Sonntag, 30. Dezember 2012

Jahreslosung 2013

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern  die zukünftige suchen wir.“ (Jahreslosung für das Jahr 2013 aus Hebräer 13,14)

„Wenn ich in diese neue Kapelle hineinkomme, dann fühle ich mich so, als würden mich die weit geöffneten Arme Jesu empfangen und aufnehmen“, sagte vor einigen Jahren die Vorsitzende einer chilenischen lutherischen Gemeinde bei der Einweihung der „Hoffnungskapelle“ in einem Armenviertel der Millionenmetropole Santiago de Chile. Auch das GAW hatte sich an dem Bau beteiligt. Jetzt hat dort ein missionarischer Neuanfang begonnen.
An diese Worte habe ich mich erinnert, als ich das Bild des estnischen Künstlers Ain Vares auf dem Lesezeichen des GAW mit der neuen Jahreslosung sah (siehe Foto). Weit ausgebreitet und einladend sind diese Arme und wenden sich den Menschen zu, die sich ihm entgegenstrecken. So sind auch die Worte der Jahreslosung: Sie gehen nach vorne, sie verharren nicht, sie strecken sich aus auf das hin, was kommt. Und das ist die Zukunft, die ER uns bereitet. Diese Hoffnung und diesen Glauben sollen wir spüren und erleben, wenn wir Kirchen betreten – egal wo, ob in Chile, Kolumbien, Portugal, Italien, Ungarn, Russland oder Griechenland. In Kirchräumen sollen wir in diesem Glauben gestärkt werden, dass uns allen eine Zukunft bereitet ist. Wir wissen, unser eigentliches Heimatrecht ist im Himmel. Dieser Glaube verbindet uns weltweit. Das will das Gustav-Adolf-Werk mit Leben füllen – auch im Jahr 2013 mit den rund 150 Projekten, die wir fördern. Für das neue Jahr 2013 wünsche ich Ihnen/Euch allen alles Gute und Gottes Segen! - Enno Haaks, Pfarrer

Montag, 24. Dezember 2012

Weihnachtsgruß aus dem GAW


Krippenspiel in El Alto / Bolivien
“Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten…”- das sagten drei Weise Männer zu einem König, der alles andere als darauf aus war, einen “alternativen” König anzubeten. Dieser Vers aus dem Matthäusevangelium beschreibt die Sehnsucht, beschreibt das Mühsame eines langen Weges. Die drei Männer hatten schon einen langen Weg hinter sich – immer einem Stern folgend, so wie damals schon, als das Volk Israel am Tag einer Wolke und in der Nacht einer Feuersäule durch die Wüste ihres Lebens sie führte. Bestimmt mussten die drei ebenso durch schwieriges Gelände gehen, um dann endlich DIE Sternstunde in ihrem Leben zu erleben. Mit anderen Worten: Es braucht Anstrengung, um eine Sternstunde zu erleben, es braucht das Vertrauen, dass einer auch in den Mühen dabei ist.
Wir haben seinen Stern gesehen… - der Stern ist nicht das Wesentliche. Er ist Zeichen, dass einer dabei ist und nicht verlässt.
Letztlich geht es darum, Ihn zu sehen, ihm nahe zu kommen und in demut sein Knie zu beugen und zu beten, dass er in uns allen neu geboren wird, auf dass wir Mensch werden!
Ihnen/Euch allen ein gesgenetes Weihnachtsfest!
Enno Haaks, Pfarrer

Freitag, 21. Dezember 2012

Hilfe für Protestanten in Syrien

Zertsörte evangelische Kirche in Syrien
"Wir wollen nicht Flüchtlinge sein, sondern in Frieden und mit vollen Rechten und Pflichten in unserem Land leben", sagte die aus Homs stammende Generalsekretärin R. Jarjour der Evangelischen Kirchen in Nahen Osten (Fellowship of Middle East Evangelical Churches - FMEEC) vor der Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa im Herbst 2012 in Florenz. Auf der Homepage der Gemeinschaft Ev. Kirche in Europa (GEKE) wurde berichtet: "Die Zukunft der Christen im Nahen Osten sei, so die aus Homs in Syrien stammende Generalsekretärin, massiv gefährdet. Der Alltag von Christen, die vorher in Sicherheit leben konnten, sei nun von Angst bestimmt. Christen müssten nun erleben, dass sie nicht mehr ihre Religion ausüben könnten und persönliche Freiheitsrechte oder das Rederecht weggenommen werden, alles was vorher säkular war, wird nun islamisiert. Allein in Ägypten seien über 50000 Christen seit Beginn der Revolution geflohen. In Homs sei ihre Familie gezwungen worden, die Heimatstadt zu verlassen. Christen haben ihre Häuser, Geschäfte und Kirchen verloren, es wurde geplündert, vieles ruiniert oder verbrannt."
Der bewegende Bericht führte dazu, dass durch den Präsidenten des GAW, Dr. Hüffmeier, im Gespräch mit verschiedenen Vertretern deutscher Landeskirche und Frau Jarjour eine solidarische Hilfsaktion beschlossen wurde. "Gerade den Protestanten im Nahen Osten muss ein solidarisches Zeichen gegeben werden, dass sie nicht verlassen sind," sagt Dr. Hüffmeier. Das GAW wird in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Missionswerk durch Pfarrer Boersma in Homs/Syrien helfen, ein Altersheim und eine Schule wieder instand zu setzen, die von den Protestanten geleitet werden. Nach zahlreichen Verhandlungen kann nun diese Hilfsaktion starten. Im Januar wird das notwendige Geld transferiert. -
Im Jahre 2006 unterzeichneten die lutherischen und reformierten Kirchen im Nahen Ostendie sog. „Amman-Erklärung“. Das war ein historisches Ereignis, das half, Differenzen im Protestantismus in der Region zu überwinden. Die Leuenberger Konkordie bot dabei eine gute Hilfestellung. Die „Amman-Erklärung“ wurde von der Nilsynode der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche in Ägypten, der Synode der Evangelischen Kirche von Iran, der Nationalen Evangelischen Kirche in Kuwait, der Nationalen Evangelischen Union im Libanon, der Evangelischen Nationalsynode von Syrien und Libanon sowie von der Vereinigung der Armenischen Evangelischen Kirchen im Nahen Osten unterzeichnet. In der  haben sich diese Kirchen zu dem Dachverband FMEEC zusammen geschlossen.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Stipendien für Studierende Lehramtsanwärter in Brasilien


Stipendiatin aus Ivoti
"Ich heiße Tania, bin 27 Jahre alt und studiere am Instituto de Educacao Ivoti Pädagogik. Herzlich möchte ich mich für die Unterstützung durch das GAW bedanken. Ohne diese Hilfe wäre ich wohl keine Lehrerin geworden!" schreibt Tania in einem Dankesbrief an das GAW.
Viele Schülerinnen und Schüler in Brasilien können nur mit finanzieller Beihilfe eine Ausbildung machen. Zwar ist die gesamte wirtschaftliche Situation Brasiliens in den vergangenen Jahren besser geworden. Jedoch ist das Leben insgesamt teurer geworden und die Landeswährung ist stark geworden. Zudem hat der Aufschwung des Landes auch zu einer Verschuldung vieler Menschen geführt. Das sind Gründe, warum es für Studierende in den Gemeindeschulen schwer ist, die Kosten zu tragen. Sie kommen meist aus dem unteren Mittelstand und ärmeren Schichten. 
Douglas, der Sportwissenschaften studiert, schreibt, dass er ohne das Stipendium überhaupt nicht studieren könnte: „Ich habe keine Eltern mehr. Z. Zt. Wohne ich bei meinem Bruder, der nicht gut verdient. Ich arbeite schwarz, damit ich ein bisschen Geld habe. Aber ohne das Stipendium könnte ich überhaupt nicht studieren.“ 
Die gemeinsame Schulstipendienaktion der Diasporawerke Gustav-Adolf-Werk und Martin-Luther-Bund gibt evangelischen Schülerinnen und Schülern allgemeinbildender höherer Schulen (Gymnasien, diakonische Ausbildungsstätten, theologische Seminare) die Möglichkeit, ihre Ausbildung fortzusetzen. Viele von ihnen werden später als Lehrerinnen/Lehrer.
"Meiner Meining nach ist der Beruf des Lehrers der beste, den jemand wählen kann," schreibt Tania. "Denn die Lehrer ermöglichen erst die Ausbildung anderer Berufe. So trägt man als Lehrer zur Zukunft bei. Ich denke, dass ich als Lehrerin einen Unterschied im Leben meiner Schüler sein kann. Ich möchte ihnen zeigen, dass das Leben gut ist und, dass man jeden Tag etwas tun muss, um Träume wahr werden zu lassen."
Solche Reaktionen und Dankesworte ermutigen uns, dass wir uns für diese Stipendienarbeit weiterhin stark machen! 
Im neuen Projektkatalog auf S. 300 wird das Programm beschrieben.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Bau eines Gemeindezentrums in Ji-Paraná / Brasilien


Im Januar  2011 konnte die lutherische Kirchengemeinde in Ji-Paraná in Rondonia (Brasilien) das im Projektkatalog 2008 geförderte Projekt des Neubaus eines Gemeindehaus einweihen. "Im Oktober 2011 empfingen wir mit großer Freude den Besuch der Rerpräsentanten des Gustav Adolf Werks, Pfarrer József Ötvös aus Ungarn und Pfarrer Mátyás Ahila aus Rumänien," schreibt Pfarrer Rusch. Im Rahmen einer Delegationsreise des GAW waren auch Vertreter ausländischer Diasporawerke mit in Brasilien. "In unserem Gemeindehaus kann jetzt das gesamte Gemeindeprogramm stattfinden," berichtet Rusch: Frauenkreise, Jugendarbeit, Konfirmandenunterricht, Chorproben, Kindergottesdienst, Kirchenvorstandssitzungen und Leiterfortbildungen." Und er schreibt in seinem Dankesbrief weiter: "Des weiteren ist das Gemeindehaus derzeit unser Kirchenraum, da wir an der Stelle der alten Kirche eine neue errichten. 2013 werden wir unsere neue Kirche einweihen. Heute sind wir sehr glücklich, denn wir erweiterten dieses Jahr (2012) die Überdachung rings um unser Gemeindehaus. Nun ist es perfekt für unsere Gemeinde. Dem GAW sind wir sehr dankbar!"

Dienstag, 18. Dezember 2012

Hilfe für die Erlösergemeinde in Malaga

Mit Hilfe von vielen Spendern, die über die Monatszeitschrift CHRISMON auf das vom GAW unterstützte Projekt in der evangelischen Gemeinde in Malaga aufmerksam geworden sind, konnte eine wirksame Hilfe gegeben werden. CHRISMON berichtet auf ihrer Homepage darüber:
"Es gibt nur wenige Orte in Südeuropa, an denen illegal eingereiste Flüchtlinge willkommen sind. Die andalusische Gemeinde "El Redentor" gehört dazu - und war chrismon-Projekt im April 2010. Wie ging´s seitdem weiter?" 
Mehr unter:  
http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2012/wer-klopfet-16493

Montag, 17. Dezember 2012

Neue Pröpstin in der zentralen Propstei in Moskau

Am 3. Advent wurde Pfarrerin Elena Bondarenko, die gleichzeitig Frauenbeauftragte der Kirche in Russland ist, als neue Pröpstin der Zentralen Propstei in der Evangelisch-Luthersichen Kirche im Europäischen Russland (ELKER) durch Bischof Brauer in Moskau eingeführt. Das gesamte GAW wünscht ihr Gottes Segen und viel Kraft für ihren Dienst!
Auf dem Foto: Igor Fedder (Gemeindevorsitzender in Jaroslawl), Wladimir Tatarnikow (Pastor in Grodno), Christina Schnepel (Pastorin der deutschen Emmaus-Botschaftsgemeinde in Moskau), Dietrich Brauer (Bischof der ELKER), Iwan Schirokow (Vikar in Jaroslawl), Alexander und Natalia Ewsejew (Prediger in Jaroslawl und seine Frau)

Wie geht es der peruanischen lutherischen Kirche derzeit

Pfarrerin Ihrke-Buchroth in Lima
Pastorin Uta Ihrke-Buchroth arbeitet derzeit als Pfarrerin der Evangelisch-Luthersichen Mission Herrmansburg in der Lutherischen Kirche in Peru (ILEP): Sie ist Pfarrerin einer armen Gemeinde am Stadtrand Limas, in der es große Nöte gibt. Gleichzeitig ist sie eine von zwei aus dem Ausland entsandten Pfarrerinnen in der Kirche. Zur Zeit gibt es in der ILEP Spannungen. Das hängt u.a. mit der nicht einfachen ökonomischen Situation der Kirche zusammen. Uta Ihrke-Buchroth schreibt in ihrem Rundbrief: "Die laienorientierte Reformgruppe der ILEP hat  die Wahlen in der Synode gewonnen und stellt nun die Kirchenleitung. Sie hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Ehrenamt auch in gemeindeleitenden Funktionen zu fördern. Das ruft den Protest der ehemals regierenden peruanischen Pfarrerschaft hervor. Als einzige Lutherische Kirche Südamerikas hat die ILEP nun einen Laien als Kirchenpräsidenten. Der Ökonomie-Professor einer Hochschschule versucht nun das seit langem bestehende Finanzproblem der Kirche zu lösen, was Ängste hervorruft. So gibt es Forderungen nach Neuwahlen. Die Kirchenleitung versucht, sich den Problemen zu stellen. Die Situation erfordert viel Fingesrpitzengefühl.... Insbesondere das Ausbildungsreferat, das ich nach der Wiederwahl weiterhin leite, ist Ort konkreter Reformen. Das neu gegründete Theologische Institut, ITEL soll Laien in den Gemeinden durch praktisch-theologische Basiskurse fortbilden und die Ordination ins Ehrenamt und das Denken in Kirchendistrikten (ähnlich der Regionalisierung in Deutschland) vorantreiben. Es gibt Widerstände gegen die Reformen."
Der neue Kirchenpräsident Eliseo Mandamiento besuchte im Herbst die Zentrale des GAW. In der kommenden GA-Blatt Ausgabe 1/2013 wird davon und auch von der Situation der Kirche berichtet.

Freitag, 14. Dezember 2012

Neuerscheinung im GAW-Verlag: Edith Müthel - eine deutsch russische Lebensgeschichte

Edith Müthel ist eine besondere Frau. Inzwischen ist sie über 90 Jahre alt. Sie lebt in St. Petersburg und gehört dort der St. Petrigemeinde an. Sie stammt aus einer Pastorenfamilie. Ihr Vater wurde in den stalinistischen Verfolgungen ermordet. 
Edith Müthel hatte auf Anregung der Frauenarbeit im GAW ihre Lebensgeschichte in mehreren Heften aufgeschrieben. Im Verlag des GAW wurden dieses bewegende Lebenszeugnis, das stellvertretend für so viele Schicksale der Ruslanddeutschen steht, herausgegeben.
Es kann sofort im Verlag des GAW bestellt werden zum Preis von 9,50 Euro. (verlag@gustav-adolf-werk.de)

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Projektkärtchen

Seit diesem Jahr bietet das GAW kleine Projektkärtchen an, die in besonderer und günstiger Weise Spender und Gottesdienstbesucher über Projekte aus dem Projektkatalog informieren. Ein kleiner Text beschreibt das Projekte aus einer Diasporakirche, zwei Fotos vermitteln einen ersten Eindruck und ein Gebet oder ein biblischer Text laden zur Meditation ein. Auf der Rückseite sind in knapper Form Informationen zum GAW und entsprechende Kontodaten zu finden.
Diese Kärtchen erfreuen sich in den Hauptgruppen und Landeskirchen wachsender Beliebtheit! Für den neuen Projektkatalog sind schon eine Reihe verschiedener Kärtchen vorbereitet!

Mittwoch, 12. Dezember 2012

GAW-Talar in Santiago im Einsatz!!!

Hanna Schramm trägt nun schon seit März diesen Jahres einen Talar des GAW. Die Frauenarbeit, die das Vikariat von Hanna in der Erlöserkirchengemeinde in Santiago de Chile unterstützt konnte ihr diesen zu ihrer Ausreise überreichen. Seitdem trägt sie ihn! Das Vikariat wird begleitet von Bischof Siegfried Sander, der sich ihrer als Mentor angenommen hat. Immer wieder berichtet er dankbar und begeitsert von der Entwicklung, die Hanna macht. Sie ist die erste Theologin, die in seiner Kirche, der Iglesia Luterana de Chile (ILCH) arbeitet. Dabei erlebt man von aussen, wie allein ihre Anwesenheit für kleine Veränderungen und Bewegungen sorgt. Die Kirche ist darauf angewiesen. Und zudem ist sie eine gute Brücke zur anderen luthersichen Kirche, der Iglesia Ev. Luterana de Chile( IELCH). Dort hatte sie während ihres Studiums ein Praktikum im Kindergarten Belén gemacht. 
Jetzt im Advent konnte sie mit einem großen Chor ein Konzert in ihrer Kirche durchführen, wobei sie mit meditativen Texten dabei war.

Montag, 10. Dezember 2012

Projektkatalog erfüllt!!!

Am 6. Dezember 2012 hat das Gustav-Adolf-Werk e.V. Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland (GAW) sein Spendenziel für das Jahr 2012 von insgesamt 1,5 Millionen Euro erreicht. Damit ist der Projektkatalog 2012 erfüllt. 142 Projekte in evangelischen Minderheitskirchen können fest auf eine Ko-Finanzierung durch das Gustav-Adolf-Werk zählen.
Im Projektkatalog werden Projekte aus über 40 evangelischen Partnerkirchen in Europa, Lateinamerika und dem nördlichen Asien gebündelt. Eine Besonderheit des Projektkatalogs 2012 sowie auch der kommenden Kataloge bis 2017 ist eine Kollekte mit hohem symbolischem Wert. Die Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks sind aufgerufen, gemeinsam die Renovierung der Stadtkirche in Lutherstadt Wittenberg zu unterstützen. Der Aufruf ist sowohl in Europa und Russland als auch in Lateinamerika auf ein sehr positives Echo gestoßen. So haben in diesem Jahr insgesamt neun evangelische Minderheitskirchen aus dem Ausland ihrerseits zur Erfüllung des Katalogs beitragen.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Honig für ein Gemeindehaus

"Der Honigpastor in Bodonci/Slowenien hat sich viel vorgenommen," erzählt Dr. Kling aus dem Vorstand des GAW Württemberg. "Er braucht dringend ein neues Gemeindehaus. Die Arbeit kann in dem alten verfallenen Gebäude kaum noch bewältigt werden." Dr. Kling pflegt mit seiner Kirchengemeinde eine Partnerschaft nach Slowenien. Bei einem der Besuche lernte er Pastor Simon Sever aus Bodonci kennen. Im Rahmen seiner Jugendarbeit unterhält Simon Sever eine kleine Imkerei mit 30 Bienenvölkern. Bisher hatte er noch keine größeren Abnehmer für seinen Honig. Viele Gläser verschenkte er. Nun brachten die Württemberger Freunde ihn auf die Idee, den Honig zugunsten des neuen Gemeindehauses zu verkaufen. Sie versprachen Hilfe. Transportiert wird der Honig von einer württembergischen Firma, die in der Nähe von Simons Gemeinde eine Produktionsstätte hat. So entfallen Transportkosten. "Wir haben bis jetzt schon gut 1.000 Honiggläser verkauft," berichtet der Dr. Kling. "Vielleicht werden wir diese Aktion hier etablieren, denn so können wir auf verschiedene Weise helfen: die Gemeinde erhält ein Haus und der Honig bekommt gute Abnehmer. Mal sehen, wie sich das weiter entwickeln wird."
Im Projektkatalog des GAW 2013 sammeln wir ebenfalls für das Gemeindehaus in Bodonci. Die Evangelische Kirche A.B. in Slowenien hat dieses Projekt eingereicht. Pastor Simon Sever ist zudem ehemaliger GAW-Stipendiat.

Samstag, 8. Dezember 2012

Reformationsdekade

Die "Reformationsdekade 2017" hat nur Sinn, wenn ihr Charakter international ist. Das ist Überzeugung des GAW. Das wurde bei einem Besuch einer hochrangigen Delegation der EKD beim Lutherischen Weltbund noch einmal betont:
"Eine Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war am 28. November auf Einladung des Lutherischen Weltbundes (LWB) im Ökumenischen Zentrum in Genf zu Gast, um mit den weltweiten kirchlichen Organisationen hier über Pläne für das 500. Reformationsjubiläum 2017 zu sprechen. In Deutschland, der Wiege der Reformation, sind die Vorbereitungen für das Reformationsjubiläum bereits seit einigen Jahren in vollem Gange. Bischof Martin Schindehütte, der für die ökumenischen Beziehungen und die Auslandsarbeit der EKD zuständig ist, erklärte, dass die ökumenische Dimension der Reformation im deutschen Kontext noch gestärkt werden müsse. Er rief den LWB, die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WRK) und den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) sowie alle anderen bei dem Treffen Anwesenden auf, die deutschen Kirchen dabei zu unterstützen, die ökumenische Dimension zu einem zentralen Element in den Vorbereitungen auf das Reformationsjubiläum zu machen." Mehr unter: http://www.lutheranworld.org/lwf/index.php/global-church-bodies-asked-to-help-raise-ecumenical-profile-of-reformation-anniversary.html?lang=de

Freitag, 7. Dezember 2012

ÖRK und KEK zur Lage in Griechenland

Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und der Ökumensiche Rat der Kirchen (ÖRK) haben gemeinsam Griechenland besucht und eine Pressekonfernz gegeben. 
Hier der Wortlaut der Erklärung:
"Die Situation in Griechenland sei mehr als eine Wirtschaftskrise, die nur das Land selbst betreffe, sagten Regierungs- und Kirchenvertreter in Athen gegenüber einer ökumenischen Delegation aus Europa und Afrika am Montag, 19. November. Die schwierige Lage, in der sich Griechenland momentan befinde, sei nur ein Teil eines größeren Problems in Europa und im Rest der Welt. Dies weise nicht nur auf eine mögliche wirtschaftliche Katastrophe hin, sondern auch auf eine beginnende moralische und spirituelle Zersetzung, die bis ins Zentrum der Europäischen Union und des gegenwärtigen Wirtschaftssystems reiche. Griechenland habe ein ernsthaftes Problem, meinte Constantinos Tsiaras, der griechische stellvertretende Außenminister, am Montagmorgen vor der ökumenischen Delegation, der die Generalsekretäre des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) sowie acht weitere Kirchenvertreter angehörten." Mehr unter: http://www.oikoumene.org/de/nachrichten/news-management/a/ger/article/1725/situation-in-griechenland.html

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Neurigistrierung des kirchlichen Eigentums in Kasachstan und ihre Folgen

"In finanzieller Hinsicht sind unsere Gemeinden in Kasachstan an ihre Grenzen gekommen," schreibt Bischof Novgorodow von der Lutherischen Kirche in Kasachstan. "Das hängt mit der Neuregistrierung des Eigentums zusammen, das das neue Religionsgesetz vom 25. Oktober 2011 forderte." Dank der Hilfe der Nordkirche, des Martin Luther Bundes und des GAW ist es gelungen, in einer ersten großen Anstrengung die Gemeinden der Kirche durch die neuregistrierung rechtlich zu schützen. Jetzt ist jedoch ein neues Problem aufgetaucht. "Der Grund liegt in einer juristischen Feinheit," schreibt der Bischof. Bis zur Verabschiedung des Gesetzes forderte der Staat nicht, dass die Bethäuser der Kirche im staatlichen Register als "Bethaus" bezeichnet wurde. Es genügte das reine Eignetumsrecht. Einige der Bethäuser wurden lediglich als Wohnhäuser registreirt. Der Staat fordert jetzt die Registrierung als Sakralbau. Neben dem bürokratischen Aufwand ist es wieder eine Kostenfrage. Ein weiteres Problem sind die Bebauungspläne der jeweiligen Gegend. Hier ist besonders die Gemeinde in der Hauptstadt Astana betroffen. Ziel ist es, das Gelände der Kirche zu kaufen, um geschützt zu sein. Mit der Nordkirche, dem MLB und der kasachsischen Kirche werden wir dafür sorgen, dass die Gemeinde in Astana ihr Gebäude mit dem Grundstück behalten kann. 

