römisch-Katholischen Kirche zur Wahl des neuen Papstes aus Lateinamerika: „Das ist ein Novum in der Kirchengeschichte. Wir hoffen, dass das Pontifikat des Bruders Bergoglio von Demut gekennzeichnet sein möge, und offen für den Dialog, sowohl ökumenisch, als auch interreligiös. Ebenso möge er die Aufmerksamkeit auf die Probleme vieler Menschen auf der ganzen Welt lenken, auf den Einsatz für die Menschenrechte in seinen verschiedenen Ausrichtungen. Wir sind zuversichtlich, dass ihm seine langjährige pastorale Erfahrung in Argentinien helfen wird, offen zu sein für diejenige, die verfolgt und ausgegrenzt werden – egal in welcher Weise.“

Synode der IELCH äußert sich zu gesellschaftlichen Herausforderungen

Synodenversammlung der IELCH in Osorno/Chile
Mitte März tagte die Synode der Iglesia Evangélica Luterana de Chile (IELCH) in der Stadt Osorno, im Süden Chiles. Dort gibt es neben einer größeren lutherischen Kirche der ILCH, die aus der deutschen Einwanderung entstanden ist, eine kleine IELCH-Gemeinde, die ursprünglich aus der Missionsarbeit der größeren Gemeinde entstanden war. Nach der Kirchenspaltung ging es auch hier auseinander. Die IELCH-Synode traf sich in der La Paz-Gemeinde. "Wir wollen unsere kirchliche Arbeit auch nach außen sichtbar machen in den Regionen, Städten und Dörfern, wo wir präsent sind," heißt es in der Schlusserklärung der Synode vom 17. März 2013. In dieser Erklärung wird noch einmal deutlich herausgestellt, dass die Botschaft des Evangeliums der Kirche Orientierung geben soll. Dabei wird klar gemacht, dass die Lehre Jesu keine starre Doktrin ist, sondern als Motivation zu verstehen ist, zum Wohle und zum Guten aller zu arbeiten, auch wenn das in einer komplexen Welt schwierig ist. "Es geht dabei nicht um Moralvorstellungen, sondern um Güte," heißt es. Gerade das war in Fragen des Antidiskriminierungsgesetzes intensiv in der Kirche diskutiert worden. Hier gab es von verschiedensten Seiten Kritik z.B. im Blick auf die Stellung der Kirche zum Thema Homosexualität. Insofern ist der Satz zum Verständnis der Bibel wichtig.
Desweiteren beschäftigte sich die Synode mit den aktuellen Problemen und Herausforderungen der Gesellschaft. "Immer wieder wird Chile als Beispiel für ein gutes ökonomisches Wirtschaften hervorgehoben," heißt es. Und klar wird gesagt. "So ist es nicht!" Im Weiteren werden entsprechende Beispiele aufgeführt: 1. Der Umgang mit den Ureinwohnern der Mapuche und Huilliches besonders im Süden, wo es um Landfragen und - rechte geht. 2. Das Wachstum der Wirtschaft ist stabil, aber die Probleme der Bildung und Gesundheit werden nicht grundlegend angegangen. 3. Das Meer gehört allen , nur die großen Industriefischereibetriebe fischen das Meer leer auf Kosten der kleinen Fischer. 4. Eine friedliche Einigung in der Frage der umstrittenen Meeresgrenze mit Peru wird angemahnt. 5. Chile hat hohe Gewinne erzielt insbesondere durch den Kupferbergbau. Die Einkommen der Ärmsten haben sich nicht weiter entwickelt.
"Wir sind enttäuscht über die Entwicklung der Gesellschaft, die wir mit Sorge beobachten. Aber wir hoffen auf Veränderungen. Als Kirche Jesu Christi wollen wir helfen gemeinsam mit vielen anderen mehr Gerechtigkeit, Gleichheit und Güte für alle zu erreichen," heißt es am Schluss.

