Samstag, 30. April 2011

Perlen des slowenischen Protestantismus

Pfarrerin Simona Prosic
und Gertrud Dailidow-Gock
Sie ist jung. Sie ist mit Leib und Seele Pfarrerin.
Während sich Simona Prosic mit uns aus der Frauenarbeit des GAW im evangelischen Gemeindezentrum von Murska Sobota über ihre engagierten, beherzten sozialdiakonischen Projekte austauscht, sprechen auch ihre Hände und ihre Augen. Klassische Basar-Arbeit verbindet sie kühn und liebevoll mit einem hohen intellektuellen Anspruch: "Wir wollen den Kopf und das Herz ansprechen!" Lebhaft bestätigen das auch ihre fünf Begleiterinnen aus verschiedenen Gemeinden.Geistliche Zurüstung und Teilnahme an Seminaren, die theologische Neugier wecken und soziales Gespür schärfen - "das wäre mein Traum!"
Denn "unsere Frauenarbeit hat zwar jetzt schon Beine. Aber wir brauchen mehr Frauen mit Leitungskompetenzen!" Wir Frauen vom GAW wollen uns dafür stark machen. -
Gertrud Dailidow-Gock und Friederike Slupina-Beck

Theologenausbildung in Slowenien

16 Theologen arbeiten in der Evangelischen Kirche A.B. in Slowenien. Es sind fünf Frauen und elf Männer. Selbstverständlich teilen sich Frauen und Männer den Verkündigungsdienst. Ein theologisches Seminar gibt es nicht. "Das kann sich unsere Kirche nicht leisten," sagte Bischof Geza Erniša. "Deshalb schicken wir unsere Kandidaten der Theologie nach Bratislava, Budapest oder Wien. Auch das GAW hat schon Stipendiaten unserer Kirche gehabt!"
Wer Theologie studieren will, muß von der Kirche berufen werden, denn viele Pfarrstellen gibt es nicht. Pfarrermangel gibt es nicht. Jedoch achtet die Kirche darauf, daß es immer wieder Interessierte gibt, die sich ausbilden lassen.
Es ist gut, daß sich kleine Kirchen zusammentun in der Theologenausbildung. Nicht jede Kirche ist in der Lage in jedem Land selbst ihren Nachwuchs auszubilden. Die slowenische Kirche geht hier einen pragmatischen guten Weg. - Pfarrer Enno Haaks

"...um euch zu stärken..." (Römer 1)

Kirche und Gemeindezentrum in
Hodos
Aus dem Römerbrief stammt das Leitmotiv für die kommende Kinder- und Jugendgabe 2012. Es geht darum, sich gegenseitig zu stärken. Das will Paulus tun an der Gemeinde in Rom, die er noch nicht kennt. Er plant seinen Besuch. Er bereitet ihn vor, und er stellt sich ihnen vor.
Um gegenseitige Stärkung geht es in der Diasporaarbeit. Die Empfängerkirchen und ihre Arbeitsbereiche profitieren von der Hilfe, aber auf der anderen Seite erfahren die Helfenden ebenso eine Stärkung. "Das ist uns wichtig! Nicht nur wir empfangen Stärkung, sondern die, die uns helfen ebenso", sagte Bischof Erniša. Darum geht es in der Diasporahilfe: "... denn wer sich hingibt, der empfängt ..."
Das Projekt aus Slowenien für die neue Kinder- und Jugendgabe haben wir uns angeschaut. Es befindet sich in Hodos an der Grenze zu Ungarn in einer der ältesten Gemeinden Sloweniens, wo auch während der Verfolgungszeit die Evangelischen an ihrem Glauben festgehalten haben. Hier soll ein Gemeindehaus entsprechend ausgestattet und umgebaut werden, daß Kinder und Jugendliche der Kirche und aus dem Ausland sich zu Freizeiten treffen können. Ein gutes und lohnendes Projekt für eine Kirche, die sehr bewußt und auf gute Weise ihre Arbeit gestaltet. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 29. April 2011

Versöhnungsaufgabe der Kirche

"Das es unsere Kirche nach der wechselvollen und oft schwierigen politischen Situation nach der Reformationszeit noch gibt, grenzt an ein Wunder," sagt Bischof Erniša. Nachdem die ersten Anfänge unter Primus Trubar durch die Gegenreformation fast völlig vernichtet wurden, jedoch im Übermurgebiet sich durch die Zugehörigkeit zum Königreich Ungarn noch einige wenige Gemeinden halten konnten, gelang es nach dem Toleranzpatent im Jahre 1781 langsam wieder evangelisches Gemeindeleben zu stärken. Der Sozialismus hat dann der Kirche noch einmal zugesetzt, zwar nicht ganz so dramatisch wie in anderen kommunistischen Ländern im 20. Jahrhundert, aber doch spürbar. Nach 1990 war es zunächst unsicher, wie die Geschichte weitergeschrieben werden würde für die slowenische Nation. "Es hätte auch gut kommen können, daß die jugoslawische Volksarmee nicht abziehen würde. Der Abszug innerhalb kürzester Zeit war wieder ein Wunder. Es kamen ca. 100 Menschen in dieser kritischen Situation ums Leben," sagt Erniša.
"Heute haben wir in der Region als Kirche einen Versöhnungsauftrag! Wir dürfen dem Nationalismus als Kirche keinen Nährboden bieten. Wir müssen mit unseren Nachbarstaaten ein versöhntes Miteinander finden. Und gerade wir als kleine Kirche sind da gefordert." - Pfarrer Enno Haaks

Evangelische Kirche im Übermurgebiet


Kirche in Moravske Toplice
Wir sitzen mit Bischof Erniša am Frühstückstisch. Immer mal wieder klingelt sein Handy. Es melden sich Leute aus der Gemeinde mit ihren Anliegen. Sein Bischofsamt ist ein Ehrenamt. Er übt es neben seiner pfarramtlichen Arbeit in Moravske Toplice aus. In der Regel schafft er es, jeden Sonntag die beiden Gottesdienst zu übernehmen, in deutsch und slowenisch. Das ist ihm wichtig, um Kontakt und Beziehung zu seinen Gemeindegliedern zu halten. Eine Sekretärin hat er nicht. Auch kein eigenes "Bischofsbüro". "Das können wir uns nicht leisten," sagt er. Heute morgen ruft ihn eine besorgte Frau aus seiner Gemeinde an. Ihrer Tochter wurde gekündigt bei Mura. Im Vorjahr war Mura in Konkurs gegangen, mit 2.600 Mitarbeitern größter Arbeitgeber der strukturschwachen Region im Übermurgebiet. Mit neuen Investoren konnten mittlerweile aber 1.300 Schneiderinnen wieder bei Mura eingestellt werden. Nun wurde die junge Frau entlassen. Als 28-jährige Frau, die verschiedene Behinderungen hat, wird es sehr schwer sein, neue Arbeit zu bekommen. Die Mutter bittet den Bischof, der den Chef von Mura persönlich kennt, sich für sie einzusetzen. Er verspricht es, mit ihm zu sprechen.
Später erzählt Bischof Erniša, daß im Übermurgebiet die Arbeitslosigkeit bei 20 % liegt (der Landesduchschnitt liegt bei 10 %). Massenentlassungen treffen auch die Evangelische Kirche schwer, denn die meisten Arbeitnehmer waren bei Mura evangelisch. Da ist die Kirche gefragt, sich einzusetzen, zu stärken, zu trösten, zu helfen. Das Diakoniehilfswerk EHO spielt hier eine wichtige Rolle. - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 28. April 2011

Besuche bei unseren Partnern

Bischof Ernisa, Pfarrer Filo und
GAW-Delegation in Moravske Toblice 
In diesen Tagen machen sich mehrere Delegationen des GAW zu Besuchen  bei Partnern auf den Weg:
1. Unser Präsident ist auf Einladung von Bischof Lásló Fazekas von der Reformierten Kirche in der Slowakei zu Besuch. U.a. wird er sich auch die Theologische Ausbildungsstätte in Komarno anschauen, Projektbesuche machen, mit der Kirchenleitung Gespräche führen und predigen.
2. Eine Gruppe der Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit unter Leitung von Vera Gast-Kellert ist auf dem Weg zu unseren griechischen Partnern, um vor Ort sich ein Bild machen zu können über die neuen Projekte für das Jahr 2012, die u.a. für Griechenland beworben werden sollen. In der derzeitigen Situation des Landes ist dieser Besuch mit Sicherheit bestärkend.
3. Auch in Slowenien soll für ein Frauen-Projekt im Jahre 2012 geworben werden. Dieses Projekt werden sich der Generalsekretärs, der Mitarbeiters der Kinder- und Jugendarbeit Herr Ott, Frau Dailidow-Gock für die Frauenarbeit und Frau Slupina-Beck aus dem GAW Rheinland anschauen. Ein weiterer Schwerpunkt wird das Projekt der Kinder- und Jugendgabe 2012 sein, das zu einem Teil auch für Slowenien gesammelt werden soll. Anlaß der Slowenienreise ist die Festveranstaltung des Hilfeswerkes EHO der Evangelischen Kirche A.B. in Slowenien. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 27. April 2011

Diasporaverantwortung in der Evangelischen Kirche

Sup. Großmann
Diasporaverantwortung gehört seit Bestehen evangelischer Kirchen zu ihr dazu. Davon zeugen unzählige Beispiele. Eines der ersten bekannten Zeugnisse stammt schon aus dem Jahre 1555. Philipp Melanchthon hörte von der Vertreibung evangelischer Prediger aus Böhmen. In einem Brief versicherte er den 200 Vertriebenen und ihren Familien die Solidarität der Evangelischen. In den folgenden Jahrhunderten gab es viele weitere Beispiele der Hilfe und Unterstützung für Evangelische, die in Minderheit lebten. Kirchbauten wurden u.a. unterstützt, wie z.B. im Jahre 1611 die lutherische Salvatorkirche in Prag. Hier halfen nach einem Bittbrief Fürstenhäuser mit entsprechenden Mitteln. Dieses und viele andere Beispiele zeigen, wie die Fürsorge für bedrängte Glaubensgenossen in der evangelischen Kirche schon früh hervorgetreten ist. Diasporaverantwortung ist damit älter und zuweilen stärker als der Missionstätigkeiten. Die Beispiele belegen auch, daß das gesamte Kirchenvolk sich dieser Fürsorge annahm mit den Fürstenhäusern gemeinsam. Die Hilfe bestand in Kollekten und Geldgaben für Kirchbauten und in der Überlassung von Grundstücken. Neben der materiellen Hilfe war die geistige Stärkung wichtig, wie Melanchthons Brief zeigt.
Was fehlte, war eine organisierte Hilfe. Häufig war diese Art eine Partnerschaftshilfe, die häufig vereinzelt auftrat. Es fehlte der Zusammenhang, die Planmäßigkeit und Organisation. In der Aufklärungszeit wurden zahlreiche Stiftungen gegründet. Daran anknüpfend und aus die Tradition der Hilfe für die Glaubensgenossen herkommend, konnte der erste Präsident des GAW, Superintendent Großmann aus Leipzig, dieser empfundenen Verantwortung eine organisatorische Basis geben. Ihm selbst stand die Not einer böhmischen Gemeinde in Fleißen vor Augen, die dann die erste vom GAW geförderte Kirche wurde. - (Quelle: Evangelische Diaspora und Gustav Adolf-Verein, Hrsg. Bruno Geißler, Leipzig 1930)

Der Weg beider lutherischer Kirchen in Chile

Kirchenpräsident der IELCH
Pastor Luis Alvarez
Der neue Kirchenpräsident der IELCH (Ev.-Lutherische Kirche in Chile) äußert sich in der Monatsschrift der Kirche hinsichtlich der weiteren Schritte des Vereinigungsprozesses beider lutherischen Kirchen. Demnach wird der „Rat der Luther. Kirchen in Chile“ (CILCH) in seiner Struktur gestärkt. Zwar werden beide Kirchen zunächst ihre synodalen Strukturen beibehalten. Das ist eine gute Entscheidung, denn gerade im Blick auf die Zusammensetzung einer zukünftigen Synode gab es hier Differenzen. Wie viele Delegierte sollen die Gemeinden haben? Soll jede Gemeinde egal wie groß genauso viele Delegierte entsenden wie eine sehr große Gemeinde? Man muss wissen, dass die IELCH zwar zahlenmäßig mehr Gemeinden hat als die ILCH aber wesentlich weniger Gemeindeglieder.
Auf jeden Fall werden unter der Leitung der CILCH einige Kommissionen bilden, die die lutherischen Interessen im Blick nach außen besser gemeinsam vertreten können. Zudem sollen die Pastorenkonferenzen gemeinsam stattfinden. Der einmal genannte Termin für eine Kirchenvereinigung im Jahre 2014 soll bestehen bleiben. Dafür besteht noch viel Arbeit, denn die internen Statuten müssen angeglichen werden. Da wartet noch viel Fein- und Kleinarbeit. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 26. April 2011

