Montag, 30. Mai 2011

Lutherische Missionsgemeinde in Padre Hurtado/Chile

Eineinhalb bis zwei Stunden benötigt Pastorin Neli Maske für die Fahrt in die wachsende Armensiedlung mit dem Namen "Padre Hurtado" am Stadtrand Santiagos de Chile. Padre Hurtado war Jesuitenpriester, der zu Lebzeiten sich sehr für die Armen den chilenischen Gesellschaft eingesetzt und das größte Diakonische Werk Chiles mit Namen "Hogar de Cristo" aufgebaut hat. Er ist in der Katholischen Kirche inzwischen heilig gesprochen.
Pfarrerin Maske (2. v.l.)
Im Stadtteil Padre Hurtado versucht nun die kleine luthersiche Gemeinde La Trinidad aus dem Stadtzentrum eine missionarisch-diakonische Projekt zu realisieren. Vor drei jahren fing die Arbeit an. Man traf sich zunächst in den Häusern einiger weniger. Inzwischen gibt es eine Kindergruppe von bis zu 40 Kindern, eine Jugendgruppe mit 20 TeilnehmerInnen, eine Frauengruppe und eine Seniorengruppe. Der Bürgermeister des Stadtteils hat provisorisch einen Raum zur Verfügung gestellt, um diese gemeinschaft-und sinnstiftende Arbeit zu unterstützen. Denn in diesem Stadtteil mit hoher Arbeitslosigkeit, Drogen- und Alkoholkonsum und Gewalt braucht es engagierte Christen, um Orte der Hoffnung zu geben. Jetzt ist der Wunsch entstanden, eine kleine Kirche zu bauen. Ein Grundstück konnte zu günstigen Konditionen gekauft werden mit Hilfe der Iglesia Evangélica Luterana de Chile (IELCH). Das GAW hat im derzeitigen Projektkatalog die Bitte der Partnerkirche aufgenommen (Projektkatalog 2011, S. 307) und versucht dieser Missionsgemeinde bei ihren Visionen und Aufgaben zu unterstützen. - Pfarrer Enno Haaks 

Freitag, 27. Mai 2011

Neue Homepage des GAW!!!

Endlich ist es soweit: Wie versprochen konnte bis zum Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) in Dresden in der kommenden Woche die neu gestaltete Homepage des GAW ins Netz gestellt werden. Dank der Mithilfe vieler Hauptgruppen war dieses Projekt, das wir uns für 2011 vorgenommen hatten, zu realisieren. Es liegen intensive und arbeitsreiche Wochen hinter denen, die in mühsamer Kleinarbeit zugearbeitet haben. Es ist eine schön gestaltete Seite entstanden, die gut zu bedienen ist und viele gute Informationen aus und für die Diaspora liefert. (www.gustav-adolf-werk.de)
Sicherlich wird es in der Anfangszeit noch Übergangsschwierigkeiten geben und das ein oder andere wird zu korrigieren sein. Aber das ist so wie beim Bau und Erhalt einer Kirche: es wird niemals vollkommen sein.
Dank an alles, die diese Aufgabe mit realisiert haben. dank an Pfarrer Dr. Haubold (Hauptgruppe Sachsen), auf dessen Initiative hin erst die Neugestaltung möglich wurde. - Pfarrer Enno Haaks

P.S.: Besuchen Sie uns auch auf Facebook! Ein Button am Fußende der neuen Seite weit den Weg! Oder besuchen Sie unseren Blog http://glauben-verbindet.blogspot.com/!

Ein Brief aus Bolivien

Ein Brief erreicht uns aus Bolivien: "Viele der deutschen Gemeinden ... bieten neben deutschen Gottesdiensten auch solche in der Landessprache an, oder sie feiern zweisprachige Gottesdienste. Auch wenn sie finanziell nicht stark sind, helfen sie nach Kräften bei sozialen und ökonomischen Problemen des Gastlandes. Als Beispiel mag meine Gemeinde, die IELHA, dienen; sie hat vor mehr als 25 Jahren ein Hilfswerk zur Unterstützung der Aymara gegründet; heute ist der Schwerpunkt dieses Werks, der SARTAWI SAYARIY, die Unterstützung der Campesinos auf dem Altiplano, einer zum Teil über 4000 m hohen Hochfläche. Es wird unterstützt vom EED und anderen europäischen Organisationen, aber die Gemeinde ist bei der Leitung und bei praktischen Fragen nach wie vor engagiert. Aus Anlass des verheerenden Erdrutsches von März 2011, bei dem 5000 Menschen ihr Zuhause verloren, hat die IELHA eine Sammlung im süddeutschen Raum veranlasst und zur Errichtung von Notunterkünften für die Opfer vor dem Winter rund 4000 € gesammelt. In gleicher Weise unterstützen auch andere Gemeinden ihre Gastländer.
Probleme bereitet zum einen der große finanzielle Druck, der sich noch erhöhen wird, weil die EKD ihre finanziellen Zuschüsse für lateinamerikanische deutsche Gemeinden verringern will. Zum anderen leiden sie darunter, dass die Gemeinden wenig beachtet werden; so arbeitet Brot für die Welt bewußt an ihnen vorbei mit den einheimischen evangelischen Kirchen, die ihrerseits die deutschen Gemeinden teilweise mit Distanz beobachten. Die Arbeit der deutschen Gemeinden verdient meiner Meinung nach mehr Beachtung; vielleicht wäre es möglich, dass Sie diesen Gedanken als Denkanstoß in die Redaktionssitzung mitnehmen? Freundliche Grüße, Claus von Criegern, Pfarrer"

