Dienstag, 31. Januar 2012

Gemeindeaufbau in Independencia/Paraguay

Kindergottesdienst in der Gemeinde 
In den vergangenen drei Jahren hat das GAW die IERP beim Gemeindeaufbau der Gemeinde in Independencia unterstützt. 200 km entfernt von Asunción, der Hauptstadt Paraguays, trifft man auf die Kolonie Independencia. Ihre Bewohner leben verstreut auf kleinen Landstellen, bauen Zuckerrohr und Matetee an und betreiben Viehzucht. Bei Taufen, Konfirmationen oder Hochzeiten mussten die Bewohner nach Asunción reisen, da der Pfarrer nur einmal jährlich zu ihnen zum Gottesdienst kam. Neben der katholischen Gemeinde hat sich seit ca. 40 Jahren eine evangelische Kirchengemeinde in Independencia entwickelt. Hinzu kommt eine Schwestergemeinde in Fulgencio Yegros, 150 km von Independencia entfernt. Beide Gemeinden zählen zusammen 65 Mitgliedsfamilien. Da sehr viele Gemeindeglieder in ökumenischer Ehe leben, pflegen die Gemeinden eine gute Gemeinschaft mit der katholischen. Mittelpunkt des Gemeindelebens bilden regelmäßige Gottesdienste. Hinzu kommen wöchentliche Bibelkreise, Frauengruppen, Kinder- und Jugendtreffen und sogar eine kirchliche Sportgruppe. Das GAW hat drei Jahre lang den Gemeindeaufbau auf Bitten der IERP unterstützt. Diese Unterstützung war sehr wichtig angesichts der Herausforderungen, die die Arbeit in Paraguay an die Verantwortlichen stellte. Wichtige Schwerpunkte waren und sind, eine gemeinsame Gemeindeidentität zu schaffen, Hausbesuche zu intensivieren und die Laien auszubilden, damit sie Verantwortung in der Gemeinde übernehmen. Es gab dabei manche Schwierigkeiten zu überwinden. Insbesondere die pfarramtliche Begleitung war schwierig.
Jetzt erreicht uns ein Dank über die Kirchenleitung der IERP in Buenos Aires. - Pfarrer Enno Haaks

Montag, 30. Januar 2012

Vikarin für die Iglesia Luterana de Chile (ILCH)

Hanna Schramm bekam einen Talar von der
Frauenarbeit überreicht
In der Iglesia Luterana de Chile (ILCH) arbeitet bisher noch keine ordinierte Theologin als Pfarrerin. Auf der einen Seite hat sich das nicht ergeben, auf der anderen Seite gab es von einem Teil der Pfarrerschaft Widerstand gegen die Frauenordination. Bis jetzt gab es auch keine Diskussion über Fragen zur Frauenordination in einer Synode der ILCH. Das soll und wird sich ändern. Der neue Bischof der Kirche, Siegfried Sander, und der Kirchenpräsident Jürgen Leibbrandt haben eine Kandidatin der Theologie gefunden, die in Chile ihr Vikariat machen will. Sie hat im Januar 2012 in Leipzig ihr erstes theologisches Examen abgelegt. Ihre weitere Lebensplanung sieht sie in Chile. Sie spricht fließend Spanisch, kennt das Land gut und will in den kommenden Jahren dort leben. So hat sie sich an die Kirchenleitung der ILCH gewendet. Die hat sofort positiv reagiert. Das zeugt von einem Wandel innerhalb der Kirche, die bisher als sehr konservativ galt. Entstanden war die ILCH nach dem Militärputsch als größere der beiden lutherischen Kirchen. Ausländische Partner hatte sie nicht. So war sie lange Zeit isoliert. Das hat sich verändert. Auch arbeitet die ILCH intensiv mit der Kirchenleitung der IELCH zusammen, um eine Wiedervereinigung beider lutherischer Kirchen in naher Zukunft voranzutreiben. Es gibt viele hoffnungsvolle Signale. In diesen Kontext passt gut das Vikariat einer Theologin. 
Die ILCH trat an die Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im GAW heran und bat um Hilfe für das Vikariat. Einen großen Teil der finanziellen Mittel wird die Kirche selbst aufbringen, aber sie braucht Unterstützung. Die Frauenarbeit im GAW hat diesem Antrag zugestimmt und auf der diesjährigen Tagung der Frauenarbeit in Leipzig Hanna Schramm eingeladen und ihr in einem feierlichen Akt einen Talar geschenkt. Im März beginnt Hanna Schramm in Santiago in der Erlösergemeinde ihr Vikariat. - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 26. Januar 2012

Johannisschule in Langhagen/Mecklenburg


Pfarrer Holmer, Frau Müller, Herr Zimmermann (v.r. nach l.)
„Vor 10 Jahren besuchten noch 600 Kinder die Schule in Langhagen,“ erzählt die stellvertretende Schulleiterin Frau Müller von der Evangelischen Johannisschule in Langhagen/Mecklenburg. „Da gab es auch noch einen Konsum, Ärzte und eine Post im Ort,“ ergänzt Herr Zimmermann vom Trägerverein der Schule. Aber dann mit der Schließung der Schule begann das Abwandern und das Schließen von Geschäften, Arztpraxen etc.“ Herr Zimmermann gehört mit Pfarrer Holmer, zuständiger Gemeindepfarrer, zu den Initiatoren der Evangelischen Schule im Ort. 2005 gründete sich der Trägerverein. Nach zwei Jahren hatte man es geschafft und das erste Schuljahr konnte beginnen. Widerstände im Ort mussten überwunden werden. Schließlich bekam man das viel zu große Schulgebäude. Inzwischen werden wieder 50 Kinder in der Schule unterrichtet. In dem Ort ist das ein richtiger Gewinn und bedeutet Leben für Langhagen. Die Kirchengemeinde mit der Schule zusammen sind die Orte, wo noch gemeinschaftsstiftend und sinnstiftend gearbeitet wird. Vor zwei Jahren wurde der Kindergarten geschlossen. Platz ist genug in dem Schulgebäude. Der Trägerverein bemüht sich sehr um die Anerkennung für eine Kindertagesstätte und ist auf gutem Wege. Das würde auch gut für die Schule sein.

Das GAW hat die Schulgründung begleitet und finanziell unterstützt. Jetzt konnten wir die Schule erneut besuchen und uns von den Entwicklungen ein Bild machen. Auch hier wird versucht, Glauben und Bildung zusammen zu halten und gemeinschaftliches Leben zu fördern. – Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 25. Januar 2012

Evangelische Schule in Walkendorf/Mecklenburg

Pfarrer Meyer vom GAW Mecklenburg mit
der Schulleiterin Frau Dr. Bochert (2v.r.)
"Unsere evangelische Schule bringt Licht in die Region!" sagt selbstbewußt die Leiterin der Evangelischen Schule in Walkendorf/Mecklenbrug Frau Dr. Bochert. Walkendorf liegt ca. 45 km südlich von Rostock entfernt in einer strukturschwachen Region. Walkendorf hat eine sehr schöne alte romanische Kirche. Der Blick auf die Kirche wir verstellt durch zwei hässliche Plattenbauten. Die Zahl der Kirchenmitglieder ist gering. Am Sonntag kommen zwischen sechs und zehn Gottesdienstbesucher. "Leben kommt durch die 100 Kinder unserer Schule in die Kirche," erklärt die Schulleiterin. 
Seit 13 Jahren gibt es diese Schule, die als eine der ersten evangelischen Schulen in Mecklenburg durch das GAW gefördert wurde. Im aktuellen Projektkatalog wird die Schule durch das GAW unterstützt. Eine wichtige Hilfe, und das nicht allein wegen der finanziellen Unterstützung. Die Träger der Schule fühlen, dass sie nicht vergessen werden, dass es Partner gibt, denen ihr Anliegen am Herzen liegt. 
"Der Staat hat sich immer mehr aus den Regionen zurückgezogen. Wir füllen die wichtige Lücke und sind mit der Kirche die einzigen, die noch Leben in das Dorf bringen," sagt die Schulleiterin. Auch wenn nur 30% der Schüler getauft sind, so hat diese Arbeit durch ihre Beständigkeit eine missionarische Ausstrahlung. Überzeugend ist auch das pädagogische Konzept, dass die Schüler zu verantwortungsbewßten Menschen anleiten will.
Das GAW Mecklenburg ist kontinuierlicher Begleiter der evangelischen Schule. Inzwischen werden diese Schule auch gewonnen sich an den Projekten des GAW zu beteiligen. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 24. Januar 2012

Förderung evangelischer Schulen

Ev. Schule in Hagenow/Mecklenburg
Relativ bald nach der Wende entstanden in den neuen Bundesländern Initiativen, die sich darum bemühten, Schulen mit explizit evangelischem Profil zu gründen. Zudem war es der Wunsch vieler der Gründer, dass diese Schule reformpädagogisch arbeiten. Damit sollte in der Bildungslandschaft eine Vielfalt erreicht werden, die es bis dahin nicht gegeben hatte.
Je nach Bundesland gab es in den ersten 2-3 Jahren keine staatliche Gelder. Erst musste der Schulträger beweisen, das die Schule genügend Schüler gewinnen und überleben kann. Inzwischen muss man in Sachsen schon vier Jahre lang den Nachweis erbringen. Das ist fast kaum noch machbar.
Es ist seit Jahren eine gute Tradition, dass der Generalsekretär des GAW Schulen aufsucht, die das GAW in der Gründungsphase unterstützt hat. Aktuell stehen evangelische Schulen in Mecklenburg auf dem Besuchsplan.
"Für uns in Hagenow war und ist die evangelische Schule sehr wichtig!", sagt Pfarrer Hans-Georg Meyer, Vorsitzender der GAW-Hauptgruppe in Mecklenburg. "Ohne diese Schule hätten sich die staatlichen Schulen nicht so angestrengt. Sie ist ein Gewinn!" - Das merkt man allein schon beim Betreten der Schule. Sie ist nach reformpädagogischen Regeln eingerichtet. "Wir legen viel Wert auf den Umgang der Kinder untereinander, dass sie sich und ihre Umwelt wahrnehmen." Das Gefühl hat man, wenn man durch das Gebäude geht.
Aber es ist auch zu spüren, dass es in einem atheistischen Kontext nicht leicht ist, ein evangelisches Profil zu leben und auszudrücken. Nicht leicht bei 80 % ungetauften Schülern - wie in der Schule in Hagenow. Aber gerade hier sehen die evangelischen Schulträger ihre Chance, mit einem guten missionarischen Konzept in die Gesellschaft hinein zu wirken und als Kirche präsent zu sein.

Montag, 23. Januar 2012

Schulstipendien für Brasilien

Kammerorchester aus Ivotí zu Gast beim GAW
Carina war eine der Schülerinnen vom Instituto de Educacao  aus Ivotí in Südbrasilien. Sie lebte dort im Internat, da die Familie einige hundert Kilometer entfernt wohnte. Sie schrieb uns: "Meine Familie ist sehr froh, dass ich hier lernen kann. Meine Mutter verkauft Kleider in einem Kaufhaus. Aber sie verdient dort sehr wenig. Mein Vater arbeitet auf dem Land. Aber er hat nicht mehr viel Land zum bewirtschaften. Die Unkosten sind zudem hoch. Wenn ich zu Hause bin, dann wohnen wir bei meiner Großmutter. Ich liebe es in Ivotí lernen zu können. Die Schule ist so gut. Und ich will auch weiterhin dort bleiben und am IFPLA-Institut später Deutsch studieren, um dann mal Deutschlehrerin werden zu können."
Gerade der untere Mittelstand gehört in Brasilien zu denen, die sich eine teure Schulausbildung eigentlich nicht leisten können. Es gibt inzwischen viele verarmte Bauern. Selbst unter den "Landlosen" haben wir schon Deutschstämmige, die zur IECLB, unserer lutherischen Partnerkirche gehören, kennen gelernt. 
Für viele Mitglieder die IECLB ist eine gute Schulausbildung für ihre Kinder an einer der ca. 60 Schulen der Kirche, enorm wichtig. - Jetzt war das Kammerorchester aus der Schule in Ivotí zu Gast in der Zentrale des GAW.
Das GAW unterstützt einen sog. Schulstipendienfond, von dem auch Carina profitierte. Nur Bildung ermöglicht es, eine gute Ausbildung und damit einen guten Beruf zu erlernen. Nicht nur in Brasilien stehen die Schulen der lutherischen Kirche in einem sehr guten Ruf. Diese Erfahrung machen wir in vielen Ländern, in denen unsere Partner eine Schule unterhalten - bis hin nach Deutschland, wo wir im Rahmen der innerdeutschen Diasporahilfe evangelische Schulgründungen unterstützen. - Pfarrer Enno Haaks