Dienstag, 4. Dezember 2012

Neues Themenjahr in Brasilien


Am 2. Advent beginnt mit dem neuen Kirchenjahr in der Ev.-Luth. Kirche Brasiliens (IECLB) ein neues Themenjahr unter dem Leitwort „Sein, Mitmachen, Zeugnis geben – Ich lebe Gemeinde“. Der biblische Leitvers für das Jahr stammt aus Jesaja 41.10: „Ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“
Mit verschiedenen Materialien wird das Themenjahr begleitet. Die Gemeinden werden aufgefordert sich in diesem Jahr diesen Impulsen zum Gemeindeaufbau zu stellen und immer wieder zu fragen, wie im Rahmen des Missionskonzeptes der Kirche alle gemeinsam sichtbar machen, was es heißt, in Brasilien Lutheraner zu sein.

„Als Mitglied einer christlichen Gemeinde weiß ich, dass ich nicht allein bin. Es gibt Menschen die zu mir gehören. Gemeinsam geben wir Zeugnis in dieser Welt, in unserem Kontext,“ schreibt Kirchenpräsident Nestor P. Friedrich. „Dabei glauben wir fest, dass Gott uns dabei stärkt. Er ist der, der uns eint, der uns begleitet. Er reicht uns seine starke Hand.“

Das Recht auf freie Religionsausübung und die Frage der rechtlichen Gleichstellung

Am 25. November 1981 hatten die Vereinten Nationen eine Deklaration verabschiedet, die fordert, jede Form der Intoleranz und Diskriminierung in religiösen Fragen, zu unterbinden. Auf internationaler Ebene wird es als Recht auf freie Religionsausübung anerkannt. Kein Mensch darf auf Grund seiner religiösen Überzeugungen verfolgt werden. 
Für die Protestanten in der Iglesia Evangélica del Rio de la Plata (IERP) ist diese Erklärung bedeutend. "Wir sind eine Diasporakirche in einem pluralen religiösen Umfeld," sagt die Kirchenleitung. "Deshalb ist es wichtig, diese Unterschiede anzuerkennen und jegliche Form der Diskriminierung zu unterbinden." Jedoch, so heißt es weiter: "Es ist wichtig zwischen religiöser Freiheit und relgiöser Gleichstellung zu unterscheiden. In Argentinien, Paraguay und Uruguay gibt es religiöse Freiheit. Im Blick auf die religiöse Gleichstellung gibt es noch große Unterschiede. Die Römisch-Katholische Kirche ist in unseren drei Ländern die einzig anerkannte Einrichtung öffentlichen Rechtes. Die protestantischen Kirchen haben einen privatrechtlichen Status und sind dadurch anders behandelt, haben nicht die gleichen Rechte."
In Argentinein gibt es zur Zeit eine Debatte hinsichtlich der Änderung des bürgerlichen Gesetzbuches, das diese Fragen regelt. Dabei geht es um die Anerkennung der protestantischen Kirchen als Einrichtungen öffentlichen Rechtes. Das ist eine schwierige und komplizierte Fragestellung, mit der sich unsere Kirche derzeit auseinandersetzt," heißt es weiter. "In den kommenden Monaten wird man sehen, wohin diese Debatte führt."
Chile hat ein Gesetz, das die protestantischen Kirchen der römisch-katholischen Kirche gleichstellt. Dort ist sogar der 31. Oktober staatlich geschützter und arbeitsfreier Tag.

Montag, 3. Dezember 2012

Argentinien unter Christine Kirchner

Die aktuelle politische Situation in Argentinien ist ambivalent. Christine Kirchner, die als Präsidentin ihrem Mann in diesem Amt gefolgt war, polarisiert mit ihren Maßnahmen zunehmend das gesellschaftliche Klima des Landes. Unter ihrer Regierung von Cristina Kirchner finden Repressionen/ Unterdrückungen gegen die Gewerkschafts- und Widerstandsbewegungen statt, andererseits wird ein Gesetz zur Renationalisierung des Öl-Konzerns Repsol gefördert. Nicht ohne Spannung  ist es, dass Chavez (Venezuela), Correa (Ecuador) und Morales (Bolivien) zu ihren politischen Verbündeten zählen.
In einer neuen Ausgabe der Konrad-Adenauer-Stiftung wird unter dem Titel "Und täglich grüßt das Staatsoberhaupt" ein interessanter Einblick in die derzeitige gesellschafts-politische Situation des Landes gewährt: http://www.kas.de/wf/doc/kas_32764-544-1-30.pdf?121116134531
Unsere Partnerkirche, die "Iglesia Evangélica del Rio de la Plata" (IERP) muss in diesen Zusammenhängen ihren weg in der Gesellschaft finden. Das ist unter den beschriebenen Umständen nicht immer einfach.

Freitag, 30. November 2012

Kolumbiens Regierung und die FARC-Guerilla haben nach Ende ihrer ersten Verhandlungsrunde um die Unterstützung der Bevölkerung gebeten

evangelisch.de meldet über die Friedensgespräche zwischen der Regierung von Präsident Santos und der FARC-Guerilla in Kolumbien:
"desplazados" in Giron/Kolumbien (Bucaramanga)
"In einer gemeinsamen Stellungnahme nach zehn Tagen Gesprächen erklärten sie am späten Donnerstagabend (Ortszeit), es brauche den Rückhalt der Kolumbianer, wie die Tageszeitung "El Tiempo" in ihrer Onlineausgabe berichtete. Dafür werde am 7. Dezember eine Internetseite freigeschaltet, auf der die Bevölkerung Vorschläge zum Friedensprozess machen könne. Beide Seiten zeigten sich zufrieden mit der ersten Verhandlungsrunde in Kubas Hauptstadt Havanna."
Mehr unter: http://aktuell.evangelisch.de/artikel/74227/kolumbien-regierung-und-farc-zufrieden-nach-ersten-gespraechen?destination=node/74227
Die lutherische Partnerkirche des GAW begleitet diesen Friedensprozess sehr aufmerksam. In zahlreichen Gemeinden bietet die Kirche gerade den "desplazados" (Bürgerkriegsflüchtlinge) einen Raum. Die Gemeinde in Bucaramanga ist eine dieser Gemeinden. Im Projektkatalog wird dafür geworben.

Donnerstag, 29. November 2012

Lutherisch in einem muslimischen Land

"Wer als Kirgise sich taufen läßt, um zur lutherischen Kirche zu gehören, dem kostet das was!", berichtet ein Teilnehmer einer kirchlichen Einrichtung von der Arbeit seines Werkes. "Die Gefahr besteht, dass er aus seinen Familienbezügen herausfällt, wenn die Familie muslimisch bliebt. Die Gemeinden werden dann Ersatzfamilien." 
Mit der lutherischen Kirche in Kirgisien sind das GAW in Kurhessen-Waldeck und die Landeskirche dort partnerschaftlich verbunden. Seit der Wende leidet die Kirche in Kirgisien unter der Abwanderung der deutsch-russischen Gemeindeglieder.  "Die Arbeit der Kirche hat nur Zukunft, wenn sie sich für die kirgisische Bevölkerung öffnet", betont immer wieder Alfred Eichholz. Er ist der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Kirgisistan, selbst mit deutsch-russischen Wurzeln, und wurde über das Missionswerk in Hermannsburg nach Kirgisien entsandt.
Die Mehrheitsbevölkerung ist muslimisch. Die Sprache ist nicht leicht zu erlernen. Es gibt inzwischen einige Mitarbeitende der Kirche, die die Sprache beherrschen und langsam eine Arbeit mit den Kirgisen aufbauen. Sehr wichtig für den Gemeindeaufbau sind die großen Kinder- und Jugendfreizeiten. Jedoch muss die Kirche aufpassen, dass sie in dem muslimischen Kontext nicht zwischen die Räder kommt. Zudem ist es gerade für ausländische Mitarbeitende schwierig, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Für den kirchlichen Bereich ist das eigentlich nicht möglich. Es gilt aus den verschiedenen Gründen aufmerksam zu sein und die Entwicklungen in dem Land zu beobachten und die Kirche auf ihre Weg zu begleiten.

Mittwoch, 28. November 2012

Bischof Tamás Fabiny spricht über gesellschaftliche und politische Verantwortung der Kirchen

"Ungarische LutheranerInnen bieten Bildung gegen Diskriminierung von Minderheiten," so heißt es auf der Seite des Luthersichen Weltbundes. Und der Text fährt fort: "Junge Menschen arbeiten Seite an Seite mit Bischöfen, um Kleidung für Obdachlose zu sortieren, Suppe an Hungrige zu verteilen und Schutzdeiche gegen mögliche Überflutungen zu bauen.  Andere Jugendliche tragen schwere Wasserkanister, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Lebenssituation in vielen Teilen der Welt ist, wo Menschen lange Wege zurücklegen müssen, um Wasser zu holen. Willkommen auf dem lutherischen Jugendfestival Szélrozsa in Ungarn, von dem man allgemein sagt, dass es die Olympischen Spiele für Freiwillige sind. Szélrozsa bedeutet Windrose. Das Festival wird alle zwei Jahre im Sommer organisiert und bringt zwischen 2.000 und 3.000 junge LutheranerInnen aus Ungarn und Gäste aus Deutschland, Finnland, Rumänien und der Slowakischen Republik zusammen." Mehr unter: http://www.lutheranworld.org/lwf/index.php/hungary-counter-discrimination.html?lang=de

Im Projektkatalog 2003 wurde über die Konfirmandengabe das Jugendprojekt der luthersichen Kirche in Ungarn gefördert!!!

Zwölf wissenswerte Dinge über den Talar in der evangelischen Tradition in Deutschland: Es war nicht immer so, dass Männer UND Frauen Talar tragen durften

Auf evangelisch.de findet sich ein interessanter Fragekatalog um den Talar in evenaglischen Gottesdiensten:
"1. Hätten Sie gewusst, dass …
der schwarze Talar mit weißem Beffchen der evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer, wie er heute in den meisten Landeskirchen Tradition ist, NICHT auf Luther zurück geht?
Luther selbst nämlich trug im sonntäglichen Gottesdienst die Gewandung, die die Geistlichen seiner Zeit auszeichnete: Chorhemd und Kasel. Nur zur Predigt legte er, sichtbar für die gesamte Gemeinde, das Messgewand ab und sprach in der Alltags-Standeskleidung weiter zum versammelten Volk. In seinem Fall war das zunächst die Ordenskleidung der Augustiner, und nach seinem Ausscheiden aus dem Kloster das vornehme Professorengewand seiner Zeit, die schwarze sogenannte Schaube. Luther selbst fand es auch – im Gegensatz zu anderen Reformatoren wie Calvin und Zwingli – unwichtig für die Erlangung des Heils durch Jesus Christus, ob ein liturgisches Gewand getragen wurde oder nicht. Das gehörte für ihn zu den sogenannten 'Adiaphora', also nur mittelbaren Dingen, die laut Bibel weder geboten, noch verboten waren ..."

Dienstag, 27. November 2012

Aus der Geschichte der Kirchen in Russland

Aus der Geschichte der Kirchen in Russland im Jahr 1940/41 findet sich in der "Jahresrundschau über die Diapsora" Folgendes:
"Das frühere Rußland zählte über 100 Millionen Gläubige, 46.437 Kirchen und 50.960 Priesterder orthodoxen Kirche. Außerdem gab es zwei Millionen deutsche Lutheraner. Über diese Kirche ist nun eine Verfolgung in Gang gesetzt worden, die frühere Christenverfolgungen etwa die im römischen Reich gänzlich in den Schatten stellt. Denn hier hat systematisches einheitliches Staatsvorgehen über das ganze Gebiet der Sowjetunion stattgefunden, das alle Ausübung des Glaubens zu verhindern im Zuge war. Es sind nur etwas 15.000 Kirchenstehengebleiben, die als Speicher, Werkstuben, Teehäuser, Museen verwandt werden, in wenigen kleineren Kirchen darf noch Gottesdienst verrichtet werden. Von den 3.000 Moskauer Kirchen sind noch 25 kleinere in gottesdienstlichem Gebrauch. Schon 1937 wurde die Zahl der emordeten Bischöfe auf 50, der Priester auf 4.860 angegeben. Von 800 evangelischen Kirchen, lutherischen und reformierten, dient keine mehr ihrer Bestimmung, die deutschen Pfarrer sind ihrer Ämter enthoben, verschickt oder tot. Trotzdem hören in den Gottlosenblättern die Klagen darüber nicht auf, dass Kinder und Jugendliche immer noch beten und in die Kirche gehen, und man hat eine besondere religionsfeindliche Schulung der jungen Soldaten in den Kasernen für nötig erachtet."

Montag, 26. November 2012

Propst Vieweg aus Kaliningrad besucht das GAW

Propst Vieweg (Mitte)
Seit gut einem Vierteljahr leitet Propst Vieweg als "letzte Aufbauhelfer der EKD" , so eine Zeitungsnotiz, die Porpstei Kaliningrad, die zur Evangelisch-Lutherischen Kirche im Europäischen Russland gehört (ELKER).
Seit 1991 leistet die EKD den Protestanten in der Region Kaliningrad, die fast so groß wie Schleswig-Holstein ist, Aufbauhilfe. Diese gründeten nach dem Mauerfall mit Hilfe aus Deutschland die lutherische Propstei, die heute rund 40 Gemeinden mit sieben Pfarrern umfasst. Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele der vorwiegend russischen Einwohner in der Region den christlichen Kirchen angehören. Dort leben rund eine Million Menschen. Von den einstigen Sowjetherren wurden die Religionen unterdrückt. Deshalb ist auch die Anzahl der Lutheraner überschaubar. 
"Das heutige Kaliningrad ist nicht das alte Königsberg," erzählt Vieweg nüchtern. "Vieles wurde zerstört. Meine Aufgabe dort ist eine große Herausforderung für mich“, sagt er. "Ziel ist es, die Leitung der Propstei in den kommenden 2-3 Jahren in die Hände einer oder eines Einheimischen zu übergeben. Bis dahin ist viel zu tun."
Propst Vieweg machte Station in der Zentrale des GAW und berichtete dem Präsidenten und Generalsekretär von seinen Eindrücken und von den Plänen für die kommende Zeit.

Donnerstag, 22. November 2012

Einführung des Vorstandes des GAW der EKM

Mitglieder des Vorstandes des GAW der EKM
Am Buß- und Bettag wurde der Vorstand des GAW der EKM im Rahmen des Eröffnungsgottesdienstes der Synode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland in sein Amt durch Landesbischöfin Junkermann eingeführt. Für die zusammenwachsende Landeskirche aus der ehemaligen thüringische Kirche und der Kirchenprovinz in Sachsen (KPiS) ist das ein wichtiges Signal. Hatte sich das GAW der KPiS inzwischen aufgelöst und in die neue Struktur unter Leitung des thüringischen Propsten Werneburg eingebunden, müssen die thüringer Schwestern und Brüder noch gewonnen werden. Zahlreiche Kirchenkreise sind aber inzwischen Mitglieder geworden. Und in zahlreichen Kirchenkreisen gibt es für diese sich neu strukturierende GAW-Arbeit Ansprechpartner, die einen Neuanfang begrüßen.

Dienstag, 20. November 2012

Situation der Theologischen Fakultät

Alzbeta vor der Theolog. Fakultät
Die Theologische Fakultät an der Karlsuniversität in Prag hat eine lange und gute Tradition. Die Qualität der akademischen Ausbildung wird geschätzt. "Studierende u.a. aus der Slowakei kommen, weil sie es hier besser finden als bei sich," sagt Alzbeta.
Im Wintersemester 2011/12 waren 188 Studenten und 67 Doktoranden Theologie eingeschrieben. 2/3 der Studierenden bereiten sich auf das Pfarramt vor. Im Jahr werden im Durchschnitt 8 Absolventen in den kirchlichen Vorbereitungsdienst übernommen. "Wir beobachten wie in vielen Nachbarländern einen Rückgang an Studierenden," sagt Synodalsenior Joel Ruml. "Wir könnten noch mehr übernehmen, denn es gibt etliche vakante Pfarrstellen." Allerdings gibt es inzwischen eine Diskussion darüber, wieviele Gemeindeglieder nötig sind, um eine Pfarrstelle finanzieren zu können. Das wurde gerade auf der letzten Synode diskutiert bei der Thematik des Umgangs mit kleinen Gemeinden. Hier setzt z.Zt ein Umdenkungsprozess ein. Das hängt auch mit dem Restitutionsgesetz zusammen. In Kürze wird die Kirche über etliche Geldmittel verfügen. Hier gilt es klug zu entscheiden, welche Aufgaben wie in Zukunft finanziert werden sollen, wenn der Staat sich sukzessive aus der Finanzierung zurückziehen wird.
In diesem Kontext steht auch die Frage, ob das Gebäude der Fakultät an die Universität verkauft werden soll. Die Mieteinnahmen der Uni an die Kirche sind im Verzug. Das Gebäude ist auch eine Belastung geworden. Umstritten ist diese Frage.

