Montag, 30. April 2012

Bischof Spahlinger zur Situation in der Ukraine

München/Kiew/Odessa (epd). Der evangelische Bischof der Ukraine, Uland Spahlinger, hält die Inhaftierung der früheren ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko für eine "ganz schlimme Sache". Er könne sich aber durchaus vorstellen, dass die 51-Jährige gegen geltendes Recht verstoßen habe: "Wenn das so ist, muss sie sich dafür in einem fairen und transparenten Verfahren verantworten." Spahlinger ist Pfarrer der bayerischen Landeskirche und Bischof der Deutsch-Evangelisch-Lutherischen Kirche (DELKU) in der Ukraine mit Sitz in Odessa... mehr

Freitag, 27. April 2012

Aus der Estnischen Lutherischen Kirche

In der vergangenen Ausgabe des GA-Blattes berichtete Pfarrer Matthias Burghardt aus Tallinn über die Neugründung der Ev. Domschule. Aus Nordelbien, Partnerkirche der Estnischen Lutherische Kirche, erreicht uns ergänzend folgende Information: "Nach der Gründung der Domschule in Tallinn sind auch in Tartu eine kirchliche Schule und ein kirchlicher Kindergarten geplant. Dazu wurde der Verein „Tartu Peetri Lutherische Schule“ gegründet. Vorsitzender ist der Gemeindepfarrer Ants Tooming. Die Bevölkerung hat ein ausgeprägtes Interesse an Privatschulen. Die Nordelbische Kirche finanzierte aus Rücklagen die Renovierung von Räumlichkeiten für die Domschule in Tallinn. Matthias Burghardt hält die neu gegründete Domschule für eine Erfolgsgeschichte. Zum 1. April wird die staatliche Genehmigung beantragt, dann wird die Schule juristisch selbständig. Erstmals besteht damit in Estland eine evangelische Schule. Zwei weitere Schulprojekte gibt es, eins angebunden an die größte Gemeinde des Landes, die Kaarli-Gemeinde in Tallinn, und eins an die Peetrigemeinde in Tartu."
Zudem wird berichtet:  "Die Mitgliederzahl der EELK ist wieder kleiner geworden: Die Anzahl der Spender sank von dem für 2010 angegebenen Wert (36.500) im Jahr 2011 um über 3500 Personen auf 32.950. Gründe dafür: Ältere Kirchenmitglieder sterben. Darüber hinaus zeigen sich auch hier die Auswirkungen der Wirtschaftskrise."

Mittwoch, 25. April 2012

GA-Blatt abonnieren!

"Das GA-Blatt ist so gut, bitte sendet mir 100 Exemplare der letzten Ausgabe!", bat heute ein Mitglied einer norddeutschen Hauptgruppe. "Es lohnt sich, damit Werbung zu machen!" Und - es lohnt sich, mit dieser Vierteljahreszeitschrift immer wieder auf die gemeinsame Diasporaverantwortung hinzuweisen. Unsere Partner brauchen es, wahrgenommen zu werden!
Zu bestellen beim Verlag des GAW: verlag@gustav-adolf-werk.de  
Gustav-Adolf-Blatt
Diasporazeitschrift des Gustav-Adolf-Werks e.V.
Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland (GAW)
Jahresabonnement:
EUR 7,16/sFr 13,50
ISSN 0017-5730


Einen Einblick in die aktuelle Ausgabe können Sie hier erhalten: http://www.gustav-adolf-werk.de/gustav-adolf-blatt.html

Dienstag, 24. April 2012

Aus der lutherischen Kirche in Litauen

Pastorin Christa Hunzinger vom Nordelbischen Missionszentrum berichtet von einem Seminar des Pastoralkollegs ihrer Kirche, das sie in Klaipeda/Litauen geleitet hat: „Die Lutherische Kirche in Litauen ist eine Minderheitskirche, nur 0,6 % sind lutherisch, dagegen 86 % römisch-katholisch und 12 % russisch-orthodox. Es gibt 23 Geistliche (Pastoren und Diakone) in Litauen, einen Pastor in Deutschland und drei in den USA und Kanada. Trotzdem ist die Lutherische Kirche in der Öffentlichkeit als eine der drei wichtigsten Konfessionen präsent. Es gibt an jedem Sonntagmorgen um 8 Uhr eine 15-minütige Sendung über die lutherische Kirche im Fernsehen. 
Und am 11. März 2012, dem Tag der wiedererlangten Unabhängigkeit, durfte Bischof Mindaugas Sabutis im Parlament als Vertreter aller Religionsgemeinschaften die Ansprache halten, wie er bei seinem Besuch im Pastoralkolleg erzählte. … Die Jugendarbeit der lutherischen Kirche wird rein ehrenamtlich geleitet . Das erste Jugendlager in Butinge fand bereits vor 30 Jahren statt, damals zu sowjetischer Zeit natürlich inoffiziell. Inzwischen nehmen an diesem Lager, das jedes Jahr im Sommer stattfindet, 300 bis 400 Kinder und Jugendliche teil. Des Weiteren gibt es einen Evangelischen Kirchenmusikverband Litauens (LEBMS), der 1995 von allen evangelischen Konfessionen gegründet wurde. Er organisiert jährlich ein großes Chorfest an wechselnden Orten, 2011 nahmen in Šilutė (Heydekrug) über 300 ChorsängerInnen daran teil. Jedes zweite Jahr findet auch ein kirchliches Singspiel für Kinder statt. 
Wichtig ist die diakonische Arbeit der Kirche, die von Pastor Mindaugas Kairys geleitet wird: Bereits 1904 wurde sie in Litauen gegründet. In sowjetischer Zeit (der „Rote-Pest-Zeit“) waren keine Diakoniestationen möglich. Nach der Wende wurden gemeindliche Diakonievereine gestartet, acht von ihnen gründeten 2007 den Landesverband der Lutherischen Diakonie in Litauen. 2008 wurde das Rehabilitationszentrum Gabrielius als gemeinsames Projekt beschlossen, nachdem Menschen mit Suchtproblemen die Lutherische Kirche um Hilfe baten. In einem alten, verfallenen Pastorat wurde ein Rehabilitationszentrum für Alkohol- und Drogenabhängige und Menschen mit psychischen oder sozialen Problemen begonnen. Die Arbeitstherapie ist die Sanierung des Hauses sowie die Selbstversorgung mit Tierhaltung. Heute leben dort 17 Menschen, das Rehabilitationsprogramm dauert je 1 ½ Jahre, das Erdgeschoss ist bereits gut renoviert. Es gibt Öffentlichkeitsarbeit, Mindaugas Kairys und auch die Bewohner berichten in Schulen und an der Universität. Ziel ist die Anerkennung als EU-Projekt. Dies schaffe zwei Arbeitsplätze und unterstütze laufende Renovierungen und die Verpflegungskosten. 
Eine klare gemeinsame Definition, was es heißt evangelisch in Litauen zu sein, bleibt weiterhin schwierig. In Litauen zum Beispiel ist Evangelisch-Sein immer noch stark verknüpft mit Deutsch-Sein, nach dem Motto: die Litauer in unserem Land sind katholisch, die Russen orthodox, die Deutschen evangelisch. Eine inhaltliche Beschreibung fällt weniger leicht. Vielleicht kann uns das gemeinsame Evangelisch-Sein vor allem im Feiern von Gottesdiensten und Andachten bewusst werden…“

Freitag, 20. April 2012

Lehre uns Minderheit werden, Gott! (D. Sölle)


Luthersiche Kirche in El Alto/Bolivien
Zur Nachahmung Gottes rief beim Kirchentag 1997 Dorothee Sölle auf, als sie folgendes Gebet sprach:
"Lehr uns Minderheit zu werden, Gott, … 
Pass uns an Deine Gerechtigkeit an, 
nicht an die Mehrheit, 
bewahre uns vor der Harmoniesucht 
und den Verbeugungen vor den großen Zahlen. 
Sieh doch, wie hungrig wir sind nach Deiner Klärung. 
Gib uns Lehrerinnen und Lehrer, nicht 
nur Showmaster mit Einschaltquoten. 
Sieh doch, wie durstig wir sind 
nach Deiner Orientierung, 
wie sehr wir wissen wollen, was zählt. 
Verschwistere uns mit denen, die keine Lobby haben, 
die ohne Arbeit sind und ohne jede Hoffnung, 
die zu alt sind, um noch verwertet zu werden 
oder zu ungeschickt und zu nutzlos. 
Weisheit Gottes, zeig uns das Glück derer, 
die Lust haben an Deinem Gesetz 
und über Deiner Weisung murmeln Tag und Nacht. 
Sie sind wie ein Baum, gepflanzt am frischen Wasser,
der Frucht bringt zu seiner Zeit."
Minderheit sein, nicht in der Masse aufgehen und sich diesem Wesensmerkmal von Kirche immer wieder bewußt sein, das entspricht der Nachahmung Gottes. Für Gott steht das Bedürfnis des Menschen an erster Stelle. Er ist angewiesen auf ihn und auf seine Mitmenschen. Bedürftig zu sein steht vor der Frage nach Leistung und Produktivität. "Lehre uns Minderheit sein, Gott!" - das ist ein gutes Gebet für ein Diasporawerk wie das GAW! Wir erinnern mit unserem Dienst an all die, die zahlenmäßug Minderheit sind und bei denen das "bedürftig sein" permanent zu spüren ist. - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 19. April 2012