Siehe: Projektkatalog des GAW 2012, S. 304 - 

Samstag, 21. Januar 2012

Kammerorchester Ivoti aus Brasilien in Leipzig

Kammerorchester aus Ivoti
In Ivoti im Bundesstaat Rio Grande do Sul gibt es eine sehr gute Schule. Sie wurde 1909 gegründet und hatte als erstes Ziel, Lehrer für evangelische Schulen auszubilden, die von den Deutschstämmigen in Südbrasilien gegründet wurden. Das GAW hat hier im Laufe der Jahrzehnte immer wieder geholfen. Bis heute werden Schulstipendien vergeben, die Schülern aus armen Verhältnissen ermöglichen, eine gute Ausbildung zu bekommen. Auch wenn Brasilien in den vergangenen Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt hat, profitieren nicht alle davon. Der untere Mittelstand hat es nicht leicht. 
Musikausbildung war schon immer ein wichtiger Bestandteil des Ausbildungsprogramms. 1994 gründete sich ein Kammerorchester der Schule.
In diesem Jahr war es durch Hilfe vieler Sponsoren in Südbrasilien möglich, eine Konzertreise nach Deutschland zu organisieren. Am 20. Januar gastierte das Orchester in Leipzig-Markkleeberg. Pfarrer Dr. Arndt Haubold, Vorsitzender des GAW-Sachsen, sorgte für die Unterbringung und öffnete seine Kirche für ein Konzert. So war es wieder mal möglich durch diese Gäste aus der Diaspora auf die Arbeit des GAW aufmerksam zu machen. Am 21. Januar ist das Orchester nach dem Besuch der Motette in der Thomaskirche zu Gast in der Zentrale des GAW.

Freitag, 20. Januar 2012

Kinderheim in Šakiai

Kinderheim in Šakiai/Litauen
Mitten im Winter in Litauen, im alten Memelgebiet steht ein barfüßiges, vierjähriges Mädchen vor der Tür des Kinderheimes der lutherischen Gemeinde in Šakiai. Sie bittet um Einlass. Sie hat an die 10 km allein zurückgelegt, nur um in dieses Kinderheim zu kommen. Sie hatte sich erinnern können, denn sie war als dreijähriges Kind schon einmal dort. Das ist nur eine von 38 Geschichten von Kindern und Jugendlichen, die dank der lutherischen Gemeinde ein Dach über dem Kopf  haben, eine sichere Unterkunft, wo sie nicht geschlagen werden oder verwahrlosen, wo sie regelmäßig zu essen bekommen und auf sie aufgepaßt wird. Schlimm sind diese Geschichten der Halb- und Vollwaisen, von denen es noch viel mehr gibt. 
Mühsam hat die Gemeinde es geschafft mit Hilfe des GAW und des unermüdlichen Einsatzes einer lutherischen Gemeinde in Sachsen, in Brünlos, diese Arbeit ins Leben zu rufen und zu erhalten. Der Staat bezahlt die Gehälter der Angestellten, die in drei Schichten sich der Kinder annehmen. Ihre Gehälter bewegen sich zwischen 250 und 300 Euro. Das ist nicht viel, denn die Lebenshaltungskosten sind hoch. Zwei Frauen der Mitarbeiterschaft arbeiten hin und wieder als Pflegekraft in Deutschland, um das Gehalt aufzubessern. Da sind sie keine Ausnahme. In der strukturschwachen Region im Memelland ist es nicht leicht, Arbeit zu finden. An die 45% Arbeitslosigkeit soll es geben. Die offiziellen Zahlen sind niedriger, jedoch geschönt. Viele sind in den vergangenen 10 Jahren ausgewandert. Man spricht von 500.000 Litauern, die im Ausland neue Arbeit gesucht haben. 
Unter all diesen Problemen leiden Kinder häufig zuerst. Wenn Hoffnung und Perspektive fehlt - was kann man dann machen? Wie kann man Hoffnung weitergeben? Das Kinderheim ist eigentlich für 30 Kinder ausgelegt. Inzwischen sind 38 Kinder aufgenommen worden. Dank eines EU-Projektes soll nun ein zweites Haus angebaut werden für 30 Kinder. Die Kommune hat zugesichert, dass sie die laufenden Betriebskosten für sieben Jahre absichern wird. Denn - es fehlen Plätze für Kinder, die zu Hause keine Hoffnung mehr haben.- Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 19. Januar 2012

Jahresprojekte der Frauenarbeit des GAW 2012

"Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben" (Jeremia 29,11) - diese prophetischen Worte begleiten in diesem Jahr die Kollektensammlung der Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit des GAW. Zwei Länder stehen im Fokus - Griechenland und Slowenien - und vier Partnerkirchen
"Zukunft und Hoffnung - das scheinen zwei Kategorien zu sein, in denen Menschen in Griechenland zur Zeit kaum noch denken können. Zu wankend und unsicher erscheint oft die persönliche Zukunft, aber auch die des Landes und seiner Wirtschaft. Den kleinen griechischen Partnerkirchen des GAW geht es nicht anders. Umso eindrücklicher ist ihr Einsatz für andere, für Menschen, die Zuflucht suchen, für Kinder und Jugendliche, die Halt und Orientierung brauchen," schreibt Vera Gast-Kellert, Leiterin der Frauenarbeit im GAW.
Desweiteren wird der Blick in das kleine Slowenien gelenkt. Hier soll u.a. die Diakonie gestärkt werden, die sich um ältere Menschen sorgt, die kaum genügend Mittel haben, um würdig leben zu kennen.
Ende Januar trifft sich traditionell die Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit zu ihrer Jahrestagung in der Zentrale des GAW in Leipzig. Die Jahresprojekte werden dabei präsentiert und der Startschuss für die große Sammelaktion der Frauenarbeit des GAW für das Jahr 2012 gegeben. Das Material dafür ist inzwischen erstellt. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 18. Januar 2012

Seminar für Pastorinnen in der ELKRAS

Katherina Bäuerle aus Württemberg hat über das GAW-Württemberg ein Gemeindepraktikum in Samara/Russland absolviert. Sie berichtet dabei von ihrer Teilnahme am Pastorinnenseminar der ELKRAS-Theologinnen, dass Elena Bondarenko organiserte:
"12 Pfarrerinnen und Predigerinnen nahmen teil. Es wurde geleitet von Christina Schnepel, Pfarrerin der Botschaftsgemeinde in Moskau. Neben dem Erarbeiteten des Themas standen der Austausch und die Gemeinschaft im Vordergrund. Es war das 2. Pastorinnenseminar und viele der Pfarrerinnen hatten sich erst zum ersten oder zweiten Mal gesehen. Es war ein freudiges Wiedersehen, auf das sich die Pfarrerinnen schon lange gefreut hatten und für das auch der Weg aus Sibirien nicht zu weit war, um teilzunehmen. Für die Pastorinnen war das Seminar in vielerlei Hinsicht sehr wichtig. Sie hatten Gelegenheit, sich zu vernetzen und sich stark zu machen im Punkt, der in der Kirchenleitung noch umstrittenen Frage der Frauenordination. Die Möglichkeit, sich sorgfältig über die Situation der jeweiligen Gemeinde und die Probleme, mit denen sie zu kämpfen haben, auszutauschen, nahmen sie sehr dankbar an. Mir wurde bewußt, dass es bisher keine Strukturen gab, die einen solchen größeren Austausch ermöglichten. In diesem Austausch wurde ein akutes Problem sehr deutlich: In Russland gibt es keine Möglichkeit der professionellen Beseelsorgung von Pastorinnen und Pastoren. Viele sehen sich mit ihren Problemen und Fragen allein gelassen und stehen in der Gefahr auszubrennen. Es wurde der dringende Wunsch nach fachkundiger Seelsorge geäußert, die sich mit den Problemen in Russland auskennt und in Zukunft an solchen Seminaren teilnehmen kann. Das Seminar stellte für die Pastorinnen eine Art Oase dar, an der sie wieder zu Kräften und neuer Motivation kamen und mal wieder Luft holen konnten. Ein Seminar im nächsten Jahr ist bereits angedacht und ich hoffe sehr, dass die finanziellen Möglichkeiten gefunden werden, um dieses Treffen zu veranstalten."

Dienstag, 17. Januar 2012

Gebetswoche für die Einheit der Christen beginnt am 18. Januar

Gemeinden auf der ganzen Welt beteiligen sich an der Gebetswoche, die traditionell vom 18.-25. Januar (auf der Nordhalbkugel) oder zu Pfingsten (auf der Südhalbkugel) stattfindet. Pfarrer/innen wechseln die Kanzeln und es werden besondere ökumenische Gottesdienste organisiert. In diesem Jahr steht die Gebetswoche unter dem Wort: Wir werden alle verwandelt durch den Glauben an Jesus Christus (1.Korinther 15, 51-58). 
Viele Diasporapartnerkirchen des GAW nehmen aktiv an dieser Woche teil und laden ökumenische Partner ein, gemeinsam zu beten. Diese Öffnung ist sehr wichtig, gerade für eine Diasporakirche. Es ist von großer Bedeutung, wenn Vertreter einer Mehrheitskirche in einer Minderheitskirche predigen oder gemeinsam beten. Letztlich ist es Ausdruck dessen, dass wir gemeinsam auf dem Weg sind, dem HERRN der Kirche zu folgen. Jenseits aller Unterschiede und Differenzen wird auf das Einende geschaut. So kann das Vertrauen wachsen, ohne das Trennungen nicht überwunden werden können. Die Gebetswoche wird seit 1908 gefeiert. Seit 1968 wird sie gemeinsam von dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Rom, und dem Ökumenischen Rat der Kirchen, Genf, verantwortet. 

Montag, 16. Januar 2012

Migration und Diasporakirchen


Pfarrerin einer Migrantengemeinde in der
Presbyterianischen Kirche in Portugal

In zahlreichen Ländern Mittel- und Südeuropas sind in den vergangenen Jahren durch unterschiedliche Gründe Migrantenkirchen entstanden oder haben sich Migrantengemeinden innerhalb der Kirchen gebildet, wie es sich zum Beispiel in der Waldenserkirche zeigt oder auch in der Presbyteriansichen Kirche in Portugal – beides Partnerkrichen des GAW. Migration verändert die kirchliche Landschaft. Sie hat Auswirkungen auf die gewachsenen Kirchen in den jeweiligen Ländern, die vor der großen Herausforderung der Integration stehen. 
Auf einer Konsultation des Ökumensichen Rates der Kirchen wurde darüber intensiv debattiert. Die Migration ist kein neues Phänomen, so wurde betont. Es hat schon immer Menschen gegeben, die sich auf die Suche nach besseren Lebensumständen gemacht haben aus ganz unterschiedlichen Gründen. „Die Kirche hat den Auftrag, Migranten und Flüchtlinge aufzunehmen. Dazu brauchen wir ein starkes Fundament, das in den Kirchen nicht Spaltung und Vertreibung verursacht, sondern uns hilft, einander zu verstehen und zu akzeptieren, während wir das ökumenische Ziel ‚berufen, eins zu sein‘ verfolgen“, sagte eine Teilnehmerin der Konsultation. Zudem knüpfe die Kirche an ihre ureigenste Aufgabe an, Fremden Heimat zu gewähren. Dafür Verständnis zu wecken ist nicht immer leicht, denn es kommt dadurch auch zu Verschiebungen innerhalb der traditionellen Kirchen. Dr. Gerrit Noort, der Direktor des Niederländischen Missionsrates, sagte auf der Konsulation: „Glaubensgemeinschaften und Kirchen waren bislang die gesellschaftlichen Orte, die Raum boten für Versuche zum Umgang mit der kulturellen Vielfalt in Europa. Die ‚alten‘ und ‚neuen‘ Kirchen in den Niederlanden sind sich mehr und mehr der Gegenwart des jeweils anderen bewusst und ergreifen häufiger die Initiative für ökumenische Zusammenarbeit. Die Kirchen werden mehr tun müssen, wenn sie für den Respekt vor religiösen Minderheiten werben und, insbesondere zwischen Christen und Muslimen, einen positiven Dialog in Gang setzen wollen.“ 
Spannend und durchaus spannungsreich wird es im Miteinander, wenn es um ethische Fragen geht. Diese Erfahrungen hat insbesondere die Waldenserkirche in Italien mit ihren Migrantengemeinden gemacht im Blick auf die Frage des Umgangs mit dem Thema Homosexualität.

Samstag, 14. Januar 2012

Blockseminar der Stipendiaten des GAW an der Uni Leipzig

Gottesdienst einer Pfingstgemeinde in Chile
"Warum muß ich ein Seminar über Pfingstler besuchen, wenn ich aus Rumänien gekommen bin, um mich mit lutherischer Theologie zu beschäftigen?", fragte vor dem Blockseminar einer der Stipendiaten des GAW aus der lutherischen Kirche in Rumänien. Seine Zusammenfassung nach dem Seminar fiel jedoch positiv aus: "Es hat mir sehr viel gebracht, denn in Rumänien gibt es viele Pfingstler. Das Seminar hilft mir, mich damit auseinanderzusetzen. Es ist gut, dass ich das erfahren habe!" 
Ein slowakischer Stipendiat pflichtet dem bei: "Wir müssen uns auch mit anderen christlichen Bewegungen beschäftigen, um auch die eigene Tradition besser zu verstehen." Eine tschechische Stipendiatin hatte in ihrer Heimat besucht eine Pfingstgemeinde und dort schwierige Erfahrungen gemacht. Das Seminar half ihr, diese Erfahrungen jetzt besser einzuordnen: "Ich habe wenig gewußt über die Pfingstbewegung und hatte viele Vorurteile. Das Blockseminar hat mir viel gegeben, um Entstehung, Entwicklung, Frömmigkeitsformen und die Theologie kennenzulernen."
An zwei Wochenenden im Wintersemester 2011/12 fand ein Blockseminar an der Theologischen Fakultät in Zusammenarbeit mit dem GAWstatt. Dr. Daniel Frei aus Basel vom Pfarramt für Weltweite Kirche, leitete das Seminar. Durch seine Lehr- und Forschungstätigkeit in Chile an der CTE war er prädestiniert, um detailliert über die Pfingstbewegung Auskunft geben zu können. "Dieses Seminar hat mir viel gegeben. Aber ich bin froh, Lutheraner zu sein," bekannte am Schluss ein italienischer Stipendiat. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 13. Januar 2012

Donnerstag, 12. Januar 2012

DeutschlehramtskandidatInnen aus Brasilien in Leipzig

Der Präsident des GAW Dr. Hüffmeier
mit IFPLA-Studierenden
Seit über 20 Jahren fördert das GAW einen achtwöchigen Studienaufenthalt von Deutsch-LehramtskandidatInnen aus Brasilien. Sie studieren bei einem Deutschlehrer-Institut in der Nähe von Sao Leopoldo, das auf Initiative der Luthersichen Kirche Brasiliens (IECLB) gegründet wurde. "Unser Institut ist das Beste in Brasilien. Alle Schulen kennen es und bevorzugen Lehrer, die bei IFPLA studiert haben anzustellen," sagt Jackson, in diesem Jahr der einzige männliche Lehramtskandidat.
Alle neun Kandidaten sprechen ein gutes Deutsch. Der Aufenthalt in Deutschland soll helfen, sich noch intensiver mit der deutschen Kultur auseinander zu setzen. "Ich freue mich darauf, an einer Schule der IECLB zu arbeiten," sagt Luise. "An der Schule Sínodo in Sao Leopoldo, eine der besten Schulen Brasiliens, die außerdem zur IECLB gehört, habe ich schon ein Praktikum absolviert. Da will ich gerne hin zurück!" Die IECLB unterhält ca. 60 Schulen, die alle einen guten Ruf haben. Damit stehen sie in der reformatorischen Tradition, die Glauben und Bildung zusammen sieht. Die Schulen sind ebenso für die IECLB ein wichtiger Punkt, sich in der Gesellschaft zu engagieren und missionarisch ausstrahlen zu können. Hier gibt es viel Potenzial.
Ursprünglich hatte die IECLB hunderte von Schulen im ganzen Land. Der 2. Weltkrieg hat dem ein Ende bereitet. Der deutsche Einfluß wurde stark eingeschränkt und die deutsche Sprache verboten. Zum Glück haben sich einige Schulen erhalten, u.a. die in Ivotí im Süden Brasiliens. Hier gibt es aus ein Lehrerausbildungsinstitut, das einen guten Ruf besitzt und eng mit der Schule zusammen arbeitet. Hier soll auch das IFPLA-Programm in diesem Jahr wieder angesiedelt werden und dadurch stärker mit der IECLB in Kontakt kommen. In den letzten Jahren war dieser Kontakt ein wenig verloren gegangen, da das Institut an eine jesuitische Hochschule angesiedelt war. Uns im GAW fiel auf, dass immer weniger Lutheraner unter den Kandidaten in Deutschland dabei waren. In diesem Jahr sind es wieder vier StudentInnen. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 11. Januar 2012

Nachrichten von der Theologischen Fakultät in Zagreb

Lydia Matosevic in der Mitte neben
Dr. Hüffmeier und Vera Gast-Kellert
"Der Theologischen Fakultät Matthias Flacius Illyricus geht es zurzeit gut!", sagt Dr. Lydia Matosevic von der Fakultät, als sie zu Besuch in der Zentrale des GAW in Leipzig von der derzeitigen Situation berichtet. Das GAW setzt sich für eine Stärkung der Fakultät ein. Sie ist z.Zt. eine der wenigen verläßlichen protestantischen Partner in Kroatien. Sowohl in der reformierten wie in der lutherischen Kirche ist die Situation mehr als verfahren und schwierig.
"Die evangelischen Kirchen müssen sich über die Theologie reformieren und wieder nach außen ausstrahlen!", betont der Präsident des GAW, Dr. Wilhelm Hüffmeier. In dieser Hinsicht bemühen wir uns mit anderen Partnern zusammen, in den kommenden Jahren Gelder zu sammeln und zur Verfügung zu stellen, um den Ankauf oder die Renovierung eines eigenen Gebäudes zu ermöglichen. Das ist ein weiterer wichtiger Meilenstein hin zu einer vollen Integration der Theologischen Fakultät in die Universität Zagreb. Das allein gewährt Nachhaltigkeit protestantischer theologischer Ausbildung in Kroatien und Verläßlichkeit. Z.Zt. studieren ca. 100 StudentInnen an der Fakultät. Sie kommen aus den verschiedensten Bezügen mit einem großen Interesse an einer liberaleren Theologie. Die katholische Mehrheitskirche wird in Kroatien zunehmend konservativer und rigider. In dieser Hinsicht ist der Universitätsleitung eine Öffnung hin zu religiöser und konfessioneller Pluralität wichtig.
Wir beobachten und begleiten wohlwollend die Bestrebungen und Anstrengungen der Fakultät. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 10. Januar 2012

Dank aus Togliatti

Kinder  und Eltern beim gemeinsamen Tanz. Foto: Hoffrichter
Aus Togliatti in Russland erreicht uns ein Dankesbrief, der insbesondere an die Frauenarbeit des GAW gerichtet ist: "Viele Jahre betete unsere Gemeinde um einen eigenen Raum. Gott hat unsere Gebete erhört  und uns dank der Hilfe der Partnern die Möglichkeit geschenkt, zwei Zimmer mit einer Gesamtfläche von 40 qm in einem Bürozentrum im Erdgeschoß zu kaufen, das aus drei Bezirken der Stadt Togliatti gut erreichbar ist. Nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten für die Räume konnte die Gemeinde zusammenbringen. Darum ist unsere Dankbarkeit für die erhaltene Unterstützung besonders gross. Wir danken besonders der Vorsitzenden der Frauenarbeit des GAW Frau Vera Gast- Kellert und dem Generalsekretär des MLB Herrn Dr. Rainer Stahl neben anderen für ihren Einsatz, Beratung und Finanzierung.  In diesen Räumen wird die diakonische Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen zusammen mit den Eltern fortgesetzt….
Durch den Erwerb des Gemeinderaumes wurde die Gemeinde gestärkt. Die Menschen bekamen  eine neue Hoffnung und das Gefühl, dass sie nicht alleine mit allen ihren Problemen bleiben, sondern von Schwestern und Brüder unterstützt wurden, für die die kleine Gemeinde in Togliatti ein wichtiger Teil des weltweiten Luthertums ist. Das diakonische Projekt bringt den Gemeindemitgliedern große Freude. Sie erfahren, wie man in kleinen Schritten  und mit beschränkten Mitteln die Liebe Gottes den Menschen, deren Leben nicht einfach ist, weitergeben kann. Trotz dem großen Engagement am diakonischen Projekt, wird die Gemeindearbeit nicht vernachlässigt. Die Pastorin macht Hausbesuche mit Abendmahl, besucht die Kranken in Krankenhäuser. In der Gemeinde gibt es einen allein stehenden älteren  Mann, der für sich nicht kochen kann.  Es wurde ein Dienst organisiert, in dem die Frauen aus der Gemeinde für ihn zwei Mal in der Woche kochen.
Die Gemeinde hatte auch einen gemeinsamen Theaterbesuch gemacht. Es war sehr schön und hat auch der Einigung der Gemeinde beigetragen. Pastorin Tatjana leitet die Kinder- und Jugendfreizeiten der Gemeinden Samara und Togliatti, die im Freizeitheim der samaraer Gemeinde im Dorf Krasny Jar stattfinden. Wir danken allen, die für uns beteten und uns finanziell unterstützten. - Mit herzlichen Grüßen: die Mitglieder des Kirchengemeinderates und Pfarrerin Tatjana Schiwodjorowa "

Montag, 9. Januar 2012

"GAW-Arbeit ist Teil meines Lebens"

Eine junge Teilnehmerin in Rendsburg
Es ist schon bemerkenswert, wie intensiv für viele Mitglieder des GAW die Identifikation mit der Arbeit des Gustav-Adolf-Werkes ist. "Die Gustav-Adolf-Arbeit ist ein wichtiger Teil meines Lebens geworden," bekannte ein Teilnehmer der Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen. Beeindruckend war, über wie viele Jahrzehnte er diese Arbeit in seinen Gemeindealltag integriert hat, so dass es für ihn auf keinen Fall etwas Zusätzliches war, sondern ein wesentlicher Teil seiner pfarramtlichen Existenz. "Es kann uns nicht egal sein als Evangelische, wie es den Schwestern und Brüdern in pfarr-amtlichen weltweit geht. Diese Erfahrungen helfen uns und unserem Gemeindeleben. Und besonders lernt man ein Stück Demut." Mich hat dieses Zeugnis bewegt. Denn: Es kann ein Beispiel für Jüngere sein. Die Frage ist: Wofür brenne ich? Und schaffe ich es, in anderen auch ein Funken zu entzünden von dem, was mir wichtig ist? Kann ich andere begeistern? Letztlich ist das eine Grundfrage an unsere evangelische Existenz! Wenn beispielhaft deutlich wird, wie sich Glaube in Verantwortung nehmen läßt und sich einsetzt in dieser Welt, dann kann man andere gewinnen. In unseren Kirchen brauchen wir dieses "Brennen" für eine Sache. Im GAW brauchen wir solche Menschen. Und gut tuend ist es, wenn sich Jüngere finden lassen und sich für evangelische Minderheiten interessieren. Das war jedenfalls auch ein Gewinn der Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen in Rendsburg. - Pfarrer Enno Haaks

Sonntag, 8. Januar 2012

Stipendiaten auf der Tagung der Norddeutschen Hauptgruppe

Stipendiaten des GAW im Gespräch
"Hier in Deutschland habe ich die Chance viele Theologiestudenten aus aller Welt kennen zu lernen. Das weitet meinen Blick. In der Evangelischen Kirche A.B. in der Slowakei ist es eine gute und lange Tradition, nach Leipzig zum GAW zu gehen. Selbst unser Generalbischof war schon hier. Für mich ist diese Zeit eine Schule des Lebens," sagt Milan Bartko, Stipendiat des GAW auf der Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen. In einer Forum der Tagung konnten sich drei Stipendiaten des GAW vorstellen und von ihren bisherigen Erfahrungen berichten. Zudem kamen ehemalige Stipendiaten der Nordelbischen Hauptgruppe zu Wort, die Dank des GAW in Lettland, Argentinien und der Slowakei waren und ihre Erfahrungen in die Landeskirche und ihre Gemeinden einbringen konnten. Allein das führte dazu, dass die Hauptgruppe etliche junge Leute in ihren Reihen hat. "Bei meiner Einführung als Pfarrer sprach Milos Klatik ein Segenswort auf Slowakisch. Allein das brachte eine neue Weite in das Gemeindeleben und wir merkten, dass wir als Evangelische weltweit verbunden sind. Das spürt man sonst im Gemeindealltag wenig." Und Alzbeta von der Kirche der Böhmischen Brüder sagt: "Ich liebe es, in Leipzig Praktische Theologie zu studieren. Wir in Prag und in meiner Theologischen Fakultät müssen noch viele Schritte in diese Richtung gehen."

Samstag, 7. Januar 2012

Die Gustav-Adolf-Bruderhilfe in Polen

Bischof Bogusz von der Ev. Kirche A.B. in Polen
In Polen gibt es ein Partnerwerk des GAW: die Gustav-Adolf-Bruderhilfe (GA-Bruderhilfe). Ebenso wie das GAW sorgt sich die polnische Partnerorganisation um die Renovierung und den Bau kirchlicher Gebäude. Zwischen Ostern und Pfingsten wir in jeder lutherischen Gemeinde für die GA-Bruderhilfe gesammelt. Dafür bekommt jede Gemeinde eine Liste und trägt die Spenden eines jeden Gemeindemitgliedes ein. Sollte ein Pfarrer einmal vergessen, diese Liste auszulegen, so wird intensiv nachgefragt. So entstand im Laufe der Jahre eine gute und intensive Verbindung zwischen Kirche und GA-Bruderhilfe. Was wäre, wenn es diese Sammlung, die jährlich ca. 270.000 Zloty aufbringt, nicht geben würden? Für die Bauerhaltung spielt diese Organisation innerhalb der Kirche einen hohen Stellenwert. In jedem Jahr werden von der Kirchenleitung 16 Gemeinden ausgewählt, die von diesen Spenden für ihre Bauerhaltung profitieren können. Ein gutes Vorbild ist diese enge Verbindung und dieses enge aufeinander Gewiesensein!
Bischof Bogusz aus Breslau stellte seine Kirche auf der Norddeutschen Hauptgruppentagung vor und erzählte u.a. von der GA-Bruderhilfe. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 6. Januar 2012

Norddeutsche Hauptgruppen in Rendsburg

Bischof Kohlwage
"Das GAW setzt sich ein für die Weite des Evangelischen. Deshalb gefällt mir die Idee, "evangelisch weltweit" vor den Namen GAW zu setzen", sagte Alt-Bischof Kohlwage auf der Norddeutschen Hauptgruppentagung des GAW in Rendsburg Anfang Januar 2012. "In Deutschland neigen wir dazu, uns in den Regionen es genügen zu lassen", ergänzt er. "Gegen Verengung müssen wir Weite setzen. Das ist der Impuls des Evangeliums." Deshalb forderte Kohlwage auf, sich als GAW immer wieder in den jeweiligen Kirchen ins Gespräch zu bringen. 
Anfang Januar treffen sich die norddeutschen Hauptgruppen, um sich über ihre Arbeit auszutauschen, Ideen zu entwickeln und mit Gästen aus der Diaspora ins Gespräch zu kommen. 
Das Treffen nutzte auch Oberkirchenrat Volker Thiedemann vom Nordelbischen Kirchenamt, um über die Vereinigungssynode zwischen Nordelbsicher, Mecklenburgischer und Pommerscher Kirche zu berichten, die sich ebenfalls Anfang Januar traf. In der neuen Verfassung wird gleich an prominenter Stelle im 1. Artikel, wo es über Auftrag und Wesen der Kirche geht, dass "die Kirche sich mit der Gemeinden in der Diaspora verbunden weiß." Das ist für die neue Kirche wichtig, um bei allen Fragen des inneren Zusammenwachsens, die Schwestern und Brüder in der weltweiten Diaspora nicht zu vergessen. Pfingsten 2012 wird die Vereinigung der drei Kirchen zur Nordkirche feierlich begangen. - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 5. Januar 2012

Eine Stipendiatin des GAW: Marcia Palma

Kirchenpräsident Luis Alvarez und Marcia Palma
Marcia Palma, ehemalige Stipendiatin aus Chile des GAW in Leipzig, hat es geschafft: Sie hat einen Bachelor in Theologie an der ISEDET in Buenos Aires/Argentinien gemacht. Nachdem Marcia an der CTE, der Evangelischen Hochschule in Santiago de Chile, ihr Studium begonnen hatte, bekam sie die Möglichkeit nach Leipzig zu gehen. Danach hat es das GAW ermöglicht – insbesondere das GAW Baden – Marcia weiterhin mit einem Stipendium für die ISEDET zu unterstützen. Im Dezember 2011 hat sie ihren Abschluss gemacht. „Ich bedanke mich ganz herzlich für die großartige Hilfe, die ich vom GAW in den sechs Jahren erhalten habe,“ schreibt sie nach Leipzig. 
Um die von ihrer Kirche geforderte „Licenciatura en Teología“ machen zu können hat sie nun vom Lutherischen Weltbund noch einmal ein einjähriges Stipendium an der Humboldtuniversität in Berlin bekommen. Hier wird sie ihre Tesis schreiben, um dann 2013 ins Vikariat in ihrer Kirche gehen zu können. „Für die IELCH ist es zudem ein wichtiger Schritt, denn dadurch vertieft Marcia ihre Deutschkenntnisse und wird sicherlich wichtig sein im Prozess der Annäherung beider lutherischen Kirchen in Chile,“ schreibt Pastor Oscar Sanhueza, Vorsitzender der Ausbildungskomission der IELCH. – Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 4. Januar 2012

Pensionsfond für die Waldenser am Rio de la Plata

In vielen Partnerkirchen des GAW ist es so, dass pensionierte PfarrerInnen eine geringe Pension erhalten. Das hat oft unterschiedliche Gründe. In Spanien war es ein quasi Berufsverbot für evangelische Pfarrer, die es nicht erlaubte, dass Pfarrer für ihre Altersversorgung in eine staatliche Pensionskasse einzahlen konnten. 

In anderen Fällen, wie in Lateinamerika, ist es so, dass die Pfarrgehälter so gering sind, dass danach die Pension noch niedriger ausfällt. Eine Eigenvorsorgung ist kaum denkbar. Und Eigentum zu erwerben fast eine Illusion. 
In unserem Projektkatalog gibt es so z.B. für die Waldenserkirche am Rio de la Plata einen sog. Pensionsfonds, der hilft, wenigstens einen Teil der Zahlungen an die pensionierten Pfarrer leisten zu können. Gut 15 % der vorgesehenen Zahlungen kommen vom GAW. Insgesamt belasten die Zahlungen an die emeritierten Pfarrer den Haushalt dieser Waldenserkirche mit gut 28 %. Z.Zt. müssen 12 emeritierte Pastoren bezahlt werden. Das ist eine hohe Belastung.
In Zukunft soll dieses System durch eine bessere Vorsorge sowohl durch die Kirche als auch durch die Pfarrer langsam verändert werden. Ein mühsamer Prozess! Für die Kirche ist das kaum noch zu leisten, denn dadurch kommt sie kaum dazu, sich als Kirche den Herausforderungen der heutigen Gesellschaft zu stellen. Der Moderador der Waldensekirche am Rio de la Plata, Marcelo Nicolau, schreibt: "Wir möchten uns erneut beim GAW ganz herzlich für die Hilfe bedanken, die wir für die emeritierten Pfarrer erhalten haben. Wir wüssten nicht, was wir ohne diese finanzielle Unterstützung machen sollten!“ – Pfarrer Enno Haaks

Projektbeschreibung im Projektkatalog des Gustav-Adolf-Werks 2012 (S. 281)


Dienstag, 3. Januar 2012

Kircheninnenausstattung für Litauen

Ananiaskirche in Berlin
"Ein schmerzlicher Fall des Abschiednehmens tritt dann ein, wenn eine Gemeinde, die sich einer anderen Gemeinde anschließt, ihre Kirche für eine säkulare Nutzung oder gar für den Abriss aufgeben muss. Ein solcher Fall braucht die besondere Aufmerksamkeit kirchlichen Handelns," so heißt es in der Handreichung zur Entwidmung von Kirchgebäuden von der VELKD.
Im Februar 2012 wird die Ananiaskirche in Berlin (Neukölln) aufgegeben und entwidmet. Sie wurde in den 60er Jahren erbaut. Aus demographischen und finanziellen Gründen muss sie nun aufgegeben werden. Eine Kommission der Gemeinde hat sich den Fragen gewidmet: Was tun mit dem Inventar, das wirklich nur in einer Kirche zum Einsatz kommen kann? Dabei geht es um den Altar, die Kanzel, einen Tauftisch, die Orgel, drei Glocken und Kirchgestühl.
Die Vertreter der Gemeinde in Berlin sind an das GAW herangetreten und baten um Vermittlung einer Gemeinde in der Diaspora, in der diese geweihten Gegenstände weiterhin ihren Dienst tun können. Das GAW vermittelte einen Kontakt nach Litauen zu Pfarrer Mindaugas Kairys, der gerade eine Kirche saniert. Durch die Sowjetzeit gibt es in dieser Kirche keine Ausstattung. Wenn alles klappt, dann wird noch im Februar nach der Entwidmung der Kirche das Inventar aus Berlin-Neukölln seinen Weg nach Litauen in das alte Memelgebiet antreten. - Pfarrer Enno Haaks 

Montag, 2. Januar 2012

Gebetswoche zur Einheit der Christen

Plakat aus Spanien zur
Gebetswoche
Einmal im Jahr gibt es die große Chance, die Vielsprachigkeit des christlichen Glaubens hautnah zu erleben und gemeinsam als Christen der verschiedensten Konfessionen gemeinsam zu beten. Dabei lernt man, dass der andere und manchmal fremde Nächste gar nicht so anders betet als man selbst. Es ist fast schon selbstverständlich, dass Katholiken und Protestanten gemeinsam beten, und dass Baptisten, Methodisten und Anglikaner dazukommen. Mit diesem Gebet wird der biblischen Vision Ausdruck verliehen, „dass sie alle eins seine“ (Epheser), die auch der ökumenischen Bewegung Fundament gibt. 


Das ganze findet statt im Monat Januar als Gebetswoche zur Einheit der Christen: In diesem Jahr vom 18-25 Januar. 

Viele der Diasporapartnerkirchen des GAW nehmen daran teil und lassen sich einbinden. Sie bieten ihre Kanzeln Vertretern anderer Konfessionen an und lernen dabei immer etwas über sich und ihre Konfession. Deshalb ist es schmerzlich, wenn diese Orte des Gebetes nicht wahrgenommen werden, wie es z.B. in Rumänien geschehen ist. Dort hat der orthodoxe Patriarch seinen Priestern die aktive Teilnahme an der Gebetswoche verboten.

Sonntag, 1. Januar 2012

Zur Jahreslosung 2012

Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. (2. Korinther 12,9)

Die Jahreslosung 2012 könnte ebenso gut die Losung für die Arbeit des Gustav-Adolf-Werkes sein. Denn: Unsere evangelischen Partnerkirchen sind in der Regel kleine Minderheitskirchen und sind oft nicht besonders kräftig. Manchmal sind sie schwach – zumindest, was ihre ökonomischen Möglichkeiten anbelangt. Wenn man jedoch sieht, wie sie sich in ihren Gemeinden und in ihrem gesellschaftlichen Kontext engagieren, vergisst man dies schnell. Kleinheit heißt nicht unbedingt Schwachheit, wenn man auf den Gnadenzuspruch Jesu Christi hört: „Lass Dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Kor 12,9). Zum Glauben gehört das Umkehren der Verhältnisse: Gnade hebt Schwachheit nicht einfach auf, sondern erweist sich in ihr als machtvoll. Zum neuen Jahr hat Frau Rita Bromberg Brugger von unserer brasilianischen Partnerkirche (IECLB) uns ein Bild zur Jahreslosung gemalt. Es zeigt Jesus als den, der sich der Schwachen annimmt und sie stärkt. - Enno Haaks, Pfarrer

P.S.: Dieses Lesezeichen kann man in der Zentrale des GAW beziehen.