Projektreise nach Slowenien

Bischofskirche in Moravske Toplice
Auf Einladung der Evangelischen Humanitären Organisation "Podpornica" (EHO), die sich um diakonische Hilfe für die eigene slowenische Kirche bemüht und in diesem Kontext auch in der eigenen Kirche als eine Art Diasporahilfswerk fungiert, wird eine kleine Delegation des GAW am kommenden Wochenende zu Gast unserer Partnerkirche, der Evangelischen Kirche A.B. in Slowenien sein. U.a. wird es uns darum gehen kommende Projekte für das Jahr 2012 näher anzuschauen für die Frauenarbeit und die Kinder- und Jugendgabe.
Ca. 20.000 Gemeindemitglieder (ca. 1%)  in 13 Gemeinden hat unsere Partnerkirche. Die Mehrheit der Gemeinden befinden sich im Übermurgebiet nahe der ungarischen Grenze. Das hängt mit der geschichtlichen Entwicklung der Gegenreformation zusammen. Nach der politischen Wende gab es für die Kirche neue Wirkungsmöglichkeiten. Es gelang, den Reformationstag als staatlichen Feiretag zu verankern, der insbesondere an die Rolle von Primus Truber, dem slowenischen Reformator und Schöpfer der slowenischen Schriftsprache erinnert.
Die evangelische Kirche ist in der Gesellschaft gut angesehen. Besonders durch ihr diakonisches Engagement wirkt sie nach außen. U.a. werden in einer Einrichtung 50 kostenlose Pflegebetten angeboten für Menschen, die nach einem Krankenhausaufenthalt nicht nach Hause können, weil sie dort keine Hilfe haben. An mehreren Orten werden Lebensmittel kostenlos ausgegeben. "Man kann nicht nur mit Worten arbeiten und überzeugen, sondern man braucht auch sichtbare Taten", sagte Bischof Geza Erniša. - Pfarrer Enno Haaks 

Samstag, 23. April 2011

OSTERGRUSS


"Taufkelch" aus Klausenburg/Siebenbürgen
Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Johannes 5,4)
Wer verliert schon gerne! Siegen ist schöner. Und noch besser ist es, wenn es dafür einen Pokal gibt – einen Siegespokal. Unser Ostergruß aus dem Gustav-Adolf-Werk zeigt uns einen Siegespokal. Allerdings einen Pokal, der für einen anderen Sieg steht. Es geht bei ihm um den Sieg über die Mächte des Todes mitten im Leben. Diese Mächte halten uns oft genug gefangen. Sie belasten das Miteinander. Unser Glaube will uns Anteil geben an dem Sieg, den Christus für uns errungen hat. Unser Glaube will uns Kraft geben, „durch den Horizont zu sehen“ – durch den Horizont auch von Trauer und Tod. Als sichtbares Zeichen dieses Sieges halten wir uns an unsere Taufe, die Einladung in diesen Glauben ist.
Aus Siebenbürgen/Rumänien stammt das abgebildete Taufbecken, das in Form eines Siegespokales gestaltet ist. Die Taufe erinnert daran, dass wir „wie Christus auferweckt ist von den Toten… auch in einem neuen Leben wandeln“. So sind wir jetzt schon Sieger durch den Glauben. Das soll uns Mut machen, aufzustehen gegen all das, was ein Leben in der Würde der Kinder Gottes bedrückt. Der Taufkelch ist auch dafür ein sichtbares Symbol. Dieser Kelch hat die schwierige Zeit des Kommunismus in Rumänien überstanden. Christen in Siebenbürgen können wieder frei ihren Glauben bekennen. Und sie setzen sich ein für andere, die Not leiden. Der ehemalige Bischof Klein in Rumänien sagte zum Schluß seiner Dienstzeit im vergangenen Jahr, dass auch eine kleine Diasporakirche, ein sichtbares Zeichen des Sieges Christi in der Gesellschaft setzen kann. In Rumänien wird das durch ein umfangreiches diakonisches Engagement geleistet.
Unser Glaube lädt uns ein, den Sieg Christi über den Tod zu leben. Lassen Sie uns das gemeinsam tun. Gerade in unserer Verantwortung für unsere Glaubensgeschwister in der weltweiten Diaspora. Gemeinsam sind wir Sieger. Vielleicht etwas andere Sieger, aber unser Sieg reicht über diese Welt hinaus! Gesegnete Ostern wünsche wir Ihnen allen im Namen unseres Präsidenten Dr. Hüffmeier, unseres Vorstandes und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Zentrale des GAW in Leipzig!
Enno Haaks, Pfarrer/ Generalsekretär des Gustav Adolf Werkes

Donnerstag, 21. April 2011

Präsidentschaftswahlen in Peru

Bei den Präsidentschaftswahlen in Peru wird es zu einer Stichwahl kommen am 5. Juni zwischen dem Linksnationalisten Ollanta Humala, der mit 31,8 Prozent das beste Ergebnis erzielte, und der rechtskonservativen Kandidatin Keiko Fujimori, Tochter des Ex-Präsidenten Alberto Fujimori – eine Abstimmung der Extreme. Keine einfache Wahl, denn das liberale bürgerliche Lager hatte sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können. Während Unternehmer und Investoren sich vor dem Linkspopulismus von Ollanta Humala fürchten, schreckt andere das autoritäre und rechtspopulistische Modell, für das Keiko Fujimori steht.
Ollanta Humala
Der ehemalige Oberstleutnant Ollanta Humala hat im Gegensatz zur Wahl 2006 einen gemäßigteren Ton angeschlagen. Außenpolitisch ist der 47-Jährige auf Distanz zu dem Linkspopulisten Hugo Chávez gegangen, orientiert sich an der erfolgreichen Wahlkampagne des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva aus dem Jahr 2002 und hat zudem seine antichilenische Haltung etwas abgemildert. Peru und Chile sind seit 2007 vor dem International Gerichtshof in Den Haag im Streit über die Grenzziehung auf der Meeresseite, eine Entscheidung soll 2013 fallen.
«Gelingt es Humala, die Menschen der politischen Mitte bis rechts zu überzeugen, dass er keine Gefahr darstellt und er mehr ein chilenischer oder brasilianischer Linker ist statt ein bolivianischer oder venezolanischer, dann besitzt er einen großen Vorsprung», glaubt der peruanische Journalist und Politologe Mirko Lauer. In Peru, wo die Parteienbindungen sehr labil sind, könnte somit die liberale Wählerschaft von Alejandro Toledo in der zweiten Wahlrunde zu Gunsten von Humala votieren und ihm zum Sieg verhelfen.  (Quelle: http://www.condor.cl/)


Mittwoch, 20. April 2011

Nachricht aus Moskau

Peter-und-Paul-Kirche
in Moskau
Aus Moskau erreicht uns von Bischof Dietrich Brauer ein Ostergruß in nicht einfacher Zeit. Er beschreibt darin die schwierige Situation der Moskauer St.-Peter-und-Paul-Gemeinde. Sie ist eine lutherische Kirche mit deutscher Tradition, die Hauptkirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) und Predigtstätte des Bischofs. Nach der vergangenen Synode der ELKER wurden die leitenden Geistlichen abberufen. Das sorgte für Unruhen in der Gemeinde. Diese Veränderungen waren jedoch notwenig, um der Gemeinde eine Ausrichtung zu geben, die ihrer Verkündigung entspricht.
Bischof Brauer schreibt: „Die Passionszeit ist die Zeit, wenn die Gemeinde und die ganze Kirche den eigenen Grund betrachten. Dieser Grund ist Christus. Kein Mensch, keine äusseren Bräuche dürfen diesen heiligen Ort besetzen. In der Christlichen Kirche ist das Heiligtum Christus, und der ganze Dienst der Gläubigen ist darum konzentriert.“
Wir wünschen Bischof Brauer Gottes Segen für sein Amt, in das er jetzt offiziell durch die Synode berufen ist und Weisheit in seiner Amtsführung. Für seine Kirche steht er für einen Aufbruch und Neuanfang. – Pfarrer Enno Haaks

Montag, 18. April 2011

Wie gehen wir mit unseren Gebäuden um?

Was machen wir mit unseren Gebäuden? Wie gehen wir mit ihnen um? Wie sind sie ausgelastet? Und wie hoch ist der Energieverbrauch? Nicht nur Gemeinden in Deutschland, sondern gerade auch unsere Partner in der Diaspora müssen sich diesen Fragen stellen, denn Energie ist ein kostbares Gut. Die jüngsten Ereignisse in Japan und die Diskussionen um die Nutzung der Atomenergie lassen insgesamt unseren Umgang mit Energie hinterfragen. Jede Gemeinde kann etwas tun. Und jede Gemeinde kann schon bei geringem Aufwand bis zu 10% ihrer Energiekosten einsparen. Darauf weist ein Handbuch hin, das in zweiter Auflage erschienen ist. Christian Dahm hat es herausgegeben. Die katholische und die evangelische Kirche im Rheinland haben das Erscheinen unterstützt. Es nennt sich: "Energiesparen in Kirchengemeinden - Ein praktischer Leitfaden“. Praktische Ratschläge werden gegeben, z.B. bei der Überprüfung des Verbrauchs der Kühlschränke in einer Kirchengemeinde oder der Umgang mit dem PC oder die Frage der Raumausleuchtung. Bei diesen „kleinen“ Dingen kann es schon zu guten Einsparungen kommen. Dazu werden natürlich Anregungen gegeben zur Dämmung eines Gebäudes, zur Heizanlage oder auch zur Installation einer Photovoltaikanlage. Praktisch sind die Tipps und gut sind die Ratschläge, um den Blick zu schärfen für unseren Umgang mit den Gebäuden, die uns anvertraut sind. Es ist gut und wichtig Räume zu bauen und zu renovieren. Ebenso wichtig ist ein nachhaltiger Umgang mit ihnen. Dazu – so Präses Nikolaus Schneider, sollte dieses Handbuch in keiner Gemeindebibliothek fehlen und genutzt werden. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 15. April 2011

Die Schlacht bei Lützen

Der Tod des Schwedenkönigs
Heute berichtet der SPIEGEL auf seiner Internetseite von der Schlacht bei Lützen im Jahre 1632, in der der Schwedenkönig Gustav II. Adolf, Namenspatron des Diasporawerkes der EKD, am 6. November fiel.

Inzwischen gab es archäologische Untersuchungen auf dem Schlachtfeld, die versucht, den Schlachtverlauf näher zu rekonstruieren. Überlegt wird, wie das Drama und die Schrecken dieser Schlacht, eines Teiles des fürchterlichen 30-jährigen Krieges, so nahe zu bringen, um sich von den Ausmaßen ein Bild machen zu können. "In das Unterbewußtsein der Deutschen hat sich tief der Schrecken des Krieges eingegegraben", sagt ein Historiker.

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Krisen und das GAW

Von Krisen der Gesellschaft, von Kriegen und deren Auswirkungen war das GAW in seiner Geschichte immer intensiv mit betroffen und hat darunter gelitten. Das zeigt sich an einem einfachen Beispiel: Ende des 19. Jahrhunderts gründete sich die Synode am Rio de la Plata in Argentinien. Auch Hilfe des GAW wurde einigen Gemeinden gegeben. Die Hilfe nach Argentinien war allerdings bei Weitem nicht so groß wie für Brasilien oder für Chile.
Dann während und nach dem 1. Weltkrieg kamen Hilfsleistungen quasi zum Erliegen. Zwar kamen die Pfarrer ausschließlich aus Deutschland, aber materielle Hilfe war kaum zu bekommen. Zudem sorgte man sich in Deutschland dann eher um die Gemeinden die nun nicht mehr zum "Deutschen Reich" gehörten.
Auch die Zeit des Nationalsozialismus und besonders die Auswirkungen des 2. Weltkrieges trafen das GAW dann noch einmal erheblich.
Spannend ist es zu sehen, wie trotz alles geschichtlicher Einflüsse und den sich daraus ergebenden Herausforderungen das GAW nach wie vor eine wichtige Stimme in der Diaspora hat und von seinem Ruf, ein verläßlicher Partner zu sein, wenig eingebüßt hat. Trotz aller Widrigkeiten mühen wir uns um ein den Auftrag, den wir als GAW haben: evangelische Minderheiten zu stärken. - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 12. April 2011

Prälat Dorgerloh wird Minister in Sachsen-Anhalt

Prälat Dorgerloh
Der EKD-Beauftragte für die Lutherdekade, Stephan Dorgerloh, wird Kultusminister in Sachsen-Anhalt. Die Vereidigung ist für den 19. April geplant. Er war zuständig z.B. für die Aktion der 800 "Lutherzwerge" auf dem Wittenberger Marktplatz. Viel Gesprächsstoff hatte das ausgelöst. Mit ihm zusammen haben wir ein für das GAW wichtiges Projekt entwickelt: die "Solidaritätskollekte" für die Stadtkirche in Wittenberg. Für deren Sanierung wollen wir bis zum Jahre 2017 insgesamt 70.000 Euro zur Verfügung stellen. 
Dorgerlohs Auftrag war es, das Reformationsjubiläum im Jahre 2017 leitend im Auftrag des Rates der EKD mit vorzubereiten. Jetzt wagt er in den Schritt in die Landespolitik.


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Freitag, 8. April 2011

Gruß eines ehemaligen GAW-Stipendiaten

Bischof László Fazekas
Im Studienjahr 1983/84 gab mir das Gustav-Adolf-Werk die Möglichkeit, dass ich mit einem GAW-Stipendium bei der damaligen Ostdeutschen Martin-Luther-Universität in Halle studieren konnte. Das bedeutete für mich eine völlig neue Welt. Neu war die Umgebung, die Studenten und das Umfeld. Es war ein völlig andere Erfahrung als im reformierten Konvikt in Prag. Ich selbst lernte aus der Nähe den Alltag der deutschen Studenten kennen. Ich lernte die deutsche Kultur, die Musikkultur, die deutsche Pünktlichkeit und vor allem natürlich das deutsche theologische Denken kennen.Beispielhaft war für mich, dass in dem damaligen kommunistischen Rahmen die Kirche jede Möglichkeit dazu nutzte, dass Denken der Menschen zu bewegen und nicht in der Hoffnungslosigkeit zu bleiben. Gut zu sehen war das Engagement und der Mut, mit dem die Kirche Veranstaltungen organisierte. Das gab auch mir Mut. Die deutsche Sprache und Theologie nutzte mir sehr in meinem weiteren theologischem Studium und auch in meinem Dienst als Pfarrer. In dem dort verbrachtem Jahr knüpfte ich viele Freundschaften. Praktisch öffnet sich für mich die Welt. Meine theologischen Horizonte haben sich erweitert, ich hatte Zugang zur deutschen theologischen Literatur, welche ich bis zum heutigen Tag nutze. Darüber hinaus wurde meine Bereitschaft andere Menschen zu verstehen und anzunehmen intensiviert. Natürlich zeigen sich jetzt auch die Früchte des in Halle verbrachten Jahres, wenn ich als Bischof der Reformierten Kirche in der Slowakei im Ausland die Kirche vertrete. In unzähligen Fällen habe ich Gott für die Gnade gedankt, dass ich als Student in Deutschland studieren durfte. Kontaktaufname und Kontaktpflege ist unerlässlich für unsere Kirche. Ich bin dankbar, dass ich als GAW-Stipendiat in Deutschland studieren konnte, und es jetzt in der Kirchenleitung zum Vorteil für unsere Kirche und auch zu Gottes Ehre nutzen kann.  - László Fazekas, Bischof (Reformierte Kirche in der Slowakei)

Donnerstag, 7. April 2011

Bibelarbeit und Ökologie im Norden Brasiliens - CEBI

Das ökumenische "Zentrum für Bibelstudium" (CEBI) in Brasilien wird seit Jahren von uns im GAW unterstützt. Das ist ein kleines Zeichen unseres ökumenischen Wirkens. Die Arbeit der CEBI kommt aus dem befreiungstheologischen Kontext Ende der 70er Jahre und ist inzwischen in allen Bundesstaaten Brasiliens vertreten. Es ist eine Laienbewegung, die das Bibelstudium an der Basis in ökumenischer Weite fördert.
Inzwischen spielt neben der befreiungstheologischen Perspektive, daß Gott wie damals bei der Befreiung aus Ägypten auch heute noch befreiend wirkt, immer mehr eine ökologische Perspektive eine Rolle. Besonders im Norden Brasiliens ist das so, angesichts der Rodung großer Urwaldgebiete und den Fragen des Überlebens in der einen Welt. Ausgehend von der Erfahrung der Zerstörung der Erde und damit der Lebensgrundlagen, erwuchs aus dem Bibelstudium und der Forderung der Bewahrung der Schöpfung ein Projekt zur Aufforstung besonders in Rondonia. 40.000 Bäume will man 2011 und 2012 pflanzen. Spannend ist die Verbindung zwischen Bibelstudium und konkreter Aktion. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 6. April 2011

„…da wird auch dein Herz sein.“ - GAW auf dem DEKT 2011 in Dresden

Woran hängt unser Herz? Der Christ bekennt, dass sein Herz bei Gott ist, der allein aus Gnade durch Jesus Christus uns befreit, zu handeln. Und der kann dann sagen, worauf Gott ihn weist, wofür er sich mit Herz und Sinnen einsetzen soll. Denn Glauben gilt es, nach aussen sichtbar zu machen, um zu zeigen, was wir im Herzen glauben. Das geht nur in Verbundenheit! Und die Verantwortung ist da am Größten, wo man miteinander lebt, glaubt und hofft. Das ist Wesen unseres GAW! Deshalb stellen wir uns bewußt an die Seite unserer evangelischen Schwestern und Brüder, die als Minderheit ihren Glauben leben.
Auf zahlreichen Veranstaltungen und natürlich auf dem Markt der Möglichkeiten sind wir mit einem Stand vertreten auf dem Deutschen Ev. Kirchentag 2011 in Dresden.
Heute haben wir uns mit der gastgebenden Gemeinde in Dresden Lockwitz (Schloßkirche) auf das Feierabendmahl vorbereitet. Zwei Chöre mit insgesamt 80 SängerInnen, unsere StipendiatInnen, als Predigerin eine Theologin aus der Diaspora, Mitarbeiter der Zentrale des GAW und der Hauptgruppe Sachsen (GAWiS) nehmen teil. Ein bunter und lebendiger Abend zur Ruth-Geschichte aus dem Alten Testament, die eine Diasporageschichte ist! Kommen Sie vorbei am 3. Juni um 19.30 Uhr zum Feierabendmahl in Dresden Lockwitz! - Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 5. April 2011

Stipendiaten in deutschen Gemeinden

GAW-Stipendiaten in der Zentrale
Anfang April kamen die derzeitigen acht Stipendiaten von ihren Gemeindepraktika nach Leipzig zurück. Vier Wochen müssen sie obligatorisch in den Semesterferien nach dem Wintersemester ein intensives Praktikum machen. Dafür suchen wir in den verschiedenen Landeskirchen der EKD Gemeinden. 
In diesem Jahren waren unsere "Stipis" in Mecklenburg, Hannover, Oldenburg, Ostfriesland, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Württemberg und Bayern. Spannend war es, von ihren Erfahrungen zu hören und wie sie "deutsches" Gemeindeleben wahrnehmen. "Es gibt für Jugendliche alles vom Kicker bis zum Billardtisch, aber keine Bibelstunde!", sagte einer. Ein anderer merkte an: "Die Jugendlichen haben so viele verschiedene Verpflichtungen und Angebote  in ihrer Freizeit, daß sie für Kirche oft keinen Freiraum finden. Das ist bei uns in Brasilien anders." Auffallend war, daß einige beschrieben, wie schwierig sie manche ethischen Debatten in den Kirchen in Deutschland empfinden und wie schwierig es doch sein müsse, in einer Kirche mehrere Positionen nebeneinander auszuhalten. "In unserer Kirche wäre das nicht möglich. Da muß es eine Meinung der Kirche geben," sagte ein Stipendiat aus Rumänien.
Eine Bereicherung war der Vormittag mit den Auswertungen des Gemeindepraktikums. - Und aus verschiedenen Gemeinden hörten wir, daß sie dankbar waren für die Chance der Öffnung und des Hörens auf die Sorgen und Herausforderungen, die in der Diaspora erlebt werden. Das kann dem eigenen Gemeindeleben auch eine gewisse Weite vermitteln. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 1. April 2011

Erhalt des Flüchtlingsheimes in Malaga

Pastor Mochon
mit einem Flüchtling in Malaga
Im aktuellen Projketkatalog des GAW und in den kommenden zwei Jahren sammelt das GAW für den Erahlt eines Kirchengebäudes und damit der großen Flüchtlingsarbeit dieser Gemeinde in Malaga der Iglesia Evangélica en España (IEE).
Jetzt erschien in der aktuellen Ausgabe der monatlich erscheinenden Chrismonausgabe ein Hinweis auf dieses wichtige Projekt, das durch die Entwicklungen in Nordafirka und die größer werdenden Flüchtlingsbewegungen an Dramatik zugenommen hat.
Informationen über das Projekt unter diesem link:

Pfarrer Enno Haaks