Samstag, 17. März 2012

"Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe..." - Diaspora in Lurín/Peru


 "Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige... - du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet..." - so heißt es im Buch der Offenbarung Kapitel 2, Verse 7 und 8. Klein ist die Philadelphiagemeinde in Lurin, südlich von Lima. Aber sie ist nicht ohne Kraft. Dafür steht z.B. Ana, 78 Jahre ist sie alt. Sie gehörte mit zu den ersten, die sich der Gemeinde vor über 40 Jahren anschlossen, als nordamerikanische Missionare in den Armenvierteln Perus versuchten lutherische Gemeinden zu gründen. Inzwischen hat Ana 43 Enkelkinder. "Ein bisschen mehr als die Hälfte gehört zur lutherischen Kirche," sagt sie stolz. Und ein wenig enttäuscht fügt sie hinzu: "Die anderen haben oft Katholiken geheiratet. Da war dann meist die katholische Seite stärker. Aber regelmäßig zur Kirche gehen sie dort nicht. Wenn sie zu mir kommen, dann lese ich ihnen dann trotzdem aus der Bibel vor." Nicht besonders groß, aber mit einer kleinen Kraft ist diese Gemeinde ausgestattet. Und sie sucht "das Wort" treu zu bewahren. Die Gemeinde konnte relativ bald nach dem Beginn ein Grundstück günstig erwerben, das gut liegt. Ende der 80er Jahre wurde der Kirchraum gebaut. Das GAW wurde dann 2007/08 um Mithilfe für ein zweites Stockwerk gebeten, das im Rohbau fertig gestellt werden konnte. Hier sollen in Zukunft vor allen Dingen die Jugendlichen treffen, der Kindergottesdienst stattfinden und eine kleine Bibliothek entstehen. Die Gemeinde nimmt teil an dem Programm der ILEP, das dafür steht, armen Kindern der Nachbarschaft in der Schulzeit ein Mittagessen zu geben und Hausaufgabenhilfe anzubieten. "Dieses Programm hilft uns, an Kinder und ihre Familien heranzukommen," sagt Pastorin Adita Torres, die seit 12 Jahren die Gemeinde leitet. Auch gibt es inzwischen einen Vertrag mit der Stadt, damit in einem Raum unter der Woche vor allen Dingen junge Mütter Beratung und Begleitung erfahren. 
Die Gemeinde bewegt sich und sie bemüht sich darum, nicht permanent abhängig zu sein von Hilfe von aussen. Eine Gemeinde mit einer kleinen Kraft, die aber viel bewegt und treu ist. - Pfarrer Enno Haaks

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