Partnerschaftsvertrag zwischen dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und der Evangelischen Kirche in Deutschland

Ein Spitzentreffen zwischen dem schweizerischen Kirchenbund und der EKD in Hannover hat einen Partnerschaftsvertrag auf den Weg gebracht. Außerdem sollen sich Schweizer Pfarrer bald auf EKD-Stellen bewerben können. Das Treffen bekräftigte schließlich eine Kooperation in der Reformationsdekade bis 2017. 
Zu einem ersten offiziellen Treffen kamen vom 1. – 3. April 2012 der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Gottfried Locher, sowie der Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider in Hannover zusammen. Ein Partnerschaftsvertrag zwischen den Evangelischen Kirchen der Schweiz und Deutschlands wurde während des Spitzentreffens auf den Weg gebracht. Die Vereinbarung sieht vor, zu theologischen und ethischen Themen wie in Fragen des kirchlichen Lebens grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. „Dieser Partnerschaftsvertrag ist ein Meilenstein in der Beziehung unserer Kirchen. Möglich wurde er durch das große gegenseitige Vertrauen“, so Locher. Der Vertragsentwurf wird nun den Räten des Kirchenbunds und der EKD vorgelegt. Die EKD öffnet für Schweizer Pfarrerinnen und Pfarrer außerdem zukünftig die Möglichkeit, sich auf Auslandsstellen der EKD zu bewerben. 
Die Evangelischen Kirchen in Deutschland und der Schweiz veranstalten in den kommenden Jahren an verschiedenen Orten Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum der Reformation. Zu den wichtigsten Terminen zählt das Gedenken an Martin Luther 2017 in Wittenberg und sowie an Ulrich Zwingli 2019 in Zürich. Das Spitzentreffen bekräftigte die gemeinsamen Ziele der Reformationsdekade und beschloss eine Verstärkung der Kooperation.
Unmittelbar vor den kommenden Vollversammlungen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE im September 2012 in Florenz sowie der Konferenz Europäischer Kirchen KEK 2013 in Budapest verständigten sich Kirchenbund und EKD über die gemeinsamen Vorstellungen und Ziele für die beiden wichtigsten kirchlichen Bünde in Europa. Ebenso thematisiert wurde die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen ÖRK 2013 in Südkorea. KEK und ÖRK stehen vor wichtigen Reorganisationen. Der Kirchenbund und die EKD betonten die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit, die eine konsequente Umsetzung der Umstrukturierungsmaßnahmen nötig mache. Das kommende Treffen zwischen EKD und Kirchenbund ist für den Mai 2013 in Zürich geplant.  (SEK-Medienmitteilung, Bern, 4. April 2012) 
Quelle: http://www.chiesaluterana.it

Mittwoch, 18. April 2012

Bau einer reformierten Kirche in Oradea/Rumänien

Reformierte Kirche in Oradea
"Die letzte Zeit war spannend! Mit mit Gottes Hilfe können wir gut weitergehen. Wir sind dankbar für die Hilfe, die wir für den Umbau unserer Kirche erhalten haben," schreibt Pfarrerin Vinczéné Pálfi Judit aus Oradea/Rumänien, die mit ihrem Mann gemeinsam eine der zwölf reformierten Gemeinden in der Stadt nahe der ungarischen Grenze betreut. 
Teil der engagierten Gemeindearbeit ist eine große sozial-diakonische Arbeit. Das neu gestaltete Gemeindezentrum wird dieser Arbeit ebenfalls Raum bieten. In der GA-Blatt-Ausgabe 1/2012 haben wir  von der schwierigen Aufgabe berichtet, eine evangelische Gemeinde in einem Umfeld zu bauen, das fast nur orthodoxes Christentum kennt. Genau gegenüber der umgebauten reformierten Kirche befindet sich seit zwei Jahren eine überdimensionierte orthodoxe Kirche.

Wiedereinweihung der Kirche in Vilkyskiu/Litauen

Bischof Sabutis mit Pfarrer Kairys
Die Kirche in Vilkyskiu in Litauen im alten Memelland konnte jetzt neu eingeweiht werden. In sowjetischer Zeit war hier ein Kornspeicher drin. In den Balken der Empore findet man noch Getreidekörner. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Pfarrer Mindaugas Kairys, ehemaliger Stipendiat des GAW, konnte die Kirche jetzt wieder ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben werden. Aus Detmold kam die Orgel. das GAW hat die Sanierung der Sakristei finanziert. Dazu gab es jetzt die große Chance mit Hilfe von EU-Fördermittel die gesamte Kirche zu sanieren. In einem feierlichen Gottesdienst wurde sie unter Beteiligung der Dorfbewohner wieder in Dienst genommen.

Nachrichten aus Estland


Pfarrer Matthias Burghardt von der deutschsprachigen Gemeinde in Tallinn berichtet in seinem Gemeindebrief aus Estland: "Um Estlands Zukunft ging es auch beim größten Streik seit Wiedererlangung der Unabhängikeit am 7. März. Ein Jahr und einen Tag nach den Parlamentswahlen traten Lehrer und Transportarbeiter in einen 1- bis 3-tägigen Ausstand. Grund war die Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik in den Schlüsselfragen Bildungs- und Beschäftigungspolitik. Eine neue Bildungsreform soll Ausgaben einsparen. Die Lehrergewerkschaft befürchtet Zusammenlegung von Schulen und Erhöhung der Arbeitsbelastung nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Das alles geschieht vor dem Hintergrund steigender Preise (der Liter Benzin wurde seit Jahresbeginn um etwa 15 Cent teurer, Strompreiserhöhungen sind für den Sommer angekündigt, Lebensmittelpreise teilweise über deutschem Niveau) und einer spürbaren Auswanderungswelle, gerade der Elitekräfte.
Bei der Demonstration wurde ein Plakat gezeigt: „Lehrerdurchschnittsgehalt in Griechenland: 1900 Euro, in Estland: 670 Euro. Entschluss: Unterstützen wir Griechenland.“ Es zeigt die Bitterkeit über die geplante Teilnahme am Euro-Rettungsschirm. Nun ist fraglich, ob es überhaupt dazu kommt, da der Rechtskanzler (eine Art Appellationsinstanz) dagegen vor dem Verfassungsgericht geklagt hat. Estlands Grundgesetz verbietet dem Staat die Aufnahme von Schulden. Der Rettungsschirm würde aber genau das verlangen, da der Staatshaushalt die nötigen Mittel nicht aufweist. Der Bildungsminister verwies in einer Stellungnahme zum Streik auf die Bildungsreform und versprach, dass noch in diesem Jahr kein Lehrer mehr unter 700 Euro verdienen solle. So vernünftig es ist, den Weg der Staatsverschuldung nicht mitzugehen, Wohlstand nicht auf Kosten kommender Generationen zu finanzieren, und so wenig man vom Staat ein dichtes soziales Netz wünscht (die Probleme, die das mit sich brächte, sind auch hier bekannt, etwa die langfristige Finanzierbarkeit des Systems, eine wachsende Erwartungshaltung der Bürger, Erlahmen freiwilliger Hilfsstrukturen, Zuwanderung nicht in die Gesellschaft, sondern ins soziale Netz usw.), so sehr scheint doch die Grenze des Erträglichen nun so langsam überschritten zu sein."

Dienstag, 17. April 2012

Kirchenrenovierung in Argentinien mit Hilfe der Dt. Botschaft

Im Rahmen des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts gewährte die Deutsche Botschaft in Argentinien eine Zuwendung in Höhe von 20.000 Euro für die Restaurierung der Kirche San Luis Gonzaga in Capioví/Misiones.
Mehr dazu unter:
http://www.buenos-aires.diplo.de/Vertretung/buenosaires/de/06/Restaurierung__Kirche__Seite.html

Einweihung des Kirchsaales in El Alto/Bolivien

Kirche "Nueva Jerusalén"
Im Projektkatalog 2011 hat das GAW für die Gemeinde "Nueva Jerusalén" in El Alto (Bolivien) 4.500 Euro zur Verfügung gestellt, um einen Anbau für die Kinderbetreuung zu ermöglichen. Dieses Projekt ist ein wichtiges diakonisches Engagement und erreicht über 100 Kinder. Alle Räumlichkeiten sind in dem Kirchengebäude mit untergebracht.
Jetzt konnte durch zusätzliche Eigenleistung, durch Basare, Kampagnen, Musikveranstaltungen, Hamburgerverkauf etc. genügend Geld gesammelt werden, um den Kirchraum fertig zu stellen. Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren viel unternommen, um zu diesem Gebäude zu kommen. 1985 begann die Arbeit. Die Mitglieder sind weitgehend Migranten, die sich hier angesiedelt hatten. Zur Gemeinde gehören inzwischen 100 Konfirmierte, 50 Jugendliche und 50 Kinder. Die Mitglieder leben in einfachen und sehr bescheidenen Verhältnissen und verdienen ihren Lebensunterhalt durch Gelegenheitsjobs.
Ende Februar wurde der Kirchsaal feierlich durch Kirchenpräsident Emilio Aslla Flores eingeweiht.
Inzwischen hat die Gemeinde eine eigene Homepage:  http://www.luternuevajer.org 

Donnerstag, 12. April 2012

Theologische Ausbildung in Rußland

Die Ausbildung des Theologennachwuchses ist in unseren Diasporapartnerkirchen eine ständige Herausforderung. Dem stellt sich auch das Theologische Seminar der ELKRAS (Ev.-Luth. Kirche in Russland und anderen Staaten) mit dem gemeinsamen Seminar in Nowosaratowka in St. Petersburg. Nach der politischen Wende wurde ein Institut gegründet mit dem Anspruch, eine einheitliche Ausbildung mit einer guten und fundierten protestantischen Theologie installieren zu können. Das hat anfangs auch einigermaßen funktioniert, hat aber in den vergangenen Jahren auch zu Problemen geführt. Das liegt u.a. auch an den unterschiedlichen Frömmigkeitsformen in den verschiedenen Regionen der ELKRAS-Kirchen. In den letzten Jahren wurden weniger Studierende nach St. Petersburg gesendet. Zudem haben die Kirchen einen Schrumpfungsprozess hinter sich. Zu fragen ist, wie die Ausbildung sich in Zukunft ausrichten wird. Inzwischen ist man auf ein modulares Studiensystem übergegangen, das es ermöglicht, die Studierenden nicht permanent in Nowosaratowka zu halten.
Auf der Homepage (http://de.novosaratovka.org/) des Instituts heißt es: "Die Ausbildung wird aus einzelnen, voneinander unabhängigen Blocks (Modulen) aufgebaut. Jedes Modul dauert ein bis drei Wochen und ist einem bestimmten Thema oder Themenkreis gewidmet. Die Module können fachspezifisch oder fachübergreifend sein, z.B. „Die synoptischen Evangelien“ (Fach Neues Testament) oder „Die Schöpfung“ (aus biblischer, dogmatischer, ethischer und praktisch-theologischer Sicht). Die Module können sowohl traditionelle theologische Themen als auch aktuelle Probleme behandeln. Die Themen der Module können weit (z.B. „Einführung in die biblische Theologie“) oder eng (z.B. „der Prolog des Johannesevangeliums“) gefasst sein. Einige Module können praktischer Art sein, in diesem Fall werden sie zusammen mit Gemeinden unserer Kirche oder anderen kirchlichen Einrichtungen organisiert. Einzelne spezielle Module können für ausländische Studierende und Theologiestudenten, die die entsprechende Sprache beherrschen, auf Englisch oder Deutsch durchgeführt werden."
Um den Kirchen bei der Ausbildung zu helfen, unterstützt das GAW einen Stipendienfonds speziell für Nowosaratowka. - Im Mai 2012 wird eine Delegation des GAW nach Russland reisen und u.a. auch das Seminar besuchen.

Mittwoch, 11. April 2012

Umfrage der Ev. Kirche A.B. in Siebenbürgen unter ehemaligen Mitgliedern

Kirchenburg in Heltau/Rumänien
"Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien möchte wissen, wie es ihren ehemaligen Mitgliedern überall in der Welt, vor allem in Deutschland, geht. Besonders wichtig ist es ihr, die Einstellung gegenüber der Kirche - in Siebenbürgen und in der neuen Heimat - zu erfahren. Die Resultate der Befragung werden mit in eine Studie über die Auswanderung sowie deren Folgen aufgenommen. Diese Studie ermöglicht dann der Kirche, die richtigen Entscheidungen zu treffen." So heißt es auf der Homepage der Kirche der Siebenbürger Sachsen. Das ist Ausdruck der nicht einfachen Situation, in der die Kirche sich befindet. War sie einmal eine "Volkskirche", so gehören ihr heute ca 13.000 Mitglieder an. Die Mehrheit der früheren Mitglieder lebt im Ausland - besonders in Deutschland. Hier ist den meisten siebenbürgischen "Aussiedlern" die Integration in Gesellschaft und Kirche gelungen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist vor allem unter den älteren Menschen immer noch stark ausgeprägt, die Identifikation mit der Evangelischen Kirche ist mit zunehmendem Alter um so ungebrochener - allerdings werden bereits bei der nachfolgenden Generation in wachsendem Maße die gleichen Merkmale sichtbar, die heute die gesamte Gesellschaft in Deutschland kennzeichnen.
Was früher nicht leichthin denkbar gewesen wäre, dass nämlich jemand aus der Kirche ausgetreten wäre, ist heute nicht mehr ganz ungewöhnlich. Die Gründe liegen zum geringeren Teil daran, dass sich die Menschen in der "neuen Kirche" nicht beheimatet fühlen, vielmehr ist hier an allgemeingesellschaftliche Einflüsse zu denken, die auch vor den Siebenbürger Sachsen in Deutschland keinen Halt machen.
Die Situation in Rumänien sieht dagegen viel dramatischer aus. Die noch vorhandenen Siebenbürger Sachsen bilden eine kleine nationale Minderheit und entsprechend gestaltet sich die Situation der Evangelischen Kirche A.B. Von einst beinahe 300.000 Mitgliedern sind heute nur noch ca. 13.000 zurückgeblieben. In den Stadtgemeinden leben die jüngeren Gemeindeglieder mittlerweile größtenteils in konfessionell und volksgemeinschaftlich gemischten Ehen. Im Blick auf die Gemeindeglieder, die der deutschen Sprache nicht oder kaum mächtig sind, werden mancherorts Gottesdienste in rumänischer Sprache angeboten. Bei Kasualien wird sehr oft auch Rumänisch gesprochen.(vgl. http://www.agnethler.de/sites/kirche6.html)

Dienstag, 10. April 2012

Stipendiaten berichten vom Gemeindepraktikum

Auswertungsgespräch zum Gemeindepraktikum
"Der Konfirmandenunterricht ist in Deutschland dynamischer und nicht so langweilig wie in meiner Heimatgemeinde in Brasilien", sagt Anneleiese Knuppe, Sipendiatin des GAW. Anneliese hat wie unsere anderen Stipendiaten aus Rumänien, Kroatien, Tschechien, aus der Slowakei und Italien ein vierwöchiges intensives Gemeindepraktikum in einer deutschen Gemeinde in den Semesterferein hinter sich. Nun gab es ein Auswertungstreffen in der Zentrale des GAW. Alle kamen erfüllt und begeistert zurück. Dankbar waren sie über die Gastfreundschaft, die Herzlichkeit und viele Anregungen, die sie erhalten haben. Auf der anderen Seite wurden aber auch die Schätze der eigenen Tradition benannt. So war für Milan klar, dass die Liturgie in der Evangelischen Kirche A.B. in der Slowakei wesentlich intensiver sei, da dort alles gesungen wird, selbst die Epistel und das Evangelium. Gerade die Religionspädagogik wurde von allen positiv hervorgehoben und geschätzt, wieviel Gewicht in Deutschland darauf gelegt wird. "Da kann man viele gute Anregungen mitnehmen!", ist Samuel aus Rumänien überzeugt. "Bei uns ist der Unterricht sehr frontal. Der Pfarrer ist eine absolute Autorität," ergänzt er. Deshalb habe er auch die Freiheiten hier schätzen gelernt, und dass man zum eigenen Nachdenken von Beginn an angeregt wird. "Das ist bei uns nicht so frei."
Für Anneleise steht fest: "Im kommenden Semester werde ich mich verstärkt um Religionspädagogik bemühen. Ich will einen katechetischen Schein machen."

Montag, 9. April 2012

Erinnerung an Dietrich Bonhoeffer

Bonhoeffer 1943 im Gefängnis in Tegel
Am 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg ermordet. Heute - am Ostermontag - wird seiner gedacht. Mit seinen Texten hat er viele Menschen geprägt. Von ihm stammt dieses Glaubensbekenntnis:

Ich glaube, 

dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, 
dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube, 
dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.
Ich glaube, 
dass Gott kein zeitloses Faktum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Samstag, 7. April 2012

Hilfstransport mit Möbeln des GAW nach Litauen

Beim Verladen der Möbel an der GAW-Zentrale
Unermüdlich setzen sich schon seit Jahren Ehrenamtliche der Kirchengemeinde Brünlos (Vogtland) für das Kinderheim in Šakiai/Litauen ein. Ohne diese Hilfe wäre es nur schwer vorstellbar gewesen, das Kinderheim in den Zustand zu versetzen, in dem es jetzt ist. Zurzeit ist das Kinderheim mit ca. 40 Kindern und Jugendlichen überbelegt. Im Sommer soll jetzt endlich der ersehnte Erweiterungsbau durchgeführt werden. Das Gustav-Adolf-Werk hat sich neben dem Martin-Luther-Bund für dieses Kinderheim immer wieder eingesetzt. 

Kurz vor Ostern konnte das GAW erneut helfen: Mit Betten, Schränken, Matratzen und Bettbezügen. Denn aufgrund der Aufgabe von zwei Appartmentwohnungen in unserem Gästebereich konnten wir diese materielle Hilfe direkt dem Kinderheim zugute kommen lassen. Auf einem der nächsten Transporte der Kirchengemeinde Brünlos werden unsere Möbel nach Litauen transportiert.



Freitag, 6. April 2012

Lutheraner in Weißrußland

Kirche in Grodno
Die Situation der Lutheraner in Weißrußland ist schwierig. Sie sind zersplittert. Neben einer Selbständigen Lutherischen Kirche, die durch Bischof Sabutis aus Litauen begleitet und betreut wird und der einige Gemeinden angehören, gibt es einige unabhängige Gemeinden. Daneben existiert eine lutherische Gemeinde in Grodno, die im Kontakt zur Ev.-Lutherischen Kirche im Europäischen Rußland steht. Dieser Gemeinde hilft besonders der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, ihre Kirche herzurichten. Diasporawerke Gustav-Adolf-Werk und Martin-Luther-Bund unterstützen dieses Vorhaben in Zusammenarbeit mit der EKD und der Ev. Kirche in Mitteldeutschland, die enge Beziehungen zu dieser Gemeinde unterhält.
Bisher ist es nicht gelungen, alle Lutheraner in Weißrußland zu einer Kirche zu vereinen. Unterschiedliche Interessen stehen wohl dahinter. Zudem erschwert die Politik der Lukaschenko-Regierung gerade den Protestanten den Aufbau einer funktionierenden Kirchenstruktur. In der Publik-Forum Ausgabe N°7/2012 heißt es auf S. 25: ""Wie jedes andere Regime auch, versucht der belarussische Staat die Gesellschaft zu kontrollieren, inklusive die Kirchen", sagt Natalia (Vasilevich). Und da es am einfachsten sei, die orthodoxe Kirche zu kontrollieren, schüre das Regime Vorurteil gegenüber Minderheitskirchen. Der römisch-katholischen Kirche gehören in Belarus 15 Prozent der Bevölkerung an. Weit abgeschlagen folgt an dritter Stelle mit ein bis zwei Prozent eine Vielfalt protestantischer Kirchen. "Die Protestanten werden im staatlichen Fernsehen als äußerst gefährlich dargestellt: als Sekten, die Geld aus Amerika oder Europa bekommen und in der Opposition politisch aktiv sind", erzählt Natalia. "Von Lukaschenko gibt es sogar den Satz, dass die Protestanten schlimmer seien als die Opposition. ... Die belarussische Verfassung erkennt die orthodoxe und die katholische Kirche als traditionelle Glaubensgemeinschaft an, die Protestanten nicht. Damit stehen deren Gemeinden vor größeren Herausforderungen, wenn sie sich registrieren lassen wollen. Es gebe keine Mechanismen, die gesetzlich abgesicherten Rechte einzufordern, man unterliege der staatlichen Willkür", berichtet Natalia.
In diesem Kontext Lutheraner zu sein ist schwer. Zudem wird jedes gesellschaftliche Engagement verhindert. Eine Außenwirkung ist so nicht denkbar.

Donnerstag, 5. April 2012

Bulgarien - und die Frage der Vergangeheitsbewältigung in ev. Kirchen

Die Kirchenzeitung "Der Sonntag" aus Sachsen berichtet in der Osterausgabe von der Verstrickung der Kirchen - und zwar aller Denominationen - mit der ehemaligen Staatssicherheit und der angeheuerten Spitzel. Wie nun öffentlich wurde, seien dabei neben 15 orthodoxen Erzbischöfen, die alle aktiv für die bulgarische Stasi gearbeitet haben, auch einige protestantische Pastoren verstrickt. Ein Schock sei es für die Christen in Bulgarien gewesen, schreibt Peter Blaginov in dem Artikel im "DER SONNTAG" (www.sonntag-sachsen.de). "Baptisten, Pfingstler, Gemeinde Gottes - alle Gemeinderichtungen sind davon betroffen." Die Reaktionen der betroffenen Pastoren sind unterschiedlich. So sei der Präses der bulgarischen Gemeinde Gottes öffentlich zurückgetreten. Daneben gibt es welche, die eine Verstrickung schlicht leugnen.
In zahlreichen Partnerkirchen in Mittel- und Osteuropa ist die Frage der Verstrickung mit den Geheimdiensten ein schwieriges Thema. So trat in Polen der lutherische Bischof Jagucki zurück, nachdem entsprechender Druck sein Halten nicht mehr möglich machte. Die Einstellung ist sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite gibt es die Position, dass man aus heutiger Sicht nicht über das urteilen darf, was in der Zeit der kommunistischen Diktaturen geschah. Man spricht auch von Hilfen für die Kirchen, die erreicht wurden. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Stimmen, die zu einer offenen Auseinandersetzung auffordern, gemäß dem Worte Jesu: "Die Wahrheit macht euch frei!"

Mittwoch, 4. April 2012

Projektkatalog für das Jahr 2013 in Arbeit

Ende März ist Einsendeschluß für die ca. 140-150 Projekte, die sich das GAW für das Jahr 2013 vornehmen will zu unterstützen. Kurz vor Ostern stapeln sich die neuen Anträge in der Zentrale. Sie müssen aufgenommen werden, durchgeschaut werden und fehlende Unterlagen, wie z.B. aussagekräftige Fotos oder ein schlüssiger Finanzierungsplan nachgefordert werden. Das ist eine mühsame Arbeit und fordert Konzentration. Parallel dazu schicken viele unserer 40 Partnerkirchen die Abrechnungsunterlagen nach Leipzig. Diese müssen ebenso geprüft und entsprechend abgeheftet werden und Berichte an Hauptgruppen weiter gegeben werden.
Natürlich kommt es bei einigen Partnerkirchen zu Verzögerungen. Das ist verständlich, denn gerade bei kleinen Diasporakirchen ist die Personaldecke oft dünn. Die Arbeit lastet auf wenigen Schultern.

Dienstag, 3. April 2012

Ostergruß aus Russland

Ein Ostergruß aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Europäischen Russland (ELKER) erreicht uns heute:

Liebe Brüder und Schwestern,  es passiert oft genug mit uns: es scheint uns, dass alles um uns schlecht ist, nichts klappt, es keine Gerechtigkeit gibt, und man hört die Antwort Gottes nicht. Genau in solchen Fällen ist es wichtig, sich an die Osterbotschaft zu erinnern, die alle Tage unseres Lebens beleuchtet: fröhliche und traurige, wichtige und ganz gewöhnliche Tage. Christus ist auferstanden! Das bedeutet, dass das Licht sogar in der schwierigsten Zeit leuchtet. Christus ist auferstanden! Gott überwindet die Macht des Todes im jeden einzelnen Leben, und zusammen mit Apostel Paulus können wir fragen: "Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?" Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und Gemeinden gesegnetes Osterfest! Moege Gott Ihnen in allen Ihren guten Werken helfen! - Bischof Dietrich Brauer 
Im Mai diesen Jahres wird eine Delegation des GAW unter Leitung von Präsident Dr. Hüffmeier die ELKER besuchen. Es gibt viele Themen, die es anzusprechen gibt. Der Besuch soll der Stärkung und Ermutigung der Kirche von Bischof Brauer dienen, die z.Zt. sich mit schwierigen Themen auseinandersetzen muss.