Das Paulinum in Leipzig

Datei:Baustelle Universität Leipzig Paulinum August 2010.jpg
Paulinum in Leipzig
Foto:  ThomasWF/
Wikimedia Commons
Vor 43 Jahren wurde in Leipzig auf brutale Weise von staatlicher Seite die alte Paulinerkirche gesprengt, die nach dem Krieg trotz großer Schäden in der Innenstadt noch voll funktionsfähig war und für Gottesdienste genutzt wurde. Für viele Leipziger war die Sprengung der intakten Kirche wie ein Stich ins Herz. In vielen Schilderungen ist das nachzulesen. Man hatte versucht sich zu wehren, aber als ins Abseits gedrängte Diasporakirche war gegen die kommunistische Diktatur wenig zu machen. Denn es sollte nach sozialistischen Planungen für den "neuen Menschen" eine entsprechende Architektur nachhelfen. Alte tradition- und sinnstiftende Kirchen standen dem Alleinvertretungsanspruch der Partei entgegen.
Diese 1968 gerissene Wunde im Stadtzentrum sollte durch einen neuen Bau nach der Wende ersetzt werden. Lange Gespräche und Streitereien gab es um die Innengestaltung des "neuen Paulinums": Kirche? Aula mit integrierter Kirche? etc. - Bei all den Bauarbeiten meldete dann der Architekt Insolvenz an. Alles verzögerte sich. Inzwischen ist er wieder im Boot, aber von einer Fertigstellung ist man weit entfernt, denn jetzt geht es um Kosten und Gestaltung des Innenraumes.
"Soll doch ein provisorischer Fußboden hinein, die Wände gekalkt und provisorisch der Raum zur Nutzung bereitgestellt werden. Und - soll doch die nächste Generation sich um die Fertigstellung kümmern. Frühe große Kirchen wurden auch in Generationen gebaut", sagte jetzt der Universitätprediger Prof. Rüdiger Lux. Das erinnert zudem an das wandernde Gottesvolk. Das erinnert auch uns, daß wir auch mit Unvollkommenem leben können und dürfen. Die Peterskirche in Leipzig ist ein weiteres gutes Beispiel. Und zeigt dann auch: an Kirche muß immer gebaut werden, außen und innen - und man wird damit nicht fertig. Ein Glück! - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 25. Mai 2011

GAW als Einigungswerk

In der Diaspora lernt man vor allen Dingen eins: Wenn man nicht zusammen steht, dann geht man verloren. Das war in meiner Arbeit als Gemeindepfarrer in der zweisprachigen Versöhnungsgemeinde in Santiago de Chile mit ihren großen diakonischen Herausforderungen wichtig und allen klar. Streit und innere Auseinandersetzungen hätten uns gelähmt und dann die Verantwortung in den Armenvierteln letztlich zerstört. Deshalb ist es auch immer wirder wichtig und notwendig, sich auf das zu besinnen, was eint. Unsere reformatorische Tradition gibt uns dafür einen großen Freiheitsraum, in dem wir unsere Verantwortung wahrnehmen können. Konfessionelle Streitereien führen nicht weiter, um sich in Dienst nehmen zu lassen.
Gottesdienst in Santiago de Chile
Am GAW schätze ich diese konfessionelle Weite, die Reformierte, Unierte und Lutheraner zusammenführt. Die Konfessionszugehörigkeit tritt zurück zugunsten des Dienstes an den "Glaubensgenossen" (Gal 6). In der Geschichte des GAW war das wichtig und entscheidend und darin war es Wegbereiter für die Gründung der EKD. Im Jahre 1931 heißt es: "Dem Gustav-Adolf-Verein" als der ersten großen evangelischen Organisation ist es gelungen, die verschiedenen Richtungen und Parteien zu sammeln und zu einen zu gemeinsamer, umfassender Liebesarbeit. Der Gustav-Adolf-Verein hat als erster den Boden beackert und bearbeitet, auf dem dann... der Bau des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes entstehen konnte." - Pfarrer Enno Haaks 

Dienstag, 24. Mai 2011

Diaspoarverantwortung und der barmherzige Samariter

"Man nennt unseren Verein oft genug spöttisch einen Sammelverein, geringschätzig einen Bauverein. Er ist immer stolz darauf gewesen. Denn die äußere Hilfe, das Geld, das wir für Kirchen, Pfarrhäuser, Schulen aufbringen und den Glaubensgenossen in der Zerstreuung senden, ist nicht das Tiefste, Beste und Wichtigste unserer Hilfe... Unser Sammeln steht im Dienst des Sammelns um Gottes Wort und all unser Bauen steht im Dienste der Erbauung durch Gottes Wort... - Der Gustav Adolf Verein hat dem ... Protestantismus etwas von Auge und Herzen des barmherzigen Samariters geschenkt. So hat er die Werbekraft des evengelischen Glaubens und der evangelischen Liebe geweckt. Sammel- und Aufbauarbeit im höchsten Sinne!" (aus dem "Ehrenbuch des Gustav-Adolf-Vereins" D Dr. Fischer, S. 41 (1931)
Interessant und erhellend ist es, in den alten Texte und Schriften aus der Geschichte des Gustav-Adolf-Werkes zu lesen und die Themen zu entdecken, die sich im laufe der Geschichte zeigen und oft auch wiederholen. Klingt manches in der Sprache fern, so ist es wichtig an die Herausforderungen der Diasporaverantwortung zu erinnern, die bleibend von unsere Kirche gefordert ist. - Pfarrer Enno Haaks

Montag, 23. Mai 2011

Stipendienprogramm des GAW

Das GAW hat eine lange Tradition, Theologiestudenten aus den Partnerkirchen für ein Jahr an die Theologische Fakultät nach Leipzig einzuladen. 
Bóné Katalin, Stipendiatin des Gustav-Adolf-Werkes
aus Siebenbürgen/Rumänien
Derzeit fördern wir zehn Studenten. Das soll auf der einen Seite den jungen Theologen ermöglichen "über den Tellerarrand zu schauen, auf der anderen Seite fördert und stärkt dieses Programm die verbindung und Beziehung zu unseren Partnern in der Diaspora. Auf dem Internetportal der EKD www.evangelische-stipendien.de wird neben vielen anderen Stipendienprogrammen auf unsere Förderung verwiesen. Eine derzeitige Stipnediatin des GAW schreibt dazu auf dieser Homepage aus ihren Erfahrungen:
"Nach einem Semester finde und fühle ich so, dass mein Aufenthalt in Leipzig nicht nur ziemlich harte Arbeit war, sondern auch eine Möglichkeit, viel Neues zu erleben, und viele Leute kennen zu lernen. Es ist wie ein langer Ausflug. Ein Ausflug, aber kein Urlaub. Glücklicherweise hat jeder Ausflug ein bestimmtes Ziel, das die Teilnehmer des Ausfluges erreichen wollen, und üblicherweise verläuft jeder Ausflug in guter Stimmung. Diese zwei Charaktere passen auch für mein erstes Semester in Leipzig.
Anfang September 2010 bin ich in Leipzig angekommen. Damals konnte ich noch kaum Deutsch, deshalb dachte ich, es ist mein erstes Ziel Deutsch zu lernen. Ein weiteres Ziel ist, nicht nur mein Deutsch zu verbessern, sondern mich auch in der theologischen Wissenschaft fachlich mehr zu vertiefen, und mehr Erfahrungen zu erwerben, die mir bei meinem zukünftigen Gemeindedienst von großer Hilfe sind. Eine andere Möglichkeit, die ich auch als ein Ziel des Stipendiums nennen kann, ist das Kennenlernen. Da wir, also die Stipendiaten, für dieses Semester ein Team sind, können wir sowohl einander, als auch die Kultur, die Gemeinden und die Probleme von uns besser kennen lernen. Schon jetzt merke ich, wie viel ich erfahren und lernen konnte, obwohl noch einige Monaten des Stipendiums vor mir stehen. Ich freue mich auf diese Zeit, und weil ich meine Deutschkenntnisse deutlich verbessern konnte, kann ich den Seminaren und Vorlesungen viel leichter folgen. Ich bin für dieses Studienjahr sehr dankbar, da ich mehrere Möglichkeiten habe, solches zu erleben und zu erfahren, was zu Hause anders ist. In Deutschland kann man viel Praktisches sehen und lernen, was in der Heimat aktualisiert praktiziert werden kann."






Freitag, 20. Mai 2011

Portugal, Krise und Evangelische Kirche

Armenviertel in Porto
In den portugiesischen Nachrichten wurde die Bemerkung von Bundeskanzlerin Merkel, daß alle Portugiesen umdenken müssen, nicht positiv aufgenommen. Merkel bezog sich auf die Forderungen des Internationalen Währungsfonds, daß die Strukturveränderungen und Sparanstrengungen sich in Portugal intensivieren müßten. Die Kommunistische Partei - interessanterweise abgekürzt CDU - wirbt offen im Blick auf die Anfang Juni stattfindenden Wahlen: IWF raus aus Portugal! Sie geben sich patriotisch. So richtig ist die Krise nicht zu spüren. In der Infrastruktur gab es viele und große Investitionen dank der Europäischen Union. An der hohen Arbeitslosigkeit bekommt man die Krise mit. In den Innenstädten sind zahlreiche Altbauwohnungen leer. Und sicherlich gibt es noch viele andere Indizien aus dem alltäglichen Leben.
Unsere Partner sind in diese ganze Krise mit eingebunden. Die Presbyterianische Kirche, eine Kirche der Armen, merkt es daran, dass viele ihrer Mitglieder - schwarze Emigranten - keine Arbeit mehr auf den Baustellen haben. Die deutschen Gemeinden in Lissabon und Porto merken es, dass deutsche Firmen teilweise auch ihr Personal reduziert haben.
Wie kommt man als Kirche in solchen Krisen seinen Aufgaben nach? Wie wird der diakonische Auftrag wahrgenommen? Wie kommt das profetische Amt zum Tragen? Schafft man es in Krisenzeiten auch als missionarische Kirche zu verstehen? - Pfarrer Enno Haaks


