Sonntag, 29. Dezember 2013

Das Ökumenische Fürbittgebet für Ägypten, Syrien, Libanon, Jordanien, Israel und die Palästinensischen Gebiete

Krankenhaus der Presbyteriansichen Kirche in der Nähe Kairos
In dieser kommenden Woche lenkt das Ökumenische Fürbittgebet den Blick in den Nahen Osten, der Region, wo gerade Christen bedrängt und bedroht sind. Im kommenden Jahr 2014 wird ein Krankenhaus der presbyterianischen Kirche in Ägypten in der Nähe Kairos gefördert. Auch Syrien und die Not unserer evangelischen Glaubensgeschwister werden wir weiter im Blick haben und sie unterstützen. 

Anregungen für Dank und Fürbitte

Wir danken für:
- den Kirchenrat des Nahen und Mittleren Ostens und dessen Einsatz für die Einheit der Christen und für Gerechtigkeit.
- die Bemühungen vieler Kirchen in Syrien zur Zusammenarbeit für ein gemeinsames Zeugnis, besonders für ihre Bemühungen, ein gemeinsames Osterdatum für alle Christen zu finden.
- die unerschöpflichen Quellen der Inspiration, die muslimische, christliche und jüdische Pilger an den Stätten im „Heiligen Land“ erfahren.
- alle, die Frieden stiften.
- alle, die den Libanon nach der Zerstörung durch den Krieg wieder aufbauen.
- die Olivenbäume, die schon viele Generationen überlebt haben und noch immer Früchte tragen.
- den Nil und sein Leben spendendes Wasser.
- die Pyramiden, Hieroglyphen und all die anderen Wunder der uralten Kultur Ägyptens.
- die alten Kirchen dieser Länder, die das Evangelium von Generation zu Generation treu weitervermittelt haben, selbst wenn sie bedroht oder verfolgt wurden.
- die Mönche und Nonnen, die ihr Leben dem Gebet und dem Dienst widmen.

Wir bitten um/für:
- Frieden in der Region, besonders zwischen Palästinensern und Israelis.
- die Respektierung der Menschenrechte, ein Ende ungerechter Inhaftierungen und aller Hinrichtungen, vor allem, wenn sie ohne ordentliches Gerichtsverfahren vollstreckt werden.
- eine Lösung für die vielen Flüchtlinge, die wieder nach Hause zurückkehren wollen.
- alle, die sich der Korruption widersetzen.
- die Hungernden und die Obdachlosen
- alle, die in den Slums, auf den Friedhöfen, auf den Müllkippen und in den Flüchtlingslagern zu Hause sind.
- die demokratisch gewählten Beamten eines jeden Staates.

Gebet
Geist des lebendigen Gottes, komm erneut über dein Heiliges Land.
Hilf deinem Volk, die zerbrochenen Beziehungen zu heilen.
Gib ihm die Geduld, Schranken des Verdachts
und des Misstrauens niederzureißen;
gib ihm die Fähigkeit, persönliche Vorurteile zu erkennen
und den Mut, Furcht zu besiegen.

Lehre dein Volk, die Integrität und die Rechte der anderen zu respektieren,
so dass dein Reich auf Erden errichtet werde.
In Jesu Namen. Amen
(Riah Abu El-Assal, Jerusalem)

Freitag, 20. Dezember 2013

Hilfe für die Gemeinde in Kiew!

Eine Weihnachtskrippe auf dem Maidan
"Wir haben gerade wieder insgesamt 10 Brote geschmiert und mit Käse und Wurst belegt. Dazu über 200 Portionen Tee und nochmal soviel Kaffee. Alles haben wir dann wieder zur Ausgabe am Gebetszelt auf dem Maidan gebracht. Wir sind froh, dass wir helfen können" schreibt Ralf Haska, Pfarrer der Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Kiew. Er engagiert sich aktiv mit seiner Gemeinde um Versöhnung in Kiew. Seine Kirche ist in unmittelbarer Nähe zum Maidan. 
Die Proteste dauern nun schon einige Zeit an. Die Gemeinde ist auf Hilfe angewiesen in ihrem sozial-diakonischen Engagement. Die Frauenarbeit des GAW hat dafür einen kleinen Zuschuß von 300 Euro zur Verfügung gestellt. Gerade noch vor Weihnachten!

Die heutige Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Kiew ist eine Nachfolgerin der alten deutschen evangelischen Gemeinde in Kiew. 2007 feierte sie ihr 240. Jubiläum: Im August 1767 hielt zum ersten Mal ein deutscher Pfarrer in Kiew für einige deutsche Einwohner einen lutherischen Gottesdienst. Dieser erste Gottesdienst fand in einem Gebäude statt, das noch heute steht. In stalinistischer Zeit erstarb das Gemeindeleben. Im Jahr 1990 konnte die Gemeinde erneut registriert werden. (mehr unter: http://www.katharina.kiev.ua)

100 Jahre lutherische Gemeinde in Šilutė / Litauen

Pfarrer Remigijus Šemeklis aus der lutherischen Gemeinde in Šilutė im alten Memelland verbindet seinen Weihnachtgruß mit einem Dank für ein reich gefülltes Jubiläumsprogramm des nun zu Ende gehenden Jahres. Die Diakoniestation in Šilutė wird im Jahr 2014 durch das Jahresprojekt der GAW-Frauenarbeit unterstützt.  
Šemeklis schreibt:

