Dienstag, 13. März 2012

Frauenarbeit in der IELB

Pastorin Maritza (links) und Rosmery von der
Frauenarbeit der IELB
"Ich glaube nicht, dass wir ohne die Frauenarbeit des GAW heute zwei ordinierte Pastorinnen in der lutherischen Kirche Boliviens (IELB) hätten," bekräftigt Pastorin Maritza Castañeta Ramos, eine der beiden ordinierten Pastorinnen in Bolivien. "Das war ein besonderes Ereignis, das durch die Hilfe der Frauen des GAW ermöglicht wurde. Die Frauen in der Kirche entwickelten das Bewußtsein, dass sie auch mit ihren Gaben die Kirche bereichern." Das war alles andere als selbtsverständlich. Mit Hilfe der deutschen Pastorin Uta Strack, die eine zeitlang in der IELB mitgearbeitet hat, kam der Kontakt zur Frauenarbeit des GAW zustande. Sie hat die Frauen in der IELB bestärkt, sich zu organisieren. Im Jahre 1998 war es dann soweit, dass die Frauenarbeit des GAW für 4 Jahre jeweils ca. 5.000 Euro zur Verfügung stellte, damit eine Struktur aufgebaut werden konnte. So entstand die Frauenarbeit in der IELB. Zunächst ging es um eine Grundstruktur, die geschaffen werden musste. Dann begann man dann mit Fortbildungsseminaren für die Frauen in den 11 Distrikten der Kirche. Es ging dabei um Stärkung des Selbstbewußtseins, Frauenrechten, Frauenfiguren in der Bibel und praktisch ausgerichtete Kurse. Daraus entstanden dann eigene Frauengruppen in den Gemeinden, die vorher alles andere als selbstverständlich waren. Damit fing es dann an, dass die Frauen mutiger wurden und lernten, ihre Stimme in den Gemeinden einzubringen. "Die Männer mußten umlernen und taten es auch!" sagt Maritza, "bis dahin, dass aus Gemeinden die Forderung kam, endlich eine Frau zu ordinieren." Zur 70-Jahrfeier der IELB im Jahre 2008 war es dann endlich soweit: Zwei Frauen wurden ordiniert. Ich war eine davon! "Das GAW war für uns ein Segen! Dafür sind wir dankbar. Zudem sind wir froh, dass die Zusammenarbeit recht flexibel ist und nicht so strikt. Man vertraut uns und ist mit uns geduldig," ergänzt Rosemery Troche Chora, die für die Projektbegleitung der Aktivitäten der Frauen verantwortlich ist. Inzwischen hilft der Lutherische Weltbund bei bestimmten Projekten. "Wir arbeiten daran, dass wir jedes Jahr ein Stück unabhängiger von ausländsicher Hilfe werden," schließt Maritza. - Pfarrer Enno Haaks

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