Montag, 19. November 2012

Mitgliederentwicklung der EKBB in Tschechien

Joel Ruml (r.)
"Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) ist nach wie vor die zweitgrößte Kirche in Tschechien," berichtet Synodalsenior Joel Ruml beim Runden Tisch der Partner der EKBB in Prag. "Im Jahr 2011 wurden die Zahlen der jüngsten Volkszählung veröffentlicht. Sie sagt, dass unsere Kirche noch 50.000 Mitglieder hat. Wobei unsere eigene Statistik nach wie vor von 90.000 Mitgliedern ausgeht," berichtet er. Das hängt u.a. damit zusammen, dass 47% der Bevölkerung keine Angaben zur Religionszugehörigkeit gemacht hat. Dazu haben 700.000 Menschen gesagt, dass sie gläubig seinen ohne einer Kirche anzugehören. "Insgesamt bestätigt die Volkszählung eine Krise der Institutionen," deutet Ruml die Ergebnisse. "Die tschechische Gesellschaft ist schwierig. Besonders betrifft das ihr Verhältnis zur Religion, zu Kirchen." Und Ruml fährt fort: "Das soll nicht dazu führen, zu verzweifeln, sondern Menschen fort- und auszubilden, in diesem Kontext das Evangelium von Jesus Christus einladend zu verkündigen."

Sonntag, 18. November 2012

Entschädigung für die tschechischen Kirchen

In der Mitte Pavel Stolař
"In der tschechischen Gesellschaft gibt es eine schwierige Entwicklung," berichtet Pavel Stolař, 1. Stellvertreter der Synodalkuratorin der Ev. Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB). "Auf Grund der harten Sparpolitik der Regierung gibt es viel Widerstand in der Bevölkerung. Das treibt den Kommunisten und Sozialisten Protestwähler in die Arme," fährt er fort. "In diesem Zusammenhang befindet sich das Restitutionsgesetz für die Kirchen. Die linken Gegner nutzen die Proteststimmung, um auch Stimmung gegen die Kirchen zu machen. Das ist nicht gut!" In den vergangenen 20 Jahren gab es mehrfach Versuche, die Frage der Entschädigung für die enteigneten Liegenschaften und Güter der Kirchen aus der Zeit des Kommunismus zu klären. Die sind gescheitert. Jetzt gab es einen neuen Anlauf, der u.a. auch motiviert war durch den Beitritt Tschechiens zur EU. Die EU forderte einen Ausgleich für die Kirchen für das erlittene Unrecht. Die Mitte-Rechts-Regierung hat jetzt eine Klärung der Frage weit vorangetrieben. Nachdem das Parlament, das von der Regierungskoalition mehrheitlich gestellt wird zugestimmt hatte, hatte der linksgerichtete Senat dagegen votiert und damit erzwungen, dass das Parlament erneut entscheiden musste. Das ist jetzt mit einer Mehrheit gelungen. Jetzt liegt es am Staatspräsidenten, das Gesetz zu unterschrieben. Er wird es wohl tun. So heißt es aus vertrauten Kreisen. Nur könnten jetzt die linken Parteien noch das Verfassungsgericht anrufen. "Wahrscheinlich werden sie es tun," sagt Pavel Stolař pessimistisch. Denn eigentlich soll das Restitutionsgesetz ab 1.1.2013 gültig sein. Das hieße, dass im Laufe von 30 Jahren die staatlichen Gelder zur Unterstützung der Kirchen auf Null gehen. Dafür gibt es für einen Teil der enteigneten Liegenschaften eine erst einmal hohe Ersatzzahlung. "Für den Staat ist das gut. Eigentlich diktiert er uns die Vorgaben. Real müsste der Staat mehr geben," sagt Stolař. Nichtsestotrotz will die Kirche eine Eigenständigkeit vom Staat und plant schon dafür. Beratend sind deutsche Landeskirche hilfreich tätig, damit gut und nachhaltig mit dem Geld umgegangen wird.

Wiedersehen mit einer tschechischen Stipendiatin

Alžběta, ehemalige GAW-Stipendiatin (r.)
"Am Liebsten würde ich nach Leipzig zurückkommen," erzählt bei einem Kaffee Alžběta Matějovská, Theologiestudentin an der Theologischen Fakultät in Prag. In einem Jahr wird sie ihr Examen ablegen und dann wahrscheinlich ein einjähriges Vikariat in ihrer Kirche, der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) absolvieren. "Mir hat insbesondere die Praktische Theologie in Leipzig gefallen. Das ist bei uns nicht zu gut. Die Orientierung an der Praxis gefällt mir!" sagt sie. Alžběta holte mich vom Prager Hauptbahnhof ab. In diesen Tagen hat die Kirchenleitung der EKBB die verschiedenen Partnerkirchen und Hilfsorgansationen zu einem Runden Tisch eingeladen, um über die derzeitige Entwicklung in der Kirche und Gesellschaft zu informieren und Hilfen zu koordinieren. Das ist eine willkommene Gelegenheiten, um die Partnerschaft zu vertiefen und eine ehemalige Stipendiatin aus dem Jahr 2011/2012 wieder zu treffen. "Leipzig war so wunderbar!" schwärmt Alžběta. "Ich bin dem GAW dankbar. Und vor allen Dingen habe ich Freunde in Brasilien, Italien, Slowenien, der Slowakei und Rumänien kennenlernen dürfen. Ich hoffe, dass sowohl die Kontakte zu meinen Mitstipendiaten als auch zum GAW erhalten bleiben!" - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 16. November 2012

30 Jahre Frauenordination in Brasilien


Pastorinnen der IECLB
Am 13. November 1982 wurde die erste Ordination einer Frau ins Pfarramt in der lutherischen Kirche Brasiliens (IECLB) gefeiert. Es war ein langer Weg bis zu diesem Zeitpunkt. 1952 begannen die ersten Frauen mit einem Theologiestudium in Sao Leopoldo. Die Entschlossenheit und Beharrlichkeit führte 30 Jahre später dazu, dass Frauen zum Pfarramt zugelassen wurde. Jetzt 30 Jahre später trafen sich 106 ordinierte brasilianische Pfarrerinnen, daran zu erinnern und gleichzeitig über ihre Rolle in der Kirche zu reflektieren. Neben den Pfarrerinnen gibt es über 240 weitere eingesegnete Amtsträgerinnen, die im katechetischen, diakonalen oder missionarischen Bereich der Kirche Verantwortung tragen. Das Treffen im November 2012 war von großer Dankbarkeit geprägt über die zurückliegenden Jahre und gleichzeitig diente das Treffen der kritischen Evaluierung der derzeitigen Situation der Frauen in der Kirche. Dabei wurde betont, dass die Theologie der christlichen Kirchen durch ihre tief patriarchalischen Tradition geprägt sei, die zu überwinden ist, um zur Transformation der Gewalt beizutragen. Es sei nicht immer leicht, die sozialen Mechanismen, die zur Aufrechterhaltung der Gewalt gegen Frauen beitragen zu identifizieren. Die Hoffnung sei, dass die Präsenz von Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft Vorurteile abbaut und Gewalt überwinden hilft.

Donnerstag, 15. November 2012

Lutheraner in Moldawien

"Bessarabien" - heute Moldawien liegt am Schwarzen Meer und gehörte im Lauf der Geschichte zu Rußland, Rumänien, der Sowjetunion und jetzt zur Ukraine und Moldawien. Über 125 Jahre lebten die sog. "Bessarabien"-Deutschen in dieser Region. Ende des 18. Jahrhundert lud Zar Alexander I. deutsche Siedler ein, sich in den brachliegenden Ländereien von Bessarabien anzusiedeln. Er gewährte Religionsfreiheit, Selbstverwaltung und Befreiung vom Militärdienst. In ihrer Geschichte waren die Bessarabiendeutschen eine nahezu rein bäuerlichen Bevölkerung. Sie stellten mit drei Prozent Bevölkerungsanteil eine Minderheit dar.1940 wurde der Hitler-Stalin-Pakt geschlossen. Bessarabien kam zur Sowjetunion. Die Deutschen mussten gehen, da sonst die Verschleppung nach Sibirien drohte. Nahezu alle 93.000 Menschen deutscher Abstammung gingen. Ganz wenige blieben übrig. Deshalb kam auch das Leben der ehemals lutherischen Kirche zum Erliegen.
"In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts zogen russlanddeutsche evangelisch-lutherische Familien aus anderen Sowjetrepubliken in die Moldauische Republik. Zu einer offiziellen Gemeindegründung kam es aber nicht. Man versammelte sich in Privathäusern zu Gottesdiensten, die von Laien gehalten wurden. Die meisten dieser Russlanddeutschen und auch die wenigen noch im Land verbliebenen Bessarabiendeutschen siedelten in den 80er Jahren nach Deutschland um. Eine letzte große Auswanderungswelle kam nach dem Ende der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre. Eine kleine Gruppe von Deutschen und Deutschstämmigen blieb im Land. Manche besannen sich ihrer evangelischen Wurzeln. So kam es im Februar 2000 zur Gründung der evangelisch-lutherischen Gemeinde Hl. Nikolae (Nikolaus) in Chişinău, die im April 2003 amtlich anerkannt wurde." (Schlessmann) 
Der Martin Luther Bund berichtet auf seiner Homepage über die gegenwärtige Lage:
"Pfarrer Valentin Drâgan betreut die Gemeinden in Chisinâu/Kischinau und Bâlti/Belz sowie in Bendery/Bender ehrenamtlich, da die kleinen Gemeinden die Anstellung eines Pfarrers finanziell nicht tragen können. An jedem Wochenende besucht er die Gemeinden, hält Gottesdienste und Bibelstunden. Etwa 500 km fährt er auf schlechten Straßen. Geistliche, geistige und soziale Not ist in diesem Vielvölkerstaat überall zu spüren und zu sehen..."  
Mit Hilfe des GAW wurde schon einmal eine Kinderfreizeit durchgeführt. Die Arbeit der luthersichen Gemeinden unter Leitung von Pfarrer Dragan ist wenig bekannt. Formell ist man weder mit dem Lutherischen Weltbund noch mit anderen Organisationen verbunden. Ziel ist es, dass man als Kirche anerkannt und nicht in Gefahr gerät, als Sekte angesehen zu werden. Dafür wäre ein nach aussen hin sichtbarer Kirchbau wünschenswert.

Dienstag, 13. November 2012

Workshop Markenname GAW


Das GAW befindet sich z.Zt. in einem Prozess, um darüber nachzudenken, wie die wichtige Arbeit für unsere Schwestern und Brüder in der weltweiten Diaspora innerkirchlich in Deutschland besser vermittelt werden kann. Warum ist diese Arbeit wichtig? Warum tun wir es? Wo soll es hingehen? Der Name unseres Diasporawerkes läßt nicht sofort erschließen, was unser Werk tut. Das ist allein schon im innerkirchlichen Kontext nicht einfach. Im Jahr 2011 hat ein Gutachten der EKD angeregt, sich mit dem Markennamen unseres Werkes auseinander zu setzen. Hingewiesen wurde insbesondere darauf, dass der Name GAW keine Assoziation auslöst, was den Inhalt der Arbeit betrifft. 
Dieser Schritt ist ein wichtiger Baustein, sich mit dem Leitbild auseinanderzusetzen.
Im November 2012 fand ein Workshop zu dieser wichtigen Frage statt an dem Repräsentanten der verschiedenen Hauptgruppen des GAW teilgenommen haben. Dabei ging es um eine vertiefende Reflexion über das Erscheinungsbild des GAW, über die Assoziationen, die man mit dem Namen verbindet, um die Frage, wie man mit wenigen Worten erklären kann, was das GAW leistet und welche Ziele es verfolgt.
Dieser Workshop bildet eine Zwischenstation hin zu Vorschlägen, in welcher Weise sich der Markenname verwandeln kann.
Begleitet wird der Prozess von Experten, die in verschiedenen Bereichen in dieser Hinsicht gearbeitet haben.
Im kommenden Jahr wird es weitere Termine geben, die hoffentlich eine Entscheidung herbeiführen können.

Freitag, 9. November 2012

Bischof in der ILCH

Bischof Sander (rechts) von der ILCH
Über 30 Jahren lebt Siegfried Sander in Chile. Als gerade frisch ausgebildeter Theologe wurde ihm angeboten, in der Iglesia Luterana de Chile (ILCH) als Pfarrer zu arbeiten. Mit einem missionarischen Sendungsbewußtsein, der Verlockung eines Abenteuers und dem Wunsch, als Pfarrer zu arbeiten, zog er los. Damals hatte es die ILCH schwer, Pfarrer für die Kirche zu gewinnen. Der Militärputsch lag nicht lange zurück. Die neu entstandene lutherische Kirche hatte nach der Kirchenspaltung viele Pfarrer verloren. Die EKD war zu diesem Zeitpunkt nicht bereit, in diese Kirche Pfarrer zu entsenden. So suchten engagierte Laien für ihre Kirche Theologennachwuchs. Bei der Feta in Basel, einer eher evangelikal ausgerichteten theologischen Ausbildungsstätte, wurden sie u.a. fündig. So kam Siegfried Sander nach Chile.
Inzwischen ist er seit über einem Jahr Bischof der Kirche. Durch die Geschichte ist der Theologennachwuchs inhomogen. Desto dankbarer ist er für die Vermittlung einer jungen Vikarin in seine Kirche, die in Deutschland ausgebildet wurde. Hanna Schramm arbeitet unter seiner Anleitung seit März 2012 in der ILCH und hilft allein durch ihre Präsenz, dass die Kirche sich öffnen kann. Das ist ein langsamer Prozess, denn nach der Spaltung gab es kaum internationale Kontakte. Und die Kirche ist auf der Suche nach ihrer Identität.
In der ILCH arbeitete bisher keine Frau als Pfarrerin. Das soll sich ändern. Im März 2014 soll feierlich die Ordination von Hanna gefeiert werden. 

Mittwoch, 7. November 2012

Klausurtagung des Diasporaauschusses der Nordkirche

Der Diasporaausschuss der Nordkirche, dem u.a. die beiden Diasporawerke - GAW und MLB - angehören, trafen sich zu einer intensiven Klausurtagung in Greifswald. Gerade für unsere drei norddeutschen Hauptgruppen war das ein wichtiger Impuls, um zu diskutieren, wie die Erfahrungen aus der Diaspora und die Diaspoarverantwortung der Nordkirche, die in der Verfassung festgeschrieben ist, mit Leben gefüllt werden kann. "Wie können wir den Schatz der Diasporaarbeit sichtbar machen und zum Glänzen bringen?" unter dieser Leitfrage stand der Austausch. Dabei ging es zunächst um eine Vergewisserung, warum diese Arbeit zum Wesensmerkmal und zur kirchlichen Lebensäußerung immer dazu gehört und in einem zweiten Schritt um Konkretion und der Frage, wie neu Menschen gewonnen werden können, sich für unsere Schwestern und Brüder in der weltweiten Diaspora einzusetzen.

Dienstag, 6. November 2012

Frieden in Kolumbien?


