Mittwoch, 29. Juni 2011

Diaspora und Mission - Workshop in Leipzig am 30. Juni

"Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche. Darum ist es für jeden Christen und jede Christin unverzichtbar, Gottes Wort zu verkünden." Mit diesen Worten beginnt ein vom ÖRK gerade veröffentlichtes Dokument, in dem für jede christliche Missionsarbeit gemeinsame Regeln gefordert werden. Mission müsse von Nächstenliebe, Mitgefühl, Demut und Integrität bestimmt sein.
Im Anhang des Dokumentes heißt es: "In der heutigen Welt arbeiten ChristInnen zunehmend miteinander..." Das betrifft auch die Arbeit von christlichen Hilfswerken, wie den Diasporawerken und den Missionswerken. 
Am 30. Juni werden wir in einem Diasporaworkshop an der Theologischen Fakultät in Leipzig uns mit dem Verhältnis von Mission und Diaspora auseinandersetzen. Was unterscheidet beide? Wo kommen sie zusammen und drücken Wesensbestimmungen von Kirche aus? Und wie können Diaspora- und Missionswerke zum Wohle der Partner miteinander arbeiten?
In seinem gerade im GAW erschienen Buch "Diaspora" schreibt René Krüger: "Es ist wichtig, den Charakter der Diaspora als nota ecclesiae neu zu entdecken, der von der neutestamentlichen Aufnahme des Begriffs auf die Existenz der Kirche als Minderheit - in der Welt verstreut - mit einer Mission hinweist." Man kann auf keinen Begriff verzichten. In diesem Sinne schreibt der ehemalige Präsident des GAW Franz Lau: "Das GAW hat im Unterschied zur Mission den bescheidenen Dienst des Bewahrens. Bauen und bewahren - das Letztere ist unsere Sache, ist unser Auftrag." - Pfarrer Enno Haaks 

Das Missionsdokument des ÖRK finden sie unter:

Montag, 27. Juni 2011

Die dienende Funktion des GAW

In einem Zitat aus dem Jahre 1932 heißt es: "Durch die Unterstützung, die das GAV gewährt, befähigt es, Gemeinde zu bauen. Dabei liegt dem Werk daran, die Selbständigkeit der Gemeinde zu wahren und ihrer Eigentätigkeit zu überlassen, was sie nur irgend zu leisten vermag. So gern es mit seinem Rat dient und mit einer Hilfe eintritt, so nimmt er doch in keiner Weise kirchenaufsichtliche Stellung in Anspruch. Dass diese den zuständigen Organen gebührt, ist für ihn selbstverständlich. Die kirchliche Ordnung soll nicht gestört werden, sondern zur vollen Auswirkung gelangen ... Daher wird seine Arbeit auch von keiner kirchenregimentlichen Stelle als ein Hineinregierenwollen empfunden ... Das GAV hat nie mehr gewollt, als den Dienst innerhalb der evangelischen Kirche zu tun." (1932, S. 205, Rendtorff-Festschrift)
Bis heute versteht sich das GAW so: "der Kirche dienen, nie Kirche machen". In der Praxis hat sich das sehr bewährt und Vertrauen geschaffen. Schwierig wird es immer dann, wenn ein anderer Anspruch in die Arbeit hineinkommt. Sich als Diener aller zu verstehen im Geiste Jesu sollte helfen, das zu verhindern. - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 23. Juni 2011

Lutherische Gemeinde auf Biennale

Lutherische Kirche in Venedig
Zur 54. Biennale in Venezia ist die Lutherische Kirchengemeinde Partnerin eines Kunstprojektes – zusammen mit der Sankt Lukas-Kirche in München und Künstlern aus Bayern.
Die Kirche selbst wird während der ganzen Zeit offen gehalten, was bisher nicht möglich war. Die Gemeinde ist klein und hat eine spannende und wechselvolle Geschichte hinter sich. Allein anhand einer Kirchenführung wird diese Geschichte deutlich.
Die Kunstwerke in der Kirche haben einen hohen Wert. Neben einem Tizian hängt ein Cranach. Das soll während der Biennale gezeigt werden neben weiteren Informationen für die Besucher über die Lutheraner in Italien. - Das GAW unterstützt diese Initiative. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 22. Juni 2011

Nachricht aus Argentinien

Aus Argentinien erreicht uns folgende Mail: 
„Im unten angegebenen Link könnt Ihr ein paar Fotos sehen, die zeigen wie es bei uns zur Zeit aussieht: in Bariloche: 40 cm Asche, nichts geht mehr, San Martin de Los Andes: ebenfalls 40 cm; Dauerbeben, dass die Fenster wackeln und die Fussböden Rissen bekommen, der ganze Flugverkehr in Argentinen und den Nachbarländern, eingestellt. Hier im Tal bei uns liegen 10 cm Asche, die Autos bleiben in der Garage, weil die eingesaugte Asche die Motoren ruiniert. Laut Vulkanologen soll es so noch ein paar Wochen weitergehen. Am schlimmsten sind die Schaf- und Rinderzüchter weiter südlich dran: die Tiere verdursten, und verhungern, weil das Wasser vergiftet und das Gras mit Asche zugedeckt ist. Selbst die Regierung redet jetzt von einer "Tragödie" und hat die Provinzen Río Negro und Chubut zum Katastrophengebiet erklärt. Ansonsten geht es uns gut, wir haben nur das ganze Haus und Altenheim voller Staub, zum Glück bekommen wir unser Trinkwasser aus dem knapp 100 Meter tiefen Brunnen. Die normale Wasserversorgung in den Städten ist seit Tagen zusammengebrochen. Herzliche Grüsse aus Patagonien - Reiner Kalmbach, Pfarrer"Fotos unter folgendem Link: http://www.boston.com/bigpicture/2011/06/volcano_erupts_in_chile.html

Montag, 20. Juni 2011

Kirche in Russland

In der Russischen Föderation gibt es mehrere lutherische Kirchen und Splittergruppen. Zwei Kirchen zählen zu den Partnerkirchen des GAW: Die ELKER (Evangelisch-Lutherische Kirche Europäisches Russland) und die ELKUSFO (Evangelisch-Lutherische Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten). Beide zusammen bilden rechtlich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Russland. Die ehemals dazugehörenden Kirchen der GUS-Staaten haben sich in einer Vereinbarung zueinander bekannt. Ein Bischofsrat trifft sich jährlich, um gemeinsame Fragen zu erörtern. 
"Auf dem riesigen Gebiet von Kaliningrad bis Wladiwostok sind 151 registrierte Gemeinden und ca. 135 religiöse Gruppen aktiv, die von 49 Pastoren betreut werden. Es gibt etwa 15 000 Beitrag zahlende Gemeindemitglieder, insgesamt werden etwa 100 000 Kirchgänger von der ELK in Russland betreut. Eine Ausbildungseinrichtung ist in Betrieb: das Theologische Seminar der ELKRAS in Nowosaratowka, das ausführende Organ für die ganze Kirche ist das Zentrale Kirchenamt in St. Petersburg, eine lokale Kirchenleitung ist außerdem in der ELK ER in Moskau, in der ELK USFO in Omsk sowie in der Kaliningrader Propstei der ELK ER in Kaliningrad aktiv. Die gemeinsame Leitung liegt in den Händen des Erzbischofs, die beiden Bischöfe in den Regionen sind die Brüder Dietrich Brauer in der ELK ER und Otto Schaude in der ELK USFO." Das berichtet Erzbischof August Kruse.

Samstag, 18. Juni 2011

Die Gustav Adolf-Arbeit erweitert den Blick

"Die Gustav Adolf-Arbeit erweitert den Blick. Es ist eine unleugbare, beklagenswerte Tatsache, dass der Gesichtskreis der meisten menschen auch bei uns zulande ein sehr enger und begrenzter ist. Die eigenen, oft so kleinlichen Interessen," die vielen Ablenkungen und Zerstreuungen, die Betriebsamkeit verhindern, dass man den Blick weitet und sich selbst zurücknehmen lernt, wenn man lernt, sich mit den Sorgen und Nöten der Diasporapartner auseinanderzusetzen. "Wie wird mit einem Schlage der Blick anders, wenn er hingelenkt wird zu den Glaubensgenossen in Lettland und Kroatien, in Polen und in Rumänien, in Spanien und Griechenland oder in Brasilien... Da wird der bisher so enge Horizont in wirksamer Weise erweitert, da treten die eigenen Interessen in den Hintergrund, da wird das Herz geweitet und läßt sich in Dienst nehmen. Da erfährt das Leben einen wertvollen Inhalt."
So lese ich in einem GAW-Buch aus dem Jahre 1932 und werde erinnert daran, wie schwer es heute immer noch ist oder noch schwerer (?), dass Menschen sich in Dienst nehmen lassen und die Diasporaverantwortung zur Christenpflicht gehört. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 15. Juni 2011

Schulbau im Norden Iraks - "Fonds Verfolgte Christen"

Bau der Schule in Bakhitma
„Verfolgung kennt keine konfessionellen Grenzen. Uns muss als GAW diese ökumenische Verantwortung für die bedrängten Schwestern und Brüder ein Herzensanliegen sein“, sagte vor Kurzem unser Präsident Dr. Hüffmeier bei einem Empfang für EKD-Auslandspfarrer auf dem Kirchentag. Seit einigen jahren gibt es einen „Fonds für Verfolgte Christen“ im Projektkatalog. In Zusammenarbeit mit der Bayrischen Landeskirche fördern wir aktuell mit einer Summe von 10.000 Euro die Erweiterung einer Schule in Bakhitma im Norden Iraks. Der irakische Erzpriester Emanuel Youkhana sagt: „Bei einer Reise durch den Irak haben wir viele Kirchengemeinden vor Ort gefragt, was sie am meisten benötigen. Dabei kam heraus: Es war immer die Bildung, die den irakischen Christen ein hohes Ansehen in der Gesellschaft gegeben hat. Daher brauchen wir Hilfe, wieder gute Bildungsarbeit machen zu können. - Zudem schafft Bildung Zukunft und Perspektiven. Wir müssen die Menschen, die im Land bleiben wollen, aktiv unterstützen.“ In den Norden Iraks sind viele Christen der Assyrischen Kirche des Ostens geflüchtet vor Verfolgungen im Süden. Hier können sie einigermaßen sicher leben. Trotzdem wollen viele gehen. Dorothea Droste vom Ökumenerefarat der Bayrischen Landeskirche schreibt uns: „Ich bitte sie für die irakischen Christen zu beten. Immer wieder sagen sie uns, dass die Solidarität im Glauben so wichtig ist, um durchhalten zu können… Hoffen wir gemeinsam, dass der christliche Glaube im Zweistromland trotz allem eine Zukunft hat.“ - Pfarrer Enno Haaks 

Dienstag, 14. Juni 2011

Vulkanausbruch in Chile und die Folgen in Argentinien

Aus Argentinien erreicht uns folgende Nachricht von Pfarrer Reiner Kalmbach: "Die Situation ist sehr chaotisch in Bariloche, Villa La Angostura und San Matin de Los Andes. Es haben sich in Angostura mehr als 50cm Vulkanasche angesammelt und in San Martin sind es um die 30cm, genau wie in Bariloche. Im Moment ist das größte Problem der Regen, d.h. in der Region fällt eine Mischung aus Regen und Vulkanasche und das lässt die Stromversorgung zusammenbrechen. Bariloche hat nicht einmal zwei Stunden Licht am Tag. In San Martin de los Andes brach die Wasserversorgung zusammen. Hunderte Dächer brachen durch das Gewicht ein (1 m² von Vulkanasche mit einer Dicke von 40 cm vermischt mir Regenwasser wiegt 250 kg!) und die Straßen der Zone sind von 19 Uhr bis 9 Uhr morgens gesperrt und bei einigen Strecken ist die Sicht gleich Null. Nun kommt auch noch die Kälte dazu. Die Asche behindert auch die Atemwege und Augen. Alle Schulen sind bis mindestens zum nächsten Dienstag geschlossen. Das Schlimmste und Traurigste ist die Situation der Bevölkerung im Süden vom Río Negro. Vor allem sterben tausende Tiere, weil sie kein Gras und Wasser haben und es fängt auch an zu schneien. Heute morgen habe ich mit Raúl Weigandt gesprochen, ein Mitglied von San Martin de Los Andes: gestern gab es eine Pause von Asche, doch heute morgen fing es wieder an Asche zu regen und die chilenischen Organisationen glauben, dass die Vulkanaktivität noch ansteigen wird."

Samstag, 11. Juni 2011

Am heiligen Pfingstfest

Du bist nicht ganz von uns geschieden,
Du nimmst dich unser ewig an,
Dein großes Herz ist nicht zufrieden
Mit allem, was es schon gethan.
Du hast den Tröster uns gesendet,
Den scharfen, reinen, klaren Geist,
Der Licht und Trost und Wahrheit spendet,
Und deine Zukunft uns verheißt.
O, jede Seele sei ihm offen,
Dem werthen, gottgesandten Freund,
Er stärke unser liebend Hoffen,
Bis der Geliebte selbst erscheint.
 Max von Schenkendorf (1783-1817)

Allen Mitgliedern und Freunden des Gustav-Adolf-Werkes wünschen wir ein gesegnetes Pfingstfest! - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 10. Juni 2011

Flüchtlingsprojekt und Gemeindehausbau in Malaga/Spanien

Gemeindegebäude in Malaga
Der Ausbau dieses Projektes, das unter so vielen Auflagen und Schwierigkeiten zu leiden hatte, ist in mehreren Bauabschnitten geplant. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Gemeinde ein altes Gebäude im Stadtzentrum von Malaga erworben und seitdem wenig daran gemacht, denn die evangelische Kirche hat es immer besonders schwer gehabt in Spanien. Jetzt konnten die ersten Sanierungsarbeiten begonnen werden. Manfred Benzing, der von der IEE für Andalusien und somit auch für Malaga zuständig ist, schreibt uns regelmäßig über den Fortgang der Renovierungsarbeiten. Auf jeden Fall macht die kommunale Verwaltung, die mit einer Schließung des Gebäudes und damit auch der Flüchtlingsarbeit drohte, keine Schwierigkeiten mehr. Heute sendete Manfred uns ein Foto aus dem "Patio" des Gebäudes, das die Baumaßnahmen zeigt. Wir danken allen, die sich dieses Projekt zu eigen gemacht haben für ihre Nachfragen und Hilfe und ihre Spenden. Besonders "Chrismon" hat uns sehr geholfen. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 8. Juni 2011

Menschen für Diaspora gewinnen...

In unserer GAW-Arbeit wollen wir Menschen gewinnen, sich für Minderheiten einzusetzen. Wir wollen ihre Herzen gewinnen für die, die es manchmal nicht einfach haben, ihren evangelischen Glauben zu leben. In Mittel- und Osteuropa wirkt oft genug auch die Zeit des Kommunismus nach, die viele tragende Gemeinschaftsstrukturen außerhalb "der Partei" zerstört haben. Kirchen hatten hierunter besonders zu leiden. Es ist nicht einfach, sich für solche Kirchen einzusetzen. Vor allen Dingen ist es nicht leicht, wenn im Stammland der Reformation durch Strukturreformen in Kirchen, durch Veränderung im Mitgliederverhalten, durch empfundene und reale Überlastung in den Pfarrämtern, Verantwortliche in Kirche kaum noch dazu kommen, an den Nächsten zu denken, der entfernter vom eigenen Kirchturm lebt. Ein Propst aus einer nördlichen Landeskirche sagte gerade: "Warum sollen wir uns auch noch für das GAW einsetzen? Wir haben doch so viel!" Recht hat er auf der einen Seite, auf der anderen Seite könnte ein Blick in evangelische Diasporakirchen aus dem Blickwinkel des spezifischen GAW-Auftrages helfen, die eigenen Sorgen und Nöte aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Spannend ist es immer wieder zu hören, wie Engagierte im GAW von den Bereicherungen erzählen, die sie erfahren. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 7. Juni 2011

Einfach besser leben

René Krüger auf dem Kirchentag
Einfach besser leben - je wie man will, kann man diese drei Worte unterschiedlich betonen. In seiner Bibelarbeit am 4. Juni auf dem Kirchentag in Dresden betonte René Krüger das erste Wort einfach, um mit Hilfe des Tagestextes aus Matthäus 6, 19-34 darüber nachzudenken, wie wir besser in dieser EINEN Welt leben können. "Die Alternative zum derzeitigen neoliberalen Wirtschaftssystem, das darauf aus ist, Menschen auszubeuten, und die Sucht nach immer mehr HABEN statt das SEIN zu fördern, macht uns alle kaputt," so Krüger. "Die Alternative ist EINFACH zu leben. Das hilft, daß wir uns nicht abhängig machen lassen vom Raffen und der Habsucht. Jesus wollte nicht, daß wir zu Objekten gemacht werden, sondern ruft uns zum Dienen auf. Das hilft uns, von uns abzusehen und dem Raffen nach immer mehr." Er beendete seine Bibelarbeit mit dem Ruf zu mehr Bescheidenheit, denn "ein anderes Leben ist möglich und verhilft zu mehr Zufriedenheit."
Gerade Diasporatheologen wie Krüger, die dem GAW eng verbunden sind, können die Erfahrungen aus ihrer kirchlichen Existenz in der Minderheit gut einbringen, um in all den Veränderungsprozessen den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren. - Pfarrer Enno Haaks