Mittwoch, 18. Mai 2011

Ein evangelisches Dorf: Bebedoura

In der Nähe von Figueira da Foz gibt es etwas Besonderes in der Presbyteriansichen Kirche: ein rein evangelisches Dorf! Und das kam so: Der Ort hatte nie eine eigene Kirche besessen. Auch die katholische Kirche war nicht präsent.
In den 20erJahren des vergangenen Jahrhunderts kehrte ein in Brasilien zum evangelischen Glauben konvertierter Portugiese - Manuel Gomez - in seine Heimat zurück. Er gehörte in Brasilien zu den Presbyterianiern. So wendete er sich in Portugal an die Presbyterianische Kirche (IEPP) und bat um Unterstützung. Diese wurde ihm gewährt. Sein Bitten fiel auf fruchtbaren Boden, den in den 20er und 30er Jahren gab es eine Evangelisationsbewegung in der IEPP. So gab die Kirche Geld und es entstand endlich eine evangelische Kirche in diesem ca. 300 Einwohner großen Ort. Langsam traten alle der Kirche bei, so daß bis auf den heutigen Tag dieses Dorf von der IEPP betreut wird. - Pfarrer Enno Haaks

Gebäudeerhalt in der IEPP

Die presbyterianische Kirche
in Moura
"An den Gebäuden kann man sehen, wie unsere kleine Kirche immer um ihre Existenz kämpfen mußte," sagt David Valente, Generalsekretär der Presbyterianischen Kirche in Portugal (IEPP). In der Tat: Zahlreiche Gebäude sind in einem sehr schlechten Zustand. Die Gebäude sind teilweise aus den 20er oder 30er Jahren des letzten Jahrhunderts und wenig konnte in den Erhalt aus eigener Kraft investiert werden. Das feuchte Meeresklima setzt der Substanz zusätzlich zu. Die Wände sind oft feucht.
Das GAW ist für die Presbyterianische Kirche der einzige internationale Partner, der übrig geblieben ist. Im Jahre 2004 stellten holländische und deutsche Partner ihre Unterstützungen ein. Das hatte mit Sicherheit auch mit der Mitgliedschaft Portugals zur EU zusammen. Dankbar ist man in der IEPP für die verläßliche und zuverlässige Hilfe, ohne die vieles nicht denkbar wäre. So konnte mit Hilfe des GAW die Kirche in Moura, im Südosten des Landes nahe der spanischen Grenze, renoviert werden und erstrahlt im hellen Weiß der Umgebung. Die Gemeinde hat sehr unter Abwanderung zu leiden. Drei Orte werden von der Pfarrerin betreut, die vorher eine methodistische Gemeinde betreute. In einem Ort ist nur noch ein älteres Mitglied übriggeblieben. In den anderen Orten kommen zwischen 10 und 20 Mitglieder zu den Gottesdiensten. Diaspora in der Diaspora. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 17. Mai 2011

Vereinigung der Methodisten und Presbyterianer auf gutem Weg

Seit Langem bestehen Bemühungen, daß sich die Methodistische und die Presbyteriansiche Kirche in Portugal vereinen. Sinnvoll ist das, denn beide Kirchen sind klein. Zu jeder Kirche gehören ca. 3.000 Mitglieder. Während die Methodistische Kirche mehrheitlich im Norden ihre Gemeinde hat, sind die Presbyterianer im Süden und im Zentrum zu finden.
Am vergangenen Wochenende hat die Synode der Methodistischen Kirche wesentliche Entscheidungen getroffen: drei Dokumente wurden verabschiedet, die die theologischen Fragen klären. Darunter ist ein neu formulierter Katechsimus, der die bekenntnismäßige Grundlage der vereinten Kirche bilden wird. Mitte Juni wird die Presbyteriansche Kirche diesen Schritt auf ihrer Synode nachholen. Hier wird dann ein Dokument gemeinsam unterzeichnet, das die Vereinigung formell beschließt. Nur der Zeitplan fehlt dann noch. Man hofft, daß 2013 das Jahr der neuen Kirche werden wird.
In ethischen Fragen sind sich die Kirchen weitgehend nahe, was z.B. Fragen zur Homosexualität und zur Abtreibung betrifft. Hier teilt man weitgehend die Haltung liberaler Kirchen. Bei diesen Fragen könnte es zu Spannungen kommen mit den afrikanischen Emigrantengemeinden, die sich in beiden Kirchen finden. Diese sind in der Regel konservativer. Das Beispiel der Waldenser zeigt aber, dass man miteinander Kirche gut sein kann mit unterschiedlichen Kulturen. - Pfarrer Enno Haaks

Montag, 16. Mai 2011

Protestanten in Figueira da Foz


Pastorin Sandra Reis im Gespräch
in ihrer Kirche in Figueira
Figueira da Foz ist ein Zentrum unserer presbyterianischen Partnerkirche ca. zwei Autostunden nördlich von Lissabon. Mehrere kleine Gemeinden gibt es hier. Unter anderem befindet sich im Zentrum der Stadt eine 110 Jahre alte presbyterianische Kirche, die eigentlich unter Denkmalschutz stehen müßte, denn ihre der Region typische Architektur aus den 20er Jahren findet sich hier kaum noch. Das wird wohl nicht geschehen, denn das hieße, daß die Kommune sich an der dringend notwendigen Sanierung beteiligen müßte. Wie soll das gehen bei der wirtschaftlichen Situation Portugals? Im Projektkatalog 2011 bitten wir um Förderung dieser für die Presbyterianer so wichtigen Kirche. Im absoluten Kontrast zur Kirche findet sich wenige Straßen weiter das bis nach Spanien weit bekannte Casino in Stahl und Glas, modern und großzügig gebaut. Immer noch kommen Menschen um des Spielens in diesen wunderschönen Badeort mit einem Strand, der durch die künstliche Mole inzwischen 80 Meter breit ist.
In diesem Ort versucht Pastorin Sandra Reis ihre Gemeinde in einer brüchigen Kirche zu bauen. Schwierig ... Wer kann, sucht Arbeit an anderen Orten. Wer bleibt, ist älter und arm. Trotzdem strahlt die Pfarrerin Mut und Zuversicht aus. Sie ist auch zuständig für ein Sozialzentrum am anderen Ende der Stadt, wo es einen großen Kindergarten und einen neueren Kirchraum gibt. Der Kindergarten wird von Kindern unterschiedlicher Nationen besucht. Das ist ein buntes und lebendiges Bild in dieser Stadt mit ihren vielen Herausforderungen. Sandra muß sehen, wie sie selbst klar kommt. Den Pastoren mußte aus wirtschaftlichen Nöten das Gehalt um 10 % gekürzt werden. Sie gibt deshalb in der Woche fünf Stunden Englischunterricht, um über die Runden zu kommen. Zum Glück hat sie eine zweite Berufsausbildung. - Pfarrer Enno Haaks

Sonntag, 15. Mai 2011

Staatsverschuldung in Portugal

"Wenn man öffentliche und private Verschuldung des Landes zusammenzählt, dann kommt man auf ca. 300 Milliarden Euro. Die Goldreserven des Landes decken nur ca. 12 Milliarden. Gleichzeitig läßt sich nur langsam auf die vom IWF geforderten Reformen des Staatsapparats und den geforderten Privatisierungen ein," so der Gemeindepräsident des Evangelischen Gemeinde in Lissabon. "Und das Schwierige: Die Leute spüren die extreme Verschuldung nur schleichend. Noch wirkt es in vielen Bereichen irreal nach den guten Jahren zuvor." - Am 5. Juni soll neu gewählt werden. Erleichtert werden Reformprozesse nicht. Wie hoch wird die Wahlbeteiligung sein? Haben die Bürger noch Vertrauen in einen Wandel? Und - kann bei all den Problemen ein Bewußtsein der Solidarität gewonnen werden?
In der deutschen evangelischen Gemeinde spürt man auch erst schleichend die wirtschaftlichen Probleme. Es gibt Firmen, die Mitarbeiter abziehen. Oder Kinder werden von der Deutschen Schule abgemeldet. Ansonsten geht es den Gemeindemitgliedern noch relativ gut.
Kirche hat eine wichtige Aufgabe, auf die notwendige Solidarität hinzuweisen. Auch wird sie in solch unübersichtlichen und schwierigen Zeiten immer auch auf die Hoffnung hinweisen, die uns trägt, daß EINER im Regimente sitzt. - Pfarrer Enno Haaks

Samstag, 14. Mai 2011

250 Jahre evangelische Gemeinde in Lissabon

Evangelische Kirche
in Lissabon
In diesem Jahr feiert die deutschsprachige evangelisch-lutherische Gemeinde in Lissabon ihr 250-jähriges Jubiläum. Sie ist damit die drittälteste deutschsprachige Auslandsgemeinde mit einer langen und segensreichen Tradition auf der iberischen Halbinsel.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts reichen die Hilfen des GAW für diese Gemeinde zurück. Damals wurde beim Aufbau der Deutschen Schule geholfen. Im Unterstützungsplan des GAW aus dem Jahre 1932 wurden 100.000 RM eingestellt für den anstehenden Kirchbau nach Plänen des Architekten Bartning. 1934 wurde die Kirche schließlich eingeweiht u.a. unter Beteiligung von Prof. Gennrich, ehemals Generalsekretär des GAW. Sein Sohn, damals Pfarrer der Lissaboner Gemeinde, wurde später Generalsekretär des GAW-Ost in Leipzig. Die letzte Unterstützung bekam die Gemeinde 2006 zur Renovierung von Kirche und Gemeinderäumen.
Jetzt kamen Bischof Martin Schindehütte, EKD-Pfarrer aus Spanien, ehemalige Pfarrer der Lissaboner Gemeinde, die jetzt alle im GAW aktiv sind, GAW-Vertreter und zahlreiche Freunde, um am Festwochenende im Mai dabei zu sein. Engagiert vorbereitet vom Pfarrerehepaar Stalling, beides "GAW-Leute", war es eindrückliches Fest. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 13. Mai 2011

Die Presbyteriansiche Kirche in Portugal

David Valente im Gespräch
mit Enno Haaks
Seit vielen Jahren unterstützt das GAW die kleine portugiesische presbyterianische Kirche, die ca. 3000 Mitglieder in 27 Gemeinden hat. Acht PastorInnen arbeiten hauptamtlich in ihr, dazu kommen zwei nebenamtlich tätige Pfarrer. "Das GAW ist inzwischen die einzige kirchliche Organisation, die unserer Kirche zur Seite steht, die eine schwierige Geschichte hinter sich hat," so erzählte der Generalsekretär David Valente beim Besuch in Lissabon. Durch die große wirtschaftliche Krise hat es die Kirche noch schwerer. "Viele Gemeindemitglieder gehören eher der unteren Einkommensschicht an," so Valente, "und sie können ihre Beiträge nicht mehr so verbindlich zahlen. Zudem sind die Pensionen sehr klein und viele Mitglieder gehören der älteren Generation an."
Trotzdem gibt es ambitionierte Projekte in der Kirche. Spannend sind zwei Gemeindeaufbauprojekte - eins im Nordosten, eins an der Algarve. Hier bräuchte man zwei Pastoren. Jedoch ist das z.Zt. nicht finanzierbar. - Desweiteren befindet man sich mit der methodistischen Kirche in einem Vereinigungsprozeß, der bis zum Jahre 2013 abgeschlossen sein soll. Wichtige Dokumente dafür werden in der Synode im Juni verabschiedet. - Pfarrer Enno Haaks

Erde bebt in Spanien

Lorca in Spanien
Wieder hat die Erde gebebt. Diesmal hat es Spanien getroffen, und zwar die östlich an Andalusien angrenzende Region. Mindestens zehn Menschen sollen umgekommen sein. Erheblicher Sachschaden ist entstanden. "Uns hat das ganz schön erschüttert!" sagte Manfred Benzing aus Los Rubios/Malaga. "Eine Gemeinde unserer Kirche war nicht betroffen. Trotzdem denken wir an die Betroffenen und werden uns um Hilfe von Seiten unserer Kirche bemühen."
Die Erdstöße hatten die Stärke 5,3 auf der Richterskala und ließen zahlreiche Häuser einstürzen. Erdbebenexperten zufolge verursachte das Beben deshalb so große Schäden, weil das Zentrum nicht tief unter der Erde, sondern relativ nahe an der Oberfläche gelegen habe.
Die Iglesia Evangélica Española ist Partnerkirche des GAW. Im laufenden Projektkatalog fördern wir u.a. Kirche und Flüchtlingszentrum in Malaga. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 6. Mai 2011

Evangelische Schulen unter finanziellem Druck

In Mecklenburg-Vorpommern merken die Schulen in freier Trägerschaft zunehmend die Auswirkungen der letzten Schulgesetznovellierung. Unter ihnen gibt es zahlreiche evangelische Schulen, deren Gründung und Aufbau das Gustav-Adolf-Werk gefördert hat. Eine scheinbar geringe Verringerung der Refinanzierung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern reicht aus, um einer kleinen Grundschule ein Haushaltsloch von mehreren Zehntausend Euro zu bescheren.
Jörg Hartmann, Schulleiter der Evangelischen Grundschule in Pasewalk, sieht die finanzielle Situation sehr zwiespältig. „Einerseits benötigt unsere Schule mehr Schülerinnen und Schüler, um eine bessere Refinanzierung durch das Bildungsministerium zu erreichen. Mehr Schülerinnen und Schüler erreicht man nur über eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Und gerade diese Öffentlichkeitsarbeit muss nun hinten angestellt werden, weil die Schule sparen muss.“
Auch in Sachsen wollte der Freistaat im vergangenen Herbst die Zuschüsse für die Schulen in freier Trägerschaft, die sowieso schon geringer sind als für staatliche Schulen, nochmals reduzieren. Durch aktive Proteste der Betroffenen, angeführt von der evangelischen und der katholischen Kirche, konnte diese Gefahr größtenteils abgewendet werden.
Das ungute Gefühl bleibt. Wenn die Landesregierungen die finanziellen Existenzgrundlagen der freien Schulen immer mehr schmälern, wird das Bekenntnis zur Bildungsvielfalt zu einem Lippenbekenntnis. - Maaja Pauska

Donnerstag, 5. Mai 2011

Diaspora ermöglicht Ökumene

"Wir arbeiten ja eher ökumenisch," hört man hin und wieder in kirchlichen Kreisen, wenn man um Diasporaengagement wirbt. Dabei wird ein wesentlicher Punkt oft vergessen: Diaspora ermöglicht eigentlich erst Ökumene.
Zwar meint Ökumene den gesamten Weltkreis und ökumenische Verantwortung bezieht insbesondere Fragen der Gerechtigkeit mit ein und umfaßt in diesem Sinne alle Menschen betreffenden existentiellen Fragen. Nur - diese Weitung des Ökumenebegriffs ist sicher gut, verleitet dann oft dazu, daß man alles darunter subsumieren kann. Zudem lagen die Anfänge der ökumenischen Bewegung in der Begegnung zwischen Lutheranern, Anglikanern, Orthodoxen, Methodisten, Reformierten usw. Es geht um das gemeinsame Verstehen und damit auch um eine versöhnte Verschiedenheit.
Wer sich für Diaspora und in unserem Kontext damit für evangelische Minderheitskirchen engagiert, der stärkt die Stimme derer, die Ökumene in ihrem Kontext ermöglichen. "Diaspora ist ein fundamentaler theologischer Begriff, der es ermöglicht, daß es Ökumene gibt", sagte zuletzt Dr. Hüffmeier, Präsident des GAW. Insofern ist es unabdingbar, an dem theologischen Begriff DIASPORA festzuhalten und ihn immer wieder im Kontext zu erläutern. - Pfarrer Enno Haaks 

Mittwoch, 4. Mai 2011

Der Präsident des GAW zu Gast in der Slowakei

Mit Pfarrer und Presbytern
in Diospatony (Slowakei)
Auf Einladung von Bischof Mgr. László Fazekas war Ende April/Anfang Mai der Präsident des GAW Dr. Wilhelm Hüffmeier mit seiner Frau auf Besuch bei der Reformierten Christlichen Kirche in der Slowakei. Er besuchte verschiedene Projekte, die das GAW aktuell fördert und machte sich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten. Auch ein Besuch der Theologischen Fakultät in Komárno stand auf dem Programm. In Komárno predigte Dr. Hüffmeier am Sonntag Quasimodogeniti.
Die Reformierte Christliche Kirche in der Slowakei hat rund 110.000 Gemeindeglieder in 318 Gemeinden in neun Senioraten. In 34 dieser Gemeinden wird slowakisch, in den übrigen ungarisch gesprochen. Die Kirche hat 222 Pfarrerinnen und Pfarrer und 13 Vikarinnen und Vikare.
Die ungarische Identität spielt eine große Rolle. Immer wieder begegnet uns diese Frage der Identität in unseren Partnerkirchen. Manchmal führt das auch zu Schwierigkeiten, wenn nationale Fragen Glaubensfragen überlagern.
In Slowenien bemüht man sich für einige kleine Gemeinden, in denen Ungarisch gesprochen wird, um einen Pfarrer, der die Menschen in dieser Hinsicht auch sprachlich begleiten kann. Ein Theologiestudent der Kirche studiert deshalb in Budapest. - Pfarrer Enno Haaks

Montag, 2. Mai 2011

Slowenien - ein Land mit Sorgen

Slowenien liegt eigentlich auf der Sonnenseite der Alpen. Jahrelang wies das Land sehr gute Wachstumsraten auf. Nur sieht das aktuell anders aus. Viele Slowenen schauen eher sorgenvoll in die Zukunft. Seltsamerweise ist die Selbstmordrate eine der höchsten weltweit. Es gibt eine hohe Verschuldung, eine hohe Arbeitslosigkeit und eine zerstrittene Regierung. Kein Wunder, dass sich viel Menschen Sorgen machen. In Murska Sobota gab es im vergangenen Jahr einen großen Schock durch die Massenentlassungen bei einem der größten Arbeitgeber.
Das Land wurde besonders durch die internationale Finanzkrise hart getroffen. Das erinnert an die Beispiele in Lettland. Gründe dafür sehen Wirtschaftsexperten bei Problemen der Privatisierungen. Dadurch fehlt u.a. ausländisches Kapital und neben dem Know-how auch Produktivität. Auch bei der Haushaltskonsolidierung gibt es Probleme. Das Land hat zu sehr auf Pump gelebt.
Die Arbeitslosigkeit liegt landesweit bei 10%. Im Übermurgebiet soll sie bei 20% liegen. Trotzdem ist Slowenien ein sehr gut entwickeltes Land, das bestimmt hohes Potential hat.
Unsere Partnerkirche ist in diesen ganzen Kontext natürlich mit eingebunden. Unter Abwanderungen junger Menschen leiden die Gemeinden in den ländlichen Gebieten im Nordosten des Landes.
Es ist sicherlich gut, wenn im kommenden Jahr das GAW seinen Blick auf dieses kleine Land wirft mit seinen gastfreundlichen Menschen und unsere Partner unterstützt. Spannenderweise hat die Ev. Kirche A.B. in Slowenien keine deutsche Partnerkirche. Sie geht deshalb aus gutem Grund andere Wege und sucht Partnerschaften in der Region, wie das Beispiel mit der ELKI in Italien zeigt.

44. Jahresfest von EHO Podpornica in Slowenien

Im Festgottesdienst
EHO Podpornica heißt das evangelische Hilfswerk der Ev. Kirche A.B. in Slowenien. Seit 44 Jahren feiert sie immer am ersten Sonntag im Mai ein großes Fest, zu dem alle Gemeinden der Kirche kommen. Es ist somit auch ein identitätssiftendes Fest, das den Zusammenhalt fördert und den Gemeinden und ihren Mitgliedern hilft, sich gegenseitig einander zu vergewissern. In einer Diasporakirche hat solch eine Aktion einen hohen Wert. In diesem Jahr fand zum ersten Mal ein eigenes Kinder- und Jugendprogramm statt mit großer Beteiligung. Unser Mitarbeiter aus der Kinder- und Jugendgabe hielt aus Anlaß der kommenden Jahresgabe 2012 in diesem Rahmen ein Grußwort.
Kollekte, Basarerlös, Lotterie, Essensverkauf etc. - alles kommt den von EHO Podpornica bestimmten Zwecken zu. 9.000 Euro konnten so an diesem Wochenende gesammelt werden.
Weil EHO Podpornica sich auch als Diasporawerk versteht, gingen die Erlöse an einige eigene Gemeinden in Slowenien, die noch einmal zusätzliche Diasporasituation erleben, wie z.B. in Apadce. Ein teil ging in eine Partnergemeinde in der Vojvodina aus der Ev. Kirche A.B. in Serbien. Ein junger Pfarrer kam aus Serbien dafür zu diesem Fest dazu. - Pfarrer Enno Haaks

Sonntag, 1. Mai 2011

Partnerschaftvertrag zwischen ELKI und Ev. Kirche A.B. in Slowenien

Unterzeichnung des Vertrages
Am 1. Mai unterzeichneten Vertreter der Kirchenleitungen der Evangelischen Kirche A.B. in Slowenien und der ELKI (Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien) einen Partnerschaftsvertrag. Seit einigen Jahren gibt es gute Beziehungen zwischen diesen beiden Diasporakirchen. Regelmäßig war Bischof Erniša auf den Synoden der ELKI präsent und im Gegenzug italienische Vertreter in Slowenien. Es gibt auf Grund der geografischen Nähe gemeinsame Interessen. Ein Mitglied der Gemeinde in Ljubljana erzählte, daß er eigentlich von seinem Haus am Meer schneller in der lutherischen Gemeinde in Triest wäre als in seiner slowenischen Gemeinde. Slowenien hat einen Küstenstreifen von gut 40 Kilometern und eine lange gemeinsame Geschichte mit Italien und auch schwierigere historische Fragen, die immer mal wieder auftauchen.
Die ELKI will vor allen Dingen die diakonische Arbeit der Evangelischen Kirche A.B. in Slowenien unterstützen. Deshalb war es auch bezeichnend, daß der Vertrag auf dem 44. Fest der EHO Podpornica, dem Diapsora- und Diakonie-Hilfswerk der slowenischen Kirche, unterzeichnet wurde.

Evangelische Militärseelsorge

Bischof Erniša und sein Sohn Aleksander
Zwei evangelische Militärseelsorger gibt es in der slowenischen Armee: Pfarrerin Violeta Vladimira Mesarič und Pfarrer Aleksander Erniša. Das ist Teil des Staats-Kirchenabkommens zwischen der Evangelischen Kirche A.B. in Slowenien und dem slowenischen Staat. Zur Zeit kann nur Pfarrer Erniša seinen Dienst tun, da sein Kollegin im Mutterschutz ist. Er hat es nicht immer leicht in diesem Land, in dem die katholische Kirche die Mehrheit darstellt. Als Vorgesetzten hat er einen katholischen Geistlichen, der auch für die Zuteilung des jeweiligen Budgets zuständig ist. Insgesamt gibt es im Heer 12 katholische Militärseelsorger.
Die katholische Kirche muß sich daran gewöhnen, dass ihnen evangelische Seelsorger zur Seite gestellt sind. Die militärische Hierarchie gehört in der Regel der Mehrheitskirche an. Von daher muß auch dort manchmal um Verständnis für die Belange der evangelischen Militärseelsorge geworben werden. Von Seiten der Soldaten gibt es einen hohen Zuspruch zu ihrem Dienst. Pfarrer Erniša war in seinen sechs bisherigen Dienstjahren im Kosovo und in Afghanistan. Im April kommenden Jahres wird er wieder für ein halbes Jahr mit einer Kompanie von 100 slowenischen Soldaten im Süden Afghanistans Dienst tun.
Wir werden Pfarrer Erniša einen Koffer mit einer Feldausstattung für seinen Dienst zukommen lassen. - Pfarrer Enno Haaks