Sonntag, 11. März 2012

Lutherische Kirche auf dem Altiplano/Bolivien

Kirche "Capernaum" in Huanocollo
Pastor in Huanocollo
"Die Dorfgemeinschaft hat auf dem Altiplano einen großen Einfluß," erzählt Kirchenpräsident Emilio Aslla Flores. "Das sieht man hier z.B. in Huanocollo in der Region del Lago auf dem Altiplano. Es gibt weit und breit keine katholische Kirche. Nur unsere lutherische Kirche steht hier und sammelt die Menschen." Die katholische Präsenz war in dieser Region nie besonders verwurzelt. "Die Dorfgemeinschaft hat darauf geachtet, dass durch einen weitere Konfession keine Spaltung in das Dorf hineinkommt. So kam es zu relativ homogenen Kirchenstrukturen. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die Baptisten, Methodisten und Lutheraner hier eine Missionsarbeit begonnen. Diese drei protestantischen Konfessionen haben sich zum Glück nicht gegenseitig Konkurrenz gemacht. Sie haben sich ihre Bezirke aufgeteilt.  Der Pastor in Huanocollo erzählt: "Inzwischen kommt auch schon mal der katholische Priester und feiert ökmunenische Gottesdienste mit." Das erlebt man nicht oft in Lateinamerika. Aber hier spürt man auch, welche gemeinschaftsstiftende Bedeutung die lutherische Kirche hat. Der Pastor arbeitet wie jedes Gemeindemitglied. Hier auf dem Land widmet er sich der Landwirtschaft und betreut nebenamtlich die Gemeinde. Normalerweise bekommt er, wenn das Geld reicht, eine kleine Aufwandsentschädigung. So arbeiten alle Pfarrer der lutherischen Kirche in Bolivien. Das ist nicht einfach. Nur die Pfarrer, die in der Kirchenleitung sind, arbeiten voll im Pfarrberuf. - Pfarrer Enno Haaks


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