Sonntag, 30. Dezember 2012

Jahreslosung 2013

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern  die zukünftige suchen wir.“ (Jahreslosung für das Jahr 2013 aus Hebräer 13,14)

„Wenn ich in diese neue Kapelle hineinkomme, dann fühle ich mich so, als würden mich die weit geöffneten Arme Jesu empfangen und aufnehmen“, sagte vor einigen Jahren die Vorsitzende einer chilenischen lutherischen Gemeinde bei der Einweihung der „Hoffnungskapelle“ in einem Armenviertel der Millionenmetropole Santiago de Chile. Auch das GAW hatte sich an dem Bau beteiligt. Jetzt hat dort ein missionarischer Neuanfang begonnen.
An diese Worte habe ich mich erinnert, als ich das Bild des estnischen Künstlers Ain Vares auf dem Lesezeichen des GAW mit der neuen Jahreslosung sah (siehe Foto). Weit ausgebreitet und einladend sind diese Arme und wenden sich den Menschen zu, die sich ihm entgegenstrecken. So sind auch die Worte der Jahreslosung: Sie gehen nach vorne, sie verharren nicht, sie strecken sich aus auf das hin, was kommt. Und das ist die Zukunft, die ER uns bereitet. Diese Hoffnung und diesen Glauben sollen wir spüren und erleben, wenn wir Kirchen betreten – egal wo, ob in Chile, Kolumbien, Portugal, Italien, Ungarn, Russland oder Griechenland. In Kirchräumen sollen wir in diesem Glauben gestärkt werden, dass uns allen eine Zukunft bereitet ist. Wir wissen, unser eigentliches Heimatrecht ist im Himmel. Dieser Glaube verbindet uns weltweit. Das will das Gustav-Adolf-Werk mit Leben füllen – auch im Jahr 2013 mit den rund 150 Projekten, die wir fördern. Für das neue Jahr 2013 wünsche ich Ihnen/Euch allen alles Gute und Gottes Segen! - Enno Haaks, Pfarrer

Montag, 24. Dezember 2012

Weihnachtsgruß aus dem GAW


Krippenspiel in El Alto / Bolivien
“Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten…”- das sagten drei Weise Männer zu einem König, der alles andere als darauf aus war, einen “alternativen” König anzubeten. Dieser Vers aus dem Matthäusevangelium beschreibt die Sehnsucht, beschreibt das Mühsame eines langen Weges. Die drei Männer hatten schon einen langen Weg hinter sich – immer einem Stern folgend, so wie damals schon, als das Volk Israel am Tag einer Wolke und in der Nacht einer Feuersäule durch die Wüste ihres Lebens sie führte. Bestimmt mussten die drei ebenso durch schwieriges Gelände gehen, um dann endlich DIE Sternstunde in ihrem Leben zu erleben. Mit anderen Worten: Es braucht Anstrengung, um eine Sternstunde zu erleben, es braucht das Vertrauen, dass einer auch in den Mühen dabei ist.
Wir haben seinen Stern gesehen… - der Stern ist nicht das Wesentliche. Er ist Zeichen, dass einer dabei ist und nicht verlässt.
Letztlich geht es darum, Ihn zu sehen, ihm nahe zu kommen und in demut sein Knie zu beugen und zu beten, dass er in uns allen neu geboren wird, auf dass wir Mensch werden!
Ihnen/Euch allen ein gesgenetes Weihnachtsfest!
Enno Haaks, Pfarrer

Freitag, 21. Dezember 2012

Hilfe für Protestanten in Syrien

Zertsörte evangelische Kirche in Syrien
"Wir wollen nicht Flüchtlinge sein, sondern in Frieden und mit vollen Rechten und Pflichten in unserem Land leben", sagte die aus Homs stammende Generalsekretärin R. Jarjour der Evangelischen Kirchen in Nahen Osten (Fellowship of Middle East Evangelical Churches - FMEEC) vor der Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa im Herbst 2012 in Florenz. Auf der Homepage der Gemeinschaft Ev. Kirche in Europa (GEKE) wurde berichtet: "Die Zukunft der Christen im Nahen Osten sei, so die aus Homs in Syrien stammende Generalsekretärin, massiv gefährdet. Der Alltag von Christen, die vorher in Sicherheit leben konnten, sei nun von Angst bestimmt. Christen müssten nun erleben, dass sie nicht mehr ihre Religion ausüben könnten und persönliche Freiheitsrechte oder das Rederecht weggenommen werden, alles was vorher säkular war, wird nun islamisiert. Allein in Ägypten seien über 50000 Christen seit Beginn der Revolution geflohen. In Homs sei ihre Familie gezwungen worden, die Heimatstadt zu verlassen. Christen haben ihre Häuser, Geschäfte und Kirchen verloren, es wurde geplündert, vieles ruiniert oder verbrannt."
Der bewegende Bericht führte dazu, dass durch den Präsidenten des GAW, Dr. Hüffmeier, im Gespräch mit verschiedenen Vertretern deutscher Landeskirche und Frau Jarjour eine solidarische Hilfsaktion beschlossen wurde. "Gerade den Protestanten im Nahen Osten muss ein solidarisches Zeichen gegeben werden, dass sie nicht verlassen sind," sagt Dr. Hüffmeier. Das GAW wird in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Missionswerk durch Pfarrer Boersma in Homs/Syrien helfen, ein Altersheim und eine Schule wieder instand zu setzen, die von den Protestanten geleitet werden. Nach zahlreichen Verhandlungen kann nun diese Hilfsaktion starten. Im Januar wird das notwendige Geld transferiert. -
Im Jahre 2006 unterzeichneten die lutherischen und reformierten Kirchen im Nahen Ostendie sog. „Amman-Erklärung“. Das war ein historisches Ereignis, das half, Differenzen im Protestantismus in der Region zu überwinden. Die Leuenberger Konkordie bot dabei eine gute Hilfestellung. Die „Amman-Erklärung“ wurde von der Nilsynode der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche in Ägypten, der Synode der Evangelischen Kirche von Iran, der Nationalen Evangelischen Kirche in Kuwait, der Nationalen Evangelischen Union im Libanon, der Evangelischen Nationalsynode von Syrien und Libanon sowie von der Vereinigung der Armenischen Evangelischen Kirchen im Nahen Osten unterzeichnet. In der  haben sich diese Kirchen zu dem Dachverband FMEEC zusammen geschlossen.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Stipendien für Studierende Lehramtsanwärter in Brasilien


Stipendiatin aus Ivoti
"Ich heiße Tania, bin 27 Jahre alt und studiere am Instituto de Educacao Ivoti Pädagogik. Herzlich möchte ich mich für die Unterstützung durch das GAW bedanken. Ohne diese Hilfe wäre ich wohl keine Lehrerin geworden!" schreibt Tania in einem Dankesbrief an das GAW.
Viele Schülerinnen und Schüler in Brasilien können nur mit finanzieller Beihilfe eine Ausbildung machen. Zwar ist die gesamte wirtschaftliche Situation Brasiliens in den vergangenen Jahren besser geworden. Jedoch ist das Leben insgesamt teurer geworden und die Landeswährung ist stark geworden. Zudem hat der Aufschwung des Landes auch zu einer Verschuldung vieler Menschen geführt. Das sind Gründe, warum es für Studierende in den Gemeindeschulen schwer ist, die Kosten zu tragen. Sie kommen meist aus dem unteren Mittelstand und ärmeren Schichten. 
Douglas, der Sportwissenschaften studiert, schreibt, dass er ohne das Stipendium überhaupt nicht studieren könnte: „Ich habe keine Eltern mehr. Z. Zt. Wohne ich bei meinem Bruder, der nicht gut verdient. Ich arbeite schwarz, damit ich ein bisschen Geld habe. Aber ohne das Stipendium könnte ich überhaupt nicht studieren.“ 
Die gemeinsame Schulstipendienaktion der Diasporawerke Gustav-Adolf-Werk und Martin-Luther-Bund gibt evangelischen Schülerinnen und Schülern allgemeinbildender höherer Schulen (Gymnasien, diakonische Ausbildungsstätten, theologische Seminare) die Möglichkeit, ihre Ausbildung fortzusetzen. Viele von ihnen werden später als Lehrerinnen/Lehrer.
"Meiner Meining nach ist der Beruf des Lehrers der beste, den jemand wählen kann," schreibt Tania. "Denn die Lehrer ermöglichen erst die Ausbildung anderer Berufe. So trägt man als Lehrer zur Zukunft bei. Ich denke, dass ich als Lehrerin einen Unterschied im Leben meiner Schüler sein kann. Ich möchte ihnen zeigen, dass das Leben gut ist und, dass man jeden Tag etwas tun muss, um Träume wahr werden zu lassen."
Solche Reaktionen und Dankesworte ermutigen uns, dass wir uns für diese Stipendienarbeit weiterhin stark machen! 
Im neuen Projektkatalog auf S. 300 wird das Programm beschrieben.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Bau eines Gemeindezentrums in Ji-Paraná / Brasilien


Im Januar  2011 konnte die lutherische Kirchengemeinde in Ji-Paraná in Rondonia (Brasilien) das im Projektkatalog 2008 geförderte Projekt des Neubaus eines Gemeindehaus einweihen. "Im Oktober 2011 empfingen wir mit großer Freude den Besuch der Rerpräsentanten des Gustav Adolf Werks, Pfarrer József Ötvös aus Ungarn und Pfarrer Mátyás Ahila aus Rumänien," schreibt Pfarrer Rusch. Im Rahmen einer Delegationsreise des GAW waren auch Vertreter ausländischer Diasporawerke mit in Brasilien. "In unserem Gemeindehaus kann jetzt das gesamte Gemeindeprogramm stattfinden," berichtet Rusch: Frauenkreise, Jugendarbeit, Konfirmandenunterricht, Chorproben, Kindergottesdienst, Kirchenvorstandssitzungen und Leiterfortbildungen." Und er schreibt in seinem Dankesbrief weiter: "Des weiteren ist das Gemeindehaus derzeit unser Kirchenraum, da wir an der Stelle der alten Kirche eine neue errichten. 2013 werden wir unsere neue Kirche einweihen. Heute sind wir sehr glücklich, denn wir erweiterten dieses Jahr (2012) die Überdachung rings um unser Gemeindehaus. Nun ist es perfekt für unsere Gemeinde. Dem GAW sind wir sehr dankbar!"

Dienstag, 18. Dezember 2012

Hilfe für die Erlösergemeinde in Malaga

Mit Hilfe von vielen Spendern, die über die Monatszeitschrift CHRISMON auf das vom GAW unterstützte Projekt in der evangelischen Gemeinde in Malaga aufmerksam geworden sind, konnte eine wirksame Hilfe gegeben werden. CHRISMON berichtet auf ihrer Homepage darüber:
"Es gibt nur wenige Orte in Südeuropa, an denen illegal eingereiste Flüchtlinge willkommen sind. Die andalusische Gemeinde "El Redentor" gehört dazu - und war chrismon-Projekt im April 2010. Wie ging´s seitdem weiter?" 
Mehr unter:  
http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2012/wer-klopfet-16493

Montag, 17. Dezember 2012

Neue Pröpstin in der zentralen Propstei in Moskau

Am 3. Advent wurde Pfarrerin Elena Bondarenko, die gleichzeitig Frauenbeauftragte der Kirche in Russland ist, als neue Pröpstin der Zentralen Propstei in der Evangelisch-Luthersichen Kirche im Europäischen Russland (ELKER) durch Bischof Brauer in Moskau eingeführt. Das gesamte GAW wünscht ihr Gottes Segen und viel Kraft für ihren Dienst!
Auf dem Foto: Igor Fedder (Gemeindevorsitzender in Jaroslawl), Wladimir Tatarnikow (Pastor in Grodno), Christina Schnepel (Pastorin der deutschen Emmaus-Botschaftsgemeinde in Moskau), Dietrich Brauer (Bischof der ELKER), Iwan Schirokow (Vikar in Jaroslawl), Alexander und Natalia Ewsejew (Prediger in Jaroslawl und seine Frau)

Wie geht es der peruanischen lutherischen Kirche derzeit

Pfarrerin Ihrke-Buchroth in Lima
Pastorin Uta Ihrke-Buchroth arbeitet derzeit als Pfarrerin der Evangelisch-Luthersichen Mission Herrmansburg in der Lutherischen Kirche in Peru (ILEP): Sie ist Pfarrerin einer armen Gemeinde am Stadtrand Limas, in der es große Nöte gibt. Gleichzeitig ist sie eine von zwei aus dem Ausland entsandten Pfarrerinnen in der Kirche. Zur Zeit gibt es in der ILEP Spannungen. Das hängt u.a. mit der nicht einfachen ökonomischen Situation der Kirche zusammen. Uta Ihrke-Buchroth schreibt in ihrem Rundbrief: "Die laienorientierte Reformgruppe der ILEP hat  die Wahlen in der Synode gewonnen und stellt nun die Kirchenleitung. Sie hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Ehrenamt auch in gemeindeleitenden Funktionen zu fördern. Das ruft den Protest der ehemals regierenden peruanischen Pfarrerschaft hervor. Als einzige Lutherische Kirche Südamerikas hat die ILEP nun einen Laien als Kirchenpräsidenten. Der Ökonomie-Professor einer Hochschschule versucht nun das seit langem bestehende Finanzproblem der Kirche zu lösen, was Ängste hervorruft. So gibt es Forderungen nach Neuwahlen. Die Kirchenleitung versucht, sich den Problemen zu stellen. Die Situation erfordert viel Fingesrpitzengefühl.... Insbesondere das Ausbildungsreferat, das ich nach der Wiederwahl weiterhin leite, ist Ort konkreter Reformen. Das neu gegründete Theologische Institut, ITEL soll Laien in den Gemeinden durch praktisch-theologische Basiskurse fortbilden und die Ordination ins Ehrenamt und das Denken in Kirchendistrikten (ähnlich der Regionalisierung in Deutschland) vorantreiben. Es gibt Widerstände gegen die Reformen."
Der neue Kirchenpräsident Eliseo Mandamiento besuchte im Herbst die Zentrale des GAW. In der kommenden GA-Blatt Ausgabe 1/2013 wird davon und auch von der Situation der Kirche berichtet.

Freitag, 14. Dezember 2012

Neuerscheinung im GAW-Verlag: Edith Müthel - eine deutsch russische Lebensgeschichte

Edith Müthel ist eine besondere Frau. Inzwischen ist sie über 90 Jahre alt. Sie lebt in St. Petersburg und gehört dort der St. Petrigemeinde an. Sie stammt aus einer Pastorenfamilie. Ihr Vater wurde in den stalinistischen Verfolgungen ermordet. 
Edith Müthel hatte auf Anregung der Frauenarbeit im GAW ihre Lebensgeschichte in mehreren Heften aufgeschrieben. Im Verlag des GAW wurden dieses bewegende Lebenszeugnis, das stellvertretend für so viele Schicksale der Ruslanddeutschen steht, herausgegeben.
Es kann sofort im Verlag des GAW bestellt werden zum Preis von 9,50 Euro. (verlag@gustav-adolf-werk.de)

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Projektkärtchen

Seit diesem Jahr bietet das GAW kleine Projektkärtchen an, die in besonderer und günstiger Weise Spender und Gottesdienstbesucher über Projekte aus dem Projektkatalog informieren. Ein kleiner Text beschreibt das Projekte aus einer Diasporakirche, zwei Fotos vermitteln einen ersten Eindruck und ein Gebet oder ein biblischer Text laden zur Meditation ein. Auf der Rückseite sind in knapper Form Informationen zum GAW und entsprechende Kontodaten zu finden.
Diese Kärtchen erfreuen sich in den Hauptgruppen und Landeskirchen wachsender Beliebtheit! Für den neuen Projektkatalog sind schon eine Reihe verschiedener Kärtchen vorbereitet!

Mittwoch, 12. Dezember 2012

GAW-Talar in Santiago im Einsatz!!!

Hanna Schramm trägt nun schon seit März diesen Jahres einen Talar des GAW. Die Frauenarbeit, die das Vikariat von Hanna in der Erlöserkirchengemeinde in Santiago de Chile unterstützt konnte ihr diesen zu ihrer Ausreise überreichen. Seitdem trägt sie ihn! Das Vikariat wird begleitet von Bischof Siegfried Sander, der sich ihrer als Mentor angenommen hat. Immer wieder berichtet er dankbar und begeitsert von der Entwicklung, die Hanna macht. Sie ist die erste Theologin, die in seiner Kirche, der Iglesia Luterana de Chile (ILCH) arbeitet. Dabei erlebt man von aussen, wie allein ihre Anwesenheit für kleine Veränderungen und Bewegungen sorgt. Die Kirche ist darauf angewiesen. Und zudem ist sie eine gute Brücke zur anderen luthersichen Kirche, der Iglesia Ev. Luterana de Chile( IELCH). Dort hatte sie während ihres Studiums ein Praktikum im Kindergarten Belén gemacht. 
Jetzt im Advent konnte sie mit einem großen Chor ein Konzert in ihrer Kirche durchführen, wobei sie mit meditativen Texten dabei war.

Montag, 10. Dezember 2012

Projektkatalog erfüllt!!!

Am 6. Dezember 2012 hat das Gustav-Adolf-Werk e.V. Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland (GAW) sein Spendenziel für das Jahr 2012 von insgesamt 1,5 Millionen Euro erreicht. Damit ist der Projektkatalog 2012 erfüllt. 142 Projekte in evangelischen Minderheitskirchen können fest auf eine Ko-Finanzierung durch das Gustav-Adolf-Werk zählen.
Im Projektkatalog werden Projekte aus über 40 evangelischen Partnerkirchen in Europa, Lateinamerika und dem nördlichen Asien gebündelt. Eine Besonderheit des Projektkatalogs 2012 sowie auch der kommenden Kataloge bis 2017 ist eine Kollekte mit hohem symbolischem Wert. Die Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks sind aufgerufen, gemeinsam die Renovierung der Stadtkirche in Lutherstadt Wittenberg zu unterstützen. Der Aufruf ist sowohl in Europa und Russland als auch in Lateinamerika auf ein sehr positives Echo gestoßen. So haben in diesem Jahr insgesamt neun evangelische Minderheitskirchen aus dem Ausland ihrerseits zur Erfüllung des Katalogs beitragen.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Honig für ein Gemeindehaus

"Der Honigpastor in Bodonci/Slowenien hat sich viel vorgenommen," erzählt Dr. Kling aus dem Vorstand des GAW Württemberg. "Er braucht dringend ein neues Gemeindehaus. Die Arbeit kann in dem alten verfallenen Gebäude kaum noch bewältigt werden." Dr. Kling pflegt mit seiner Kirchengemeinde eine Partnerschaft nach Slowenien. Bei einem der Besuche lernte er Pastor Simon Sever aus Bodonci kennen. Im Rahmen seiner Jugendarbeit unterhält Simon Sever eine kleine Imkerei mit 30 Bienenvölkern. Bisher hatte er noch keine größeren Abnehmer für seinen Honig. Viele Gläser verschenkte er. Nun brachten die Württemberger Freunde ihn auf die Idee, den Honig zugunsten des neuen Gemeindehauses zu verkaufen. Sie versprachen Hilfe. Transportiert wird der Honig von einer württembergischen Firma, die in der Nähe von Simons Gemeinde eine Produktionsstätte hat. So entfallen Transportkosten. "Wir haben bis jetzt schon gut 1.000 Honiggläser verkauft," berichtet der Dr. Kling. "Vielleicht werden wir diese Aktion hier etablieren, denn so können wir auf verschiedene Weise helfen: die Gemeinde erhält ein Haus und der Honig bekommt gute Abnehmer. Mal sehen, wie sich das weiter entwickeln wird."
Im Projektkatalog des GAW 2013 sammeln wir ebenfalls für das Gemeindehaus in Bodonci. Die Evangelische Kirche A.B. in Slowenien hat dieses Projekt eingereicht. Pastor Simon Sever ist zudem ehemaliger GAW-Stipendiat.

Samstag, 8. Dezember 2012

Reformationsdekade

Die "Reformationsdekade 2017" hat nur Sinn, wenn ihr Charakter international ist. Das ist Überzeugung des GAW. Das wurde bei einem Besuch einer hochrangigen Delegation der EKD beim Lutherischen Weltbund noch einmal betont:
"Eine Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war am 28. November auf Einladung des Lutherischen Weltbundes (LWB) im Ökumenischen Zentrum in Genf zu Gast, um mit den weltweiten kirchlichen Organisationen hier über Pläne für das 500. Reformationsjubiläum 2017 zu sprechen. In Deutschland, der Wiege der Reformation, sind die Vorbereitungen für das Reformationsjubiläum bereits seit einigen Jahren in vollem Gange. Bischof Martin Schindehütte, der für die ökumenischen Beziehungen und die Auslandsarbeit der EKD zuständig ist, erklärte, dass die ökumenische Dimension der Reformation im deutschen Kontext noch gestärkt werden müsse. Er rief den LWB, die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WRK) und den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) sowie alle anderen bei dem Treffen Anwesenden auf, die deutschen Kirchen dabei zu unterstützen, die ökumenische Dimension zu einem zentralen Element in den Vorbereitungen auf das Reformationsjubiläum zu machen." Mehr unter: http://www.lutheranworld.org/lwf/index.php/global-church-bodies-asked-to-help-raise-ecumenical-profile-of-reformation-anniversary.html?lang=de

Freitag, 7. Dezember 2012

ÖRK und KEK zur Lage in Griechenland

Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Ökumensiche Rat der Kirchen (ÖRK) haben gemeinsam Griechenland besucht und eine Pressekonfernz gegeben. 
Hier der Wortlaut der Erklärung:
"Die Situation in Griechenland sei mehr als eine Wirtschaftskrise, die nur das Land selbst betreffe, sagten Regierungs- und Kirchenvertreter in Athen gegenüber einer ökumenischen Delegation aus Europa und Afrika am Montag, 19. November. Die schwierige Lage, in der sich Griechenland momentan befinde, sei nur ein Teil eines größeren Problems in Europa und im Rest der Welt. Dies weise nicht nur auf eine mögliche wirtschaftliche Katastrophe hin, sondern auch auf eine beginnende moralische und spirituelle Zersetzung, die bis ins Zentrum der Europäischen Union und des gegenwärtigen Wirtschaftssystems reiche. Griechenland habe ein ernsthaftes Problem, meinte Constantinos Tsiaras, der griechische stellvertretende Außenminister, am Montagmorgen vor der ökumenischen Delegation, der die Generalsekretäre des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) sowie acht weitere Kirchenvertreter angehörten." Mehr unter: http://www.oikoumene.org/de/nachrichten/news-management/a/ger/article/1725/situation-in-griechenland.html

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Neurigistrierung des kirchlichen Eigentums in Kasachstan und ihre Folgen

"In finanzieller Hinsicht sind unsere Gemeinden in Kasachstan an ihre Grenzen gekommen," schreibt Bischof Novgorodow von der Lutherischen Kirche in Kasachstan. "Das hängt mit der Neuregistrierung des Eigentums zusammen, das das neue Religionsgesetz vom 25. Oktober 2011 forderte." Dank der Hilfe der Nordkirche, des Martin Luther Bundes und des GAW ist es gelungen, in einer ersten großen Anstrengung die Gemeinden der Kirche durch die neuregistrierung rechtlich zu schützen. Jetzt ist jedoch ein neues Problem aufgetaucht. "Der Grund liegt in einer juristischen Feinheit," schreibt der Bischof. Bis zur Verabschiedung des Gesetzes forderte der Staat nicht, dass die Bethäuser der Kirche im staatlichen Register als "Bethaus" bezeichnet wurde. Es genügte das reine Eignetumsrecht. Einige der Bethäuser wurden lediglich als Wohnhäuser registreirt. Der Staat fordert jetzt die Registrierung als Sakralbau. Neben dem bürokratischen Aufwand ist es wieder eine Kostenfrage. Ein weiteres Problem sind die Bebauungspläne der jeweiligen Gegend. Hier ist besonders die Gemeinde in der Hauptstadt Astana betroffen. Ziel ist es, das Gelände der Kirche zu kaufen, um geschützt zu sein. Mit der Nordkirche, dem MLB und der kasachsischen Kirche werden wir dafür sorgen, dass die Gemeinde in Astana ihr Gebäude mit dem Grundstück behalten kann. 

Dienstag, 4. Dezember 2012

Neues Themenjahr in Brasilien


Am 2. Advent beginnt mit dem neuen Kirchenjahr in der Ev.-Luth. Kirche Brasiliens (IECLB) ein neues Themenjahr unter dem Leitwort „Sein, Mitmachen, Zeugnis geben – Ich lebe Gemeinde“. Der biblische Leitvers für das Jahr stammt aus Jesaja 41.10: „Ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“
Mit verschiedenen Materialien wird das Themenjahr begleitet. Die Gemeinden werden aufgefordert sich in diesem Jahr diesen Impulsen zum Gemeindeaufbau zu stellen und immer wieder zu fragen, wie im Rahmen des Missionskonzeptes der Kirche alle gemeinsam sichtbar machen, was es heißt, in Brasilien Lutheraner zu sein.

„Als Mitglied einer christlichen Gemeinde weiß ich, dass ich nicht allein bin. Es gibt Menschen die zu mir gehören. Gemeinsam geben wir Zeugnis in dieser Welt, in unserem Kontext,“ schreibt Kirchenpräsident Nestor P. Friedrich. „Dabei glauben wir fest, dass Gott uns dabei stärkt. Er ist der, der uns eint, der uns begleitet. Er reicht uns seine starke Hand.“

Das Recht auf freie Religionsausübung und die Frage der rechtlichen Gleichstellung

Am 25. November 1981 hatten die Vereinten Nationen eine Deklaration verabschiedet, die fordert, jede Form der Intoleranz und Diskriminierung in religiösen Fragen, zu unterbinden. Auf internationaler Ebene wird es als Recht auf freie Religionsausübung anerkannt. Kein Mensch darf auf Grund seiner religiösen Überzeugungen verfolgt werden. 
Für die Protestanten in der Iglesia Evangélica del Rio de la Plata (IERP) ist diese Erklärung bedeutend. "Wir sind eine Diasporakirche in einem pluralen religiösen Umfeld," sagt die Kirchenleitung. "Deshalb ist es wichtig, diese Unterschiede anzuerkennen und jegliche Form der Diskriminierung zu unterbinden." Jedoch, so heißt es weiter: "Es ist wichtig zwischen religiöser Freiheit und relgiöser Gleichstellung zu unterscheiden. In Argentinien, Paraguay und Uruguay gibt es religiöse Freiheit. Im Blick auf die religiöse Gleichstellung gibt es noch große Unterschiede. Die Römisch-Katholische Kirche ist in unseren drei Ländern die einzig anerkannte Einrichtung öffentlichen Rechtes. Die protestantischen Kirchen haben einen privatrechtlichen Status und sind dadurch anders behandelt, haben nicht die gleichen Rechte."
In Argentinein gibt es zur Zeit eine Debatte hinsichtlich der Änderung des bürgerlichen Gesetzbuches, das diese Fragen regelt. Dabei geht es um die Anerkennung der protestantischen Kirchen als Einrichtungen öffentlichen Rechtes. Das ist eine schwierige und komplizierte Fragestellung, mit der sich unsere Kirche derzeit auseinandersetzt," heißt es weiter. "In den kommenden Monaten wird man sehen, wohin diese Debatte führt."
Chile hat ein Gesetz, das die protestantischen Kirchen der römisch-katholischen Kirche gleichstellt. Dort ist sogar der 31. Oktober staatlich geschützter und arbeitsfreier Tag.

Montag, 3. Dezember 2012

Argentinien unter Christine Kirchner

Die aktuelle politische Situation in Argentinien ist ambivalent. Christine Kirchner, die als Präsidentin ihrem Mann in diesem Amt gefolgt war, polarisiert mit ihren Maßnahmen zunehmend das gesellschaftliche Klima des Landes. Unter ihrer Regierung von Cristina Kirchner finden Repressionen/ Unterdrückungen gegen die Gewerkschafts- und Widerstandsbewegungen statt, andererseits wird ein Gesetz zur Renationalisierung des Öl-Konzerns Repsol gefördert. Nicht ohne Spannung  ist es, dass Chavez (Venezuela), Correa (Ecuador) und Morales (Bolivien) zu ihren politischen Verbündeten zählen.
In einer neuen Ausgabe der Konrad-Adenauer-Stiftung wird unter dem Titel "Und täglich grüßt das Staatsoberhaupt" ein interessanter Einblick in die derzeitige gesellschafts-politische Situation des Landes gewährt: http://www.kas.de/wf/doc/kas_32764-544-1-30.pdf?121116134531
Unsere Partnerkirche, die "Iglesia Evangélica del Rio de la Plata" (IERP) muss in diesen Zusammenhängen ihren weg in der Gesellschaft finden. Das ist unter den beschriebenen Umständen nicht immer einfach.