Donnerstag, 29. November 2012

Lutherisch in einem muslimischen Land

"Wer als Kirgise sich taufen läßt, um zur lutherischen Kirche zu gehören, dem kostet das was!", berichtet ein Teilnehmer einer kirchlichen Einrichtung von der Arbeit seines Werkes. "Die Gefahr besteht, dass er aus seinen Familienbezügen herausfällt, wenn die Familie muslimisch bliebt. Die Gemeinden werden dann Ersatzfamilien." 
Mit der lutherischen Kirche in Kirgisien sind das GAW in Kurhessen-Waldeck und die Landeskirche dort partnerschaftlich verbunden. Seit der Wende leidet die Kirche in Kirgisien unter der Abwanderung der deutsch-russischen Gemeindeglieder.  "Die Arbeit der Kirche hat nur Zukunft, wenn sie sich für die kirgisische Bevölkerung öffnet", betont immer wieder Alfred Eichholz. Er ist der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Kirgisistan, selbst mit deutsch-russischen Wurzeln, und wurde über das Missionswerk in Hermannsburg nach Kirgisien entsandt.
Die Mehrheitsbevölkerung ist muslimisch. Die Sprache ist nicht leicht zu erlernen. Es gibt inzwischen einige Mitarbeitende der Kirche, die die Sprache beherrschen und langsam eine Arbeit mit den Kirgisen aufbauen. Sehr wichtig für den Gemeindeaufbau sind die großen Kinder- und Jugendfreizeiten. Jedoch muss die Kirche aufpassen, dass sie in dem muslimischen Kontext nicht zwischen die Räder kommt. Zudem ist es gerade für ausländische Mitarbeitende schwierig, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Für den kirchlichen Bereich ist das eigentlich nicht möglich. Es gilt aus den verschiedenen Gründen aufmerksam zu sein und die Entwicklungen in dem Land zu beobachten und die Kirche auf ihre Weg zu begleiten.

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