Freitag, 2. März 2012

Nachbarschaftshilfe in El Sembrador/Chile

"Bei uns wird nicht eingebrochen. Die Nachbarn in unserem Armenviertel passen auf unser Zentrum El Sembrador auf", sagt Soledad Puebla selbstbewusst, die den KIndergarten und die Gemeinwesenarbeit im Stadtteil Penalolen in Santiago de Chile leitet.. Es klingt wie ein kleines Wunder, denn in einem Armenviertel ist die Beschaffungskriminalität hoch. Gerade in Kindergärten und Schulen wird gerne eingebrochen, wenn sie schlecht bewacht sind. Die Nachbarn passen auf dieses Zentrum auf. Es gehört zu ihnen und ihrer Geschichte. Deshalb ist es ihnen wichtig. 135 Kinder aus der Umgebung der Población (Armenviertel) besuchen den Kindergarten. Ca. 40 Jugendliche nehmen die Angebote des Centro Comunitario an. Hier werden gute Freizeit- und Fortbildungsangebote für die Jugendlichen organisiert. Das gibt es nicht so oft hier.
Soledad Puebla mit Luis Alvarez und Pedro Zavala (vlnr)
Nicht immer war der Kindergarten hier untergebracht. Vor fünf  Jahren hat man von der Kommune ein Gelände zugewiesen bekommen. Damals ging es darum, für die Bewohner der Toma (einer illegalen Landbesetzung) ein Stück Land zu finden und sie legale und menschenwürdig unterzubringen. Es wurden einfache Häuser gebaut und den Pobladores übergeben. Alle zogen damals aus der Toma hierher. Der Kindergarten, der in der Toma schnell gegründet worden war, konnte mit umziehen und in kirchlicher Trägerschaft bleiben. Die Kirchengemeinde El Buen Samaritano versucht schon seit Ende der 60er Jahre die diakonischen Aufgaben im Zentrum der kirchlichen Arbeit zu halten. Das ist nicht immer leicht. Zur Zeit überlegen sich die Leiterin des Kindergarten Soledad Pubela und Pastor Pedro Zavala, der Arbeit eine stärkere lutherische Komponente zu geben. Ideen gibt es viele. Und die Akzeptanz ist durchaus da.
Das Zentrum muss sich zudem neu auszurichten, weil im kommenden Jahr Zuschüsse der Kindernothilfe langsam eingestellt werden. "Wir sind dabei, neue Pläne zu machen, wie wir die Arbeit für die Kinder und Jugendlichen stabilisieren können", sagt Soledad Puebla. Hoffnung braucht man viel hier. Und Ausdauer und Energie. Die hat Soledad allemal. - Pastor Enno Haaks

Keine Kommentare: