Mittwoch, 30. März 2011

FEREDE in Verhandlungen mit dem Spanischen Staat

Am 7. März 2011 wurde die FEREDE (s.u.) vom Staatsminister Ramón Jáuregui empfangen, um dringend anstehende Themen zu besprechen und die kaum erkennbaren Fortschritte für die Protestanten in Spanien zu thematisieren. In der vergangenen Legislaturperiode wurde diesbezüglich eine Absichtserklärung der Vorgängerregierung unterzeichnet. Nur hat sich seitdem wenig bewegt, obwohl die Regierung gute Absichtserklärungen abgegeben hatte. Der Staatsminister zeigte sich verständnisvoll hinsichtlich der geäußerten Sorgen, die die FEREDE ihm gegenüber äußerte, und versprach, die konkreten Punkte an die entsprechenden Stellen zur verantwortlichen Bearbeitung weiterzugeben.
Diese Punkte sind u.a.: die rechtliche Anerkennung der theologischen Abschlüsse und Examen, die Anerkennung der vom Staat geschuldeten Pensionszahlungen an die Pfarrer und Pfarrwitwen, die bis zum Jahr 1999 nichts in die Sozialversicherungen einzahlen konnten, das Recht der Steuerzahler 0,7% ihrer IRPF (Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas) zugunsten der FEREDE zu geben und der Schutz der gottesdienstlichen Räume.
Ein Punkt von großer Bedeutung, bei dem es zum Glück einige Fortschritte gab, war die zivilrechtliche Anerkennung der theologischen Abschlüsse. Endlich hat das Bildungsministerium ihre Blockade beendet. Das entsprechende Dekret ist fertig gestellt und unterschriftsreif im Herbst 2011.
Inzwischen hat die IEE vor dem Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg gegen das Unrecht geklagt, dass die Pfarrer und Pfarrwitwen keine Pensionszahlungen erhalten und das mit der Diskriminierung zur Frankozeit begründet. Diese Klage wurde angenommen. Der spanische Staat muß sich demnächst dazu vor dem Gericht äußern.


Was ist die FEREDE?
Am 20. Februar 1986 wurde eine Organisation von den verschiedensten “evangelischen” Gruppierungen gegründet, um als Vermittler ihrer Interessen gegenüber dem Staat zu handeln, die auch in der Lage ist, Vereinbarungen zu treffen. Es handelt sich um die F.E.R.E.D.E. (Federación de Entidades Evangélicas de España). Die FEREDE ersetzte die ehemalige Einrichtung der Kommission zur Verteidigung des Evangelischen, wo man darum kämpfte, dem Staat gegenüber einen sichtbaren Verhandlungspartner geben zu können.

Dienstag, 29. März 2011

Mehr Verantwortung für CILCH in Chile

Auf der letzten Sitzung des CILCH (Rat der Lutherischen Kirchen in Chile) in der vergangenen Woche in Chile sind die Vertreter beider lutherischer Kirchen übereingekommen, die CILCH insgesamt zu stärken. Nach einem Antrag des GAW, für die Projektbegleitung in Zukunft nur noch den CILCH als einzigen Ansprechpartner zu haben, wurde diese Initiative genutzt, um festzulegen, daß auch gegenüber dem Staat und anderen Organisationen in erster Linie die CILCH beide Kirchen nach außen vertreten soll. Beide Synoden der beiden lutherischen Kirchen stehen damit unter der CILCH, behalten ihre Struktur bei. Aber die Zeichen stehen auf ein stärkeres Zusammenwirken beider Kirchen. Das begrüßen wir von Seiten des GAW sehr! - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 24. März 2011

Seelsorge an ungarischen Protestanten in Deutschland

Evangelische Christen ungarischer Sprache werden bald einen eigenen Dachverband in Deutschland haben. Schritte hierzu wurden bei Unterredungen zwischen Vertretern der EKD und der ungarischen lutherischen sowie der reformierten Kirche getätigt. In Deutschland leben inzwischen mehreren zehntausend ungarischen Protestanten für die in Zukunft ungarischsprachige Pfarrer zuständig sein sollen. Es sollen, so Bischof Dr. Tamás Fabiny, sechs überregionale Sprengel gegründet werden, in denen jeweils ein lutherischer oder ein reformierter Seelsorger aus Ungarn tätig sein soll. Die finanzielle Unterstützung werde, so die Vereinbarung, zum großen Teil von den deutschen Kirchen getragen. Hierbei spielt einerseits das legitime Anrecht auf muttersprachliche Seelsorge, andererseits der Umstand, dass die in Deutschland lebenden Ungarn in der Regel auch in Deutschland kirchensteuerpflichtig sind, eine Rolle. Die Pfarrer und Theologiestudierenden sollen aus der reformierten und der lutherischen Kirche Ungarns entsendet werden. Ferner sorgen die ungarischen Kirchen auch für Fortbildungsmaßnahmen der in Deutschland tätigen ungarischen Seelsorger. Nach dem Zweiten Weltkrieg, nach der Revolution von 1956 sowie nach dem Regimewechsel von 1989/90 waren zahlreiche Ungarn nach Deutschland ausgewandert. Die evangelischen Christen unter ihnen sollen in jenem evangelischen Verein zusammengeschlossen werden. In den nächsten Monaten werden die genauen Rahmenbedingungen Vereins ungarischer Protestanten in Deutschland ausgearbeitet, ehe es – frühestens im Herbst 2011 – zu dessen Gründung kommen kann. (Quelle: www.leuenberg.net)

Dienstag, 22. März 2011

Veränderungen in der Zentrale des GAW

Zentrale des GAW;
Dienstwohnung im 2. Stock
Nun ist es geschafft: Die Dienstwohnung für den Generalsekretär in der Zentrale des GAW ist fertiggestellt und der Umzug vollzogen. Nutzung und Auslastung der Zentrale sollen sich dadurch verbessern und stabilisieren. Zudem erhoffen wir uns, daß die pastorale Funktion des Generalsekretärs gestärkt wird, denn dadurch soll gewährleistet sein, für Diaspoargäste der Zentrale oder für Ehrenamtliche leichter erreichbar zu sein.
Das bringt Veränderungen, die hoffentlich der Stärkung unseres Werkes und des Auftrages zugute kommen.

Freitag, 18. März 2011

Wie wieviel Spanier sind katholisch?

Die Comisión Permanente
der IEE in Los Rubios
Laut einer im August letzten Jahre veröffentlichten Studie, sind 92 Prozent der Bevölkerung Spaniens römisch-katholisch. Die Anzahl derer, die aktiv am religiösen Leben teilnehmen sinkt aber. Zudem ist es fraglich, wie viele der 92 Prozent getaufter Christen sich selbst noch als römisch-katholisch empfinden, ein formaler Kirchenaustritt ist in Spanien nicht so einfach möglich wie beispielsweise in Deutschland. Bei einer Studie im Jahr 2002 gaben zumindest 80 Prozent der Befragten an, Katholiken zu sein.  Zwölf Prozent aller Spanier bezeichneten sich in einer Umfrage als nicht religiös. Laut Aussage Pfarrers Michel Rennes, pensionierter Pfarrer der Iglesia Evangélica Española (IEE) halten sich höchstens 50% der Spanier an die katholische Kirche. Und höchstens 5-10% besuchen regelmäßig eine Messe.
7,2 Prozent der spanischen Bevölkerung gehören anderer Religionen oder Konfessionen als der römisch-katholischen an. So machen Muslime 0,5 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, Protestanten 0,3 Prozent und Zeugen Jehovas 0,25 Prozent. Mormonen soll es etwa 20.000 geben, Juden nur noch 15.000. Große jüdische Gemeinden gibt es u.a. in Barcelona. In der spanischen Verfassung ist festgehalten, dass keine Konfession staatlichen Charakter hat. Die Freiheit der Religion wird garantiert.
Auch die IEE hat mit der Unverbindlichkeit der Spanier zum religiösen leben zu kämpfen. Man hält nicht viel davon, Proselytismus zu betreiben. Jedoch ist die evangelische Stimme in der spanischen Gesellschaft sehr geschätzt. In dieser Hinsicht versucht sie, sich immer wieder zu Wort zu melden und ihrem prophetischen Auftrag gerecht zu werden.

Donnerstag, 17. März 2011

Was ein GAW-Stipendium bringen kann...


Rev. Dr Patricia Cuyatti

... schreibt uns Dr. Patricia Cuyattti, Referentin für Karibik und Lateinamerika beim LWB:
"Das Stipendium des Gustav-Adolf-Werkes war für mich eine sehr gute Gelegenheit, Deutsch zu lernen. Das war dringend notwendig, um meine Promotion in systematischer Theologie in der „Lutheran School of Theology at Chicago“ durchführen zu können. Die Peruanischen Lutherischen Kirche (IELP), eine kleine Kirche, die ab 1969 entstanden ist aus der Missionsarbeit der Lutherischen Kirchen in den USA und in Kanada und später von den einheimischen KirchenleiterInnen übernommen wurde, unterstützt sehr die Aus- und Fortbildung seiner Mitglieder. Im Jahr 1999 war es möglich, in der IELP fünf Pastoren zu ordinieren. Zudem ist die Kirche sehr daran interessiert, sich mit gut ausgebildeten Kräften im lateinamerikanischen Kontext einzubringen.
Das Lernen der deutschen Sprache hat mir persönlich neue Horizonte eröffnet. Insbesondere das Lesen der theologischen Literatur in Deutsch war wichtig für mich. So ist es mir möglich, mich in dieser Sprache zu verständigen und mit den verschiedensten Organisationen und Kirchen zu korrespondieren, die die deutsche Sprache benutzen. Das erleichtert mir erheblich meine Arbeit als Lateinamerika- und Karibikreferentin des Lutherischen Weltbundes in Genf in der Abteilung Mission und Entwicklung."

Dienstag, 15. März 2011

Menschen für die Diasporaverantwortung gewinnen

Auf der Tagung der Geschäftsführer und Hauptgruppenvertreter haben wir uns diese Frage gestellt: Wie können wir Menschen für die Diasporaarbeit gewinnen und ans GAW binden?
Mich erinnert die Arbeit im GAW an meine Diasporaerfahrung in meiner Gemeinde in Chile. Die Mitglieder mußten einzeln gewonnen werden durch direkte Ansprache, durch positive Erfahrungen. Waren sie da, ließ sie die Gemeinde nicht mehr so einfach los.
Ein bißchen ist das auch im GAW so. Von daher kann diese Erfahrung mit Sicherheit auch in die Kirchen hineingetragen werden.
In einem Vortrag verwies jüngst unser Präsident Dr. Hüffmeier darauf, indem er Prof. Krötke zitierte.: Gewinnen für kirchliche Arbeit und die Diasporaarbeit kann man Menschen nur einzeln durch überzeugende Beispiele. So kann man Menschen gewinnen. - Pfarrer Enno Haaks

Fürbittgebet aus Tokio

Dieses Fürbittgebet sendet die evangelische Gemeinde in Tokio angesichts der Katastrophe in Japan:
"Gott, du hast die Welt geschaffen. Dafür waren wir immer dankbar. Darauf haben wir immer vertraut, dass wir ein Teil deiner Schöpfung sind, von dir gewollt und zu Gutem bestimmt. Jetzt haben wir erlebt, dass deine Schöpfung auch ein anderes Gesicht hat. Wir haben erlebt, wie klein wir Menschen sind. Manche von uns haben Stunden der Angst erlebt, Stunden der Unsicherheit und Sorge. Die Menschen in der Erdbebenregion haben ihr Leben verloren, ihre Angehörigen, ihre Existenz. Und der Schrecken ist noch nicht vorbei. Das Kernkraftwerk in Fukushima ist noch nicht sicher. Dennoch hoffen wir auf dich, Gott, halten an dir fest und bitten dich deine Gegenwart in all diesen schlimmen Erfahrungen.
Wir bitten für die Familien, die nicht wissen, ob ihre Angehörigen noch leben.
Wir bitten für die Verstorbenen.
Wir bitten für die Menschen in den Notunterkünften.
Wir bitten für die Menschen, die vor dem Nichts stehen.
Wir bitten für die vielen Helfer, die ihr Leben für andere aufs Spiel setzen.
An dir halten wir uns fest, Gott, gerade, wenn uns der Boden unter den Füßen wegrutscht.
Auf dich hoffen wir, in allem, was wir erleben, ertragen, durchmachen müssen.
Begleite du uns, dass wir nicht verzweifeln.
Hilf uns, aufeinander zu achten, richtige Entscheidungen zu treffen und zu helfen, wo wir können. Amen."
(zu finden auf: www.evangelisch .de)
1959 hat das GAW auch mal die evang. Kirche in Tokio unterstützt.

Montag, 14. März 2011

Folgen des Erdbebens in Chile und Nachrichten aus Piececitos

Tsunamischäden in Chile
Der Tsunami, der die japanische Küste verwüstet und eine atomare Katastrophe ausgelöst hat, hat auch Schäden an der chilenischen Küste angerichtet. „Wir wurden alle evakuiert“, berichtet Annegret Hoffmann aus der Schule Piececitos in Chile der Ev.-Luth. Kirche (IELCH). „All die Gefühle aus dem Februar 2010 kamen wieder hoch, die Angst, alles noch einmal zu verlieren. Das war nicht leicht.“
In Dichato, einer Küstenstadt nahe Concepción, die im vergangenen Jahr verwüstet wurde, traten erhebliche Schäden durch eine Welle auf, die 300m ins Land hineinkam. Die Installationen der Fischer wurden zerstört, die gerade wieder neu errichtet worden waren.
Die Schule Piececitos hat Untesrtützung im letzten Jahr vom GAW erhalten, um die Schäden zu reparieren. Der Schulbetrieb läuft wieder. Es haben sich mehr Kinder als im vergangenen Jahr eingeschrieben. Weitere Klassenräume konnten gebaut werden, auch dank der Hlfe der Hauptgruppe Baden. Aber es braucht noch weitere Zeit und mehr Kinder, die kommen, damit die Schule sich stabilisiert. - Pfarrer Enno Haaks

Samstag, 12. März 2011

Erneut sintflutartige Regenfälle in Brasilien

15.000 Menschen sind in Brasilien in Sao Lourenco im Süden und Petropolis im Staat Rio de Janeiro obdachlos geworden nach sehr schweren Regenfällen.
"Ich habe alles verloren, alles was ich hatte. Ich konnte nur mein Tochter an die Hand nehmen und eine Tasche. Sonst habe ich alles verloren", sagte die Verkäuferin Marcia Barth weinend. Wie Marcia, sind tausende Menschen nach heftigen Regenfällen am Mittwoch und Donnerstag im südlichen Bundesstaat ohne Obdach.
Zerstörung durch Erdrutsche im
Süden Brasilien
Rochel Wachholz Roni und ihr Mann mit ihren zwei kleinen Kindern mussten aufs Dach ihres Hauses flüchten. "Uns ist nichts passiert. Aber alles ist verwüstet. Die Situation ist chaotisch. Die Menschen sind schockiert", sagte Rochel per Telefon dem Präsidenten der Lutherischen Kirche (IECLB), Dr. Nestor Friedrich. Friedrich bat nun in einem Brief an alle Synoden und Kirchengemeinden der IECLB um Solidarität, um Spenden und Fürbitte.
Am Sonntag, den 13. März startet die IECLB eine Kampagne unter dem Motto „Frieden in Gottes Schöpfung - Hoffnung und Engagement. Ehre sei Gott und Friede auf Erden".
Gerade in der derzeitig empfundenen Katastrophe in Japan und das eigene Erleben in Brasilien ist es geboten, die Sorge um Gottes Schöpfung zu intensivieren.
Im GAW werden wir unser Möglichstes tun, ein Zeichen der Solidarität mit den Gemeinden in Sao Lourenco do Sul und Petropolis zu setzen. Menschen scheinen in den beiden Städten nicht an Leib und Leben betroffen zu sein. Aber die Schäden an Haus und Hof dürften beträchtlich sein.

Freitag, 11. März 2011

Erdbeben in Japan

Vor etwas über einem Jahr bebete die Erde in Chile und zerstörte Ortschaften auf einer Länge von über 500 Kilometeren. Auch zahlreiche Kirchen, Pfarrhäuser, Kindergärten und Schulen der beiden luthersichen Kirchen in Chile waren stark betroffen, so daß wir helfen mußten und konnten.
Jetzt hat die Erde auf der anderen Seite des Pazifiks gebebt - noch stärker als in Chile. Eine Tsunamiwelle wird alle Pazifikaanrainerstaaten bedrohen - auch Chile.
Die Erinnerungen gehen zurück. Und mit Schrecken verfolge ich die Bilder im Internet und Fernsehen, die uns aus Japan übermittelt werden. Wieviele Opfer? Welch immense Zerstörung?
Mit Schrecken stehen wir vor diesen Naturgewalten. Was wir tun können? "Beten und Tun des Gerechten" - sagt Bonhoeffer, ist in Notzeiten das dringendste Gebot. Als Spendenwerk wissen wir, wie mit den Gaben, die wir erhlaten, Not gewendet werden kann. - Pfarrer Enno Haaks 

Donnerstag, 10. März 2011

Einsatz für die Diaspora

Pfarrer Thorsten Maaßen aus Ettlingen/Baden wies in einer Predigt zum Abschluß der Ökumensichen Bibelwoche auf die Diasporaarbeit des GAW hin. Er sagt:
"Ja, Kirche braucht das wache Auge füreinander. Wenn Christen und Gemeinden in Not sind: im Irak, in Ägypten, in der Türkei, in China, sind sie unserem wachsamen Auge anvertraut sind. Dann sind wir aufgefordert, uns für ihre Sicherheit einzusetzen und nicht eher zu ruhen, bis wir wirksame Maßnahmen zu ihrem Schutz erreicht haben. Wenn Gemeinden Hilfe brauchen, weil ihre Mitglieder sie nicht finanziell absichern können, dann ist es richtig, wenn aus den wohlhabenderen Kirchen Unterstützung kommt. Das gab es schon seit Beginn der Kirche, dass die reicheren griechischen Gemeinden die notleidende Gemeinde in Jerusalem unterstützt haben. Solidarität unter den Kirchen ist keine Vetternwirtschaft und auch nicht etwas, das wir uns nur leisten sollten, wenn wir uns selbst alle Wünsche erfüllt haben. Sie gehört zum Markenkern des Christentums. Wenn Kirchen in der Diaspora darum ringen, die eigene Glaubensidentität mit vernehmbarer Stimme öffentlich einzubringen und dem Wort Gottes auf ihre Weise Gehör zu erschaffen, ist auch das Einsatz für Gottes heiliges Volk. Mitte Juli werden wir hier in Ettlingen das Jahresfest des Gustav-Adolf-Werks feiern können. Das ist das Diasporawerk der Evangelischen Kirche. Die Kirchen, die vom Gustav-Adolf-Werk Unterstützung erfahren, sind oft Vorbilder an Ausdauer und Beharrlichkeit. Und wir sind froh, mit einem Fest auch zeigen zu können, dass wir gemeinsam mit ihnen zu Gottes heiligem Volk gehören. Dieses Fest zeigt, dass auch evangelische Kirchen zur weltweiten Gemeinschaft und Solidarität berufen und fähig sind. Und ich würde mich unheimlich freuen, wenn viele - katholische wie evangelische - Ettlinger an diesem Fest weltweiter Begegnung teilnehmen."

Mittwoch, 9. März 2011

Du stellst meine Füße auf weiten Raum - Schulanfängergottesdienst 2011

Schulanfänger-Gottesdienst
Seit Jahren verantwort die Frauenarbeit des GAW die Herausgabe eines Schulanfängerottesdienstes, um diesen Anlaß zu nutzen, auf ihr Jahresprojekt hinzuweisen und dafür Kollekten zu sammeln.
Rechtzeitig sind die Materialien für dieses Jahr erschienen und können ab sofort im GAW bestellt werden.
Pfarrerin Eva Fitschen hat einen schönen Gottesdienstentwurf zu dem Psalmwort: "Du stellst meine Füße auf weiten Raum" erarbeitet.
Die Kollekte wird erbeten für ein sozial-diakonisches Projekt der lutherischen Gemeinde in Togliatti/Rußland. Diese Gemeinde unterstützt seit vielen Jahren schwerbehinderte Kinder. Dafür braucht sie dringend Räume, um die Kinder und Jugendlichen angemessener fördern zu können.
Das GAW dankt allen, die diesen Entwurf für den Schulanfang nutzen, um dann auch auf das Projekt des GAW hinzuweisen und um Hilfe zu bitten. Auf der Internetseite des GAW kann der gesamte Entwurf mit Liedblatt auch heruntergeladen werden auf der "Frauenseite"-.  Pfarrer Enno Haaks

Dienstag, 8. März 2011

Diaspora-Buch von René Krüger erschienen

"Die Diaspora - Von traumatischer Erfahrung zum ekklesiologischen Paradigma" ist erschienen! René Krüger, Theologieprofessor an der ISEDET in Argentinien, hat für uns seine spanischsprachige Ausgabe ins Deutsche übersetzt. Es gibt einen fundierten Einblick in die theologische Diskussion um den Diasporabegriff.
Biblisch gesehen geht es laut Krüger nicht darum, "in der Diaspora zu leben, sondern Diaspora zu sein", d.h. "Aussaat" des Wortes, dessen Zuspruch und Anspruch, dessen Anklage "gegen Leben bedrohende und zerstörende Systeme und Situationen" und dessen Trost zur Bildung eines "alternativen Lebensmodells" führt. Allen, die sich der Diaspoarverantwortung unseres Christseins verbunden fühlen, sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
René Krüger wird sein Buch selbst vorstellen am Deutschen Evangelischen Kirchentag am 3. Juni um 11:15 Uhr auf dem markt der Möglichkeiten (Ostragehege/Flutrinne - Marktplatz des Marktbereiches 1 "Gelebte Ökumene, Zelt F6).
Das Buch ist ab sofort für 9,80 Euro im GAW zu bestellen. - Pfarrer Enno Haaks

Montag, 7. März 2011

Vorbereitung einer weiteren Deutsch-Polnischen Theologinnentagung

Theologin Halina Radacz
Aus Polen kam Halina Radacz, um mit unserer Leiterin der Frauenarbeit im GAW, Frau Gast-Kellert, und drei Theologinnen vom Evangelischen Bund zu beraten, inwieweit eine weitere deutsch-polnische Theologinnentagung durchgeführt werden kann. Die letzte Konferenz gab es vom  9.-13.9.2009 in Mikolajki / Polen. Inzwischen ist viel in Polen geschehen. Ein neuer, junger Bischof leitet die Kirche, im vergangenen Oktober hat die Synode sich erneut gegen die Frauenordination ausgesprochen. Selbst sagt die Synode, daß theologisch nichts gegen eine Frauenordination spricht, jedoch die spezifischen polnischen Besonderheiten dagegen sprechen. Sicherlich gibt es hintregründig Argumente, die offen niemand ausspricht.
Und doch gibt es Frauen wie Halina, die eine Gemeinde eigenständig leiten und dabei alles machen bis hin zur Taufe, Beerdigung etc. - das klingt sehr widersprüchlich und schwer nachvollziehbar. Und man wünschte der polnischen luthersichen Kirche die Bereicherung durch Frauen im Amt einer Pfarrerin oder sogar Bischöfin. Welcher Reichtum wäre auch das!
Ins Auge gefaßt ist jetzt für Mitte 2012 eine weitere Konsultation in Polen, an deren Vorbereitung die polnischen Schwestern, der Evangelische Bund und das GAW arbeiten. - Pfarrer Enno Haaks

Freitag, 4. März 2011

In Chile übernehmen Frauen neue Aufgaben

Beim LWB erschien folgender Text zum heutigen weltgebetstag, dessen liturgie aus Chile kommt:
"Es ist Freitagabend. Maria Leyton freut sich auf das Treffen am nächsten Tag. Nach dem schweren Erdbeben am 27. Februar 2010 hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Chile (IELCH) einen regelmässigen Austausch zwischen den Betroffenen in dem Viertel am Hafen von Concepción initiiert. Die Häuser hier sind klein und die Menschen, die hier leben, arm. Ein vom Erdbeben ausgelöster Tsunami hat das Viertel verwüstet. Das ACT-Bündnis, zu dessen Mitgliedern auch die IELCH und der Lutherische Weltbund (LWB) zählen, hat den am schwersten Betroffenen ein neues Haus zur Verfügung gestellt. Die LWB-Abteilung für Weltdienst (AWD) hat für die Koordination der Zusammenarbeit mit dem ACT-Bündnis einen Mitarbeiter nach Chile entsandt, der der Kirche dabei half, ein Nothilfeprogramm aufzubauen, und die Zusammenarbeit mit dem ACT-Bündnis und mit anderen Kirchen vor Ort unterstützt hat. Unter dem Motto „Den Tisch teilen“ treffen sich jeden Samstagmorgen auf Initiative der lutherischen Kirche rund 80 Familien aus dem schwer zerstörten Viertel, um über ihre Sorgen und Probleme zu sprechen und über gegenseitige Hilfe nachzudenken. „Meist kommen die Frauen mit ihren Kindern“, sagt Maria Isabel Castillo Moreno. Die Sozialarbeiterin der lutherischen Kirche betont, dass sich damit auch die Rolle der Frauen in der von Männern dominierten Gesellschaft verändert habe. Und vor allem werde die Solidarität in der Gemeinde gestärkt. Die Entwicklung eines Zusammengehörigkeitsgefühls in der Gemeinde funktioniert für Moreno nur über die Frauen. Maria Leyton ist eine der Frauen, die regelmässig an diesen Treffen teilnimmt. Die 54jährige alleinerziehende Mutter von drei Kindern erzählt, dass sie ohne die Hilfe der lutherischen Kirche und des ACT-Bündnisses nach dem Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami nicht zu Recht gekommen wäre. Auch ein Jahr nach der Katastrophe ist sie überwältigt und gerührt, wenn sie erzählt, wie lutherische Freiwillige als erste halfen.
Artesanía aus Chile
„Wir sind metertief in Schlamm und Unrat gewatet, die von der Flutwelle in unser Viertel gespült worden sind“, berichtet sie. „Unser Haus war völlig zerstört“, erzählt ihre18 Jahre alte Tochter Tiare Salazar Leyton. „Wir konnten uns auf einen nahegelegenen Hügel retten“, fügt sie hinzu. Und sie erzählt auch von den Fischabfällen der nahegelegen Fischfabrik, die einen schrecklichen Gestank verbreiteten. Mutter Leyton ist froh, dass sie als eine der am schwersten Betroffenen eines der provisorischen Häuser bekommen hat, die das ACT-Bündnis zur Verfügung stellte. Die Häuser sind aus einer soliden Holzkonstruktion und können zu einem dauerhaften Haus umgebaut werden. Ein Jahr nach dem Erdbeben leben in dem Viertel noch über 1.000 Menschen in Notunterkünften. Und viele andere wohnen noch immer in baufälligen Häusern, die eigentlich schon längst hätten abgerissen werden müssen. Es gibt weder fliessendes Wasser noch Elektrizität. Die Zustände in dem Viertel Santa Clara hält Vasquez Castillo, Sozialarbeiter der lutherischen Kirche für skandalös. „Das Erdbeben hat aufgedeckt, wie schwach die soziale Absicherung in Chile ist“, sagt er. Er beklagt die versteckten Folgen des Erdbebens im sozialen Bereich. Dieses „stille Erdbeben“ ist für ihn ein Langzeitproblem. Der 25-Jährige Sozialarbeiter hofft, dass das Erdbeben den Menschen die Probleme des Landes bewusster gemacht hat. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Proteste von Umweltschützern, die bisher wenig Beachtung gefunden hätten. Doch das Erdbeben hat die Kritik an den Fisch- und Papierfabriken, die die Umwelt mit Schadstoffen wie Blei und Kadmium belasten, die wiederum für Krebs und Missgeburten verantwortlich seien, bestätigt. Vom Grund des Hafenbeckens seien die Schadstoffe durch die Flutwelle an die Oberfläche gekommen. Für Castillo ist der hemmungslose Raubbau an der Natur die Schattenseite des wirtschaftlichen Erfolgs in Chile.
Auch IELCH-Pfarrer Oscar Sanhueza beklagt, dass die Regierung nach dem Erdbeben versucht habe, gegenüber der Weltöffentlichkeit das Bild eines blühenden und wirtschaftlich erfolgreichen Landes zu zeichnen. Er sieht die hohe Arbeitslosenrate in den von ihm betreuten Gemeinden mit Sorge. Der 55-Jährige, der während der Diktatur in Chile für seine Überzeugungen ins Gefängnis kam und gefoltert wurde, zieht nach einem Jahr aber auch eine positive Bilanz der von dem ACT-Bündnis geförderten Hilfsprojekte für mehrere 100 Familien, die Häuser und psychosoziale Betreuung erhielten. Das Problem der Arbeitslosigkeit würde der Pfarrer gern gezielt angehen. Er setzt dabei besonders auf die Frauen, die kleine Unternehmen gründen könnten. Dazu würde die lutherische Kirche gerne Workshops anbieten, um die Frauen zum Beispiel als Näherinnen anzulernen. Die dafür benötigen Maschinen will Pfarrer Sanhueza ihnen in dem Projekt auch zur Verfügung stellen. Für die kleinen lutherischen Gemeinden ist es jedoch schwierig, das Startkapital von rund 5.000 Euro allein aufzubringen. Einstweilen leistet der LWB durch seine Abteilung für Mission und Entwicklung (AME) auch weiterhin Hilfe beim Wiederaufbau der IELCH-Gemeinden in El Sembrador, La Trinidad und El Buen Samaritano, die von dem Erdbeben und dem Tsunami ebenfalls schwer getroffen wurden.
Die LWB/AME-Gebietsreferentin für Lateinamerika und die Karibik, Pfarrerin Patricia Cuyatti, betont, wie wichtig die Unterstützung der IELCH sei. „Sie wurde durch eine intensive und regelmässige Kommunikation mit den Kirchenleitenden, die in stressigen Notfallsituationen motiviert wurden, entwickelt. Die anderen Mitglieder der Gemeinschaft wurden eingeladen und aufgefordert, zu helfen, zu beten, unseren Schwestern und Brüdern in Chile zu schreiben und sie zu unterstützen“, erklärte Cuyatti."



Geistliches Leben in Polen

Wanda Falk
Ende Frebruar fand in Berlin die Studientagung des GAW der EKBO statt. Thema war: Hintergrundinformationen zum geistlichen Leben und der Diakonie der Evangelischen Kirche A.B. in Polen. Bischof Ryszard Bogusz aus Wroclaw/Breslau und die Leiterin der Polnischen Diakonie Wanda Falk gaben einen tiefen Einblick in die Situation der polnischen LutheranerInnen. Die Kirche hat ca. 75.000 Mitglieder. das sind ca. 2% der Gesamtbevölkerung Polens. Sechs Diözesen mit 134 Kirchengemeinden werden von 162 Geistlichen betreut.
Noch gibt es keine Pfarrerinnen in der lutherischen Kirche. Auf der vergangenen Synode im Oktober 2010 sprach sich die Synode gegen die Frauenordination aus. Wohl hat sie gesagt, daß theologisch nichts gegen die Ordination von Frauen spricht und folgt hierin den Leitlinien des Lutherischen Weltbundes. Jedoch werden immer wieder die spezielle polnische Situation hervorgehoben, der katholische Kontext, und daß es im Grunde keine Kandidatinnen gibt. Allerdings gibt es zahlreiche Theologinnen, die jedoch als Diakoninen und Katechetinnen arbeiten.
In der kommenden Woche wird durch die Frauenarbeit des GAW eine weitere Konsultation mit polnischen Theologinnen vorbereitet. Auch der Evangelische Bund ist eingebunden. Der Lutherische Weltbund unterstützt diese Aktivitäten. - Pfarrer Enno Haaks

Donnerstag, 3. März 2011

Das GAW und Nächstenliebe...

Die Putzfrau in der lutherischen Schule Escuela Belén in einem Armenviertel Santiagos de Chile ist katholisch. Von den insgesamt 45 Frauen und Männern, die dort arbeiten, ist keiner lutherisch, obwohl unter ihnen Sympathisanten der kleinen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile sind. Was nicht schwer ist, denn die Kirche zeichnet sich durch eine große Weite und freiheitliches Denken aus und hat sich zudem in Fragen der Menschrechte einen Namen gemacht. Helmut Frenz, ehemaliger Bischof dieser Kirche und Träger des Nansen-Flüchtlingspreises der Vereinten Nationen, steht dafür.
Diese lutherische Schule mit katholischen, pfingstlerischen sowie konfessionslosen Angestellten und Schülern gäbe es ohne das Gustav-Adolf-Werk allerdings nicht mehr. An entscheidender Stelle war das Diasporawerk der EKD da und hat das fehlende Geld gesammelt. Ein Akt der Nächstenliebe und nicht nur an des „Glaubens Genossen“, auch wenn der Empfänger der Spende die evangelisch-lutherische Versöhnungsgemeinde, der Träger der Schule war. Diese kleine Minderheitsgemeinde stand derart hingebungsvoll hinter ihrer Schule, dass sie bei deren Scheitern wahrscheinlich mit zugrunde gegangen wäre.
Das Leitmotiv des GAW, „Lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen“ (Galater 6,10), richtet sich an solche Minderheitskirchen und ihren Gemeinden wie in Santiago de Chile. Das GAW stellt sich bewusst der Aufgabe, Minderheiten zu unterstützen, damit sie Verantwortung übernehmen und Nächstenliebe üben können – und zwar an jedermann! Dass die „Glaubensgenossen“ dabei nicht außer Acht gelassen werden dürfen, ist dem GAW wichtig. Denn – wer sonst macht das noch? In den neun Jahren als Pfarrer der evangelisch-lutherischen Versöhnungsgemeinde habe ich im Armenviertel in Santiago einiges erlebt. Auch kirchliche Entwicklungshilfeorganisationen, darunter evangelischer Prägung, die den lutherischen Trägern diakonischer Einrichtungen das Leben schwer machen.
Bewusst steht das GAW zu seinem Leitwort. Und bewusst steht es dazu, Minderheiten zu stärken. Nicht, damit sie sich sektiererisch abschotten, sondern damit die Vielsprachigkeit des Evangeliums Raum bekommt.
Im Artikel „Evangelische Putzfrau gesucht“, Kasseler Sonntagsblatt vom 6. Februar 2011, taucht die Ambivalenz der Nächstenliebe in ihrer Konkretion deutlich hervor. Beschränkt die Nächstenliebe sich auf die, denen man nahe steht, denn dort ist – wie bei Familienangehörigen – die Verantwortung am größten? Geht es überhaupt, die Hilfsbedürftigen gegeneinander auszuspielen? Das GAW stellt sich bewusst der Herausforderung, Lutheranern, Reformierten und Unierten Christen beizustehen und sie in ihrem Engagement in ihren Gesellschaften zu unterstützen. Hier wird Nächstenliebe beispielhaft gelebt, entgrenzt, bezogen auf die, die leiden.
Es ist gerade in unserer Kirchensituation geboten, auf unsere Schwestern und Brüder zu schauen, die ihren Glauben als Minderheit leben. Vor allem tut es uns in Deutschland gut, die Diasporaverantwortung ernst zu nehmen und Diasporawerke wie das GAW nicht in eine Reihe zu stellen mit Organisationen, die sich abschotten und keine Verantwortung für die fernen Nächsten übernehmen.
Die katholische Putzfrau war froh, in der Escuela Belén zu arbeiten, denn bei uns wehte ein anderer, ein freiheitlicherer Geist. Gerne hätte ich damals in der Schule in Santiago auch eine lutherische Putzfrau gehabt. Warum nicht? Die gab es jedoch nicht. Und die Putzfrauenfrage war niemals die entscheidende. Das Allerwichtigste war, dass die Schule weiter bestehen und Kindern aus Armenviertel eine Chance auf Bildung und besseres Leben bieten konnte, unabhängig von ihrem Glauben. - Pfarrer Enno Haaks

Mittwoch, 2. März 2011

Die Estnische Evangelisch-Luthersiche Kirche

Emblen der estn. Kirche
Der 24. Februar ist der estnische Nationalfeiertag. In Nordelbien gab es dazu Partnerschaftsgottesdienste, die an die 20jährige Partnerschaft mit der estnischen lutherischen Kirche erinnerten. Die Geschichte Estlands ist leidvoll. Jahrhunderte hindurch wurden die Esten von anderen Völkern beherrscht, bis sie in den Umbrüchen nach der Oktoberrevolution die Gunst der Stunde nutzten und am 24. Februar 1918 ihre Unabhängigkeit erklärten - und zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen eigenständigen Staat bekamen. Ihre kulturelle und nationale Identität wurden über Jahrhunderte der Fremdherrschaft bewahrt. Diese Traditionen war es, mit der 1991 in der ,Singenden Revolution’ das zweite Mal die Unabhängigkeit errungen werden konnte. Die Kirche in Estland, die mal Volkskirche war, steht vor großen Herausforderungen. Sie genießt inzwischen, trotz großer Vorbehalte, die auf die langen atheistisch geprägten Jahre zurückzuführen sind, ein gutes Ansehen. 
2010 konnte die lutherische Kirche eine lange Trennung überwinden. Die Auslandskirche, gegründet von Flüchtlingen nach dem zweiten Weltkrieg, und die Heimatkirche unterzeichneten in Tallinn und Toronto den Vereinigungsvertrag und bilden nun eine gemeinsame  Kirche.
Das GAW unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur estnischen lutherischen Kirche.