Mittwoch, 7. März 2012

San Pedro Gemeinde in Coronel

Besuch bei der Gemeinde San Pedro in Lo Rojas,
links Pastor Oscar Sanhueza
"Gegen zwei Feinde müssen wir in unserer Arbeit in Coronel immer wieder ankämpfen," erzählt Pastor Oscar Sanhueza. "Das eine ist die Resignation, das andere die Perspektivlosigkeit!" Pastor Oscar, wie er von seinen Gemeindemitgliedern der Gemeinde San Pedro in Lo Rojas in Coronel genannt wird, berichtet von der schwierigen Situation, in der die Menschen in einer der ärmsten Regionen Chiles leben. "Wer früher Bergmann war, dessen Sohn hat den Beruf übernommen und dann wieder der Sohn. Als die Kohleminen geschlossen wurden, gab es eine große Depression hier. Wo sollte man Arbeit finden?" Ursprünglich lebte die Region vom Bergbau. Ende der 90er Jahre wurde die letzte Mine geschlossen und die Arbeitslosigkeit stieg enorm an. Jetzt wird Kohle aus Venezuela, die dort billiger ist, in der Nähe der Kirchengemeinde in einem Kohlekraftwerk verbrannt und verschmutzt die Umwelt. "Wer Fischer war, dessen Kinder wurden wieder Fischer und so weiter," fährt Pastor Oscar fort. "Nur - die Fischer haben es durch die industrielle Fischerei sehr schwer. Es gibt hier sonst nicht viel. Und so leben die Menschen. Sich etwas anderes für das eigene Leben vorzustellen fällt schwer. Das Erdbeben hat dann noch einmal besonders diese Menschen betroffen." Inzwischen befindet sich ein Teil der Arbeit von Pastor Oscar in dem Sektor Santa Helena. Hier hat die lutherische Kirche sehr schnell nach dem Erdbeben Hilfe geleistet. Das hat etliche Menschen beeindruckt. Daraus entstand eine kleine Gemeinde. "Media Aguas" (18 m² große Hütten) wurden hier gebaut für die Geschädigten des Erdbebens und für die, die als "allegados" aus ihren Hütten rausgeflogen sind. Etliche fanden bei der lutherischen Gemeinde Unterstützung und Geborgenheit. Selbst brauchte die Kirche in Lo Rojas auch Hilfe. Eine umgestürzte Mauer hatte das Dach des Gemeindesaales völlig zerstört. Mit Hilfe des GAW konnte hier zügig Wiederaufbauhilfe geleistet werden.
Hier zeigt sich, wie wichtig die Arbeit des GAW ist: Die sicheren Mauern und das schützende Dach helfen, um sich geborgen zu fühlen bei all dem, was kaputt geht - sowohl äußerlich als auch innerlich. Letztlich will die Botschaft des Evangeliums helfen, gegen Resignation und Perspektivlosigkeit eine neue Hoffnung zu setzen. Dazu braucht es Räume für die Kirche. - Pfarrer Enno Haaks

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