Montag, 18. März 2013

Staat zeichnet Bischof für Beitrag zu Entwicklung des Landes aus

Der Lutherische Weltbund berichtet auf der Homepage: "Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Kasachstan (ELKRK), Jurij Timofejewitsch Nowgorodow, sagt, die besondere Auszeichnung, die er vom Präsidenten seines Landes erhalten hat, sei eine Ehre für die ganze Kirche und „würdigt insbesondere die Rolle der Kirche in der Öffentlichkeit“. Ende 2012 hatte Präsident Nursultan Äbischuly Nasarbajew Bischof Nowgorodow die Ehrenurkunde der Republik verliehen und damit seine Verdienste um die soziale und kulturelle Entwicklung des Landes und der Festigung der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den Völkern geehrt. „Wir nehmen diese Belohnung des Staats als Zeichen wahr, dass wir den Auftrag Gottes treulich erfüllen“, erklärte Nowgorodow gegenüber der Lutherischen Welt-Information (LWI). Er wies darauf hin, dass obwohl die lutherische Kirche in den letzten Jahrzehnten auf rund 2.500 Mitglieder geschrumpft sei, sie in Kasachstan ein hohes Mass an Achtung geniesse. Als Bischof sei er selbst nie losgelöst davon vorstellbar, sondern nur Sprachrohr der Kirche und der christlichen Botschaft..." Mehr: http://www.lutheranworld.org/lwf/index.php/de-bischof-jurij-nowgorodow-hebt-stand-der-lutherischen-kirche-in-kasachstan-hervor.html?lang=de

Treffen zwischen MLB und GAW auf der Leipziger Buchmesse

Pfarrer Enno Haaks (GAW), Pfarrer Dr. R. Stahl (MLB)
Zur Leipziger Buchmesse im März trafen sich die Generalsekretäre der beiden Diasporawerke in Deustchland, des Martin-Luther-Bundes (MLB) und des GAW. MLB und GAW arbeiten vertrauensvoll zusammen und sind bei einzelnen Projekten auch gemeinsam tätig, so z.B. beim Kauf einer Pfarrwohnung in Togliatti (Rußland) oder bei der Unterstützung für das Freizeitzentrum der polnischen lutherischen Kirche in Sorkwitty (Masuren). Auch das Vikariat von Hanna Schramm in der Iglesia Luterana en Chile (ILCH) unterstützen beide Diasporawerke.
Auf der Buchmesse präsentierte sich der MLB mit seinen Verlagsprodukten. Das GAW hat das einige Jahre ebenso gemacht. Aus verschiedenen Gründen ist das jedoch für das GAW nicht mehr leistbar und sinnvoll.
Im April treffen sich beide Vorstände der Diasporawerke zur gemeinsamen Beratung und Information in Erlangen, in der Zentrale des MLB.

Samstag, 16. März 2013

Dank aus Lima - Cristo Salvador!!!

Pastorin Ulrike Sallandt, die ehrenamtlich die lutherische Gemeinde "Cristo Salvador" in Lima/Peru betreut, hat dem GAW ein kleines Video zugesendet, auf dem der Baufortschritt des neuen Kirchgebäudes zu erkennen ist. Wir haben darüber immer wieder berichtet. Ostersonntag 2013 soll in dem dann hoffentlich fertigen Gottesdienstraum das Fest der Auferstehung Christi gefeiert werden. Lange hat die Gemeinde darauf gewartet. es fehlt noch einiges, um das Gebäude insgesamt fertigstellen zu können. Jedoch ist das erreichte ein großer Erfolg für die Gemeinde und die ILEP.
Hier können Sie sich das Video anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=4KHPGEHAiYU

Freitag, 15. März 2013

Talarhilfe für die Diaspora






Auch das macht das GAW: Talare für angehende Pfarrer in der Diaspora! Den letzten Talar konnten wir einem Vikar im Teschener Land in Polen übergeben. Stolz hat er uns ein Foto gesendet und sich beim GAW für diese Unterstützung bedankt.
Im Projektkatalog des GAW wird u.a. auch immer eine Unterstützung für die Anschaffung von Talaren in Brasilien ausgewiesen. Das macht das GAW seit Jahren, so dass dort fast jeder Pfarrer von uns liturgisch eingekleidet wurde.