Lizbeth Zulanlly Chaparro, GAW-Stipendiatin
Einen erneuten Versuch, Frieden zu erlangen, gibt es in Kolumbien. Die Regierung und die linksgerichtete Farc-Guerilla versuchen erneut, sich am Verhandlungstisch einig zu werden über Schritte zu einem stabilen Frieden.  Nach der offiziellen Eröffnung der Gespräche in Norwegen soll der Dialog am 15. November in Havanna begonnen werden. 
Grund genug für uns als GAW, mit unseren Gebeten an die Seite unserer lutherischen Schwestern und Brüder zu stellen, die diesen Prozess in ökumenischen Kreisen aktiv begleiten und unterstützen. In der diakonische Arbeit kümmern sich die Gemeinde der Kirche um Flüchtlinge des Bürgerkrieges. Dabei sagt der lutherische Bischof Eduardo Martinez deutlich: "Ein dauerhafter Frieden ist mehr als nur eine Beendigung der Gewalt. es geht um Gerechtigkeit. Insbesondere die Frage der Rückübertragung enteigneten Landes an die sog. "desplazados"ist ein komplexes Thema. Da kommen dann Interessen auch internationaler Konzerne dazu, wie z.B. der Palmölindustrie." Trotzdem ist er fest überzeugt, dass Kolumbien einen Wandel braucht. "Die Bevölkerung ist es leid, dass immer noch Menschen sterben, Menschen verschleppt oder vertrieben werden und der Drogenhandel floriert," sagt er.
Im Friedensgebet der Nikolaigemeinde in Leipzig am Montag, d. 5. November haben wir für diesen Friedensprozess gebetet. Lizbeth Chaparro, kolumbianische Stipendiatin des GAW berichtete eindrücklich von der Situation in ihrem Land und der Hoffnung besonders der jüngeren Generation. Sie sagte: "Vielleicht ergibt sich aus diesem Prozess eine Chance zu einer endgültigen Waffenruhe zu kommen. Allerdings, auch wenn in Kolumbien keine Waffe mehr abgefeuert werden sollte, müssen wir weiter an anderen sozialen Problemen arbeiten, wie Armut, Korruption und so weiter, die auch gelöst werden müssen. Als Christin und Kolumbianerin, bitte ich Sie um Ihre Gebete für unser Land, besonders für diejenigen, die an einer sichereren Zukunft für die Bewohner des Landes arbeiten. Unterstützen Sie uns gegen den Drogenhandel und helfen Sie uns bei der Überwachung der Einhaltung des Friedensvertrages in Kolumbien."
Für ein Projekt der luthreischen Kirche in Kolumbiens wurde am Ende des Friedensgebetes die Kollekte gesammelt.

Samstag, 3. November 2012

Vereleihung des Lutherpreises der Stadt Wittenberg 2012

In der neuen Ausgabe von Publik-Forum wird über die Vergabe des Lutherpreises der Stadt Wittenberg für die russische Frauenpunk-Band Pussy-Riot diskutiert. Pfarrer em. Schorlemmer hält die Verleihung des Preises für völlig unangebracht. Ähnlich äußert sich unsere lutherische Partnerkriche in Rußland.  Die Frauenbeauftragte Pfarrerin Lena Bondarenko schreibt: "Ich denke, es war keine gute Idee war, den Lutherpreis dieser Band zu überreichen. nach unserer Meinung war es ein komerzieller Auftritt dieser Punkgruppe, die sie schnell aus dem Schatten in die weltliche Berümtheit geholt hat. Wir als lutherische Kirche haben unsere Meinung auch geäussert, dass die Strafe für sie zu strickt war. Man sollte barmherziger sein, aber wir unterstützen diesen Auftritt nicht, weil er theologisch und politisch ganz sinnlos war. Mit der Reformierung der Kirche und einer vernünftigen Opposition in der Politik hat das nichts zu tun."

Donnerstag, 1. November 2012

Reformation und Toleranz

Auf evangelisch.de wird berichtet über den Start des neuen Themenjahres der Reformationsdekade: "Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwochabend in Worms ihr Themenjahr "Reformation und Toleranz" eröffnet. Der Schwerpunkt verspricht lebhafte Diskussionen – weit über die Kirche hinaus...." Mehr unter:
Das GAW beteiligt sich daran intensiv. So hat das GAW Sachsen ein Projekt erarbeitet "Grenzen der Toleranz". Im sächsisch-böhmischen Grenzgebiet soll an verschiedenen Orten an Orte der Toerlanz und Intoleranz erinnert werden. Dabei werden auch aktuelle Themen aufgenommen, wie der Umgang mit Roma, die im Grenzgebiet leben. Mit der Theologischen Fakultät wird es einen Workshop geben und auf der Veretreterversammlung im September 2013 werden unter der Frage der Diasporaverantwortung die Frage nach Toleranz und Intoleranz gestellt.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Predigt zum Reformationstag 2012

"‚Aufruf zur rechten Freiheit‘ – so ist unser Textabschnitt in der Lutherübersetzung überschrieben. Tatsächlich ist der Umgang mit der ‚rechten Freiheit‘ eine der wichtigsten Herausforderungen unseres christlichen Lebens. Aber was ist mit dem Begriff Freiheit gemeint? Warum wird darauf bestanden, dass es um die ‚rechte‘ Freiheit geht? Gibt es etwa auch eine ‚unrechte‘ Freiheit? Viele Glaubenskritiker werfen uns Christen vor, wir würden es uns zu einfach machen mit der Freiheit. Wenn das Gesetz nicht mehr verbindlich gilt, dann sei das Chaos vorprogrammiert. Dann kann eine Gesellschaft nicht wirklich funktionieren. Dann macht jeder, was er will. Dann kann man sich auf nichts und niemanden mehr verlassen. Ich lade Sie ein, mit mir in die Lebenswelt des Galaterbriefes einzutauchen, seinen Hintergrund und seine theologische Hauptaussage zu verstehen, um dann miteinander die ‚rechte‘ Freiheit zu entdecken – jene Freiheit, zu der uns Christus befreit hat..." - so beginnt die Predigtmeditation von Pfarrerin Annedore Venhaus von der Evangelischen Kirche am La Plata (IERP) für den diesjährigen Reformationstag.
Das GAW bittet in jedem Jahr einen Prediger aus den Diasporapartnerkirchen eine Meditation vorzubereiten für den Reformationstag. Immer noch wird in zahlreichen Gliedkirchen der EKD gerade an diesem Tag das GAW in den Blick genommen. Die vollständige Meditation finden Sie unter folgendem link: http://www.gustav-adolf-werk.de/predigten-und-predigthilfen.html

Freitag, 26. Oktober 2012

15-jähriges Jubiläum des Evangelischen Studienhauses in Leipzig


Das Evangelische Studentenwohnheim in Leipzig, in dem auch die GAW-Stipendiaten wohnen, feiert heute sein 15-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst, Festvortrag und anschließendem Empfang. Seit 1997 gibt es unser erneuertes Stipendiatenprogramm, das es Theologiestudierenden aus den Diasporapartnerkirchen des GAW ermöglicht, ein Jahr an der Theologischen Fakultät in Leipzig zu studieren. Das war erneut möglich geworden durch den Bau des Evangelischen Studienhauses in Leipzig-Stötteritz. An diesem Bau hat sich das GAW beteiligt. Wahrscheinlich wäre es ohne diese Beteiligung schwierig geworden, dieses Projekt zu realisieren. Für unsere Stipendiaten ist es eine ideale Unterkunft, denn hier finden sie eine größere Gemeinschaft deutschsprachiger Studierender, studentisches Leben, gute Betreuung durch den im Haus mitlebenden und verantwortlichen Pfarrer Grunow, geistliche Gemeinschaft und natürlich einer gute Bibliothek. 
Das GAW vergibt seit dem 19. Jahrhundert Stipendien. Einen besonderen Schwung bekam dieses einmalige Stipendienprogramm durch das 1930 errichtete Franz-Rendtorff-Haus in Leipzig-Schleußig. Prof. Rendtorff, zu der Zeit Präsident des GAW, sagte in seiner damaligen Ansprache: "Seit fast 100 Jahren verfolgt das GAW mit seinem die Welt umspannenden kirchlichen Liebeswerk das Ziel, evangelischen Kirchen und Gemeinden in der Zerstreuung, die in Gefahr sind, in einer fremdartigen Umwelt Schaden zu leiden oder gar zugrunde zu gehen, zur Erhaltung ihres Lebens nach Kräften beizustehen. Als ein Hauptmittel dieser Hilfeleistung hat sich je länger je deutlicher herausgestellt, die Förderung vorhandener und die Heranbildung neuer persönlicher Kräfte für den Dienst am Evangelium in der Zerstreuung. Im Jahr 1929 wurden allein 180 Stipendien in Deutschland gegeben. Um in Leipzig für eine vertiefende Begleitung zu sorgen, entschloss sich der Verein, das Studienhaus zu errichten."
Wir als GAW feiern heute somit nicht allein 15 Jahre Ev. Studienhaus, nein - wir begehen eine 80-jährige Tradition der Begleitung von Diasporastudierenden durch das Angebot eines Studienhauses. Und wir bringen uns in diese Feier mit einer langen Tradition der Förderung theologischen Nachwuchses aus der Diaspora ein. So wurde z.B. im Projektkatalog des Jahres 1891 ein  "Italienisches Lutherstipendium für Theologie Studierende der Waldenser an deutschen Universitäten" beworben.