"Das Jahr 2013  war ein besonderes, denn es wurde das 100-jährige Jubiläum der Gründung der Gemeinde gefeiert. Und am Ende des Jahres möchten wir unsere Freude über die Arbeit zum Ausdruck bringen, die in diesem Jahr geleistet wurde und über die Menschen, denen wir begegnet sind. Es war ein eindrucksvolles Jahr.
Im Januar wurde das Jubiläumsjahr mit einem  Ökumenischen Gottesdienst begonnen. In
Altarraum der Kirche mit Gustav II. Adolf und Sup. Großmann
den Osterferien fand eine Kinderbibelwoche mit dem Titel „Mose im Land der Pharaonen“ statt, bei dem auch zahlreiche Kinder aus Sandora, aus der Diakoniestation teilnahmen unterstützt von„Sandora“-Leiterin Astrid Liepiene.
Der eigentliche Jubiläumsgottesdienst fand am 25. Mai statt. Um 9.00 Uhr am Morgen haben die Glocken alle Einwohner der Stadt zum Gottesdienst gerufen, welcher der Stadt und ihren Einwohnern gewidmet war. Der Gottesdienst wurde geleitet von Bischof Mindaugas Sabutis gemeinsam mit den Pfarrern Remigijus Šemeklis und Mindaugas Žilinskis. Nach dem Gottesdienst wurde eine Ausstellung durch die Leiterin des Museum, Frau Roza Šiksniene und ihren Mitarbeiter, Herrn Ignas Giniotis, eröffnet mit dem Thema: „Gemeinde-Mitglieder der Stadt Heydekrug (Šilutė)“ Die Ausstellung hat Fotos von Gemeindemitgliedern vor 100 Jahren und Familien und Personen gezeigt, die große Verdienste um die Gemeinde hatten. Am Gottesdienst haben viele ehemalige Memelländer teilgenommen, die jetzt in Deutschland leben. Die Ausstellung ist zweisprachig; bei der Eröffnung wurde eine Führung auch in deutscher Sprache gemacht.
Im Sommer werden alle Touristengruppen in der Ev. Lutherischen Kirche Heydekrug-Šilutė empfangen von Frau Erna Dreiszas (Kiel) und Frau Erika Mockienė; die Führungen werden in deutscher Sprache gehalten. Allein in diesem Sommer wurde unsere Kirche von etwa 3.000 litauisch, deutsch, lettisch und russisch sprechenden Touristen besucht.
Zu Pfingsten fand ein Jugendtag in der Gemeinde statt mit einem Ensemble der Ev. Luth. Kirche der Stadt Klaipeda. Ein segensreicher Tag war der 16. Juni. Bischof Mindaugas Sabutis (Vilnius) und Remigijus Šemeklis (Šilutė) haben zwölf junge Menschen konfirmiert. Bei diesem Konfirmationsgottesdienst wurden auch drei Kinder getauft.
Es gabe mit dem Zeltlager, einem ökumensichen Schulanfängergottesdienst, Adventsfeiern weitere wichtige Ereignisse, die das Gemeindeleben bereicherten.
Am Ende dieses Jubiläumsjahres danken wir Gott und allen unseren Freunden. Dank Ihnen kann die Gemeinde Šilute leben, und wir hoffen, dass sie noch lange leben wird. Unser größtes Vermögen sind unsere Freunde, mit denen wir zusammentreffen. Lange bleiben uns diese Begegnungen im Gedächtnis; sie geben unserem Leben die schönsten Farben."
In Šilute gibt es in der Kirche eine Besonderheit: Im Altarbild ist neben Martin Luther, Gustav II. Adolf auch Superintendent Großmann, Gründer des GAW im Jahr 1832, abgebildet.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

GAW Frauenarbeit finanziert Zufluchtshaus in Griechenland

vorher
Arbeiten am 
Die Frauenarbeit des GAW hat von der Griechischen Evangelischen Kirche einen wunderbaren Dankbrief bekommen für die Unterstützung für den Kauf und die Renovierung eines Zufluchtshauses für "mißhandelte Menschen" in Mylotopos. Der Moderrator der Kirche Rev. Meletis Meletiadis schreibt: "Ich freue mich, Euch mitteilen zu können, dass das Zufluchtshaus für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, bereit ist, seine ersten Bewohnerinnen aufzunehmen. Wir haben das Haus „Dorkas“ genannt nach der Jüngerin des Herrn in Joppe, von der Lukas schreibt: „Sie hatte viel Gutes getan und den Armen geholfen“ (Apg 9,36). - Wie Ihr wißt, bedurfte das Haus einer gründlichen Renovierung aufgrund der Tatsache, dass Wasser durch das schadhafte Dach eingedrungen war und den Fußboden im Haus beschädigt hatte. Langsam aber stetig hat uns der Herr die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt, dass wir den verbleibenden Rest des Darlehens, das wir zum Kauf aufnehmen mussten und das wir für die notwendigen Reparaturen benötigten, zurückzahlen konnten. So haben wir die decke isoliert und das Dach völlig neu mit Keramikziegeln gedeckt. Vor kurzem konnten wir den gesamten Fußboden des Hauses ersetzen und es innen und außen anstreichen, wie ihr auf den dem Brief beigefügten Bildern sehen könnt. Auch wenn der Rechtstatus noch nicht endgültig geklärt ist, so bemühen wir uns darum, dass wir bis Weihnachten alle nötigen Formulare erledigt haben. Noch einmal möchte ich Euch im Namen der Kirche danken für all die außerordentlich wichtige Hilfe, die Ihr uns gegeben habt und ohne die wir das Haus weder hätten erwerben noch in Stand setzen können. Bitte teilt es allen Frauen, die sich engagiert haben und allen, die dazu beigetragen haben, dass der Traum Wirklichkeit werden konnte."
Der Kauf und die Renovierung des Zufluchtshauses war eines der Projekte aus der Jahresgabe der Frauenarbeit aus dem Jahr 2012.
Schön, dass diese Spendengelder segensreich eingesetzt werden!!!



Dienstag, 17. Dezember 2013

Migrant zu sein ist ein Recht, Gastfreunschaft eine Pflicht! - Welt-Migrantentag am 18. Dezember

Der 18. Dezember ist der Internationale Tag der Migranten. Im Jahr 2000 wurde er durch die UNO ausgerufen. 

Unsere spanische Partnerkirche (IEE) ruft in diesem Zusammenhang mit anderen Organisationen zu einer Kundgebung in Madrid auf. 
Auf der Kundgebung soll an die Toten vor Lampedusa erinnert werden, an die bekanntgewordenen 100 Opfer, die in der Sahelzone verdurstet sind – hauptsächlich Frauen und Kinder – und an die vielen namenlosen Opfer, die im Mittelmeer ertrinken.
Und dann heißt es durch die IEE: „Wir lehnen die Politik von Frontex ab und die ungerechten und unmenschlichen Gesetze, mit der die EU beabsichtigt, sich gegen die Ankunft der Armen und Flüchtlinge zu schützen. Auch erheben wir unsere Stimme gegen unwürdige Unterbringung der Flüchtlinge in den Abschiebegfängnissen. Auch wollen wir die spanische Gesellschaft für die Not dieser Mitmenschen sensibilisieren.“

Kirchliches Gleichgewicht halten! - Aus der Geschichte des GAW

Kurz nach dem 2. Weltkrieg schrieb Adolf Jesch aus Marburg in einem Aufsatz, in dem er über die Zukunft der GAW-Arbeit und den neuen Herausforderungen nach dem Krieg reflektiert folgende Zeilen:
"Es ist meine Erkenntnis, dass die Lebensnot unseres Werkes bei den Zweiggruppen liegt. Wenn es uns nicht gelingt, diese zu aktivieren, entsteht für das Gesamtwerk eine Todesgefahr. Eine weitere Not unseres Werkes ist, dass es fast ausschließlich von Pfarrern betreut wird... Wenn man weiß, wie stark heute die Pfarrer... in Anspruch genommen sind, dann versteht man es, dass so viele auch beim besten Willen nicht mehr für die Aktivierung unseres Werkes leisten können... Viele Zweiggruppen sind so führerlos, leisten nichts für unser Werk, und in den Gemeinden entschwindet immer mehr das Verantwortungsbewußtsein für unsere Arbeit."
Und dann ruft er dazu auf, dass es zu den Lebensäußerungen der Kirche gehört, Diasporaverantwortung zu übernehmen und die Schwestern und Brüder in der weltweiten evangelischen Diaspora nicht zu vergessen. "Das gegenwärtige Primat der Inneren Mission und des Hilfswerkes, die seit 1945 alle großen Haussammlungen besetzt halten" müsse zugunsten eines Gleichgewichtes verschoben werden. "Der gegenwärtige Zustand bedeutet eine gefährliche Gleichgewichtsstörung in den Lebensäußerungen unserer Kirche."
Daran muss auch das GAW heute arbeiten! Dafür braucht es allerdings die Schlüsselfiguren in Kirche und Gemeinden, dass sie um die Bedeutung der Diaspora für die eigene Kirche wissen und dafür Ehrenamtliche finden, denen es ein Herzensanliegen ist, den Blick zu weiten und für diese kirchliche Aufgabe einzustehen.

Montag, 16. Dezember 2013

Bäume für den Luthergarten

Boliv. Kirchenpräsident
 "Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen."  Dieser Satz wird Martin Luther zugeschrieben. Auch wenn nicht immer Apfelbäume - so haben inzwischen viele Partner des GAW in Wittenberg einen Baum im sog. "Luthergarten" gepflanzt. Im Rahmen der Reformationsdekade sollen insgesamt 500 Bäume im Luthergarten und im Stadtgebiet gepflanzt werden und so der optimistischen Haltung Luthers, die sich in dem ihm zugeschriebenen Zitat vom "Apfelbäumchen" so anschaulich ausdrückt, konkrete Gestalt finden.
Jüngst hat unsere argentinische und unsere bolivianische Partnerkirche je einen Baum gepflanzt!

Freitag, 13. Dezember 2013

Evangelisch in den Anden

Doreen Just mit dem Cover des Jahrbuchs
"Die evangelische Diaspora" 2014
Wie sind die lutherischen Kirchen in Kolumbien und Bolivien entstanden und was beschäftigt sie? Wie geht es, als Aymara oder Quechua zu einer lutherischen Kirchen zu gehören, wenn dann noch andine Traditionen das Leben prägen? Im Gegensatz dazu: Wie haben sich die Lutheraner, die im 19. Jahrhundert nach Chile eingewandert sind, entwickelt? Wird aus zwei lutherischen Kirchen bald eine? Wie bilden die kleinen andinen lutherischen Kirchen Lateinamerikas ihren Theologennachwuchs aus? Das ist nicht einfach, denn eine gute Ausbildung ist kostbar? Im Umfeld unserer Partnerkirchen haben sich viele evangelikale Kirchen und Pfingstkirchen gebildet? Welchen Einfluss haben sie auf andere? Wie geht es der katholischen Kirche Lateinamerikas? Was ist aus der "Theologie der Befreiung" geworden?
Das sind Fragen, denen sich das im kommenden Jahr vom GAW veröffentlichte Jahrbuch "Evangelische Diaspora" widmet. Heute ist Herausgebersitzung mit Frau Prof. Parmentier, dem Präsidenten des GAW Dr. 
Hüffmeier und Prof. Fitschen von der Theologischen Fakultät Leipzig. Betreut wird dieses spannende Projekt von der Mitarbeiterin im Verlag des GAW Frau Just. Im März soll es herauskommen zu einem Preis von 6,90 Euro. Vorbestellungen sind schon möglich (verlag@gustav-adolf-werk.de)!

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Der Projektkatalog ist erfüllt!

Die Mitarbeiterinnen Pauska, Klimasch und Sürth mit dem PK 2013
Erneut haben wir es in den Haupt- und Frauengruppen und der Zentrale des GAW geschafft. Der Projektkatalog 2013 ist erfüllt! Insgesamt konnten wir 1,5 Millionen Euro sammeln, um die Projekte unserer Partner zu unterstützen. Die Auszahlung der Projektgelder kann damit beginnen!
Insgesamt geht es um 144 Projekte evangelischer Gemeinden in 34 Ländern.
Besonders aktuell und gefragt war 2013 der Fonds „Sonderhilfe“. Daraus konnte Fluthilfe für die Kirchengemeinden Hetschburg in Thüringen, Katowice in Polen und Nagymaros in Ungarn geleistet werden. Der Fonds ermöglichte auch eine schnelle Hilfe für die Flüchtlinge in Syrien, die dort von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen im Nahen Osten betreut werden.
Außerdem wurde mit dem Projektkatalog 2013 wieder eine Unterstützung für die Renovierung der Stadtkirche in Lutherstadt Wittenberg bereitgestellt. Die Besonderheit dieses Projektes ist, dass die Spenden dafür vorwiegend aus den kleinen ausländischen Partnerkirchen des GAW stammen. Den Scheck über 10 000 Euro hat der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland, Dietrich Brauer, stellvertretend für alle Partnerkirchen am Reformationstag 2013 im Gottesdienst überreicht. - Die Sammlung für den Projektkatalog 2014 wird mit dem neuen Jahr eröffnet.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Was feiern wir 2017?

In vier Jahren jährt sich der legendäre Thesenanschlag von Martin Luther (1483-1546) in Wittenberg zum 500. Mal. Wie dieses Jubiläum begangen wird, was im Zentrum stehen soll, darüber gibt es intensive Diskussionen. Sicherlich spielt die Ökumene eine Rolle. Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Martin Junge, sagte bei einem Treffen in Hannover: "Die Reformation ist eine Weltbürgerin, sie ist global. Wir müssen zusehen, dass wir die weltweite Ökumene nicht auf die bilaterale Dimension zwischen katholischer und lutherischer Kirche verengen." Er sieht er in den Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum 2017 großes Potenzial für die künftige Zusammenarbeit der Kirchen. Auch die Partnerkirchen des GAW blicken auf das Jahr 2017. Für sie spielt wesentlich eine Rückfrage nach der eigenen Identität eine Rolle: was heißt es evangelisch zu sein in einem andersgläubigen Kontext? was können wir Evangelischen als unser Eigenes in den ökumenischen Dialog einbringen? Das sind Fragen, die sie bewegt. Sicherlich sind eigene Akzentsetzungen in kleinen Minderheitskirchen nicht einfach. da fehlt es an dem nötigen Potenzial an Menschen und Mitteln. Von Seiten größerer Kirchen sind da andere Chancen gegeben. Aber auch hier ist es wichtig mit den kleinen evangelischen Minderheitskirchen im Gespräch zu bleiben über die Frage was wir denn 2017 feiern!

