Donnerstag, 16. Februar 2012

Lutheraner in Kolumbien

Obispo Eduardo Martínez Díaz
„Gemeinsam für eine gerechte, friedliche und versöhnte Welt“ unter diesem Leitwort wird sich der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) im Juni 2012 in Bogota (Kolumbien) treffen. Gastgeber wird Bischof Eduardo Martínez Díaz und die Evangelisch-Lutherische Kirche Kolumbiens (IELCO) sein. Ca. 3000 Gemeindemitglieder gehören der Kirche in 14 Gemeinden und einigen Missionsstationen an. Bischof Martinez schrieb an den Generalsekretär des LWB Pfarrer Martin Junge: „Wir sehen es als unsere grösste Stärke an, Teil einer Konfessionsfamilie zu sein, die so weit verzweigt, so vielfältig und grossartig ist wie die weltweite lutherische Gemeinschaft. Zusammenkünfte wie die Ratstagung sind konkrete Zeichen der Gemeinschaft unter Lutheranern und LutheranerInnen aus aller Welt“. Junge selbst erklärte, dass der kolumbianische Kontext, der immer noch von Konflikten, Gewalt und Ungerechtigkeit geprägt sei, eine gute Voraussetzungen für die Auseinandersetzung mit der Frage gibt, was es bedeute und was dazu gehöre, eine Gemeinschaft zu sein, die sich zu einem gemeinsamen Leben und gemeinsamer Arbeit für eine gerechte, friedliche und versöhnte Welt bekenne. 
Kolumbien ist eine tief gespaltene Gesellschaft, wie es für fast alle Länder Lateinamerikas zutrifft. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft sehr weit auseinander. Der bewaffnete Konflikt zwischen Paramilitärs und FARC hat deutliche Spuren der Gewalt, Flucht und Vertreibung hervorgerufen. Der Drogenhandel ist nach wie vor eines der weiteren schwierigen Problemfelder. Gerade dieser Handel finanziert den bewaffneten Konflikt im Land mit. Ein Teufelskreis! 
Vom Wirtschaftswachstum, den es auch gibt, hat ausschließlich die ohnehin kleine Gruppe mit hohen Einkommen profitiert. Die neoliberal ausgerichtete Politik der Regierung hat das befördert. 
Laut einer Studie verfügt nur ein Drittel der Beschäftigten des Landes über Sozial- und Krankenversicherungen, 46 Prozent der Bevölkerung sind arm und 18 Prozent sehr arm. 
In diesem Kontext lebt und arbeitet die lutherische Partnerkirche des GAW in Kolumbien. In Bucaramanga gehen jetzt, laut einer Nachricht von Pastor Martinez, die Planungsarbeiten für den Umbau des Gemeindezentrums weiter voran. Es gab erhebliche Schwierigkeiten nach dem Regierungswechsel. Auch wird in diesem Jahr eine Stipendiatin nach Leipzig zum Theologiestudium aus Kolumbien kommen.

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