Donnerstag, 14. März 2013

Neues aus Kolumbien


rechts das IELCO Verwaltungsgebäude, links das Wohnhaus
In Kolumbien ist es unserer lutherischen Partnerkirche (IELCO) gelungen, neben dem Verwaltungsgebäude der Kirche in Bogotá, ein Gebäude mit vier Wohnungen zu errichten. Ende vergangenen Jahres konnte das Gebäude eingeweiht werden. Der Kirche war es gelungen mit einem guten Eigenanteil und eines Kredites der lutherischen Kirche in den USA dieses Gebäude zu errichten, das der Kirche ermöglicht durch Vermietungen Eigenmittel einzunehmen, um damit auf der einen Seite den Kredit zurückzahlen zu können und auf der anderen Seite die notwendige Kirchenverwaltung mit finanzieren zu können. Der Eigenanteil wurde durch den Verkauf anderer Grundstücke möglich, die kaum Einnahmen generiert haben. 
Der Lutherische Weltbund unterstützt solche Prozesse in Kirchen, damit insbesondere die kleinen Kirchen in Lateinamerika handlungsfähig bleiben und ihre Abhängigkeit aus dem Ausland sukzessive abbauen können. 
Bischof Eduardo schreibt in seinem Bericht für die jetzt anstehende Synode: „Es ist uns gelungen in den letzten Jahren, die Mitgliederzahl der Kirche zu erhöhen. Insbesondere sind junge Menschen zu unserer Kirche dazu gekommen.“ Wurden im aktuellen Projektkatalog noch 2.500 Mitglieder angegeben, so weist die Kirche jetzt eine Anzahl von ca. 2.700 Mitgliedern aus in insgesamt 21 Gemeinden oder Missionsstandorten.

Mittwoch, 13. März 2013

40 Jahre Leuenberger Konkordie und das GAW

Am 16. März 1973 haben lutherische, reformierte und unierte Kirchen in Europa in Leuenberg bei Basel die Grundlagen ihrer Kirchengemeinschaft dargelegt und einander Gemeinschaft in Wort und Sakrament gewährt. Damit wurde eine mehr als 450-jährige Epoche der Trennung zwischen lutherischen und reformierten Kirchen beendet. Für das GAW können wir deutlich sagen, dass für unsere Arbeit diese gemeinschaftliche Grundlage für unierte, reformierte und lutherische Kirchen wichtig ist für die Frage, um zu sagen, wer denn die Partner sind, mit denen wir zusammenarbeiten wollen und können. Seit Gründung des GAW 1832 gibt es die Unterstützung für die genannten drei Kirchengemeinschafte. Damit hat das GAW lange vor der Unterzeichnung der Leuenberger Konkordie durch die praktische Arbeit und Unterstützung Vorarbeit geleistet, dass die Kirchen sich als Kirchengemeinschaft verstehen und Trennungen aus reformatorischer Ziet überwunden werden konnten.
Das GAW hat sich in die Arbeit der GEKE intensiver eingebracht durch die Überführung der Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft der Diasporawerke in Europa (AGDE) in die GEKE. Ziel war es, die in Paragraph 29 der Leuenberger Konkordie angesprochene Gemeinsamkeit in Zeugnis und Dienst zu stärken. Bischof Weber, Präsident der GEKE, sagt dazu:" Diese Gemeinsamkeit in Zeugnis und Dienst hat gegenwärtig in der GEKE eine Debatte ausgelöst, wie ein diakonischer Auftrag innerhalb von Europa gemeinsam wahrgenommen werden kann." In einem kürzlich in den Räumen des GAW stattgefundenen Gespräches wurde darüber ausführlich gesprochen und die Vorschläge des Präsidenten des GAW intensiv diskutiert und dem Rat der GEKE im Februar 2013 vorgetragen.
107 Mitgliedskirchen gehören der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ (GEKE) mit geschätzten 50 Millionen Mitgliedern. In Deutschland hat die Leuenberger Konkordie die Gemeinschaft der Gliedkirchen der EKD gestärkt. Aus Anlass dieses Jubiläums lädt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zu einem Gottesdienst und Festakt ein am 17. März 2013 in den
Berliner Dom. Der Präsident des GAW Dr. Wilhelm Hüffmeier, langjähriger Generalsekretär der GEKE wird anwesend sein.
 

Dienstag, 12. März 2013

GAW Kindersammlung in Österreich

Es gibt eine wunderbare Tradition in der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich: die jährliche Kindersammlung. Kinder aus den Gemeinden gehen von Haus zu haus und sammeln für ein gemeinsam ausgesuchtes bauvorhaben der Kirche Spenden. Dabei kommt immer eine gute Summe heraus, die hilft, die Kirchbauten zu erhalten. "Ich kann mich gut an die Zeit erinnern, wo ich mitgesammelt habe," sagt Bischof Bünker. das zeigt, wie identitätsstiftend diese Sammlung ist. Es wird auch in Österreich nicht leichter, diese Tradition aufrecht zu erhalten. Sie ist aber notwendig für die Gesamtkirche. Schön wäre es, flächendeckend solch eine Tradition in Deutschland für das GAW zu haben...
Auf dem Boden des heutigen Österreich waren es etwa 40 000 Menschen, die sich nach der Zeit der Unterdrückung Ende des 18. jahrhunderts als evangelische Christen gemeldet haben und evangelische Gemeinden und Evangelische Kirche wieder errichteten und aufbauten. Heute zählt die Evangelische Kirche in Österreich zu den staatlich anerkannten Kirchen. Sie lebt als freie Kirche im freien Staat. Ihre Beziehungen zum Staat Österreich sind im 1961 vom österreichischen Parlament verabschiedeten Protestantengesetz geregelt. Darin ist unter anderem festgehalten das Recht der Kirche, eigene Angelegenheiten selbst zu regeln, Religionsunterricht zu erteilen, Krankenhausseelsorge zu machen und Kirchenbeiträge einzuheben.
Heute gehören in Österreich etwa 350.000 Menschen zur Evangelischen Kirche A.B., etwa 15.000 Mitglieder zur Evangelischen Kirche H.B, insgesamt bekennen sich also knapp fünf Prozent der Österreicher zur Evangelischen Kirche

Besuch aus Württemberg

Die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle der GAW-Hauptgruppe Württemberg besuchen derzeit die Zentrale des GAW in Leipzig. Eine der Stärken des GAW ist die unterschiedliche Organisation der einzelnen Hauptgruppen in den jeweiligen Landeskirchen. Da gibt es zahlreiche Unterschiede und Besonderheiten. Bei all den Unterschieden ist es immer wieder von großer Bedeutung umeinander zu wissen. Dem dient dieser Besuch. Intensiv diskutiert wurden die Fragen um einen neuen Markennamen des GAW und die Arbeit mit den Freiwilligen, die das GAW Württemberg stellvertretend für alle Hauptgruppen leistet.

Montag, 11. März 2013

Keine Fortschritte für die pensionierten spanischen Pastoren!!!

Francisco Manzanas ist inzwischen 87 Jahr alt. Er ist emeritierter Pastor der Spanischen Evangelischen Kirche (IEE). Im vergangenen Jahr gab es Grund zur Freude für ihn, denn endlich wurde ihm durch den Straßburger Menschengerichtshof Recht zugesprochen: Der spanische Staat enthält ihm zu Unrecht Pensionszahlungen vor. Zur Zeit der Francodiktatur durfte evangelische Pastoren nicht in die staatlichen Sozialkassen einzahlen. Sie hatten quasi ein Berufsverbot. Trotz des Gerichtsurteils ist bis heute nichts geschehen. Das ist frustrierend. Francisco kann nicht nachvollziehen, dass für die in Frage kommenden 150 Pastoren - davon 20 Pastoren der IEE - nichts geschehen ist. Bis heute hatten Vertreter der IEE gehofft, dass es nach dem Gerichtsurteil eine rasche politische Entscheidung geben würde. das ist nicht eingetreten. Inzwischen überlegen die Vertreter des spanischen Protestantismus, jeden Fall einzeln vor Gericht zu bringen mit dem Urteil aus Strassburg im Rücken. Der Generalsekretär der IEE äußerte sich jetzt nach vielen Bemühungen, eine politische Einigung zu erzielen, enttäuscht: "Wir sehen derzeit keine konkreten Bemühungen weder durch die Regierung noch durch andere politische Parteien dieses Unrecht anzugehen. Deshalb sind wir bereit, die 20 Fälle unserer Pastoren einzeln vor Gericht zu bringen." Und er fährt fort: "Es ist unrecht und demütigend, dass eine Gruppe unserer Bevölkerung diskriminiert wird in dieser Weise, bis dahin, dass sie keine Medikamente kaufen können."

Donnerstag, 7. März 2013

Ein Bus für das Strassenkinderheim in Valencia/Venezuela

Pastor Hands mit den Kindern aus Casa Hogar
Im April feiert das Strassenkinderheim der lutherischen Gemeinde in Valencia/Venezuela ihr 20jähriges Bestehen. Zahlreiche Kinder wurden von der Gemeinde aufgenommen, die oft aus den schwierigsten Situationen kamen. So wie Joseph. 9 Jahre ist er alt. Er hat eigentlich 6 Geschwister. Sein Vater sitzt im Gefängnis. Er dealte mit Drogen. Seine Mutter hat ihre Kinder verlassen. Er kam eine zeit zu den Großeltern. Nur - die sind jetzt zu alt. Er ist froh, ein sicheres zu Hause im "Casa Hogar" zu haben. Übertragen heißt das: jeder hat einen Ort. Joseph braucht das, dieses Wissen einen Ort zu haben, wo er hingehört.
Pastor Gerardo Hands kümmert sich um den Erhalt des Hauses. Der Staat gibt kaum etwas dazu. Die Kinder schickt er zwar, aber Geld gibt er nicht. das macht das Bestehen des Hauses nicht leichter.
In diesem Jahr sammelt das GAW für einen neuen Bus für die Kinder, damit sie zur Schule gefahren werden können. 10.000 Euro brauchen wir dafür!
Mit Spannung beobachten wir zudem die Lage in Venezuela nach dem Tod des Präsdidenten Chavez, der das Land sehr geprägt hat. Z.Zt. sind 7 Tage Staatstrauer angeordnet. In 30 Tagen soll neu gewählt werden. Das Land ist gespalten und polarisiert. "Insgesamt ist die Lage aber ruhig," schreibt Pastor Hands aus Valencia. Er hofft, dass es so bleibt und sich dennoch etwas bewegt - vor allen Dingen für sein Strassenkinderheim!

Mittwoch, 6. März 2013

Zum Gedenken an Bischof Arthur Malmgren (1880-1947)


