Dienstag, 27. März 2012

Als Pfarrerin in Paris

Christuskirche Paris
Pfarrerin Claudia Weik-Schaefer aus der Rheinischen Landeskirche war neun Jahre Pfarrerin an der deutschsprachigen Christuskirche in Paris tätig. In Chrismon schrieb sie von ihren Erfahrungen in Frankreich. Zwei Zitate möchte ich hier anführen, die einen kleinen Eindruck über die Stellung der Kirche zum Staat widerspiegeln und den französischen Laizismus beschreiben, auf der anderen Seite wird auch die nach wie vor starke Stellung der katholischen Kirche angesprochen.
1. Zur Diakonie:  " „Diakonie ist Lebens- und Wesensäußerung der evangelischen Kirche.“ Diesen Satz habe ich seit meinem Examen verinnerlicht. Ich bin froh, dass ich diesen Grundsatz in Deutschland wieder unkompliziert leben kann. In Frankreich sind Staat und Kirche strikt getrennt. Die Deutsche Evangelische Kirche ist eine ­„association culturelle“, also ein Verein für den Kult. Kirchengemeinden dürfen keine diakonischen Aufgaben übernehmen. Um zum Beispiel soziale Jugendarbeit zu machen, müssen sie einen eigenen Verein gründen. Viele Gemeinden tun das. Aber das ist auch eine Geldfrage. In Deutschland laufe ich nicht Gefahr, das Vereinsgesetz zu übertreten, wenn ich einem Obdachlosen ein paar Euros in die Hand gebe. 
2. Zur Ökumene: "Katholische Priester wissen meist nur wenig über Evan­gelische. Ein erschütterndes Erlebnis hatte ich einmal in der Normandie. Bei einer ökumenischen Trauung blieb mir nur die Begrüßung. Der katholische Kollege wollte das Wagnis nicht eingehen, dass ich mehr sage. Er fand es zutiefst irritierend, dass ich eine Frau bin. Es wunderte ihn, dass es bei Evangelischen so etwas wie eine Trauung gibt. Schließlich seien wir doch keine richtige Kirche!"
Im April wird das Jahrbuch des GAW erscheinen, in dem es u.a. auch um Frankreich als ein Themenschwerpunkt gehen wird.
Den gesamten Text von Pfarrerin Weik-Schaefer lesen Sie unter: http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2012/fremde-heimat-brief-aus-duesseldorf-13845

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