Dienstag, 10. Dezember 2013

Das "Gedächtnis" des GAW

Aktenaufnahme
alte Projektakten
Endlich ist gelungen, einen kleinen Blick hinter die Kulissen des Evangelischen Zentralarchivs in Berlin (EZA) zu werfen. Im EZA werden Akten, Dokumente, Projekte aus der Geschichte des GAW aufbewahrt und für die Zukunft erhalten und konserviert. Bei einer über 180-jährigen wechselvollen Geschichte kommt da eine Menge Material zusammen. Noch ist nicht alles erschlossen worden. Und zudem gibt es Bedarf, z.B. alte Protokolle und Akten zu digitalisieren. Einige sind in einem schlechten Zustand und verfallen langsam. 
Eine Fülle von Material wartet hier darauf, um gesichtet zu werden. Noch haben wir einige Jahre zeit, aber bis zum 200. Geburtstag des GAW  muss es gelingen mit Hilfe des EZA die wechselvolle Geschichte des ältesten evangelischen Hilfswerkes Deutschlands aufzuschreiben. 

Montag, 9. Dezember 2013

Neue Gemeinderäume in Athen


"Unsere Umbauarbeiten liefen prima und die Räume sind jetzt gut zu nutzen. Nochmal: Vielen Dank für Eure Unterstützung," schreibt Pfarrer René Lammer von der evangelischen Gemeinde in Athen. "Hier versammelt sich unsere Hospizgruppe und der Computerkurs in dem ehemaligen Sekretariat, das jetzt für Gruppensitzungen genutzt werden kann dank der Hilfe des GAW!" schreibt Lammer.
Die Frauenarbeit des GAW und das Gesamtwerk haben dieses wichtige Vorhaben der Gemeinde unterstützt. Sowohl die diakonische Arbeit als auch Gemeindegruppen treffen sich in dem neu hergerichteten Saal. Vorher war alles sehr verschachtelt und nicht nutzbar.
Das GAW knüpft damit an die Hilfe an, als die Kirch mit dem Gemeindezentrum in Athen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts allein dank einer großen Sammelaktion des GAW errichtet werden konnte.

Freitag, 6. Dezember 2013

Dem Himmel in Russland näher...

»In Russland hing der Himmel tiefer. Da war man Gott näher«, so beginnt Siegfried Springer, erster Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland, seinen spannenden und bewegenden Bericht über sein ­Leben. Von der Kindheit im Nordkaukasusgebiet während der beginnenden Schrecken der Stalin­ära über die Jugend in der Ukraine mit der Flucht nach Polen bis zur Berufsausbildung in Westdeutschland zeichnet er nach, wie er immer stärker empfindet, dass ihn Gott in seinen Dienst nehmen will.
Diesem Ruf folgt er. Sein Weg bringt ihn immer näher mit dem Schicksal der Russlanddeutschen und den evangelisch-lutherischen Gemeinden in der Sowjet­union zusammen. Für diese Gemeinden, für die Schwestern und Brüder in Russland, will er Aufbau­arbeit leisten …
Siegfried Springer schildert sein wechselvolles Leben als ein vom Segen Gottes getragenes und geführtes. Und er macht uns Leserinnen und Leser darauf aufmerksam, im eigenen Leben nach Spuren des Segens Gottes zu suchen.

250 Seiten mit vielen Abbildungen, kartoniert, EUR 15,–       ISBN 978-387513-181-9
Das GAW hat dieses im Verlag des Martin-Luther-Bundes erschienene Buch mitfinanziert.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Glauben verbindet...

"In Christus sind wir miteinander verbunden," erklärt Pastor Mindaugas Kairys, Diakoniepastor der litauischen lutherischen Kirche, als er eine ganze Kiste mit Holzkreuzen überreicht. Mit dem Verkauf der Holzkreuze wird der Erhalt des Mutter-Kind-Hauses in Skirsnemune, 7 km von Jurbarkas entfernt, unterstützt. Kinder und Jugendliche werden in diesem Haus mit einem Mittagessen versorgt. Es gibt Hausaufgabenhilfe und kreative Angebote. Zusätzlich bietet das Haus Raum für Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden und aus einem solchen Umfeld herausmüssen. Immer wieder kommt auch mal eine Jugendgruppe im Sommer, denn auf dem Dachboden gibt es auch Schlafmöglichkeiten.
"Christus weist uns aufeinander und verbindet uns. das will das Kreuz in dem vier Holzleisten ineinander verwoben sind ausdrücken. Genauso wie Kirche und Diakonie es sein sollen," sagt Mindaugas. "Und," fährt er fort, "so soll es auch mit Euch im GAW sein: Wir sind in Christus miteinander verbunden. Wir gehören zusammen!"

Die Kreuze sind zum Preis von 15 Euro in der Zentrale des GAW in Leipzig zu erwerben (info@gustav-adolf-werk.de).

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Welche Zukunft haben Christen in Syrien?

Syrisch-evangelische Kirche in Hasake/Syrien
Im Jahre 2012 sollen 1,53 Millionen Christen verschiedenen Denominationen in Syrien noch gelebt haben. Die größte Konfession ist die Griechisch-Orthodoxe Kirche mit ca. 550.000 Mitgliedern, gefolgt von der Armenisch-Orthodoxen Kirche mit 340.000 Mitgliedern. 180.000 Katholiken gab es 2012, während es Protestanten lediglich 40.000 gab. Jetzt sollen bis zu 450.000 Christen bereits das Land verlassen haben. Das wäre beinahe ein Viertel der christlichen Gesamtbevölkerung Syriens. 
Kleinere Städte in der Region um Homs wie Saddad, Haffar oder Deir Atieh wurden zur Zufluchtsstätte Tausender christlicher Familien aus verschiedenen Teilen des Landes. Auch der Wadi al-Nasara, das "Tal der Christen" westlich von Homs wurde zum Zufluchtsort. Die Menschen, die hierher kommen, haben oft ihre gesamte Existenz, ihre Häuser und meist auch Familienangehörige, Freunde und Nachbarn verloren. Rosangela Jarjour, die aus Homs stammende Generalsekretärin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen im Nahen Osten berichtete bereits im Herbst 2012: „Die Zukunft der Christen im Nahen Osten ist massiv gefährdet. Alles was bisher zumindest säkular war, wird nun islamisiert.“ Auch Rosangela Jarjours Familie musste aus Homs fliehen. „Christen haben ihre Häuser, Geschäfte und Kirchen verloren. Es wurde geplündert und gebrandschatzt“, erzählt Jarjour.
Es ist nicht klar, welche Zukunft Christen in Syrien haben werden. Kommen sie bei der unübersichtlichen Lage, bei den Kämpfen zwischen regierungstreuen Truppen und den radikalen islamistischen Kampftruppen unter die Räder? Selbst fühlen sie sich seit der Zeit des Apostel Paulus zu diesem Land gehörig. 
Das GAW versucht, die Christen zu stärken, auf ihr Schicksal hinzuweisen. Das geschieht nicht einseitig, sondern bewusst für alle - aber durch unsere protestantischen Partner vermittelt.


Dienstag, 3. Dezember 2013

Wald und Kirche in Lettland

Der lutherischen Kirche in Lettland wurde in der Vergangenheit ein guter Teil ihres Besitzes zurückgegeben - auch Ländereien. Nun hat die Kirche beschlossen, dass in den kommenden Jahren insgesamt 500 ha Land, das nicht landwirtschaftlich genutzt wird, aufzuforsten. Damit mit diesem Besitz ökonomisch umgegangen wird, sind in einer ersten Pflanzaktion 80 ha aufgeforstet worden mit Bäumen, die zügig wachsen. Sicher kann man erst in 15 bis 20 Jahren von dieser Aktion profitieren, allerdings steigt schon jetzt der Wert eines aufgeforsteten Grundstücks. Für die lutherische Kirche ist das eine nachhaltige Investition. Die Erträge werden wesentlich höher sein als Zinserträge, die eine Bank zur Verfügung stellen kann. Die Kirche lässt dieses Projekt von erfahrenen Forstwirten begleiten. 
R. Ganiņš von der lutherischen Kirche schließt es nicht aus, dass sich der Prozess der Bewaldung ausweiten könnte: "Das hängt davon ab, wie viel Fläche die Kirchengemeinden dafür zur Verfügung stellen möchten. Das ist ein noch unbeschrittener Weg. Oft stoßen wir bei den Kirchengemeinden auch auf Unverständnis - wozu brauchen wir das überhaupt? ... Den großen Gewinn werden unsere Nachkommen einfahren. Für die Kirche und die Kirchengemeinden ist es von Nutzen und wichtig, dass man mit dem Eigentum sorgsam umgeht und an ihm auch etwas verdient und es nicht für ein Butterbrot verschleudert. In dem Vorhaben der Beforstung entdecke ich viele positive Aspekte - sowohl wirtschaftlich als auch psychologisch. Es ist für mich ein gutes und positives Zeichen, dass wir in der Kirche wirtschaftlich etwas zu bewegen begonnen haben. Und wichtig ist dabei, dass wir die Langfristigkeit nicht aus den Augen verloren haben und daran denken, etwas in  die Zukunft zu investieren."

Montag, 2. Dezember 2013

Hanna Schramm im zweiten kirchlichen Examen in Chile

Gestern konnte Hanna Schramm, Vikarin der Iglesia Luterana en Chile (ILCH), ihren Examensgottesdienst in der Erlöserkirche in Santiago de Chile abhalten. "Sie hat einen sehr guten Gottesdienst gehalten und wird von der Gemeinde sehr geschätzt," berichtet ein Mitglied der Gemeinde. Heute stehen die mündlichen Examensprüfungen an. U.a. wird Luis Alvarez, Kirchenpräsident der Iglesia Ev. Luterana en Chile, die Prüfungen mit abnehmen. Das ist ein weiteres gutes Zeichen der Zusammenarbeit beider Kirchen, die im kommenden Jahr entschiedende Schritte aufeinander zu machen wollen.
Das zweijährige Viakariat von Hanna Schramm, die in Sachsen ihr erstes theologisches Examen abgelegt hat, wurde u.a. mitfinanziert und begleitet von der Frauenarbeit des GAW. Die GAW-Frauen liegt sehr daran, dass es dann mit Hanna in Zukunft in jeder unserer Partnerkirchen in Lateinamerika die Frauenordination geben wird. 
Alles Gute - Hanna - für den heutigen Tag! - Enno Haaks

Freitag, 29. November 2013

Adventgruß aus dem GAW

Plakat zum 1. Advent von der Spanischen Ev. Kirche
"Unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden!" - schreibt der Apostel Paulus im Römerbrief. 
Mit diesem Bibelvers wünscht das GAW allen Freunden, Unterstützern und Schwestern und Brüdern in der weltweiten Diaspora eine gesegnete Adventszeit!

Donnerstag, 28. November 2013

Besuch aus Kaliningrad

Pfarrer Thomas Vieweg zu Gast beim GAW
"2018 wird in Kaliningrad u.a. die Fußballweltmeisterschaft bei uns zu Gast sein," berichtet Pfarrer Thomas Vieweg, der in der Oblast Kaliningrad als letzter aus Deutschland entsandter Probst den Weg für die erste einheimische Pröpstin geebnet hat: Maria Goloschapowa. Sie wurde im Juni 2013 zur Pröpstin in Kaliningrad gewählt und in ihr Amt eingeführt. Thomas Vieweg bleibt noch bis 2015 Pfarrer der Kaliningrader Gemeinde erhalten und wird für Pröpstin, Propsteirat, Pfarrkapitel und die Gemeinden Mentoratsaufgaben wahrnehmen. Inzwischen ist es dort gelungen, Schritte zur Hasuhaltskonsolidierung zu gehen, um die sehr große Abhängigkeit von deutschen Spendengeldern reduzieren zu können. Dafür musste auch der harte Weg des Personalabbaus gegangen werden. Schmerzhaft aber leider ohne Alternative. Des Weiteren ist es gelungen, zu einer Selbtsverständlichkeit zu kommen: einen monatlichen Mitgliedsbeitrag zu erheben, um die Gemeinden bei den Verpflichtungen der Propstei mit einzubeziehen. 50 Rubel (ca. 1,25 Euro) werden monatlich erhoben. Das ist nicht viel. Und wahrscheinlich wird sich der Beitrag auch weiter entwickeln müssen. Pastoren haben dann auch Abstriche bei den Gehaltszahlungen gemacht. Überlegt werden muss, so ist aus der Propstei zu hören, wie die Aufgaben konzentriert werden können und wie Kleinstgemeinden weiter betreut werden können. Schwerpunkte werden mit Sicherheit in den Städten liegen.
Ein weiterer Plan ist es jetzt, die teure Heizungsanlage im Kirchenzentrum in Kaliningrad auszutauschen und dadurch zu weiteren erheblichen Kostenreduzierungen zu kommen. Das Heizungshaus soll dann Platz bieten für Vermietungen, um eigenen Einnahmen zu generieren, die dann in Zukunft die Propstei mit stabilisieren helfen.
Es passiert viel in Kaliningrad. Durch die WM 2018 fließe viele Gelder in die Region. Es wird gebaut. Auch für Europa wird die Region interessanter.

Mittwoch, 27. November 2013

Die neue GAW Konfi-Gabe ist fertig!

GAW-Konfi-Gabe 2014
Das Material für die neue GAW-Konfi-Gabe ist fertig! Plakat, Handzettel und eine CD mit vielfältigem Material liegt in der Zentrale des GAW vor und kann bestellt werden (jugendarbeit@gustav-adolf-werk.de)!
Das Leitmotiv ist der Jahreslosung 2014 entnommen: "Gott nahe zu sein ist mein Glück!" (E - Ps 73,28). Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie Glück in ihrem Leben finden. Dazu wollen wir im GAW beitragen! Dazu bitten wir mit dieser speziellen GAW-Konfi-Sammlung um die Hilfe aller Konfirmanden. Die Idee dahinter ist eine alte, segensreiche Tradition: das „Konfirmandenopfer“. Es soll bedürftigen und notleidenden Geschwistern im Glaube zukommen. Darum geht es, wenn wir für Kinder und Jugendliche in einem der größten „Armenhäuser“ Europas, in Transkarpatien in der Ukraine bitten. Die Reformierte Kirche will mit ihren Sommerferienlagern den Jugendlichen Raum und Zeit geben, Gott zu finden. Das brauchen sie dringend in den schwierigen Lebensbedingungen in der Ukraine zwischen Armut, Gewalt und Ausgrenzung.
Und wir bitten für Kinder und Jugendliche in Kolumbien. Die Lutherische Kirche setzt sich für durch den Bürgerkrieg vertriebene Kinder und Jugendliche eine und will ihnen Aus- und Fortbildungsangebote machen, damit sie eine bessere Chance in Zukunft haben. Kolumbien ist das Land auf der Welt, in dem es am meisten Flüchtlinge aus dem eigenen Land gibt. 15 % der Bevölkerung, das sind 5,7 Millionen Einwohner, Vertriebene im eigenen Land sind. Von 1958 bis 2013 sind ca. 220.000 Menschen durch den Krieg gestorben. Davon sind 81,5 % zivile Opfer und lediglich 18,5 % bewaffnete Kämpfer. Der Bürgerkrieg hat die Flüchtlinge in die Elendssiedlungen der Großstädte vertreiben. Dort will dir lutherische Kirche helfen, damit auch sie Glück in ihrer Zukunft finden können.
In zwei Präsentation bekommt man einen guten und beeindruckenden Einblick in die Herausforderungen in beiden Ländern.
Den Konfirmanden in allen Gliedkirchen der EKD rufen wir zu: Helft diesen Kindern und Jugendliche in der Ukraine und in Kolumbien! Spendet Euer Konfirmandenopfer für die GAW-Konfi-Gabe!

Dienstag, 26. November 2013

Staat und Kirchen in Bolivien

Emilio Aslla Flores in der Zentrale des GAW
Die lutherische Kirche in Bolivien steht nach Auskunft des Kirchenpräsidenten Emilio Aslla Flores vor schwierigen Herausforderungen, die u.a. auch mit der Änderung der bolivianischen Verfassung zu tun haben. Nach Verabschiedung  im März 2009 definiert sich der Staat akonfessionell oder auch laizistisch. Nach Artikel 4 werden alle Religionen gleichgestellt. Es heißt: “Der Staat respektiert und garantiert Religionsfreiheit für alle Religionen und spirituellen Glaubensrichtungen, in Übereinstimmung mit ihren Kosmovisionen. Der Staat ist unabhängig von jeder Religion.“ In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde noch die katholische Religion als Staatreligion deklariert.
Hatten sich die ökumenischen Beziehungen danach abgekühlt, weil die katholische Kirche hinter dieser Veränderung Vertreter protestantischer Kirchen vermutete, so gab es in jüngster Zeit eine neue Annäherung, Im Juli 2013 wurde ein neues Kultusgesetz verabschiedet, das alle Kirchen gleichermaßen in Schwierigkeiten bringt. Hier wird nicht geregelt, wie die Kirchen sich im Staat engagieren können, sondern, was jede Kirche jedes Jahr bei staatlichen Behörden nachzuweisen hat. Dazu gehört: 1. Informationen über die Aktivitäten der Kirche, 2. Nachweis des Haushaltsplanes, 3. Nachweis über Gelder und ausländische Unterstützungen, 4. Der legale Vertreter muss Nachweise erbringen über seine Ausbildung, seinen Wohnort, sein polizeiliches Führungszeugnis und seine Aktivitäten. Man fühlt sich zurecht gegängelt. Deshalb kam es auch im November auf Initiative der katholischen Bischofskonferenz ein eine Einladung an die methodistische, presbyterianischen und lutherische Kirche. Übrigens nahm auch die Baptistische Kirche der Aymara teil. Man muss sich zusammentun, um dem Staat gegenüber seine Interessen durchzusetzen.
Das wird besonders deutlich an dem neuen Bildungsgesetz, das Schulen in freier Trägerschaft unter Druck setzt. Neben der katholischen Kirche, die ca. 1.500 Schulen unterhält, ist hier die methodistische Kirche (ca. 30 Schulen) und die lutherische Kirche mit zwei Schulen betroffen. Diese Schulen erhalten keine staatliche Unterstützung. Das neue Gesetz verlangt jetzt zusätzlich auf das bezahlte Schulgeld 15 % Steuern. Zudem wird per Gesetz geregelt, dass das Schulgeld sich nur um 5 % erhöhen darf. Die Kirchen bemühen sich nun mit einer ökumenischen Stimme zu sprechen, um ihre Interessen gegenüber dem bolivianischen Staat zu wahren und sich weiter im Bildungsbereich engagieren zu können.

Montag, 25. November 2013

Das bolivianische Hungertuch

Kirchenpräsident Emilio Aslla Flores mit dem "Cristo andino"
Der Kirchenpräsident der bolivianischen lutherischen Kirche besuchte die Zentrale des GAW. Im Arbeitszimmer von Frau Just entdeckte er das "bolivianische Hungertuch", das aus Anlass der Erinnerung an die Eroberung Lateinamerikas in der lutherischen Kirche entstanden ist. Sofort erläuterte er anhand des Bildes, wie sich die lutherische Kirche in Bolivien verortet: "Entscheidend für das Selbstverständnis der IELB ist unsere spezifische Christologie: Christus ist einer von uns. Er ist für uns Bolivianer Fleisch und Blut geworden, er sieht aus wie wir, er ist wie wir und er trägt für uns all die Unterdrückung, die Gewalt und die Armut, die wir erleiden mussten und müssen. Sinnbild dafür ist das Meditationstuch. Es zeigt Christus im Zentrum, Christus, ein Bolivianer, auf dessen Poncho das Leid der bolivianischen Minenarbeiter, der bolivianischen Bauern, des gesamten bolivianischen Volkes abgebildet sind. Hinter Christus formiert sich ein Marsch für das Leben. All die Leidtragenden und Unterdrückten gehen mit Christus auf dem Weg zum Leben."

Donnerstag, 21. November 2013

"Unsere Kirche ist multikulturell!"

Bischof Novgorodov (stehend)
- sagt Juri Novogorodov, Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Kasachstan. "Zum Glück ist das so und wir sind nicht gebunden an eine Zugehörigkeit zu einer Nation, wie es bei den Orthodoxen und Muslimen ist," fährt er fort. "Dort ist klar: Wer Russe ist, der ist orthodoxer Christ, wer Muslim ist, der ist Kasache. Wir passen in diesen Schema nicht hinein," sagt Novogorodov. "So bieten wir durch unsere multikulturelle Kirche eine Alternative für die Menschen im Land."
Am Ende der Sowjetzeit lebten viele rußlanddeutsche Menschen im Land und prägten die Kirche. Das ist vorbei. "Auch wenn es noch ca. 180.000 Rußlanddeutsche gibt im Land, so sind aktive Gemeindemitglieder ca. 2.500 Menschen. Mit Sympathisanten und Familien sind das ca. 7-9.000 Menschen." Und dann ergänzt der Bischof: "Bei der Volkszählung haben ca. 90.000 Menschen angegeben, lutherisch zu sein."
Inzwischen genießt die lutherische Kirche ein gewisses Ansehen im Land und wird unter den etablierten Religionen gerechnet. Der Bischof verfügt über wichtige Kontakte, die sehr hilfreich waren, als ein neues Religionsgesetz schärfere Forderungen an die Religionsgemeinschaft stellte. Mit viel Geschick und Diplomatie gelang es, für die lutherische Kirche eine tragfähige Lösung zu finden. Ziel war es eigentlich, radikalen Islamisten im Land den Boden zu entziehen. Das ist eine echte Herausforderung für das Land.
Als lutherische Kirche in einem muslimischen Kontext zu überleben, stellt vor ganz andere Herausforderungen. In Kasachstan scheint das zu gelingen.

Dienstag, 19. November 2013

Wir sind als Kirche Diaspora

 Dr. P.W. Gennrich
"Die Kirche Jesu Christi ist grundsätzlich wieder zur Diaspora in der Welt geworden, zu einer Minderheit, zu einem scheinbar "verlorenen Häuflein". Wer Christ sein will, muss wissen, warum... Im Zeitalter der ökumenischen Bewegung und der Weltkirchenkonferenz ist es uns zugleich bewusst geworden, dass evangelische Christen in aller Welt zusammengehören und zusammenstehen müssen. heute gilt es erst recht, "dass wir die treue Hand einer dem anderen reichen", dass wir den Glaubensgenossen in der Diaspora helfen, ihren Glaube zu bewahren und ihr kirchliches Leben zu erhalten. "Wir können es vor Gott und der Welt nicht verantworten, wenn wir unsere Glaubensverwandten im Stich lassen" (Gustav Adolf). Darum ist der Dienst des GAW wichtiger denn je!" (GA-Blatt 4/1963, S.3)
Das schrieb vor genau 50 Jahren P.W. Gennrich (1902-1981), der von 1949-1967 Generalsekretär des GAW der DDR war. Selbst brachte er in seine Arbeit als Generalsekretär Diaporaerfahrungen ein. Er war Pfarrer sowohl der ev. Gemeinde in Rom als auch in Lissabon. In der Zeit der Nazidiktatur war er Mitglied der Bekennenden Kirche.

Freitag, 15. November 2013

Außensanierung der Kirche in Grodno hat begonnen

Im weißrussischen Grodno haben jetzt die Bauarbeiten an dem Kirchengebäude der evangelischen Gemeinde begonnen. Das GAW hat in der Vergangenheit für diese Gemeinde immer wieder Unterstützungen gegeben, so vor Kurzem durch eine Hilfe zum Einbau einer Orgel. Die Hilfe für die Außenrenovierung kam hauptsächlich vom Auswärtige Amt. Zur Begründung hieß es, dass es sich bei der Kirche um das einzige, erhaltenswerte deutsche Kulturdenkmal in ganz Weißrussland handele. Es stammt aus der Wilhelminischen Zeit.
Die dortige Gemeinde mit ihrem jungen Pfarrer Wladimir Tatarnikow ist die einzige in Belarus, die über ein eigenes Gotteshaus verfügt. Die anderen, wenigen protestantischen Gruppen von Gläubigen, treffen sich in wechselnd angemieteten Räumen, wie z.B. in Minsk, wo im Winter kein Gottesdienst stattfinden, weil nicht geheizt werden kann. Die evangelische Kirche des Landes ist zersplittert in eine selbständige Lutherische Kirche, einige unabhängige Gemeinden, die sich mit der lutherischen Gemeinde in Grodno an die Lutherische Kirche im Europäischen Russland orientiert und so auch enge Beziehungen zur EKD unterhält.
Die Kirche war 1779 von deutschen Kaufleuten gegründet und 1912 neu gestaltet worden. Zwischen 1944 und 1994 befand sich dort ein Archiv. Erst 1995 erhielt die kleine Gemeinde das Gotteshaus zurück.

Donnerstag, 14. November 2013

Christus ist unser Friede! - Aufstehen gegen Intoleranz in Argentinien und Deutschland


In Argentinien kam es in letzter Zeit zu verschiedenen fremdenfeindlichen Aktionen: Zwei methodistische Kirchen wurden aus Gründen religiösen Hasses angegriffen; eine ökumenische Feier in Erinnerung an den Beginn des Völkermordes an den Juden wurde durch eine intolerante Gruppe behindert. Dazu gab es noch eine Reihe anderer fremdenfeindlicher und faschistischer Aktionen. Der Kirchenpräsident der Iglesia Evangelica del Rio de la Plata (IERP) Carlos A. Duarte ruft jüngst alle christlichen Kirchen auf, deutliche Signale zu setzen gegen solche Aktionen, denn: „Christus ist unser Friede!“ (Eph 2) Er weist uns aufeinander und hat den „trennenden Zaun abgebrochen, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft.“
Überall auf der Welt müssen wir Christen zusammenstehen und dürfen uns nicht von nationalistischen Ideologien und Tönen vereinnahmen lassen! Gemeinsam sind wir gerufen, einzustehen für Frieden, Versöhnung und ein tolerantes Miteinander.
Heute gilt es, auf einer friedlichen Kerzendemonstration vor einem Hotel in der Nähe Leipzigs ein Zeichen zu setzen gegen die von einer fremdenfeindlichen Partei organisierte Demonstration, die gegen die Unterbringung von 30 Asylbewerbern aufgerufen hat. Eine von ihnen kommt aus Afghanistan und war eine Zeitlang in Thessaloniki in dem vom GAW unterstützten Flüchtlingsheim untergebracht. Sie wartet darauf, dass sie wieder mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern zusammen sein kann.

Mittwoch, 13. November 2013

"Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen" - Xenonas so nah!

Aus Xenonas in Thessaloniki
In Thessaloniki wird seit Jahren dieser Vers aus dem Matthäusevangelium mit Leben gefüllt. Dort befindet sich das Flüchtlingsheim Xenonas. Eine Helfergruppe aus der Evangelischen Kirche deutscher Sprache in Thessaloniki kümmert sich mit anderen darum, die Menschen zu begleiten. Die wichtigste Hilfe, die die Gemeinde gegenwärtig leistet, ist die Versorgung mit Lebensmitteln. Statistiken besagen, dass 70 % der AsylbewerberInnen in einem Obdachlosen-Status sind – das heißt ohne Unterkunft oder in Behausungen ohne Wasser und Strom und ohne Mietvertrag. In ganz Thessaloniki gibt es nur ein Heim für unbegleitete Jugendliche mit 28 Plätzen und vier Mietwohnungen für Familien, die offiziell finanziert werden. Hier leistet unsere evangelische Partnergemeinde einen unschätzbaren Dienst. Sie schaut nicht weg. Die GAW-Frauenarbeit und die "Konfigabe" des GAW haben dieses Flüchtlingsheim unterstützt.
Eine der Bewohnerin war eine junge Afghanin mit ihren drei Kindern und ihrem Mann. Sie konnte jetzt mit eines ihrer Kinder Griechenland Richtung Deutschland verlassen und wurde in einer Gruppe von 30 Asylberwerbern in einer sächsischen Kleinstadt in einem Hotel untergebracht. Die Aktion ging relativ schnell, so dass auch die Bewohner überrascht wurden. Die Reaktionen zeigen das. Sie reichen von dafür bis absolut dagegen. Schlimm ist, dass die NPD nun zu einer Demonstration aufruft und versucht, das oft schlimme Schicksal der Familien für sich politisch zu nutzen. Auf einer Facebookseite dazu sind erschreckend viele Unterstützer zu finden mit fürchterlichen menschenverachtenden Kommentaren. Mit der Kirchengemeinde vor Ort haben wir Kontakt aufgenommen, die sich sehr darum kümmert, versöhnend zu wirken und sich an die Seite der Flüchtlinge zu stellen.
An diesem Beispiel erleben wir, wie eng die Arbeit unserer Partner mit uns verbunden ist und wie wichtig es ist, unsere Partner zu unterstützen, denn es hängt alles miteinander zusammen Es gilt: "Was wir einem Fremden getan haben, das haben wir IHM getan!" 
Mehr über Xenonas lesen Sie hier!

Dienstag, 12. November 2013

Was Spaltungen in der Diaspora anrichten können...


"Das GAW hat unserer Gemeinde in einer sehr schwierigen Situation zur Seite gestanden", schreibt Pastor Nathanel Böhm von der lutherische Gemeinde Nova Vida in Sao Leopoldo der lutherischen Kirche in Brasilien. Die Gemeinde war vor einigen Jahren in theologische Auseinandersetzungen hineingeraten, die die gesamte Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) betrafen und letztlich zur Abspaltung einiger Gemeinden und zum Austritt einiger Pfarrer führte. Für die IECLB war das eine schmerzhafte Situation. Vier Pfarrer und drei Gemeinde hatten ihren Austritt erklärt. Abgespaltene Gemeindemitglieder nahmen die Pfarrer mit. Es gab rechtliche Probleme mit Kirchengebäuden und theologische Probleme durch vollzogene Wiedertaufen.
Die Gemeinde in Nova Vida war ebenfalls betroffen. In einer Übergangszeit betreuten Theologiestudierende die Gemeinde, weil der Pfarrer gegangen war. Mit Hilfe des GAW konnte ein neuer Pfarrer gefunden werden, der sich um die Gemeinde kümmerte und sie wieder sammelte. Das hat die Gemeinde stabilisiert. "Eine Gemeinde braucht ihren Pastor, auf den sie sich verlassen kann, so wie ein Hirte für seine Herde verantwortlich ist", schreibt Nathanel Böhm. Inzwischen gibt es wieder ca. 200 Gemeindemitglieder.
Es ist schmerzlich, wenn sowieso schon kleine Diasporagemeinden in solche Spannungen hineingeraten, die hervorgerufen sind durch die charismatische Bewegung in Brasilien, die am Wachsen ist. Es ist nicht ungewöhnlich, dass dadurch auch lutherische Gemeinden betroffen werden. Sicherlich sind Elemente für einen missionarischen Gemeindeaufbau gut aus dieser Bewegung zu integrieren. Aber auf Abspaltungen ruht kein Segen - das lernt man hier.
Gut, dass wir als GAW hier wieder helfen konnten, die Gemeinde zu stärken. - Enno Haaks