Dr. Anton Tichomirow, Leiter der theologischen Ausbildungsstätte in Nowosaratovka hat in der Zeitschrift DER BOTE (2/2012) einen Artikel über den letzten lutherischen Bischof in Rußland geschrieben:
Grabstätte von A. Malgren in Leipzig
"Zu Beginn seines Dienstes konnte Arthur Malmgren selbst nicht vorausahnen – und niemand anderes auch, wie schwer und dabei schwindelerregend sich sein Lebensweg gestaltet. Alles deutete auf die gewöhnliche Karriere eines provinziellen und danach hauptstädtischen Pastors hin. Aber ohne zu übertreiben kann gesagt werden, dass es in dieser Zeit keine einfachen Schicksale geben konnte. Das Schicksal Pastor Malmgrens war keine Ausnahme - die Politik der Russifizierung gegen Ende der Zarenepoche, zwei Weltkriege, die Oktoberrevolution, die Verfolgungen seitens des atheistischen Regimes. Neue Hoffnungen wechselten sich mit neuen Verzweiflungsanfällen ab, zuerst ein langsames und dann ein schnelles Sterben der Kirche. Die unter den unmenschlichen Bedingungen zugespitzten Differenzen und Konflikte zwischen den Kollegen, und, natürlich, das Seminar, das berühmte „Predigerseminar“ in Leningrad .... Arthur Malmgren wurde am 18. Oktober 1860 in einer Kaufmannsfamilie in Tallin geboren. Aber fast alle seine Vorfahren waren Pastoren, Auswanderer aus Schweden. Die strenge, patriarchalisch-deutsche Erziehung, bei der „Pflicht“ Schlüsselwort war, könnte uns heute hartherzig, gefühllos und autoritär erscheinen. Aber damals war das nichts Ungewöhnliches. 1888 beendet Arthur sein Studium an der theologischen Fakultät der Universität in Dorpat (heute Tartu). An dieser Universität arbeitete die einzige theologische Fakultät im russischen Imperium, da bekamen praktisch alle zukünftigen Pastoren der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland ihre Ausbildung. Die Ausbildung war auf Deutsch. Unter den Professoren waren Theo logen mit Weltruf, solche, wie Theodosius Harnack (Vater von Adolf Harnack). Die folgenden Jahre zeigen, welche tiefe Spuren das Studium der Theologie in dem jungen Pastor hinterlassen hat. Ab 1891 dient Malmgren als Pastor in St. Petersburg, in der St. Annenkirche. Damals war das eine der größten und einflussreichsten lutherischen Gemeinden, nicht nur in Petersburg oder Russland, sondern auch in der ganzen Welt. Sie zählte 12 000 Gemeindeglieder, unter denen sich auch Mitglieder der Zarenfamilie befanden. Die Arbeit in diesem Amt half ihm reiche Erfahrungen als Pastor zu sammeln. Genau diese gesammelten Erfahrungen wurden 1916 für Arthur Malmgren zu einem wichtigen Kriterium für seine Ernennung (durch den Zaren Nikolai II.) zum Generalsuperintendenten des Petrograder Konsistorialkreises. So begann der zukünftige Bischof am Bruch der Epochen seine kirchliche Leitungstätigkeit. Aber der Bruch wurde immer tiefer. 1917 kommen die Bolschewikis an die Macht. Die Evangelisch-Lutherische Kirche, die noch während der Provisorischen Regierung ihren Status als staatliche Kirche verloren hatte, wird jetzt mit ungeheuerlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Entfremdung des Kircheneigentums, das Einstellen des Schuldienstes, finanzielle Probleme – all diese Sachen kamen auf Malmgren als Leiter des Petrograder Konsistorialkreises zu. Dazu kam noch dieZerstörung der kirchlichen Einheit: das Wegfallen der baltischen Kirchen, separatistische Stimmungen in vielen nationalen Gemeinden, die sich auf ureigenster russischer Erde befanden. Die Kirche war Angriffen ausgesetzt, sowohl von außen, als auch von innen. Die Tätigkeit der Kirchenleitung war äußerst erschwert. Diese Schwierigkeiten verstärkten sich noch mit den Jahren, bis sie zur völligen Lähmung der Kirchenleitung Anfang der dreißiger Jahre führten. Nichtsdestotrotz gelang es während der Sowjetzeit zwei Synoden einzuberufen. Dieses Organ war schon im Kirchenstatut von 1832 vorgesehen gewesen, war aber bis dahin nie einberufen worden. Während der Synode 1924 wurde ein neues Kirchenstatut angenommen (dieses ist bis heute Grundlage unseres Statuts), und es wurden auch zwei Bischöfe gewählt: Theophil Mayer in Moskau und Arthur Malmgren in Leningrad. Dabei wurde dem neuen Leningrader Bischof auferlegt, sich mit der Frage der kirchlichen Ausbildung zu befassen. Die Universität Derpt war jetzt nicht mehr für sowjetische Bürger zugänglich, und an eine Ausbildung im ferneren Ausland war erst gar nicht zu denken, und in der lutherischen Kirche gab es einfach keine eigenen russischen Ausbildungseinrichtungen. Die Arbeit musste praktisch bei Null begonnen werden. Arthur Malmgren hatte diese Bürde auf sich geladen. Das war übrigens genau das Joch, das leicht (dem evangelischen Image folgend) zu tragen war. Leicht nicht in dem Sinne, dass das nicht schwer war, nicht drückte, nicht straucheln und kraftlos fallen ließ, keine Schmerzen bereitete. Leicht war es, weil das Seminar in der Tat zum Lieblingskind des Bischofs wurde, nicht eine schwere Verpflichtung, sondern die Sache seines ganzen Lebens. Über die Geschichte des Seminars und seine Schwierigkeiten lässt sich sehr lange erzählen. Ja, und es wurde darüber schon oft geschrieben. An diese Stelle soll nur an eins erinnert werden. Für Bischof Malmgren war es Prinzipsache, dass die Ausbildung in der neuen Bildungseinrichtung nach Möglichkeit höchsten akademischen Standarts entsprach. Sogar vor anderthalb Jahrzehnten, als alle Türen offen standen, als wir genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen hatten, als das Interesse an der Kirche in der Gesellschaft groß war und der Enthusiasmus unserer Gemeindeglieder auch groß war, sogar damals bei der Gründung des Theologischen Seminars in Nowosaratowka, war beschlossen worden dort eine Grundausbildung, eine verhältnismäßig einfache Ausbildung zu organisieren. Malmgren hat in jener, weit schwierigeren, härteren Zeit, einen anderen Standpunkt vertreten. Seiner Meinung nach brauchten die Kirchen Amtsträger, die eine tiefe akademische Ausbildung erhalten hatten. Genau so hat er die Ausbildung im Leningrader Seminar gesehen, genau so hat er sie organisiert und versucht zu unterstützen. Auf den ersten Blick schien diese Aufgabe unerfüllbar. Trotzdem konnte im Verlaufe von zehn Jahren, ungeachtet des Drucks von Seiten des Regimes, entgegen finanzieller und organisatorischer Schwierigkeiten, ungeachtet des langsam sterbenden Kirchenlebens, im Seminar eine qualitativ hochwertige Ausbildung aufrecht erhalten werden. Für Malmgren war das eine Sache des Prinzips. Von unserem heutigen pragmatischen Standpunkt aus kann so eine Position als falsch erscheinen, schon nicht mehr als „geradlinig und fest“, sondern eher als „starrsinnig“. Doch darin liegt ein tiefer Sinn. Die ruhmreiche, tragische Geschichte des Leningrader Seminars wird für uns zum Zeugen, zu einem nicht einfachen, aber einem so wichtigen Zeugen dafür, dass man der kämpferischen Gottlosigkeit, dem staatlichen Atheismus, der Ablehnung der Kirche nicht nur eine Glaubensfestigkeit, nicht nur eine ernste Frömmigkeit, sondern auch eine akademische Theologie entgegen stellen kann und muss. Das Vorhandensein der akademischen theologischen Ausbildung war eine der Säulen, an der sich die Kirche in diesen unheimlichen Jahren fest hielt. Die Frage der theologischen Ausbildung ist eine Frage des Überlebens der Kirche. Der Kampf für die Kirche war gleichzeitig auch der Kampf für eine theologische Ausbildung. Damals erlitt die Kirche im Kampf mit dem Sowjetregime eine Niederlage. Einzelne Gemeinden (gerade die, die die akademische Theologie nicht so hoch einschätzten) konnten überleben. Das organisierte Kirchenleben jedoch kam völlig zum Erliegen. Heißt das etwa, dass Bischof Malmgren sich geirrt hatte? Heißt das etwa, dass die Ausbildung der kirchlichen Amtsträger anders hätte organisiert werden müssen: Intensivkurse für Prediger, um eine elementare Aus-bildung einer möglichst großen Zahl Geistlicher, gerade für solche, sehr frommen und keiner Kirchenstruktur bedürftigen Gemeinden, zu gewährleisten? Vielleicht – von der praktischen Seite aus gesehen. Aber es wird nicht alles durch einen praktischen Nutzen bestimmt. Im damaligen Kampf um eine seriöse theologische Ausbildung spürt man offensichtlich eine Würde. Nicht auszudenken: Während der Stalinzeit, unter den Verfolgungen und dem Elend befanden sich Menschen, die bereit waren zu unterrichten und die akademische Theologie zu studieren. Diese Bereitschaft war eine wahre Herausforderung, die dem atheistischen Staat entgegen geworfen wurde. Genau deshalb konnte er die Existenz einzelner Gemeinden dulden, aber er konnte sich nicht mit der Arbeit des Seminars abfinden. Wie zu damaliger Zeit, ist es heute nicht anders. Das Leben und die Tätigkeit Arthur Malmgrens ist ein Zeichen dafür, dass das Kirchenleben (sogar in den schwierigsten Zeiten, und um so mehr gerade in diesen) undenkbar ohne akademische Theologie ist. Die Theologie und das Überleben der Kirche, die Theologie und die Mission sind untrennbar. Das ist eine Lehre für uns, eine schwere und noch nicht wirklich gezogene Lehre. Damals endete alles schmerzvoll. Malmgren war unter Androhung von Arrest, und vielleicht auch Tod, gezwungen nach Deutschland zu emigrieren. Dort verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens, dort starb er am 3. Februar 1947 in Leipzig, das zur sowjetischen Besatzungszone gehörte. Wenn wir versuchen seine Biographie zu durchdenken, bleibt ein Gefühl von etwas Unvollendetem zurück. Das war ein Leben, an dessen Ende so kein Punkt gesetzt worden war – an dessen Ende sich viele Fortsetzungspunkte befinden, Fortsetzungspunkte, die uns zum Denken anregen, die uns immer wieder zwingen uns an die Vergangenheit zu erinnern und in die Zukunft zu schauen, Fortsetzungspunkte, die uns aufrufen uns weiter vorwärts zu bewegen. Auf dem Grabmal Arthur Malmgrens steht ein Hinweis auf Worte aus Eph. 2,19: „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen“."
Im Verlag des Martin Lutherbundes  ist eine Biografie darüber erschienen: