Freitag, 2. März 2012

Gemeindeaufbau in "Vida y Esperanza" in Santiago de Chile

Alejandra vor dem Grundstück, das
mit Hilfe des GAW gekauft werden konnte
"Seit über 30 Jahren gehören ich zur lutherischen Kirche," sagt nicht ohne Selbstbewußtsein Alejandra.  La Bandera ist eines der ärmeren Poblaciones (Armenviertel) in der Metropole Santiago de Chile. In den 70erJahren nach dem Militärputsch wurden hier Menschen angesiedelt, die vorher im Norden der Stadt illegal Land besetzt hatten. Im Norden sollten aber bevorzugt die gehobene Mittelschicht und die Oberschicht wohnen. So kam es zu Umsiedlungen. So entstanden verschiedene Poblaciones, anfangs unter miserablen Bedingungen. Durch diese gewaltsame Umsiedlung solidarisierten sich die Menschen sehr, unterstützten sich. Auch die ev.-luthersiche Kirche setzte sich für die Menschen ein. So errichtete die Versöhnungsgemeinde aus Las Condes im Norden der Stadt in La Bandere u.a. einen Kindergarten, aus dem dann unter großem Einsatz eine kleine luthersiche Gemeinde entstand. "Meine Eltern gehörten schon in La Bandera von Beginn an zur Kirche. Sie waren Gründer. Und ich besuchte den Kindergarten. Ich bin ein Kind von Belén!" fährt Alejandra fort. Irgendwann wurde die Situation für die Familie in La Bandera schwieriger. Die Gewalt nahm zu. Die Drogenproblematik stieg. So zogen sie weiter und siedelten sich vor 12 Jahren in der neu entstandenen Población in Padre Hurtado, sehr weit im Süden der Stadt an. Die Eltern begannen mit Bibelstunden einige Menschen zu gewinnen. "Für mich war es selbstverständlich, dass ich ebenso wie meine Eltern, am Aufbau dieser Gemeinde in Padre Hurtado beteilige. Wir haben sie berußt "Leben und Hoffnung" (Vida y Esperanza) genannt, denn wir wollen hier ein würdiges Leben führen, das von einer Hoffnung getragen ist, die uns hilft." Stolz zeigt sie uns dabei das Grundstück, das vor Kurzem mit Hilfe des GAW gekauft werden konnte. Das GAW Bremen hatte sich sehr dafür eingesetzt. Ein Weinstock wurde gepflanzt. Und jetzt haben die Männer begonnen, die Ausschachtungen für einen kleinen Kirchraum zu machen. Die ev.-lutherische Kirche (IELCH) unterstützt die Gemeinde. Für die Pfarrerin ist der Weg sehr weit zu Gemeinde. Sie hat noch eine andere zu betreuen. So engagieren sie sich etliche wie Alejandra ehrenamtlich z.B.  in der Kindergottesdienstarbeit. Das wird in Zukunft verstärkt notwendig sein, engagierte Mitglieder zu befähigen, Verantwortung zu übernehmen. Das bestätigte auch der Kirchenpräsident Luis Alvarez. - Pfarrer Enno Haaks

Keine Kommentare: