Freitag, 31. August 2012

"Alles muss klein beginnen" - Evangelische Schulen in Pommern

Schulglocke in Demmin
"Alles muss klein beginnen" - diese Worte aus dem bekannten Lied Gerhard Schönes steht neben einem Bibelvers auf der Schulglocke der Evangelischen Schule in Demmin (Kirchenkreis Vorpommern). "Der Förderverein hat uns die Glocke geschenkt," erzählt Schulleiter Braun. "Zu unseren Gottesdiensten am Montag und Freitag läutet sie! Dafür war eine Genehmigung des Ordnungsamtes nötig. Und natürlich haben wir mit allen Nachbarn gesprochen." Nun steht die Glocke mitten auf dem Schulhof einer ehemaligen DDR-Plattenbauschule. Da, wo vor der Wende die Ideologie vertreten wurde, dass Schule auch der Überwindung der Religion dient. Welche Anmaßung und welches Denken vom Menschen...
"Natürlich werden wir das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen," erzählt Pastor Mieter von der Evangelischen Schule in Dammgarten. "Aber was wir machen können ist es zu säen. Was daraus wird, liegt nicht in unseren Händen. Natürlich hat unsere Arbeit Auswirkungen auf die Kirchengemeinde. Und es kommt immer mal wieder zu Taufen. Damit darf man aber nicht rechnen, wenn man "Schule machen will" als evangelische Christen," ergänzt er. In den Kirchenkreisen Mecklenburg und Vorpommern der Nordkirche spielt die Evangelische Schulstiftung eine große Rolle, diese Schulen zu stärken uns zu stützen und bei ihrer Profilierung zu helfen. Es ist viel geleistet worden. Und vor allen Dingen ändert sich auch das Image der Kirche, die vor der Wende hier in eine Nische gedrängt wurden. Jetzt übernehmen sie viel Verantwortung, bringen sich wieder ein. Die Evangelischen Schulen sind ein wichtiger Teil in diesem Prozess. Es beginnt klein, aber es wächst was.

Mittwoch, 29. August 2012

GAW hilft Evangelischer Schule in Anklam/Pommern

Übergabe der Plakette in Anklam
"Zur Reformation gehörte eine Reformierung der Bildung dazu", betonte ein Vertreter der Evangelischen Schulstiftung im Norden Deutschlands. "Luther forderte von den Landesherren eine Erneuerung der Schulen. Denn für ihn gehörten Kirche und Schule - und Schule und Kirche eng zusammen." 
Zum Glauben gehört es, Kinder und Jugendliche zu verantwortungsvollen Bürgern zu erziehen und das gerade aus dem Glauben heraus. Und für uns als Diasporawerk ist es wichtig, Schulinitiativen von unseren Partnern zu fördern. Seit etlichen Jahren unterstützt das GAW in den "neuen" Bundesländern evangelische Schulen. Das ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte. Im Rahmen einer Projektreise nach Pommern besuchten GAW-Vertreter die Evangelische Schule Peeneburg Anklam, die im Projektkatalog des GAW aus dem Jahr 2008 gefördert wurde und im kommenden Jahr erneut gefördert wird. Anklam hat nach der Wende bis heute ca. 50 % der Bevölkerung eingebüßt. Daran trägt die Stadt bis heute. Ein altes Schulgebäude, in dem z.B. Otto Lilienthal lernte, wurde vor drei Jahren der evangelischen Schule übergeben. Es gab sonst keine Verwendung mehr. 65 SchülerInnen besuchen die Schule. Im kommenden Jahr gibt es zum ersten Mal eine Warteliste. Es hat sich herumgesprochen, dass es hier eine gute, reformpädagogisch ausgerichtet Bildung gibt. Im Rahmen des Besuches wurde der Schule eine GAW-Plakette übergeben.

Montag, 27. August 2012

Vor 50 Jahren im GAW

GA-Blatt aus dem Jahr 1962
Vor 50 Jahren fand die 95. Jahreshauptversammlung des GAW der EKD in Mainz statt. Nach dem Mauerbau im Jahr zuvor war es das erste Mal, dass sich die Teilnehmer aus Ost und West nicht begegnen konnten. Bis dahin trafen sich die GAW-Vertreter zu den Hauptversammlungen in Berlin. "Trotz allem aber sei die Einheit des Werkes in Ost und West nie in Frage gestellt worden und würde auch nie in Frage gestellt werden," betonte der Vizepräsident des GAW. (GA-Blatt 4/1962, S. 6). 
Damals wurden die Hauptversammlungen wie Kirchentage organisiert. So fand eine diasporakundliche Tagung für Lehrer und Erzieher statt, an der 1200 Menschen teilnahmen. Ebenso wurde eine Tagung für 1400 Kinder und Jugendliche angeboten. Neben einer öffentlichen Kundgebung, auf der zahlreiche Vertreter aus der Diaspora teilnahmen, wurden in allen Kirchen GAW-Gottesdiensten gehalten. Ein Höhepunkt der Tagung 1962 war dann die Grundsetinlegung für die Gustav-Adolf-Kirche in Kiedrich.
Unsere gegenwärtigen Vertreterversammlung haben diese Öffentlichkeitswirkung schon lange nicht mehr. Groß ist die Konkurrenz auf dem Spendenmark. Aber von seiner Bedeutung für die evangelische Diaspora hat das GAW nichts eingebüßt. 3 Millionen DM wurden damals in die Diaspora vergeben. Heute sind es immerhin noch ca. 2,5 Millionen Euro.

Freitag, 24. August 2012

Der Pastor der Versöhnungsgemeinde in Santiago de Chile

Pastor Bauschert bei einem Gottesdienst 
Auf der Homepage der württembergischen Landeskirche ist ein interessanter Artikel erschienen über die Arbeit des aus der EKD in die Iglesia Ev. Luterana an Chile (IELCH) entsandten Pfarrers Friedemann Bauschert erschienen. er arbeitet in der zweisprachigen Versöhnungsgemeinde, die eine wechselvolle Geschichte hat. Sie ist "Produkt" der Kirchenspaltung des vor dem Militärputsches 1973 einen lutherischen Kirche im Land.


Dienstag, 21. August 2012

Kirchenrenovierung in der Karpato-Ukraine


Kirche in Welyka Palad
Die Europameisterschaft in diesem Jahr in Polen und der Ukraine liegt zurück. Kurzzeitig waren die Länder im Fokus der Aufmerksamkeit – insbesondere die Ukraine. Dabei geht es um die kritische ökonomische Situation, der Umgang mit Bürger- und Menschenrechten und um den autoritären Regierungsstil der gegenwärtigen Regierung. Als GAW arbeiten der DELKU (Deutsche Ev. Lutherische Kirche in der Ukraine) und mit der reformierten Kirche in der Karpato-Ukraine zusammen. Im gegenwärtigen Projektkatalog sammeln wir für die Sanierung einer Kirche im Dorf Welyka Palad (ungarisch: Nagypalád). Es liegt in der westlichen Ukraine, etwa 28 Kilometer südwestlich der Stadt Winogradiw in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Ungarn und zu Rumänien. Über 90% der etwa 1.800 Einwohner ist ungarischsprachig. Das Dorf ist ein Beispiel für die wechselvolle Geschichte der Karpato-Ukraine. Gehörte es am Anfang des 20. Jahrhunderts zu Österreich-Ungarn, wurden die Bewohner bald Bürger der Tschechoslowakei, dann Ungarns, später Rumäniens. Nach dem 2. Weltkrieg folgten Jahrzehnte in der Sowjetunion. Seit der Wende 1991 gehört das Dorf zur Ukraine. Während die Regierungen wechselten, die Gesetze und die Währungen, so blieb das Dorf das selbe und ebenso auch die Nachbarn. Der Lebensstandard ist jedoch in den letzten Jahren gesunken. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 60%. Die Altersarmut ist groß. In dem Dorf gibt es eine aktive reformierte Gemeinde. Zweimal in der Woche finden in der Kirche Gottesdienste statt, zu denen sich bis zu 200 Gläubige versammeln. Mehrere Male im Jahr organisiert die Gemeinde in der Zusammenarbeit mit dem Kirchendistrikt Freizeiten, darüber hinaus noch eigene Jugendtage, Familienfreizeiten und andere Veranstaltungen. Die Kirche von Welyka Palad ist unter Verwendung von Teilen einer früheren gotischen Kirche gebaut und 1913 eingeweiht worden. Der neugotische Klinkerbau verfügt über 700 Sitzplätze. Vor rund 30 Jahren wurde sie zuletzt renoviert. Dringend sanierungsbedürftig ist das Dach des Gebäudes. Auch die Wände müssen neu verputzt und gestrichen werden. Die Fenster und Türen bedürfen ebenfalls einer Erneuerung. Das GAW hilft bei der Sanierung der Kirche.

Montag, 20. August 2012

Der CILCH in Chile gibt ein Buch zur Kirchenspaltung heraus

Unter dem Titel "Die Spaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile 1974/75" hat der Rat der beiden lutherischen Kirchen in Chile eine wissenschaftliche Untersuchung von Daniel Lenski herausgegeben, das die unterschiedlichen Aspekte dieser schwierigen Geschichte unserer Partner widerspiegelt. Die Spaltung der bis 1974 einen lutherischen Kirche wurde durch die politischen Veränderungen in dem Land hervorgerufen, insbesondere der Einsatz des ehemaligen Bischofs Helmut Frenz (gest. 2011) für politisch Verfolgte, der mit anderen aus Deutschland entsandten Pfarrer auf die systematischen Menschenrechtsverletzungen unter Pinochet  hinwies. Warum löste dieses Engagement in den einst von deutschen Einwanderern gegründeten Gemeinden derartige Irritationen aus, dass eine Kirchenspaltung unvermeidlich erschien? Daniel Lenski hat diese Frage in seiner Arbeit untersucht. Neben dem Quellenstudium in Deutschland wertete der Autor insbesondere die Archive vor Ort wissenschaftlich aus und befragte Zeitzeugen. Das vom Rat der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Chile herausgegebene Buch fasst die Ereignisse zusammen, präsentiert die Akteure und ordnet das Geschehen in den politischen sowie den kirchenhistorischen Kontext ein. Der Rat der lutherischen Kirchen weist darauf hin, dass diese Untersuchung beiden Kirchen helfen kann, die damalige Situation zu verstehen, um dann auch sich auf eine gemeinsame Zukunft wieder einzulassen.
Das Buch ist zweisprachig, gut zu lesen und bietet einen Überblick über die Geschehnisse und den Kontext der Zeit.
Zu beziehen ist es unter: verlag@gustav-adolf-werk.de zum Preis von 10 Euro (zzgl. Versand) oder telefonisch unter 0341 - 490 62 - 13.

Sonntag, 19. August 2012

Der Pastor von Valparaiso

Unter dem Titel "Den Glauben in Freiheit leben" erschien in der Deutsch-Chilenischen Wochenzeitung "CONDOR" folgender Artikel über den Pastor von Valparaiso:
"Als Jugendlicher ging er nur unfreiwillig in den Gottesdienst, heute ist Rodolfo Olivera Obermöller Pastor der lutherischen Kirchengemeinde in Valparaíso. Und das mit voller Hingabe: «Rudy» bleibt mit seiner Gemeinde sogar über Twitter und Facebook im ständigen Kontakt. Der 34-jährige steht für eine fortschrittliche und liberale, sowie spirituelle und soziale Kirche..."

Samstag, 11. August 2012

Indigene und Vertriebene haben Hoffnung dank Weltdienstprogramm in Kolumbien

Auf der Homepage des Luthersichen weltbundes gefunden: 
"Ralston Deffenbaugh, Assistierender Generalsekretär für Internationale Angelegenheiten und Menschenrechte beim Lutherischen Weltbund (LWB), berichtet von den Eindrücken, die er im Anschluss an die LWB-Ratstagung bei einem Besuch des Programms der Abteilung für Weltdienst (AWD) in Chocó gesammelt hat. „Chocó Magicó“ (Magisches Chocó) ist das wunderbar fotografierte Poster des Kolumbienprogramms der Abteilung des LWB für Weltdienst betitelt. Und es stimmt: Chocó, ein Departamento im Nordwesten des Landes an der Pazifikküste, ist von magischer Schönheit..."

Freitag, 10. August 2012

„Pa‘lante pa‘ya!“ – Das Leben muss weitergehen!

Gefunden auf der Seite des Luthersichen Weltbundes:
"LWB hilft Frauen in Kolumbien ihre Rechte trotz des Konflikts durchzusetze: „Pa‘lante pa‘ya!“, sagt Gladys Gallego wenn sie über das Leben der Frauen in Kolumbien spricht: Das Leben muss (jetzt) weitergehen! Frauen sind in Kolumbien am stärksten von dem bewaffneten Konflikt betroffen, der das Land schon sechs Jahrzehnte in Atem hält. Und der Spruch gilt auch für Gladys‘ Leben: Sie hat ihren Ehemann, fünf ihrer Brüder und einen Stiefsohn durch den Konflikt zwischen Militär, Paramilitär und Guerilla-Gruppen verloren. Viermal wurde sie aus ihrer Heimat vertrieben und zu einem Flüchtling im eigenen Land. Aber das Leben muss weitergehen!"...