Vulkanausbruch in Chile

Ausbruch des Vulkans Puyehue
Wieder gab es in Chile einen Vulkanausbruch. Diesmal war es der Puyehue, der sich in Höhe Osorno im Süden Chiles befindet. Izani Bruch aus Osorno aus der Gemeinde La Paz der IELCH berichtet: "Von unserer Kirche aus können wir die Rauchwolken des Vulkans sehen. Hier in Osorno ist nichts passiert. Man hat es gespürt. Betroffen ist die Region des Grenzgebietes mit Argentinien. Weißer Staub regnete in Barriloche, einem beliebten argentinischen Urlaubsort. Es gibt Orte, die schon von der Außenwelt abgeschlossen sind."Patricia Cuyatti, Lateinamerikareferentin des Lutherischen Weltbundes hat an die beiden Kirchenleiter der lutherischen Partnerkirchen einen Solidaritätsbrief geschrieben. Wir werden weiterhin die Situation beobachten und auch mit den argentinischen Partnern in der IERP Kontakt halten. - Pfarrer Enno Haaks




Samstag, 4. Juni 2011

Herzenssache

Der Kirchentag ist immer wieder eine Chance, sich auf das zu besinnen, was dem Herzen frommt, was ihm gut tut, was uns Herzenssache ist. Beim Feierabendmal am Freitag Abend in der Schloßkirche Dresden-Lockwitz war das zu spüren, was uns als GAW Herzenssache ist. Die Geschichte der Ruth stand im Zentrum des Gottesdiensten in der voll gefüllten Kirche. Solche Flüchtlingsgeschichten sind in der Geschichte des GAW immer tief verankert. Gingen die protestantischen Auswanderer im 19. Jahrhundert nach Lateinamerika, weil ihnen in Deutschland teilweise die Lebensgrundlagen fehlten, so kommen heute in unsere Partnerkirchen in Südeuropa Flüchtlingsströme aus Afrika. Die Hälfte der Mitglieder der portugiesischen Partnerkirche sind Afrikaner z.B. - Auf Ruths Geschichte lag Segen. Aus schweren Bedingungen wurde Neuaufbrauch. In diese Geschichten sind wir einbezogen und stellen uns an die Seite derer, die Not leiden. - Die Stimmen aus der Diaspora wurden durch unsere Stipendiaten hörbar im Gottesdienst. Eine großer Chor ließ die Herzen sich weiten. Ein weiterer wunderbarer Abend in Dresden! - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 3. Juni 2011

Gelebte Ökumene

Bunt und lebendig präsentiert sich das Diasporawerk der EKD auf dem Markt der Möglichkeiten. "Gelebte Ökumene" so heißt der Themenbereich auf dieser Messe der Evangelischen Kirche in Deutschland. Alle Welt trifft sich hier. Um uns herum zeigen sich viele Partnerkirchen aus Mittel- und Osteuropa. Und so verwandelt sich unser Stand zu einem Begegnungsort mit unseren Partnern. Das gibt die Chance, zu Gesprächen und Kontakte zu vertiefen.
Auf unserem Stand wird um Beteiligung geworben. So verwandelt sich ein chilenisches Kirchenfenster in ein Mosaik und gleichzeitig wird durch diese Mitmachaktion zum "Gutes tun" eingeladen. Daneben werden aus gedrechselten Holzreifen Herzen passend zur Kirchentagslosung nach alter erzgebirgischer Tradition "geschlagen". - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 2. Juni 2011

Abend der Begegnung

Prof. Rene Krüger,
Prälatin Wulz (Vizepräsidentin des GAW)
Ein geschenkter gekneteter Engel von einem behinderten Kind beim Eröffnungsgottesdienst vor der Frauenkirche, mitten im späteren Gewusel Wiedersehen mit einer ehemaligen Praktikantin aus Chile, GAW-Treffpunkt in der Nähe der Kreuzkirche, ein kurzer Plausch mit einem Theologieprofessor vor dem Ambiente des Zwingers, Tanzen vor der Semperoper, vor dem Stand der Militärseelsorge kurz sprechen mit der Generalsekretärin des DEKT, Kerzenmeer auf und an der Elbe, ein guter Wein zum Abschluß - das war unser Eröffnungsabend beim Ev. Kirchentag in Dresden. Beschwingt, freundlich, gelassen, ermutigend - und einfach schön war der Auftakt unseres Kirchentages. Uns ging das Herz auf. Gelebte Kirchentagslosung!
Ab heute gibt es die Möglichkeit, das GAW auf dem Markt der Möglichkeiten zu treffen. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 1. Juni 2011

Die Sanierung des Kirch- und Flüchtlingsgebäudes läuft

Aus Andalusien erreicht uns folgende Nachricht: "Die unvermeidbar gewordene Sanierung des Kirchengebäudes mit seinem Flüchtlingszentrum ist nun in vollem Gang. Alle baufälligen Teile des Gebäudes konnten inzwischen entfernt, bzw. so gesichert werden, dass das Leben in der Gemeinde und im Flüchtlingszentrum weitergehen kann. Auch wenn überall gekloppt und gehämmert wird, sind Mitarbeiter und Flüchtlinge gleichermaßen froh und dankbar, dass diese Arbeiten nach so vielen anfänglichen Schwierigkeiten nun begonnen haben und damit die Schließung der gesamten Einrichtung verhindert wurde. Das war mit Anlass für das fast voll belegte Flüchtlingszentrum mit einem kleinen Frühlingsfest Anfang Mai mit Tanz und Musikbeiträgen der Flüchtlinge allen danke zu sagen, die diese Arbeiten derzeit möglich machen, wozu auch das Gustav-Adolf-Werk in Deutschland gehört, das dieses Projekt nicht zuletzt auch durch die Hilfe Ihrer Leser mit unterstützen kann. Vielen Dank und die besten Segenswünsche aus Malaga!"
Mehr dazu unter: www.chrismon.de (Projekte)

„…da wird auch dein Herz sein.“ (Losung des Ev. Kirchentages aus Matthäus 6,21)


Bildunterschrift hinzufüge
Kann das Herz an mehreren Orten sein? Oder geht das nicht? Zerfleddert man sich dabei? Wo ist unser Herz? Woran hängt es? Nach biblischem Glauben ist das Herz der Ort des Lebens. Das Herz steht für das Leben. Es geht um das ganze Leben und damit um den Sinn des eigenen Lebens. Wofür leben wir? Wofür setzen wir uns ein? Der Kirchentag in Dresden zeigt wieder in großer Vielfalt, wofür sich Menschen einsetzen. Es gibt so viele Themen und Aufgaben, die uns fordern, um dem Leben und damit dem Frieden und der Gerechtigkeit Raum zu geben. Daran muss uns liegen. Da muss unser Herz sein. Es darf sich nicht in falsche Abhängigkeiten begeben. Im Gustav-Adolf-Werk hängt unser Herz an den evangelischen Glaubensgeschwistern. In diesem Einsatz für Minderheitenkirchen empfinden wir uns oft als Beschenkte und lernen Demut ganz neu, denn dort herrscht auf der einen Seite oft Mangel, auf der anderen Seite aber auch viel Glaubensmut und –freude. Und wir lernen gemeinsam auf den zu hören, der uns allein durch Gnade befreit unser Herz zu öffnen für das Leben, für Frieden und Gerechtigkeit miteinander. Diesen Glauben gilt es, nach außen sichtbar zu machen, um zu zeigen, dass wir das im Herzen glauben. Das geht nur mit den Menschen, mit denen man zusammenlebt, mit der Familie, mit den Anvertrauten, mit den Nächsten! Das ist nicht immer einfach, denn gerade die einem besonders nahen Menschen muten sich einem mit all ihren Geschichten zu. Hier wird es spannend, wenn das Herz dann nicht ausweicht. Hier kann Leben wachsen und reifen, dass man dann auch Kraft gewinnt, sich fernen Nächsten zuzuwenden. Das scheint manchmal einfacher zu sein – ist vielleicht aber manchmal auch eine Flucht. Mit Herzen, Mund und Händen weist uns unser Gott in das Leben hinein. Er weist uns auf einen Schatz, der nicht von Motten zerfressen werden kann, wie es im 6. Kapitel des Matthäusevangeliums heißt. Er weist uns auf unsere Nächsten und lehrt uns, zu teilen und gemeinsam nach Frieden und Gerechtigkeit zu streben. - Pfarrer Enno Haaks